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Keine Gentechnik auf EU-Feldern!

Erklärung der Ökologischen Plattform bei der PDS (Mai 2004)

Im Europa-Wahlprogramm der PDS heißt es, daß genveränderte Organismen (GVO) nicht auf die Felder der EU gehören. Dieser Aussage stimmen wir voll zu, denn wir teilen die im Wahlprogramm geäußerten Besorgnisse. Die Verbraucher, die Landwirte und die Natur müssen vor den möglichen ökologischen, biologischen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der grünen Gentechnologie geschützt werden.
Die Risiken der Gentechnologie sehen wir in Gefahren für die Gesundheit der Verbraucher und für die Natur sowie in der Abhängigkeit der Bauern vom Sorten- und Preisdiktat der Saatgutkonzerne, in der Zerstörung der Biolandwirtschaft, in einem weiteren massiven Angriff auf die Artenvielfalt auf unseren Feldern und in der Patentierung von Pflanzen durch die Saatgutkonzerne. Weltweit werden zum Nutzen der Konzerne Existenzen von Bauernwirtschaften zerstört, aber die versprochenen Erfolge im Kampf gegen den Hunger werden nicht eintreten.

Ungeklärt sind die Auswirkungen und Gefahren durch Einbau fremdartiger Gene. Bekannt sind die Gefahren durch unkontrollierte Auskreuzung und die Unmöglichkeit der Rückholung der ausgebrachten Gen-Pflanzen. Un-geklärt sind die Risiken durch Genfähren und Markergene. Ein großes Risiko entsteht durch insektenresistente und herbizidresistente Sorten und die Wirkung der neu entwickelten Pestizide auf die Flora und Fauna. Ungeklärt ist der Einfluss von GVO auf das Bodenleben.

Insgesamt schätzen wir ein, dass die gentechnisch veränderten Pflanzen irreparable Umweltschäden nach sich ziehen. Wir stehen für einen umfassenden Schutz vor diesen Risiken und fordern deshalb die Prüfung entwickelter GVO auf pharmakologischem Niveau durch unabhängige wissenschaftliche Einrichtungen.
Die von den Saatgutkonzernen versprochenen Chancen der Gentechnik bei der Bekämpfung des Hungers in der Welt sind nicht realisiert worden. Es wurden keine Stickstoff sammelnden Pflanzen geschaffen. Die angestrebte Verbesserung der Nährstoffinhalte kommt den armen Völkern nicht zu Gute. Sorten für Grenzstandorte, auf denen die hungernden Menschen vorrangig siedeln müssen, wurden nicht durch Gentechnik verbessert. Für zu trockene, zu nasse, zu kalte und zu salzhaltige Böden werden aber dringend ertragreiche Sorten benötigt, insbesondere unter Berücksichtigung der zu erwartenden Klimaänderungen durch den Treibhauseffekt.
Da die aufgetretenen und ungeklärten Risiken der Gentechnologie in gar keinem Verhältnis zu den versprochenen, bisher aber nicht realisierten, Chancen stehen, lehnen wir die Gentechnologie und den Anbau von GVO in Deutschland und im EU-Gebiet ab. Die Gentechnologie ist als eine Hochrisikotechnologie einzustufen und in der Forschung und Gesetzgebung dementsprechend zu behandeln. Um den Einsatz von GVO einzuschränken, unterstützt die Ökologische Plattform bei der PDS die Einrichtung gentechnikfreier Regionen und empfiehlt gentechnikfreies Einkaufen.