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Erklärung
des Bundestreffens der Ökologischen Plattform in Trier am 18. Mai
2008
Die TeilnehmerInnen des Bundestreffens, das eine Woche vor dem 1. Parteitag
der LINKEN stattfindet, wünschen dem Parteitag gutes Gelingen.
Sie haben die wachsende Zustimmung in der Bevölkerung zur Politik
der LINKEN seit ihrer Gründung mit Freude verfolgt und wünschen
der Partei weitere Erfolge für die Durchsetzung einer Politik,
die auf soziale Gerechtigkeit, friedliche und solidarische Beziehungen
mit allen Völkern und auf eine Art der Nutzung der Natur gerichtet
ist, die auch den künftigen Generationen ein Überleben
gestattet.
Die TeilnehmerInnen des Bundestreffens begrüßen die Entwicklung
der Plattform im zurückliegenden Jahr, insbesondere die Stärkung
und erfolgreiche Arbeit ihrer Gruppen in den Bundesländern sowie
die Gründung neuer Landesgruppen. Sie sehen die Aufgabe dieser
Gruppen vor allem in der Unterstützung der Landesverbände
der LINKEN bei der Erarbeitung und Realisierung einer sozial-ökologischen
Landespolitik mit dem Ziel eines bewussten Umgangs mit den Ressourcen
und der Erhaltung der Natur.
Die TeilnehmerInnen des Bundestreffens führten eine erste Diskussion
zur Vorbereitung ökologiepolitischer Aussagen in einem Parteiprogramm
der LINKEN. Sie beauftragten den Koordinierungsrat und den SprecherInnenrat
der Plattform, die Diskussion und Ausarbeitung dieser Aussagen fortzuführen,
sie der Programmkommission zuzuleiten und die Erarbeitung des Programms
bis zur Beschlussfassung auf einem Parteitag kritisch zu begleiten.
Eine von den Interessen der Großindustrie geprägten Politik
der Bundesregierung hat es, trotz bereits Jahrzehnte währender
Warnungen von Wissenschaftlern und Forschern, nicht versucht, den in
Richtung ökologische Weltkrise rasenden Zug aufzuhalten. Es ist
allerhöchste Zeit, endlich Konzeptionen zu entwickeln und eine
Politik zu führen, die nicht auf die Befestigung und Stärkung
des Wirtschaftsstandortes Deutschland für eine Handvoll Großkonzerne,
sondern auf die Sicherung der Lebensgrundlagen der gesamten Menschheit
gerichtet ist. Dies ist nicht mittels sogenannter sozialer Marktwirtschaft,
sondern nur durch eine von der ganzen Gesellschaft verantworteten vorsorgenden
Rahmenplanung zu erreichen. Ein rigoroser Wandel der Verhältnisse
wird wegen der drohenden völligen Zerstörung unserer Lebensgrundlagen
zum dringenden Erfordernis. Das soll nach dem Wunsch der TeilnehmerInnen
des Treffens auch zu klaren Positionierungen im Parteiprogramm führen.
Die TeilnehmerInnen des Bundestreffens beobachten mit großer
Sorge die verhängnisvolle Entwicklung, die von Regierungen der
Industrieländer in Übereinstimmung mit internationalen Treibstoff-
und Lebensmittelkonzernen zur Produktion von Agrarsprit in Gang gesetzt
wurde. Die forcierte Verwendung von landwirtschaftlichen Flächen
für die Produktion von Kraftstoffen ist neben anderen eine weitere
Ursache für die weltweite Verteuerung von Nahrungsmitteln mit
dem Ergebnis, dass weitere Millionen Menschen Hunger leiden müssen.
Die TeilnehmerInnen des Treffens betrachten diese Politik als Angriff
auf die Rechte der Menschen, vor allem in den armen Ländern. Dies
ist auch ein Angriff auf die Bevölkerung der dritten Welt. Sie
fordern die Bundesregierung auf, diese Politik zu beenden und die USA
und die EU zu einer Umkehr zu bewegen.
Die TeilnehmerInnen des Bundestreffens, die ihre Beratungen in einer
der beliebtesten Tourismusregionen Deutschlands mit besten Weinlagen
durchführen, stellen mit großer Besorgnis fest, dass über
die instabilen Hänge des Moseltals eine neue Bundesstraße,
B 50 n, mit Anschluss an die Bundesautobahn A 60 gebaut werden soll.
Mit Sicherheit sind sowohl durch den Straßenbau als auch den
folgenden Schwerlastverkehr zusätzliche Erschütterungen zu
erwarten. Es droht ein weiteres Abrutschen der instabilen Hänge,
wie bereits auch ohne diesen neuen Eingriff geschehen, sowie auch die
Freisetzung toxischer Stoffe aus ehemaligen Blei-, Arsen- und Silberstollen.
Wenn diese Bundesstraße gebaut werden sollte, dann würde
der zu erwartende erhöhte Schadstoffausstoß hochtoxischer
Rußpartikel durch die Hochbrückenlage im gesamten Moseltal
mit Wohngebieten, Erholungseinrichtungen und Weinbergen zur Gefährdung
der Gesundheit und der Beeinträchtigung wirtschaftlicher Existenzen
führen.
Die TeilnehmerInnen des Bundestreffens lehnen den rücksichtslosen
Ausbau des Schnellstraßennetzes ab und unterstützen die
LINKE und die Landesarbeitsgemeinschaft Verkehr in Rheinland-Pfalz
sowie örtliche Bürgerinitiativen in ihrem Kampf um die Erhaltung
der Schönheit der Natur und von Existenzgrundlagen vieler Bürger
in ihrer Region.
Wir fordern die Bundestagsfraktion der Linken auf darauf Einfluss zu
nehmen, dass im Bundesverkehrswegeplan die neu zu bauende Bundesstraße
B 50 n mit der Brücke über das Moseltal als überflüssig
zu streichen ist.
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