Klimaskeptiker geben nicht einfach auf

Zwei Jahre nach der ZEIT[1] hat die Süddeutsche Zeitung das Thema „Klimaskeptiker“ aufgegriffen. Sie brachte am 4.11.2014 ein Interview mit der Harvard-Historikerin Naomi Oreskes. Diese hat die Strategien der sogenannten Skeptiker analysiert. Sie zeigt auch, dass  Lobbyisten selbst Denkmuster des Kalten Krieges nutzen.

Aus der Sicht eines linken Ökologen wäre hinzuzufügen:

Der Kampf gegen die Anerkennung des Mensch-gemachten Klimawandels als Begründung der Energiewende, diese „Spitze des Eisberges“ fällt nur deshalb besonders auf, weil erneuerbare, dezentrale Energiebereitstellung Profite und Macht der Energiekonzerne – die zu den mächtigsten überhaupt gehören – direkt schmälert.
Doch grundsätzlich die gleichen Methoden finden branchenübergreifend überall da Anwendung, wo Profite in Gefahr sind (Stichworte: Gentechnik, Rüstungsexporte/-begrenzung, Positvliste für Pharmaprodukte, Mobilfunkstrahlung, Reprivatisierung kommunaler Dienstleistungen, Finanzmarktregulierung, …).

Sie beinhalten

  • Zweifel streuen an wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Zielen geplanter Veränderungen
  • Gegengutachten von speziell gegründeten Einrichtungen (in Deutschland z.B. EIKE)
  • „Kauf“ von Wissenschaftlern
  • Diffamierung und Isolierung unliebsamer Wissenschaftler
  • massive Gegenpropaganda und Lobbytätigkeit – bis hin zur Beeinflussung gewählter PolitikerInnen bzw. Koalitionen
    (s. „Vereinbarung der Bundesregierung mit den Atomkonzernen„, „Die gekaufte Republik„)
  • Dabei werden auch gern berechtigte Bürgerinteressen, Initiativen (im Falle der Pharmaindustrie Selbsthilfegruppen) und auch Gewerkschaften unterstützt, wenn sie Konzerninteressen dienen.

Die selektive Unterstützung von Gewerkschaften, die Gründung „eigener“ Gewerkschaften (Stichwort „Union Busting“ oder „Arbeitsunrecht in Deutschland“ – bis hin zur gegenwärtigen Hetze gegen die GDL) passt nahtlos in diese Herangehensweise.

Gewöhlicher Kapitalismus. Doch diesen zu kritisieren – so weit geht die SZ nicht.


[1↑] siehe „Organisation einer Lüge



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