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Erklärung
der Teilnehmer des Bundestreffens der Ökologischen Plattform bei
der Linken am 30.06.2007 in Uder/Thüringen
Wir, die Teilnehmer des Bundestreffens, begrüßen die vollzogene
Fusion zwischen der Linkspartei.PDS und der WASG zu der neuen Partei
DIE LINKE. Wir sehen darin den Anfang einer Entwicklung, die zu einer
weiteren Sammlung und Stärkung linker Kräfte in Deutschland
mit dem Ziel weitreichender Veränderungen der gesellschaftlichen
Verhältnisse führen wird. Wir laden auch alle umweltinteressierten
Menschen ein, sich zu beteiligen.
Angesichts der sich weiter zuspitzenden ökologischen Krise, insbesondere
des nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandels, sowie der dadurch offensichtlich
werdenden Sensibilisierung der Bevölkerung für die Umwelt
erhoffen wir uns von der neuen Partei auch eine Profilierung auf ökologischem
Gebiet. Wir sehen uns in dieser Hoffnung durch die Aussagen des Vorsitzenden
DER LINKEN, Oskar Lafontaine, auf dem Gründungsparteitag bestärkt.
Er erklärte, dass die neue LINKE auch Partei der ökologischen
Erneuerung sein wird: „Ein System, dass nur auf Mehrverbrauch,
Umsatz und Gewinnsteigerung orientiert ist, kann die ökologische
Frage nicht lösen. Deshalb ist die grüne Formel von der ökologischen
Marktwirtschaft ein Placebo. Nein, die Systemfrage wird durch die Umweltfrage
gestellt. Das wissen wir, die Linke. Die anderen wissen es nicht.“ Diese
Aussage, die in ihrer Klarheit und Zielrichtung so erstmalig von einem
führenden Vertreter unserer Partei getroffen wurde, wird von uns
sehr begrüßt und entschieden unterstützt.
Wir meinen, dass die mit den neueren Erkenntnissen über das Tempo
der Erderwärmung wachsende Überzeugung von der Notwendigkeit
stringenterer ökologischer Politik auch die bisherige Umweltpolitik
der Linkspartei.PDS auf den Prüfstein stellt. Es geht dabei insbesondere
um Teile grundsätzlicher programmatischer Aussagen wie auch aktueller
Positionen in der Wirtschaftspolitik, die ökologische Aussagen
und Forderungen unserer Partei konterkarieren. Notwendig ist z. B.
ein Verbot des Baus neuer Kohlekraftwerke und ein beschleunigter Ausstieg
aus der Kohleförderung zur Stromerzeugung. Viel energischer muss
in Deutschland Energie gespart werden. Zu wenig wird noch auf ökologische
Effizienztechnologien gesetzt. Unsere Lebens- und Wirtschaftsweise
muss sich auf regionalere Räume einstellen.
Es geht darum, die Kongruenz ökologischer, wirtschaftlicher und
sozialer Politik im Auftreten und Handeln der Linken so herzustellen,
dass den Erfordernissen des Schutzes unserer natürlichen Lebensgrundlagen
in allen wirtschaftlichen Entscheidungen endlich Rechnung getragen
wird. Deshalb muss DIE LINKE dem „weiter so“ in der Vergeudung
der Ressourcen und der Verseuchung der Umwelt lediglich im Interesse
der Profitmaximierung auch in allen Detailentscheidungen ein klares
Nein entgegenstellen.
Andererseits müssen wir uns an den bereits in Gang gesetzten Klimawandel
einstellen. Das hat z.B. Konsequenzen für Land- und Forstwirtschaft,
Trinkwasserversorgung und Küstenschutz. Sollten sich Szenarien
für einen erheblich beschleunigten Klimawandel bestätigen,
muss die gesamte Infrastruktur unserer Gesellschaft schnell und grundlegend
verändert werden.
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