Zur beabsichtigten Einstellung der
Umweltsendung „Ozon“
(8.12.2003)
Ö
kologische Plattform
bei der PDS
Kleine Alexanderstr. 28
10178 Berlin
Offener Brief
RBB
Intendantin Frau Dagmar Reim
RBB-Programmausschuß + Rundfunkrat
Masurenallee 8-14
14057 Berlin
Sehr geehrte Frau Reim,
sehr geehrte Mitglieder des RBB-Programmausschusses und des
RBB-Rundfunkrates Berlin und Brandenburg,
wie aus der Presse, aber auch durch zahlreiche Stellungnahmen aus
Umweltorgani-sationen zu erfahren war, beabsichtigt der RBB die Umweltsendung „Ozon“ auszumustern.
Nur einzelne Umweltbeiträge sollen noch (vorläufig?) in einer
anderen Reihe untergebracht werden. Die Sendung „Globus“ in
der ARD ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wieviel Ökologie
dann übrigbleiben dürfte. Laut einer Studie, die vor etwa
zwei Jahren erschien, wurden ungefähr zwei Drittel aller Umweltsendezeiten
in Fernsehen und Rundfunk bis dahin weggespart. Mit „Ozon“ würde
wohl eine in dieser Hinsicht profiliertesten Sendungen vom Sender gehen.
Wir fordern Sie nachdrücklich auf, diese Umweltsendung zu erhalten.
Just in Zeiten, wo es darauf ankäme mehr Umweltbewußtsein
zu schaffen, weil die Zerstörung der ökologischen Gleichgewichte
immer weitgehender voranschreitet, da kommt man bei der RBB-Programmgestaltung
auf die Idee, Ökologie sei ein Randthema, das ist nicht so wichtig,
da können wir sparen. Offenbar hat man nicht mitbekommen, daß 2002
sich ein absolut extremes Jahrhunderthochwasser der Elbe Bahn gerissen
hat, schon 1997 eines der Oder, und daß sich solche Ereignisse
inzwischen sehr häufen. Über den ganzen Globus verteilt,
melden uns die Frühwarnsysteme der Natur, wir destabilisieren
die Klimagleichgewichte. Man kann das Auftauen von Permafrostboden
und damit verbunden den Zusammenbruch von Mooren beobachten, erhebliche
Teile der Gebirgsgletscher sind bereits abgetaut, auch großflächiges
Absterben von Korallenriffen kann gesichtet werden, weil Meerestemperaturen
steigen und vieles andere. Am Ende des 21. Jahrhunderts könnte
ein Klima stehen, in dem menschliche Existenz nur noch unter elendigen
Bedingungen möglich ist und Millionen Menschen zusätzlich
sterben, weil ihnen der Klimawandel die Nahrungsgrundlage raubt.
Bei solch einer zivilisatorischen Abrutschgefahr, aber auch vielen
anderen Umwelt-sorgen, ist es wohl ganz das falsche Signal die Umweltsendung „Ozon“ einzustellen.
Vielmehr könnte man sich vorstellen, daß die ARD endlich
auch im Hauptprogramm ein kritisches und professionell gemachtes Umweltmagazin
sendet. Warum sollten nicht 45 Minuten „Ozon“ einmal im
Monat mit bundesweiten Themen auf Sendung gehen im ersten deutschen
Fernsehen? Als Ökologische Plattform bei der PDS würden wir
ein solches Sendeformat sehr begrüßen. Zudem sollte es wie
bisher zur Hauptsendezeit ausgestrahlt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Koordinierungsrat
der Ökologischen Plattform
bei der PDS