Tarantel Nr. 80 (3/2018)

 

 
32 Seiten,
6 Abbildungen
Redaktionsschluss: 15.2.2018
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Inhaltsverzeichnis

Editorial

2

Schwerpunkt: Landwirtschaft

3
Eine andere Landwirtschaftspolitik ist nötig 3
Ist Bio-Landwirtschaft in Großbetrieben möglich? 5
Nur Ökolandbau kann zukünftig die Welt ernähren! 8
Die Bauern und ihr Boden 11
Der Glyphosat-Ausstieg beginnt im Kopf 14
Ein neues Agrarleitbild für Brandenburg! 17

Klima

19
Die Linke und der Klimaschutz 19
Kohle-Ausstieg: Ankündigen von CO2-Bepreisung führt zu Divestment 20

Bücherecke

21
Die Nadelöhre der Evolution. Frühere Erdzeitalter halten harte Lektionen bereit 21
Wir sind dran 24
Warum Götz Brandts Broschüre „Entfremdung von der Natur“ mir fremd geworden ist 25
Michael Löwy: Ökosozialismus 28
Natur gegen Kapital 28

Leserbrief

29
Fremdeln mit der Entfremdung 29

Impressum

30

Kontaktadressen

31

Pariser Klimaabkommen, sozial-ökologischer Umbau der Gesellschaft und Nachhaltiges Brandenburg

DIE LINKE hat sich darauf verständigt, den sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft zu einem zentralen Anliegen ihres politischen Ringens zu machen. Das meint: Es muss Schluss sein mit der Verschleuderung der Rohstoffressourcen, mit dem exorbitanten Energieverbrauch, mit dem das Klima auf gefährliche Weise verändernden CO2-Ausstoß, aber es muss bei all den dazu notwendigen Maßnahmen dafür gesorgt werden, dass sie den Menschen zu Gute kommen und von ihnen auch getragen werden können.

Darüber müssen sich alle Beteiligten gemeinsam klar werden: die Politik wie auch die Zivilgesellschaft wie auch die Wirtschaftsunternehmen wie auch die Gewerkschaften, sonst drohen schwere Verwerfungen. Verwerfungen in der Gesellschaft, weil die soziale Spaltung zu tief wird und die Abstiegserfahrungen und Abstiegsängste die Menschen dazu treiben können, einen Ausweg im Kampf gegen die noch Schwächeren und im Extremismus zu suchen. Und Verwerfungen in der Umwelt, weil es nicht gelingt, zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Mensch und Natur zu gelangen.

Als Umweltministerin der ersten rot/roten Landesregierung war ich verantwortlich für das Zustandekommen einer Nachhaltigkeitsstrategie des Landes als Zukunftsstrategie für Brandenburg, die die Landesregierung im April 2014 verabschiedet hat (Nachhaltigkeitsstrategie_BB – klick). Nachhaltig zu leben und die gesellschaftlichen Veränderungen zu gestalten, dafür haben wir eine gute Basis gelegt für einen Such-, Lern– und Gestaltungsprozess in die Zukunft.

„Die bedeutenden Probleme, denen wir heute gegenüberstehen, können nicht auf der Ebene des Denkens gelöst werden, die sie hervorgerufen haben.“

Dieser Satz von Albert Einstein charakterisiert trefflich die Ausgangssituation für diesen Prozess. Klimawandel, fortschreitende Ressourcenvernichtung, Artensterben und eine weltweit zunehmende extreme soziale Ungleichheit zählen zu den ungelösten Problemen unserer Gegenwart. Sie stellen unsere Errungenschaften insgesamt in Frage. Längst wissen wir, dass die Umwelt-, die soziale und die Wirtschaftskrise nicht unabhängig voneinander wirken, sondern eng miteinander verflochten sind. Was wir zum Gegensteuern brauchen, das ist eine Nachhaltigkeitspolitik „aus einem Guss“.

Erst mit Hilfe des Prinzips der Nachhaltigkeit mit der systematischen Verknüpfung von sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Verantwortung, ökonomischer Entwicklung und demokratischer Teilhabe, was von einer großen Mehrheit der Bevölkerung längst bewusst oder unbewusst bejaht wird, spannen wir den nötigen Bezugsrahmen für die Landespolitik.

Mit der schrittweisen Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie, die im übrigen in teils sehr harten Auseinandersetzungen mit unserem Koalitionspartner erstritten wurde, können wir unsere Finanz-, Wirtschafts-, Sozial-, Bildungs-, Wissenschafts- und Umweltpolitik usw. in den nötigen Zusammenhang stellen und sichern ihre Kohärenz. So machen wir politische Entscheidungen zukunftssicher, gerechter und helfen, die Entwicklungspotentiale unseres Landes zu sichern. Mehr Nachhaltigkeit bedeutet so auch ein gutes Stück Verlässlichkeit und Beständigkeit in der politischen Planung.

Wir leben in einer Welt, in der Krisen allgegenwärtig sind. Täglich erreichen uns schlechte Nachrichten über Gewalt, Ungerechtigkeiten und Zerstörungen, und oft betreffen sie uns selbst. Seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Nachhaltigkeit in Rio de Janeiro 1992 ist bereits viel Zeit vergangen. Zwar gab es zwei Folgekonferenzen – die letzte 2012, an der ich teilnehmen konnte –, aber mit der in Rio vereinbarten „Agenda 21“ und dem Motto Global denken – lokal handeln ist der Aufbruch in ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit noch nicht gelungen. Im Gegenteil: Die Bedingungen für eine Nachhaltige Entwicklung haben sich seither weiter verschlechtert.

Was ist der richtige Weg? Was sind die richtigen Mittel, um Gerechtigkeit, Sicherheit und Wohlstand, um unsere Entwicklungsfähigkeit zu bewahren? Müssen sich gesellschaftliche Verhältnisse und Lebensstile nicht ganz grundsätzlich ändern, um tragfähige Lösungen zu finden? Was können wir selbst dazu tun? Diese Fragen stellen sich viele Menschen.

Mit Facebook können wir uns in Echtzeit mit Freunden überall auf der Welt verbinden. Das ist gut. Doch wie können wir mit unseren Fähigkeiten die Welt in eine bessere Zukunft lenken? Wie soll sie aussehen, die bessere Zukunft?

Wir müssen uns am Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung (https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/forum_nachhaltige_entwicklung_627.htm), wie es in Rio entwickelt worden ist, orientieren. Das ist der beste – und wahrscheinlich einzige – Ansatz, um unser Land enkeltauglich zu machen und für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

Dabei gilt es vier Dinge zu beherzigen:
Erstens. Unser Handeln darf die natürlichen Lebensgrundlagen nicht übernutzen. Als Maßstab dafür kennen wir den „ökologischen Fußabdruck“. Er erfasst, wie viele Land- und Wasserflächen notwendig sind, um den Ressourcenverbrauch zu decken und den Abfall aufzunehmen, wie es für unseren Lebensstil nötig ist. Aber der Fußabdruck der Industrienationen ist viel zu groß für die Erde. Und in anderen Regionen wächst er rasant.
Zweitens soll unser Handeln dazu beitragen, Wohlfahrt und Wohlbefinden zu mehren. Auch dafür gibt es umfangreiche Daten. Sie zeigen, dass unser Wohlbefinden trotz Wirtschaftswachstum längst nicht mehr steigt. Im Gegenteil haben wir es mit wachsenden Ungleichheiten zu tun, die unser Zusammenleben insgesamt untergraben. So zum Beispiel ist unser Ziel der Gleichstellung der Frauen längst nicht erreicht. Sich dafür stark zu machen ist so aktuell wie vor über 100 Jahren.
Drittens: Das internationale Handeln Brandenburgs muss zu einer größeren Solidarität und Entwicklungsstabilität in der Welt beitragen. Das betrifft insbesondere unser Agieren für eine humanistische Flüchtlingspolitik und ein nachhaltiger Einsatz zur Bekämpfung der Fluchtursachen in der Welt.
Und viertens: Unser Denken und Handeln soll die anderen mit einbeziehen und demokratisch sein. Tragfähige Antworten auf die komplexen Fragen unserer Zeit können nur in einem gemeinsamen Suchprozess gefunden werden. Der Staat allein wäre genauso wenig wie Wirtschaft, Wissenschaft, Parteien und Verbände allein nicht in der Lage, diese Aufgabe zu meistern. Wir brauchen zivilgesellschaftliches Engagement.

Fünf Handlungsschwerpunkte sind in unserer Nachhaltigkeitsstrategie  enthalten, die besonders wichtig für die Entwicklung unseres Landes sind.

  • Wirtschaft und Arbeit in der Hauptstadtregion Berlin Brandenburg,

  • Lebenswerte Städte und Dörfer,

  • Brandenburg als Modellregion Energiewende und Klimaanpassung,

  • zukunftsfähige Finanzpolitik sowie

  • Bildung und nachhaltige Entwicklung.

Genau das brauchen wir, um einen nachhaltigen Entwicklungspfad einzuschlagen. Und wichtig ist dann die Umsetzung: Nachhaltigkeit ist ein andauernder Prozess. Dazu brauchen wir das Mittun aller auf Dauer!

Im Auftrag der Umweltministerkonferenz konnte ich 2011 an der Weltklimakonferenz in Durban (Südafrika) teilnehmen, wo wir sehr gefragte Gesprächspartner zur Gestaltung der Energiewende bei uns in Brandenburg waren. Im Abschlussdokument von Durban wurde die Aufgabenstellung für den Klimagipfel 2015 in Paris festgeschrieben, die mit dem Abschlussdokument von Paris auch umgesetzt worden ist. Auf dem Weg von Durban nach Paris gab es sehr viele Hindernisse, dass mit dem 2015 erreichte Ergebnis kaum zu rechnen war. Alle 195 Länder bekennen sich zu einer gemeinsamen Verantwortung für den weltweiten Klimaschutz und die Einhaltung der Klimaschutzziele. Jetzt geht es um die globale Energiewende. Kein Land kann sich mehr raushalten und mit dem Finger auf andere zeigen, dass sie nicht genug tun.

Regelmäßige Kontrollen zur Einhaltung des Vertrages und notwendige Sanktionen bei Vertragsverstoß müssen da noch verabredet bzw. organisiert werden.

Besonders wichtig wird die zuverlässige finanzielle Ausgestaltung des Klimafonds sein, mit dem ab 2020 100 Mrd. Euro/a die Unterstützung der Länder der sogenannten dritten Welt erfolgen soll.

Im Ergebnis des Pariser Klimagipfels 2015 konnten wir feststellen, dass weltweit Einigkeit im Klimaziel besteht. Doch wie tragfähig ist dieser Beschluss?

Für Brandenburg heißt das, die Energiestrategie 2030 (siehe auch Tarantel 78, S. 14 – http://www.oekologische-plattform.de/2017/09/tarantel-nr-78-092017/ und http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/23651-brandenburg-entwirft-klima-ausstieg) mit dem Vorrang für Erneuerbare Energien und Einhaltung der Klimaschutzziele weiter konsequent umzusetzen, zu evaluieren, fortzuschreiben und schrittweise die Kohleförderung und Kohleverstromung zurückzufahren. Die LINKE in Brandenburg ist da mit ihrem Beschluss, spätestens bis 2040 aus der Kohleverstromung auszusteigen, auf dem richtigen Weg. Andere Bereiche wie z.B. der Verkehrssektor haben da ebenso große Anstrengungen zu unternehmen, um ihren Anteil an der Senkung des CO2-Ausstoßes zu erbringen.

Klimaschutz ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so wie sie in der Nachhaltigkeitsstrategie Brandenburg im Kapitel Brandenburg als Modellregion für Energiewende und Klimaanpassung untersetzt ist.

Dazu gehört auch eine konsequente Wende hin zu mehr Mobilität mit weniger Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung. Die Mobilitätsstrategie 2030 der Landesregierung (http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.479021.de) ist dafür ein wichtiger Schritt.

Das Parlament hatte auf Initiative der LINKEN im Januar 2015 den Beschluss dazu gefasst. Zum ersten Mal gibt es damit eine im Ergebnis einer öffentlichen Diskussion mit Vereinen, Verbänden, Bürgern und der Kommunen erarbeitete langfristige Strategie zur Gestaltung der Mobilität im Land, um den Weg zu einer Mobilitätswende einzuleiten und den wachsenden und sich verändernden Mobilitätsbedürfnissen der Menschen Rechnung zu tragen. Diese Aussage will ich gleich wieder relativieren, da ich meine, dass die Strategie noch viele Lücken hat und somit nur ein erster Schritt sein kann. Viele Fragen und Probleme sind noch durch weitergehende Untersuchungen, Strategieansätze und Konzepte zu untersetzen und zu beantworten. Dabei wird es insbesondere darauf ankommen, mehr Mobilität mit weniger Schadstoffausstoß, weniger Energieaufwand, guter Standort- und Verkehrsträgerverknüpfung und mit mehr Verkehrssicherheit in der Region Berlin-Brandenburg zu gestalten und dabei die Mobilität im ländlichen Raum zu stärken.

Meine kritische Sicht bestätigt ein Gutachten der TU Dresden, das uns zugleich bei der Qualifizierung der Strategieansätze für eine zukunftsfähige Mobilität hilfreich sein wird.

Zur weiteren Diskussion lade ich herzlich ein, gerne in Gesprächen, Foren und auch schriftlich.

Ideen und Diskussionsansätze sind auch in meinem Buch ENKELTAUGLICH Nachhaltige Politik für Brandenburg, Verlag WeltTrends (http://welttrends.de/enkeltauglich/) nachzulesen.

Anita Tack, MdL
Sprecherin für Stadtentwicklungs-, Bau-, Wohnungs- und Verkehrspolitik
Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Infrastruktur und Landesplanung
Mitglied im Sonderausschuss BER
Ministerin a.D.

Tarantel Nr. 79 (12/2017)

 

32 Seiten,
7 Abbildungen
Redaktionsschluss: 15.11.2017
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Inhaltsverzeichnis

Editorial

2

In eigener Sache

3

Einladung zum Bundestreffen 3
Umfrage zur Weiterentwicklung der Tarantel 3
Arbeitsplan der Ökologischen Plattform – 2018 4

Aus den Ländern

5

Entwurf Eilantrag an AG Umwelt der Partei DIE LINKE.Brandenburg‚ Tagung zum 28.10.2017 5

Schwerpunkt: Erderhitzung in Deutschland

6

Schön warm heute 6
Die Erderhitzung verändert den Alltag in Deutschland bereits in 20 Jahren. 10
Kipp-Punkte des Klimasystems 14
Ungebremste Erderhitzung 17

Gesellschaftsperspektive

18

Ein Buch trifft den Parteiapparat mitten ins Herz 18

International

19

Just Transition und der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien 19

Gedicht

23

Die beste der möglichen Welten 2.0 23

Energie

24

Das EEG muss weg 24

Land- und Forstwirtschaft

24

Stark machen für eine ökologische Waldbauwende 24

Nachrichten

25

UN-Konferenz COP 23 25
Sonnenstrom auch nachts lieferbar 26
Beobachtung durch den Verfassungsschutz 27

Bücherecke

28

17 Widersprüche und das Ende des Kapitalismus 28

Impressum

30

Kontaktadressen

31

Tarantel Nr. 78 (09/2017)

32 Seiten,
12 Abbildungen
Redaktionsschluss: 15.8.2017
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Inhaltsverzeichnis

Editorial

2

In eigener Sache

Zum Tod von Manfred Wolf
Die Partei verliert einen wichtigen Mitstreiter für eine ökologische Linke
3

Nachrichten

Dieselgate 4
G20 Demos – Polizeiwaffen gegen Sanitäter 5
Aber was ist mit den Hühnern? 7

Gedicht

Der Gott des Gemetzels 8

Schwerpunkt: Glaubwürdigkeit

Welche ökologischen Ziele muss die LINKE im Wahlkampf vertreten? 9
Die Koalition der Wortbrüchigen –
Wie Brandenburgs Landesregierung sich vom Kohlekonzern ihr Klimaziel diktieren lässt
14
Ein Konzern kann nicht Taktgeber der Energiepolitik sein 17
DIE LINKE bleibt dabei: #Deutschland braucht einen zügigen, sozialverträglichen und planbaren Ausstieg aus der Braunkohleverstromung 19

Position

Gewaltfreiheit erzeugt einen widerstandsfähigen Geist 19

Glosse

Es waren nur Regentropfen 21

Gesellschaftsperspektive/Theorie

Die Mythen der Krise 21

International

Der Zusammenhang zwischen Ökologie und der Verletzung des Gewaltverbots der UNO 25

Naturschutz

Erfolgreich flüchten – Vogelfallen 27

Bücherecke

Die Kuh ist kein Klima-Killer 29

Impressum

30

Kontakte

31

Kommunalpolitiker warnen vor CETA, TTIP und TiSA

Abkommen gefährden bürgernahe Daseinsvorsorge weltweit / Städtetagsvize plädiert für eine
„Renaissance der Staatlichkeit“

Pressemitteilung, Konferenz Kommunen und Freihandel, Nürnberg, 30. April 2017

Neuartige Handelsabkommen wie CETA, TiSA und TTIP beschneiden den demokratischen Gestaltungsspielraum der Städte und Gemeinden und gefährden eine bürgernahe Daseinsvorsorge. Zu diesem Schluss kamen am Samstag mehr als 150 Besucherinnen und Besucher der Konferenz „Kommunen und Freihandel“ in Nürnberg. Unter ihnen befanden sich auch viele Mitglieder kommunaler Räte, Bürgermeister sowie Mitarbeitende kommunaler Betriebe und Verwaltungen aus ganz Deutschland. Eingeladen hatte ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, dem Attac, Verdi, der DGB Mittelfranken, Mehr Demokratie, der BUND Naturschutz Bayern, Mission Eine Welt, KAB und Südwind angehören. Die Tagung fand statt in Kooperation mit der Akademie CPH und der Petra-Kelly-Stiftung. (www.kommunenkonferenz.de/traeger)

Eröffnet wurde die Konferenz vom Nürnberger Oberbürgermeister und Vizepräsidenten des Städtetags, Ulrich Maly, der in seinem Beitrag für eine „Renaissance der Staatlichkeit“ plädierte:

„Der Staat muss Märkte gestalten, statt nur deren Versagen zu reparieren. Er muss sie regulieren, Schutz für seine Bürgerinnen und Bürger bieten und den ökonomischen und gesellschaftlichen Wandel gestalten.“

Markus Krajewski, Professor für Öffentliches Recht an der Uni Erlangen, der mehrere offizielle Gutachten zu den Auswirkungen von CETA und TTIP erstellt hat, stellte fest:

„Freihandelsabkommen können die Rekommunalisierungen kommunaler Dienstleistungen erschweren, und drohende Schadensersatzforderungen von Konzernen werden das kommunale Handeln beeinflussen“

Thema waren auch die Auswirkungen der zunehmenden Weltmarktderegulierung auf die Länder des Südens. Anders als von den Verfechtern des Neoliberalismus behauptet, wirken Freihandelsverträge für arme Länder meist nicht entwicklungsfördernd, sondern als Instrumente eines Neokolonialismus, die das weltweite Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd weiter verschärfen, machte Boniface Mabanza von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika deutlich.

Bereits mehr als 380 deutsche Kommunen haben sich mittlerweile kritisch zu CETA, TTIP und dem Dienstleistungsabkommen TiSA positioniert. Europaweit sind es mehr als 2300 Gemeinden, Städte und Regionen. Auch die kommunalen Spitzenverbände in Deutschland und anderen EU-Staaten bewerten die Abkommen kritisch.

Thomas Eberhardt-Köster von Attac:

„Unsere Konferenz hat erneut deutlich gemacht: Statt weiterer Deregulierung brauchen wir eine grundsätzlich andere Handels- und Investitionspolitik, die die Interessen und Belange der Menschen und der Umwelt statt der Profitinteressen großer Konzerne in den Mittelpunkt stellt und so eine bürgernahe Daseinsvorsorge und gerechten Welthandel gewährleistet.“

www.kommunenkonferenz.de

 

Kommunen und Freihandel – Für bürgernahe Daseinsvorsorge und gerechten Welthandel!

Konferenz

Samstag, 29. April, 11 – 17.30 Uhr
Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstraße 64, Nürnberg

Themen

Welche Auswirkungen haben Freihandelsabkommen wie CETA, TTIP oder TiSA auf die Kommunen? Dieser Frage geht eine von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis organisierte Konferenz am 29. April in Nürnberg (Caritas-Pirckheimer-Haus Königstraße 64, Beginn 11 Uhr) nach.

Betroffen sind die Kommunen vor allem, wenn es um den Bereich der Daseinsvorsorge geht. Sind die Kommunen zukünftig noch diejenigen, die bei der Wasser- und Stromversorgung, der Müllentsorgung und dem öffentlichen Nahverkehr über Preis und Qualität entscheiden? Oder bewirken die Wettbewerbsregeln in den Freihandelsabkommen, das der Zuschlag nach Kanada gehen muss, auch wenn es nachhaltigere lokale Anbieter gegeben hätte.

Veranstalter

Die Konferenz wird von Attac Deutschland, dem Bund Naturschutz Bayern (BN), dem DGB-Mittelfranken, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Mehr Demokratie, Mission EineWelt, dem Südwind-Institut und Verdi in Kooperation mit der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus CPH sowie der Petra-Kelly-Stiftung ausgerichtet.

Die vom Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly zu eröffnende Konferenz richtet sich an Gemeinderäte, Mitarbeitende kommunaler Betriebe und Verwaltungen sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Das vollständige Programm finden Sie unter www.kommunenkonferenz.de.

Einladung

… zum Treffen der LAG Umwelt Brandenburg der Partei DIE LINKE

Gäste aus anderen Bundesländern sind herzlich eingeladen.

Ort:

KiEZ Hölzerner See,
Weg zum Hölzernen See 1
15754 Heidesee OT Gräbendorf

Zeit:

5. Mai 2017, 17.00 Uhr bis 7. Mai 2017, ca. 13.00 Uhr

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Umweltinteressierte,

wie bereits angekündigt, wollen wir an frühere Zeiten anknüpfend uns wieder einmal an einem Wochenende zu intensiverem Gedankenaustausch, verbunden mit einer Exkursion, an einem schönen Ort unserer Brandenburgischen Heimat treffen. Dazu haben wir den Drehort des legendären DEFA-Filmes „Sieben Sommersprossen“ ausgewählt. Auch wer an unseren Treffen bisher noch nicht teilgenommen hat, ist herzlich willkommen.

Folgender Ablauf wird vorgeschlagen:

5. Mai 2017:

ab 16:00 Uhr: Anreise
18:00 Uhr: Abendessen
19:00 Uhr: Diskussion zu Energiepolitik, u. a. Information über ein im Bundestagswahlprogramm zu forderndes Gesetz für den Vorrang dezentraler Energieversorgung aus regenerativen Quellen (Vorschlag von Dieter Brendahl)
anschließend zwangloser Ausklang

6. Mai 2017:

08:00 Uhr: Frühstück
09:00 Uhr: KIEZ und Schullandheime und ihre Bedeutung für die Umwelterziehung
Christine Schilling, Leiterin des KiEZ Hölzerner See
10:00 Uhr: Der Naturpark Dahme-Heideseen im System der Großschutzgebiete Brandenburgs
Gunnar Heyne, Naturparkleiter
12:00 Uhr: Mittagessen
13:30 Uhr: Exkursion mit der Naturwacht im Naturpark Dahme-Heideseen
18:00 Uhr: Abendessen
19:00 Uhr: zwangloser Gedankenaustausch

7. Mai 2017:

08:00 Uhr: Frühstück
09:00 Uhr: Diskussion zum Wahlprogramm und zu weiteren Vorhaben der LAG Umwelt
12:00 Uhr: Mittagessen
anschließend Heimreise

Hinweise:

Anreise:

Informationen unter: http://www.hoelzerner-see.de

Das KiEZ Hölzerner See liegt ca. 10 km südöstlich von Königs Wusterhausen. Südlich der Ortschaft Pätz führt von der B179 nach Osten eine schmale ausgeschilderte Asphaltstraße in den Wald hinein direkt zum KiEZ.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis Bahnhof Königs Wusterhausen (Ankunft RB 29 aus Berlin 16:19 Uhr), Weiterfahrt 16:30 Uhr mit dem Linienbus Richtung „Teupitz, Markt“ (Linie 727) bis zur Haltestelle Hölzerner See (16:58 Uhr), dann noch ca. 15 Minuten zu Fuß bis zum KiEZ. Auf Wunsch organisieren wir auch eine Abholung vom Bahnhof Königs Wusterhausen oder vom Bahnhof Bestensee.

Unterbringung:

Wir haben hervorragende Tagungsbedingungen: Für die Zeit unseres Aufenthaltes stehen uns ein ganzes Haus (Fuchsbau) mit 53 Betten in 2- bis 5-Bettzimmern sowie in einem benachbarten Gebäude ein Tagungsraum mit Beamer zur Verfügung. Eventuelle Mitbewohner sind also ausgeschlossen. Bettwäsche kann im KiEZ ausgeliehen werden, wer eigene mitbringt, spart die Gebühren dafür (4 € plus Mwst.) ein.

Anmeldung:

Ich bitte um Anmeldung per E-Mail unter meiner Adresse peterengert@t-online.de mit der Angabe, ob die Anreise mit PKW erfolgt bzw. wann eine Abholung vom Bahnhof gewünscht wird. Anmeldeschluss: 3. Mai 2017

Unkosten:

Die Unkosten für Unterbringung und Vollverpflegung in Höhe von ca. 70 € je Person werden zunächst aus den Mitteln der AG beglichen. Mit dem Landesvorstand ist vereinbart, dass sich die Teilnehmenden nach ihren Möglichkeiten ganz oder teilweise mit einer Listenspende beteiligen.

Herzliche Grüße

Sprecher der LAG Umwelt

Norbert Wilke
norbert.wilke@dielinkebrandenburg.de

Stellv. Sprecher der LAG Umwelt
Peter Engert
peterengert@t-online.de

Don Quijote im Saarland?

Titelblatt der Saarländischen Rundbriefes 2017/3 der LINKEN
Deckblatt der Saarländischen Rundbriefes 2017/3 der LINKEN

Seht euch mal den kleinen Text am unteren rechten Rand des Plakates mit Ramelow an:
„Windräder? Schluss mit der Zerstörung unserer Natur!“
Das verschickt das Linke Saar Büro an alle! Ich meine, wenn man mal gegen einzelne Räder ist, wär‘ das ja noch was andres… ABER HIER STEHEN JA KAUM WELCHE IM VERGLEICH ZUM NORDEN, und zu EUCH!

Ich hab sofort bei einigen Großen und Kleinen (Linken) hier im Saarland protestiert. Aber ich bin eine ‚Niemand‘ (älter/krank/inaktiv). Auch ehemals in anderem Sinne Aktive tun nix mehr …

DAS DA KANN ICH NICHT AUF SICH BERUHEN LASSEN! Herr Ramelow, Sie sollen wissen, was hier läuft, damit Sie sich gegen die unseriöse Vereinnahmung auf der Veranstaltungsankündigung wehren können!

das (wohl nicht mehr lange)
Linke-Saar-Mitglied und böse Petze:
Hilde-Hartmann@t-online.de

Foto: Denkmal für Don Quijote in Holguin/Kuba (Quelle: Maxim Nedashkovskiy)
Denkmal für Don Quijote in Holguin/Kuba (Quelle: Maxim Nedashkovskiy)

Ich schickte gerade Links und Infos über Energie-Speichermöglichkeiten an eine Zeitungsredaktion hier, die drucken momentan auch nur noch Windkraftgegner-Zeug. Aber da sind die Chancen größer…

Viel Erfolg noch in Thüringen, beste Wünsche im sachlich-ruhigen Umgang mit dortigen Windkraftgegnern!

Der ganze Rundbrief kann hier eingesehen werden (klick).

Weitsicht für die Nordsee

In Kooperation mit dem Stiftungsverbund der Heinrich-Böll-Stiftung (https://www.boell.de/) führt der BUND – Freunde der Erde Friends of the Earth Germany (http://www.bund.net/) am Dienstag 7. Februar 2017 ein Regionalforum durch.

Weitsicht für die Nordsee
Trübe Aussichten? – Nährstoffeinträge belasten unsere Gewässer!

Tagungsort

Stadt Oldenburg
Kulturzentrum PFL
Peterstraße 3
26121 Oldenburg

Zeit

7. Februar 2017; 10:00 – 16:30Uhr

Programm

10:00 Begrüßung durch Nadja Ziebarth, BUND-Meeresschutzbüro
10:15 Grußwort der Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz
Meeresschutz (Moderation: Nadja Ziebarth, BUND)
10:30 MSRL wohin wollen wir?
Dr. Wera Leujak, Umweltbundesamt
11:00
Zustand des Wattenmeers
Dr. Justus von Beusekom, Helmholtz Zentrum Geesthacht
11:30
Stickstoffbericht Niedersachsen
Ralf Kaiser, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
Mittagspause
Landwirtschaft (Moderation: Dr. Arno Krause, Grünlandzentrum Niedersachsen und Bremen)
12:45
Umsetzung der DüV in Niedersachsen
Rudolf Rantzau, Landwirtschaftsministerium
13:15
Was können die Landwirte tun?
Franz Jansen-Minßen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen
13:45
Lösungsvorschläge aus der Wissenschaft
Dr. Markus Salomon, Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU)
Kaffeepause
14.45
Film „Ernährungsrat“ (Filmemacher anwesend)
Podiumsdiskussion „Wie kann ein guter Umweltzustand der Nordsee erreicht werden?“
(Moderation: Silke Inselmann, Stiftung Umwelt und Leben)
Teilnehmer*innen:

  • Almut Kottwitz, Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
  • Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, BUND Niedersachsen
  • Franz Jansen-Minßen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • Dr. Wera Leujak, Umweltbundesamt
  • Jörn Ehlers, Landvolk Niedersachsen – Landesbauernverband e.V.
  • Jenny Herbert, BUNDJugend
  • Fokko Brüning, Landjugend

16:30 Ende der Veranstaltung

Anmeldungen

unter: Nadja.Ziebarth@bund.net, BUND Meeresschutzbüro.

Das Regionalforum wird gefördert vom Umweltbundesamt.

Flyer zum Download hier (klick)

LAG Tierschutz NRW

Im Stadtbüro der Linken in Hamm trafen sich am 14.01.2017 die Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft NRW Tierschutz zur zweiten Versammlung zwecks Fortsetzung der Gründungsformalitäten.

Eine der Aufgaben der Landesarbeitsgemeinschaft Tierschutz NRW wird darin bestehen, sich für eine Verbesserung der Tierschutz-Gesetze und der Tierrechte einzusetzen. Mitglieder und Vorstand der LAG Tierschutz NRW würden sich über weitere Interessierte und neue Mitglieder freuen.

http://www.facebook.com/lag.tierschutz.nrw (klick)