Gaskavernenfeld Etzel

Bereits am 7.1.2011 hat der NDR in der Sendung „Gefährliche Gaskavernen?“ über die Befürchtungen der Bürger aus Friedeburg berichtet (siehe auch unseren Beitrag  „BI in Etzel gegen IVG Immobilien AG„). Das Problem sind Setzungen der Gaskavernen und Gefährdungen des Grundwassereinzugsgebietes, in dem neue Kavernen angelegt werden sollen.

Die Frage ist jedoch, warum diese Kavernen nötig sind bzw. in wessen Interessen ihre Anlage liegt. Die Antwort gab die IVG (ungewollt) selbst in ihrer Imagebroschüre. Dort hieß es auf Seite 13 zum „Energiespeicher Etzel“:

„Über die Ende 2010 bestehenden 45 Kavernen mit einem Lagervolumen von rund 25 Mio. m3 Öl und Gas hinaus, werden voraussichtlich bis zum Jahr 2022 weitere ca. 85 Speicherhohlräume im Salzstock Etzel geschaffen. Dies ist aus heutiger Sicht etwa 1/5 des Gesamtvolumens aller deutschen Erdgasspeicher.

Als Partner dieser Broschüre waren neben der IVG Statoil, etzelgas-lager, e-on Gas Storage, OMV und Verbundnetz Gas AG ausgewiesen, deren Geschäft An- und Verkauf, Transport und Lagerung von Erdgas ist. Mit im Geschäft sind auch EnBW, EdF, BP Europe SE, DONG Energy und GAZPROM Germania. [1]

Es geht wieder einmal um viel Geld:

Am 29.5.12 hat die IEA in ihrem Welt-Energie-Ausblick das kommende „goldene Gaszeitalter“ gefeiert. Demnach sollte der Gas-Energieverbrauch von 2010 bis 2035 von 21% auf 25% des Gesamtenergieverbrauches steigen – nicht etwa durch Substitution anderer fossiler Energieträger, sondern als zusätzliche Steigerung. Es wurden verschiedene Szenarien simuliert und obwohl die CO2-Emissionen bei Erdgas geringer sind, als bei anderen fossilen Primärenergieträgern, wird selbst bei dem „Golden Gas“-Szenario die Erderwärmung um 3,5 Grad Celsius ansteigen und die Treibhausgaskonzentration etwa 650 ppm (Teile pro Millionen) Kohlendioxid erreichen. Die Folgen für die Menschheit sind weitaus schwerwiegender, als bei den allgemeinhin akzeptierten zwei Grad Erwärmung.

Diese Überlegungen spielen für die beteiligten Energiekonzerne aber offenbar keine Rolle. Sie setzen weiterhin auf Erdgas und verkaufen diese Strategie als ihren „Beitrag zum Klimaschutz“:

„Erdgas spielt in der heutigen Energieversorgung eine entscheidende Rolle und auch in Zukunft ist es für Europa und Deutschland die Schlüsselenergie, um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen.“

„Die nachhaltige Versorgung mit sauberer, erneuerbarer Energie macht Kavernen wertvoll für den Klimaschutz in Deutschland. Der derzeitige Ausbau der Kavernen ist erforderlich, weil eine sichere Energieversorgung Wachstum und Wohlstand der Menschen in Deutschland gewährleistet.“

Nicht die Ausweitung der Energiebereitstellung  unter Beiteiligung der Erneuerbaren ist die Lösung der zukünftigen Probleme, sondern die Reduktion durch Einsparung des Verbrauches. Dafür reichen allerdings die vorhandenen Gasspeicher aus. Ihr Ausbau dient dagegen der Steigerung des Gasverbrauches und damit der Blockade der Energiewende.

Der Kampf gegen die Ausweitung des Gaskavernenfeldes ist somit auch ein Einsatz für die Energiewende.

Wolfgang Borchardt
10.6.2012


[1↑]   Im Zuge des Insolvenzverfahrens der IVG wurde auch ihre Internetseite neu gestaltet und die Imagebroschüre ist nicht mehr verfügbar. Statt dessen betreibt die IVG die Internetseite „Kavernen-Informationszentrum Etzel„. Dort heißt es jetzt:

Über die 2012 bestehenden 59 Kavernen mit einem geometrischen Lagervolumen von rund 35 Mio. Kubikmetern Öl und Gas hinaus werden in den nächsten Jahren weitere Speicherhohlräume – vor allem für Erdgas – im Salzstock Etzel geschaffen. Bereits heute wird ein beachtlicher Teil des Gesamtvolumens aller deutschen Erdgasreserven in Etzel gespeichert.“

BI in Etzel gegen IVG Immobilien AG

Hallo zusammen,

anliegend übersende ich euch einen Flyer der BI in Etzel und den teilweisen Kommentar eines Zuhörers auf der Veranstaltung des GELB1):

„Auf die abgehobene Arroganz , Verlogenheit und festhaltende Ignoranz der Behörden- und politischen Vertreter im Landkreis wurde deutlich hingewiesen, diese ist unüberbietbar!! So etwas hätte im Bericht von diesem Hofberichterstatter ebenso erwähnt werden müssen, denn das sind die Ansprechpartner/Entscheidungsträger, auf die Druck ausgeübt werden muß! Liegt hier Korruption vor oder nur das Festhalten an Macht und Previligien …“

Der Betreiber/Vermieter der Kavernen die „Immobilien Vertriebsgesellschaft“ (IVG2) war ja mal eine staatliche Institution und wurde von den Grünen und der SPD im Jahre 2005 privatisiert, da sie unrentabel sei. Heute profilieren sich die grünen Heuchler als starke Kritiker der IVG, die sich mit der Vermietung der Kavernen sanieren will.

Den angesprochenen Punkt wegen der Umkehr der Beweislast konnten wir nicht vertiefen.

Da diese GELB-Veranstaltung sich ausschließlich an die interessierte Öffentlichkeit gewendet hat und keine Behörden- und IVG-Vertrter anwesend waren, aber viele von der BI, wurde der Schwerpunkt der Veranstaltung auf die technischen Probleme gesetzt. Dieses umso ausführlicher, jedoch mit dem Hinweis, dass die Genehmigungsbehörde, das „Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie“ entscheidend für den Fortgang dieser unverantwortlichen Tätigkeiten ist. Diese würden aus alten Gesetzen/Richtlinien, dem Jahre 1852 !!, ihre Autorität ableiten, unglaublich !!

Die BI klagt jetzt gegen diese Behörde, was ja ein ungeheuerlicher Aufwand an Fachwissen bedeutet. Natürlich sagt der Landkreis, er hat keine juristischen Möglichkeiten, weil sie wohl kaum gegen die Genehmigungsbehörde klagen können und wollen (hierzu stellt sogar eine CDU Frau aus Emden fest, dass das Gesetz über die Machtbefugnisse des Landesbergamntes geändert werden müsse… (naja bis dahin ist das Land bei 5-8 m Tiefe abgesoffen).

Bei Nachfragen von Joachim und mir, dass hier doch eine politische Richtungsentscheidung vorliegen müsse, die diese Sauereien zulassen, kommt man natürlich auf die Landesregierung in Hannover zu sprechen (evtl. auch auf Berlin). Und hier sollte man auch ansetzen, meine ich und z.B. allen Parteien-Vertretern, die aus dem hiesigen Umland in Hannover vertreten sind, Dampf machen. Dazu gibt es Möglichkeiten… Die Linken sitzen ja im Landesparlament, den Landkreisen/Stadträten, um Anfragen zu machen. Aber insbesondere hiesige Abgeordnete, die als Vertreter in Hannover sitzen, müssen angeschrieben (genervt) werden. „Ich bitte euch, sich mal mit diesem Thema zu beschäftigen.

Mit solidarischen Grüßen

Ingrid Schuster
Vorstandsmitglied die Linke Friesland
Stadtrat Varel

Gr.Winkelsheidermoorweg 82a
26316 Varel
Tel. 01772603049

 


1)“Gesprächskreis für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn“zurück
2)“Die IVG Immobilien AG ist eine börsennotierte Immobiliengesellschaft mit Sitz in Bonn, welche aus der bundeseigenen Industrieverwaltungsgesellschaft mbH hervorgegangen ist.“ (Wikipedia); zurück

Eil-Aktion: Ostdeutschland muss Solar-Kahlschlag stoppen!

„Ein Jahr nach Fukushima vollzieht die Bundesregierung eine erneute Energiewende – rückwärts. Die Regierung kürzt die Solarförderung noch schneller und stärker absenken als bislang geplant – auf eine wenig durchdachte Weise. Dabei wurde die Einspeisevergütung für Solarstrom in den letzten Jahren bereits um mehr als 60 Prozent gesenkt. Kommt aber die Energiewende nicht voran, droht in ein paar Jahren ein AKW-Comeback.“

Mit diesen Worten leitet das Campagne-Netzwerk eine Hintergrundinformation zur neuen Campagne gegen den Fotovoltaik-Kahlschlag ein.

„Eigentlich schien der Kahlschlag bei der Photovoltaik-Förderung schon ausgemachte Sache. Die Zustimmung des Bundesrats galt als sicher. Doch letzte Woche haben die Umwelt- und Wirtschaftsminister/innen der Länder die Kürzungspläne überraschend abgelehnt. Am Freitag, den 11. Mai, entscheiden die Ministerpräsident/innen im Bundesrat – und es steht Spitz auf Knopf. Nach derzeitigem Stand geben die Stimmen der ostdeutschen Länder den Ausschlag!“  schreibt Fritz Mielert im Campact-Newsletter.

Wir bitten alle ökologisch interessierten MitstreiterInnen, diese Campagne zu unterstützen.

ILISU-Petition an die UNESCO

Vier zivilgesellschaftliche Organisationen der Türkei, dem Irak und dem Iran

haben die Ilisu-UNESCO Petition an das UNESCO-Welterbe-Komitee (s.u.) verfasst:

„Das gewaltige kulturelle und natürliche Erbe Mesopotamiens ist in großer Gefahr durch den Bau des Ilisu-Staudamms auf dem türkischen Abschnitt des Tigris. Der geplante Stausee mit  mehr als 310 km² würde das Recht auf Essen und Wasser von Tausenden Menschen in und um das geplante Reservoir sowie stromabwärts beschneiden. Das Projekt gefährdet auch wertvolle Flussökosysteme mit zahlreichen gefährdeten Arten, Hunderte von archäologischen Standorten einschließlich der alten türkischen Stadt Hasankeyf sowie die Sümpfe im irakischen Teil Mesopotamiens.
Wir sind tief besorgt über die zu erwartenden Schäden des von der türkischen Regierung geplanten Ilisu-Staudammprojektes.

Darum wir bitten Sie, diese Petition an das UNESCO-Welterbe-Komitee zu unterzeichnen, damit es gegen den Bau des Ilisu-Staudamms aktiv wird.

Die Petition liegt in mehreren Sprachen vor: englisch, arabisch, türkisch, spanisch

Für Offline-Unterschriften kann die Unterschriftenliste hier heruntergeladen werden (in englisch).“

Diese Übersetzung dient nur zur Ihrer Information, verbindlich sind die verlinkten Fassungen.

Die Ökologische Plattform hat sich bereits 2009 gegen das Projekt gewandt und unterstützt natürlich auch die hier abgedruckte Petition an das UNESCO-Komitee.
Wir rufen Sie daher auf, die Ilisu-UNESCO Petition zu unterzeichnen.

Ohne Erneuerbare Energien keine Energiewende

Aufruf zur Beteiligung an der EUROSOLAR-Anzeigenaktion

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

die von der schwarz-gelben Regierungskoalition im Bundestag beschlossenen Kürzungen bei der Photovoltaik bedrohen zehntausende Arbeitsplätze und die Zukunft der gesamten deutschen Solarbranche, die mit Unterstützung der deutschen Bürger seit 1999 entstanden ist. Während die Photovoltaik weltweit kurz vor dem endgültigen Durchbruch steht, droht in Deutschland nun das Aus.

Die Photovoltaik ist das erste Opfer einer Politik, die  versucht, die Energiewende doch noch zu stoppen und somit auch den Vollzug des Atomausstiegs. Zu diesem Zweck will die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aushöhlen und seine Protagonisten – Bürger, Energiegenossenschaften, mittelständische Unternehmen und Stadtwerke – wieder aus dem Energiesystem herausdrängen. Nie war ein Scheitern der Energiewende wahrscheinlicher.

Nur der Bundesrat kann in der Abstimmung am 11.05.2012 noch das Schlimmste verhindern und ein deutliches Zeichen setzen. Vor diesem entscheidenden Beschluss plant EUROSOLAR die Schaltung einer ganzseitigen Anzeige in einer überregionalen Tageszeitung unter dem Titel „Ohne Erneuerbare Energien keine Energiewende“

Die EUROSOLAR-Anzeigenkampagnen in Form ganzseitiger Textanzeigen in den einflussreichen Printmedien haben sich in den letzten Jahren als enorm wirkungsvolles öffentliches Kampagnenmittel erwiesen.

Unser Ziel ist es, am 03.05.2012 eine ganzseitige Anzeige in DIE ZEIT schalten zu können. Denn dieses Medium hat sich für die Platzierung unserer Anzeigenaktionen bestens bewährt, um Aufmerksamkeit zu generieren und weitere Multiplikatoren zu erreichen. Hierzu sind wir auf eine möglichst umfassende Unterstützung angewiesen.

Wir möchten noch einmal ganz herzlich allen Unterstützern für Ihre Hilfe bei früheren Anzeigenaktionen danken und rufen Sie erneut auf, die Schaltung dieser so wichtigen Anzeige durch Ihre persönliche und zu veröffentlichende Unterschrift und einen Finanzierungsbeitrag zu unterstützen. Helfen Sie uns auch dabei, diesen Aufruf weiterzuverbreiten!

Auf eine erneute, erfolgreiche Zusammenarbeit!

Mit freundlichen Grüßen

Irm Scheer-Pontenagel (Geschäftsführerin EUROSOLAR e.V.) Oliver Krischer (Vorstandsmitglied Eurosolar Sektion Deutschland)

EUROSOLAR e.V.
Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien Kaiser-Friedrich-Straße 11
D-53113 Bonn
Tel. 0228 / 362373 und 362375
Fax 0228 / 361279 und 361213
kampagne@eurosolar.de
http://www.eurosolar.org

Exxon vergiftet unser Wasser!

Presseerklärung DIE LINKE. Gütersloh, 22. April 2012

Fast 1000 Menschen demonstrieren am Bohrplatz in Bad Laer

Der April machte seinem Ruf alle Ehre! Hagelschauer, kräftiger Wind, Regengüsse und Sonnenschein. Dennoch zogen fast 1000 Menschen am Sonntagnachmittag von Bad Laer und Bad Rothenfelde zum Bohrplatz der Firma Exxon-Valdez in Bad Laer. Nahe am Einzugsgebiets des Wasserbeschaffungsverbandes Versmold-Füchtorf-Sassenberg soll mittels „Fracking“, auf Deutsch „Aufbrechen“ oder „Aufreißen“, mit teils hochgiftigen Chemikalien versetztes Wasser unter hohem Druck in große Tiefen gepumpt werden um das profitable Gas freizusetzen. Das Verfahren ist äußerst umstritten, zahlreiche „Zwischenfälle“ sind bekannt.

„Auch überall im Kreis Gütersloh sind die Brunnenvergifter unterwegs. Die Claims sind bereits abgesteckt! Der US-Konzern BNK hat eine „Aufsuchungserlaubnis“ für das Feld „Falke“. Davon betroffen sind Rheda-Wiedenbrück, Langenberg, Rietberg, Verl, Schloss Holte und Teile von Gütersloh. Exxon Mobil, einer der größten Konzerne der Welt, ist in Herzebrock-Clarholz, Harsewinkel, Versmold, Steinhagen, Halle, Borgholzhausen und Werther am Zug,“ so Uschi Kappeler, Sprecherin des Kreisverbandes DIE LINKE. Gütersloh. „CDU/FDP in Niedersachsen und Berlin lassen wenig Zweifel daran, auf wessen Seite sie stehen. Die rot-grüne Landesregierung in NRW hat zwar ein halbherziges Moratorium beschlossen, aber die Verfahren zur Erdgasförderung unterliegen dem Bundesbergbaugesetz und damit der Bundesregierung.“

„Spätestens auf Bundesebene haben wir auch erhebliche Zweifel, ob die Parteien eines Gerhard Schröder und Joschka Fischer fähig sind, sich gegen die Energiekonzerne durchzusetzen! Fracking, Ölpreise, Benzinpreise und Atomkraft. Es ist allerhöchste Zeit zu fragen, wer regiert das Land! „Großbetriebe der Grundstoffindustrie und Unternehmen, die wegen ihrer monopolartigen Stellung besondere Bedeutung haben, sollen in Gemeineigentum überführt werden. Zusammenschlüsse, die ihre wirtschaftliche Macht missbrauchen, sind zu verbieten,“ zitiert Michael Pusch, Sprecher des Kreisverbandes DIE LINKE den Artikel 27 der Landesverfassung NRW. „Die niedersächsische Verfassung kenne ich leider nicht so gut!“ muss er aber zugeben.

Trotzen Hagel, Regen, Wind und Exxon und werden mit Sonne belohnt. Demonstranten am Bohrplatz von Exxon Mobil zwischen den Soleheilbädern (!) Bad Laer und Bad Rothenfelde

 

Uschi Kappeler, Sprecherin des Kreisverbandes, am harmlos aussehenden Bohrplatz

 

Uschi Kappeler, Sprecherin DIE LINKE Kreis Gütersloh
Michael Pusch,Sprecher DIE LINKE. Kreis Gütersloh
info@die-linke-guetersloh.de
05423-4740952
http://www.dielinke-guetersloh.de/

Umweltorganisationen sagen Gespräch mit Wirtschaftsminister Rösler ab

Verbände stehen für Alibiveranstaltungen nicht zur Verfügung

Pressemitteilung von DUH, BUND, NABU, Greenpeace, WWF Deutschland und Germanwatch

Berlin, 13. April 2012

Führende Umweltorganisationen werfen Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vor, die von der eigenen Regierung beschlossene Energiewende persönlich zu hintertreiben und eine ernsthafte Auseinandersetzung über die Ausgestaltung der Transformation des Energiesystems demonstrativ zu verweigern. Hintergrund des Zerwürfnisses ist eine seit Jahresbeginn nahezu vollständige Funkstille zwischen dem Minister und FDP-Vorsitzenden und denen, die das Konzept der Energiewende zum Teil seit über 30 Jahren und nicht erst seit dem Sommer 2011 verfolgen.

Als Rösler anlässlich des Dreikönigstreffens seiner Partei Anfang Januar in Stuttgart die Umweltbewegung insgesamt und einige Umweltorganisationen namentlich unter anderem wegen ihrer Kritik am Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke scharf angriff, forderten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der WWF Deutschland und Germanwatch den Minister zu einem „Gespräch zu den vor uns liegenden Herausforderungen“ auf. Dieses kam bis heute nicht zustande.

Auf den am 13. Januar schriftlich vorgetragenen Gesprächswunsch reagierte das Ministerium zunächst zwei Monate lang nicht einmal mit einer Eingangsbestätigung. Stattdessen startete Rösler gemeinsam mit Wirtschaftspolitikern der Unionsfraktion einen Frontalangriff gegen den weiteren Ausbau der Photovoltaik und die Grundlagen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das entsprechende Artikelgesetz passierte schließlich Mitte März nach scharfer Kritik nicht nur aus Opposition und Verbänden, sondern auch aus beiden Regierungsfraktionen den Bundestag in leicht entschärfter Form.

Ebenfalls Mitte März erinnerte sich Rösler der zwei Monate alten Bitte um ein persönliches Gespräch und bot über sein Ministerbüro zunächst telefonisch, auf Nachfrage dann auch schriftlich einen Termin an. Am 9. August, mitten in der Sommerpause, stehe er Vertretern der sechs Verbände für eine Stunde zur Verfügung.

In ihrer Antwort lehnen die Umweltverbände nun dieses „Angebot“ ab: „Die Unterzeichner empfinden es als demonstrative Ignoranz, dass Sie den Umweltverbänden einerseits öffentlich haltlose Vorwürfe machen und andererseits jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit denen aus dem Weg gehen, die die Energiewende im Gegensatz zu Ihnen und Ihrer Partei seit Jahrzehnten vorantreiben und ungezählte Konzepte zu ihrer Umsetzung vorgelegt haben.“

Das Verhalten Röslers stehe auch in einem unerklärlichen Gegensatz zum Anspruch der Fachforen, die das Bundeswirtschaftsministerium mit Vertretern wichtiger Akteure des Energie- und Umweltsektors, etwa in der Plattform „Zukunftsfähige Energienetze“, gestartet habe. Es verfestige sich der Eindruck, dass es dem Minister ein persönliches Anliegen sei, die Dynamik der Energiewende abzubremsen statt sie zu beschleunigen. Damit würden denjenigen Vorteile verschafft, die die Entwicklung weg von der fossil-atomar dominierten Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energieträgern und Energieeffizienz über Jahrzehnte verschlafen oder hintertrieben haben und dies teilweise immer noch tun.

Abschließend erklären die Verbände, sie seien „selbstverständlich daran interessiert, mit jedem Bundeswirtschaftsminister jederzeit aktuelle Themen der Energiewende zu diskutieren“. Voraussetzung sei allerdings, dass ein Interesse an ernsthafter Auseinandersetzung erkennbar sei. Das sei jedoch nicht der Fall, solange Minister Rösler eine Unterredung für einen Zeitpunkt vorschlage, zu dem die Würfel, beispielsweise bezüglich der künftigen Photovoltaik-Förderung, längst gefallen sind. „Für eine solche Alibiveranstaltung stehen wir nicht zur Verfügung“, schließen die Verbände ihre Gesprächsabsage.

Für Rückfragen:

Dr. Gerd Rosenkranz, Leiter Politik & Presse Deutsche Umwelthilfe (DUH)
Tel. 030-2400867-0, mobil 0171-5660577, rosenkranz@duh.de

Thorben Becker, Leiter Energiepolitik BUND
Tel. 030-275864-21, thorben.becker@bund.net

Carsten Wachholz, Leiter Energiepolitik und Klimaschutz beim NABU
Tel. mobil 0172-4179727, Carsten.Wachholz@NABU.de

Tobias Münchmeyer, Stv. Leiter der Politischen Vertretung, Greenpeace
Tel. 030-308899-21, mobil 0151-14533073, Tobias.Muenchmeyer@greenpeace.de

Alois Vedder, Leiter Politik WWF Deutschland
Tel. 030-311777-418, alois.vedder@wwf.de

Christoph Bals, Geschäftsführer Germanwatch
Tel. 0228-60492-17, bals@germanwatch.org

„Too BIG To Fail – Es gibt keinen Planeten B“

McPlanet.com | 2012 20. – 22.April | TU Berlin

* Internationaler Bewegungskongress an der Schnittstelle von Globalisierungskritik, Umweltbewegung und globaler Gerechtigkeit.

* Organisiert von Attac, Brot für die Welt, BUND, EED, Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace, Heinrich-Böll-Stiftung und terre des hommes.


Der Countdown läuft!

In wenigen Tagen findet an der Technischen Universität Berlin der McPlanet.com 2012 statt. Ein Wochenende lang, vom 20. bis 22. April, können die TeilnehmerInnen auf 6 Panels, 12 Foren und 64 Workshops und alternativen Veranstaltungs-formaten mit internationalen Gästen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft diskutieren. McPlanet.com 2012 will Mut zum Hinterfragen, Einmischen und politischen Handeln machen.

Ein paar Highlights:

  • Im Rahmen unserer zentralen Auftaktveranstaltung „Green Economy: Alter Wein in grünen Schläuchen?“ diskutieren Achim Steiner (Exekutivdirektor des UN-Umwelt-programms UNEP), Tim Jackson (Autor des Bestsellers „Wohlstand ohne Wachstum, Universität Surrey) gemeinsam mit Sunita Narain (Leiterin des „Zentrums für Wissenschaft und Umwelt“ in Neu-Delhi) über das Konzept der Green Economy.
  • Das Café Activista bietet Platz für Gespräche und Diskussionen und für die politische Praxis, also für konkrete Mitmachmöglichkeiten in Aktionen, Projekten und Kampagnen. Ein besonderer Raum für Information und Vernetzung.
  • The Incredible Herrengedeck (Chanson-Punk) und das berlinBOOMorchestra (Reggae, Dancehall & Ska) werden als musikalische Highlights auf dem Kongress spielen und müde Beine zum Tanzen bringen!
  • Kinovorpremiere des Films ‚Raising Resistance‘ – ein filmisches Zeugnis des Widerstands gegen die Zwangsläufigkeiten globalisierter Rohstoffgewinnung.
  • Zahlreiche alternative Veranstaltungsformate wie politisches Aktionstheater oder ein „Rhythms of Resistance“-Samba Workshop runden das Programm ab.

Das gesamte Programm mit allen Veranstaltungen, Zeiten und Räumen wird ab dem Oster-Wochenende auf der Internetseite www.McPlanet.com zu finden sein. Für regelmäßige Updates und Zusatzinformationen zum Kongress empfehlen wir Euch, unsere facebook-Seite zu besuchen.

Am 12. April endet die Online-Anmeldung für die Teilnahme am Kongress. Danach gibt es Tickets nur noch am Kongress-Wochenende vor Ort in der TU Berlin. Mit einer rechtzeitigen Online-Anmeldung sichert Ihr Euch einen bequemen und zeitsparenden Zugang zum McPlanet.com 2012. Über unsere Internetseite www.McPlanet.com könnt Ihr Euch anmelden (Normal 39 Euro, Ermäßigt 29 Euro, Gruppenrabatt ab 10 Personen 24 Euro/p.P.). Wer McPlanet.com 2012 unterstützen möchte, zahlt den Solibeitrag von 50 €. Zeit und Geld spart eine Einzugsermächtigung.

Auch der diesjährige McPlanet.com ist wieder ein Bewegungs- und Mitmachkongress. Partizipation gehört zum Konzept – ist gewollt und auch notwendig. Wenn Ihr Lust habt, schon vor oder auch während des Kongresses mit anzupacken, meldet Euch unter: mitmachen@mcplanet.com. Der Lohn für die Mühe, ist neben der Gewissheit einen tollen Kongress mit auf die Beine gestellt zu haben, je nach geleisteter Hilfe, eine ermäßigte bis kostenfreie Teilnahme am McPlanet.com 2012.

Weitere Informationen gibt es beim McPlanet.com 2012 Kongressbüro (Schönstedtstr. 7, 12043 Berlin, info@mcplanet.com)

Wege aus der Krisenfalle

Einladung

Kein Zweifel, die Eurokrise ist zur Zeit das Thema. Macht der Mainstream politisches und wirtschaftliches Missmanagement verantwortlich, so richten andere, auch Attac, den Fokus auf das Finanzmarktgeschehen. Dementsprechend werden jeweils Lösungsvorschläge und politische Forderungen abgeleitet.

Gemeinsam ist bis zu diesem Punkt allen Vorschlägen, dass sie für den Erfolg die Unterstützung durch ein kräftiges und länger anhaltendes Wirtschaftswachstum benötigen.
Was aber, wenn diese Krise wie viele andere, die wir erleben – Klimakrise, Artenschwund, Ressourcenverknappung, eine Vielzahl der gewaltsamen Konflikte und die immer weiter um sich greifende soziale Zuspitzung –, nichts anderes ist, als Ausdruck einer umfassenderen Krise dieses Wirtschafts- und Gesellschaftssystems? Einer Krise, die in einem bestimmten Entwicklungsstadium einfach eintreten muss, dann nämlich, wenn sein obligates Wachstum an naturgegebene Grenzen stößt? Welche Folgen hat es dann, wiederum auf Wachstum zu setzen?

Die Attac-Projektgruppe „Jenseits des Wachstums“ lädt alle, die sich für diese Fragen interessieren, ein zu einer Arbeitskonferenz „Wege aus der Krisenfalle“ am 5. Mai 2012 in Hannover

Anhand dreier ausgewählter Themenschwerpunkte

  • Landwirtschaftliche Entwicklung
  • Technische Entwicklung
  •  Demonetarisierung

wollen wir in Vorträgen, Gruppenarbeit und Plenum der Frage nachgehen, wie dieses Krisenlabyrinth verlassen werden kann. Dabei geht es eben nicht nur, aber auch um die Krise, die derzeit den gesellschaftlichen Diskurs beherrscht.

Als Referent_innen konnten gewonnen werden:

  • Katharina Besier, Landwirtin (Arbeitsgem. bäuerliche Landwirtschaft), Hohenstein
  • Otto Ullrich, Ingenieur, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler, Berlin
  • Friederike Habermann, Historikerin, Volkswirtin und Politikwissenschaftlerin, Mannheim

Zum Ablauf:
Vormittags geben die Referent_innen in je einem zwanzigminütigen Vorschlag einen Eindruck in ihrem Themenbereich. Nachmittags ist in drei gleichzeitig stattfindenden Workshops Zeit, die Themen in Kleingruppen zu vertiefen. Anschließend werden wir vor diesem Hintergrund gemeinsam im Plenum überlegen, wie unsere Interventionen in den aktuellen Krisendiskurs konkret aussehen könnten.

Den Abschluss bildet um 18:30 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion zum gleichen Thema veranstaltet gemeinsam mit der Attac-Gruppe Hannover. Es diskutieren:

  • Nicola Liebert, Wirtschaftsjournalistin, Berlin
  • Harald Bender, Zukunftsforscher, Hockenheim
  • Werner Rätz, Autor und Publizist, Bonn

Moderation:
Andrea Vetter, Kulturanthropologin, Berlin

Tagungsort:
Freizeitheim Vahrenwald, Vahrenwalder Straße 92, 30165 Hannover

Tagung: 11:00 Uhr – ca. 17:30 Uhr

Ende der Veranstaltung: ca. 21:00 Uhr

Um Voranmeldung wird gebeten an Detlev Matthias Daniel, d.m.daniel@web.de

Energiewende? Nein Danke! – Röttgen und Rösler einigen sich

Unter dieser Überschrift ruft das Netzwerk Campact auf, gegen die Aufweichung der EU-Richtlinie zur Energieeffizienz durch die Bundesregierung zu protestieren.

Im Blog schreibt Fritz Mielert:

„Sowohl die massiven Kürzungen bei der Solarförderung als auch die komplette Verwässerung der Energieeffizienzrichtlinie lassen nur einen Schluss zu: Die schwarz-gelbe Bundesregierung nimmt ihr Projekt des Atomausstiegs nicht ernst und wird freiwillig auch keine größeren Anstrengungen zum Klimaschutz unternehmen.“

Wir teilen diese Einschätzung und schließen uns dem Aufruf an.