Ökologische Plattform NRW: Einstimmiger Gründungsbeschluss
Nur zwei Tage nach dem landesweiten Kohlekolloqium von WASG und PDS
in Herne hat sich in Dortmund ein neuer innerparteilicher Zusammenschluss
im Hinblick auf die neue Linke in NRW gebildet. Mit der Ökologischen
Plattform wollen sich die Energiepolitiker, Umweltpolitiker, Tierschützer
und Naturschützer in der neuen Linken zusammenschließen,
um diesen wichtigen Fragen zu mehr Gewicht in der innerparteilichen
Diskussion zu verhelfen. So witzelte ein Dortmunder Journalist auch
bereits, dass man wohl mit der Gründung der Ökologischen
Plattform bei den Grünen fischen gehen wolle. Traditionell sind
umweltpolitische Fragestellungen tatsächlich eher ein Stiefkind
in der politischen Linken. Dieser Umstand wird der Verantwortung der
Linken für die Zukunft von Gesellschaft und Lebensraum aber nicht
gerecht und es ist längst an der Zeit Abhilfe zu schaffen und
den wenig konsequenten grünen Konzepten effektive linke Umweltideen
gegenüber zu stellen. Nicht umsonst wurde auf dem angesprochenen
Kohlekolloqium auch übereinstimmend festgestellt, dass die neue
Linke die Partei sein sollte, die soziale Fragen mit umweltpolitischer
Verantwortung zusammen bringt und im Gegensatz zu den Grünen den
Umweltschutz nicht auf die akademische Mittelklasse der Gesellschaft
beschränkt. Diesem Anspruch der Gesamtpartei wollen die Umweltpolitiker
der Ökologischen Plattform in NRW nun Taten folgen lassen.
Insbesondere den stattfindenden Klimawandel und das völlige Versagen
der Politik angesichts immer wahrscheinlicher werdender globaler Katastrophenszenarien
nahm dann auch Gastreferent Marko Ferst vom Bundeskooperationskreis
der ökologischen Plattform aufs Korn. Der Umweltautor wies mehrfach
auf Kettenreaktionen hin, die durch die derzeitige Erderwärmung
ausgelöst werden könnten und geißelte die bisherigen
Gegenmaßnahmen als unzureichend. Auch warnte er davor die bereits
stattfindenden Prozesse in der Atmosphäre zu unterschätzen.
So sei das tatsächliche Potential der Erderwärmung derzeit
noch nicht sichtbar, weil durch industrielle Russpartikel und Aerosole
in der Atmosphäre die Intensität der Sonneneinstrahlung abgemildert
würde. Es könnte aber infolge einer Weltwirtschaftskrise
schlagartig zum Tragen kommen und damit dem schleichenden Klimawandel
rasch Katastrophencharakter zuweisen. Neben dem Klimawandel und erforderlichen
Lösungsstrategien einer konsequenten Energie- und Verkehrspolitik
kristallisierte sich der Tierschutz als weiteres wichtiges Arbeitsfeld
der für NRW völlig neuen Formation heraus.