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WASG gegen Urananreicherung
(13.1.2007)
Die Funktionsträger der WASG-NRW lehnen den Ausbau der Urananreicherung
im grenznahen niederländischen Almelo ab. Die Betreiberfirma Urenco
betreibt auch die Urananreicherungsanlage im münsterländischen
Gronau nur wenige Kilometer entfernt. Derzeit läuft das Antragsverfahren
mit dem Urenco die Produktion auf 4500t Urantrennarbeit erweitern möchte.
Damit ließen sich rund 35 Atomkraftwerke betreiben. In den Niederlanden
gibt es aber nur einen einzigen Leistungsreaktor – das angereicherte
Uran ist also für den Export bestimmt. Die Politiker der WASG
haben das zuständige Ministerium in Den Haag auf einer eigens
dafür erstellten Unterschriftenliste zur Ablehnung des Ausbauantrages
aufgefordert. „Damit solidarisiert sich die WASG-NRW mit der
Unterschriftensammlung des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz
e.V. und dem Arbeitskreis Umwelt Gronau und den berechtigten Forderungen
nach einem raschen Atomausstieg“, erklärt der Initiator
der Unterschriftensammlung bei der WASG Utz Kowalewski vom Landesarbeitskreis
Umwelt der WASG-NRW.
Auf der Unterschriftenliste sind neben der Landessprecherin Katharina
Schwabedissen und Landesschatzmeister Helmut Eigen auch die nordrhein-westfälischen
Bundestagsabgeordneten Hüssein Aydin aus Duisburg und Inge Höger-Neuling
aus Herford zu finden. Auch der Herner Jürgen Klute und der Kölner
Thies Gleiss vom Bundesvorstand der WASG haben die Unterschriftenaktion
unterstützt, ebenso wie über 50 Kreissprecher und Landesvorstandsmitglieder
aus ganz NRW. Peter Sacher von der Bürgerinitiative Umweltschutz
Hamm freut sich über das energiepolitische Engagement der WASG: „Nachdem
alle Welt dachte mit Rot-Grün würde der Atomausstieg besiegelt,
ist mit der großen Koalition klar geworden, dass dem nicht so
ist. Deshalb haben wir lange vergeblich nach einer Partei gesucht,
die ohne große ideologische Hürden aufzubauen einen raschen
Atomausstieg unterstützt. Und die WASG ist derzeit die einzige
demokratische Partei, die bereit ist schneller und konsequenter aus
der Atomkraft auszusteigen, als es Schröder und Fischer mit den
Lobbyisten der Atomwirtschaft ausgehandelt haben.“
WASG: Schwedischer Atomkonzern übernimmt Deutsches Umweltministerium
(07.12.2006)
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat eine Fehlentscheidung
getroffen, wie sie krasser kaum ausfallen könnte. Gabriel berief
Lars G. Josefsson, den Chef des schwedischen Atomkonzerns Vattenfall,
zum Klimaschutzbeauftragten der Bundesregierung. „Die SPD
könnte kaum deutlicher dokumentieren, dass sie den viel zu langfristig
angesetzten Atomausstieg der rot-grünen Koalition niemals ernst
genommen und die Grünen am Nasenring durch die Republik gezerrt
hat,“ so Umweltexperte Utz Kowalewski von der Landesarbeitsgruppe
Umwelt der WASG-NRW am Rande eines Koordinierungstreffen von WASG und
nordrhein-westfälischer Anti-Atombewegung am 4. Dezember im westfälischen
Münster.
In einem Interview mit der Welt vom 04.01.2006 erläuterte Josefsson
seine speziellen Ansichten zur Atompolitik: „Ich halte Kernkraft
für eine gute, saubere und sichere Technologie. In Schweden erhöhen
wir gerade die Leistung unserer Kernkraftanlagen um 15 Prozent. Wenn
Sie so wollen, investieren wir also bereits wieder in die Kernkraft.“ Auch
neue Kernkraftwerke in Deutschland hält der neue Mitarbeiter der
Bundesregierung für sinnvoll und macht auch vor absurden Spekulationen
nicht halt: „Die Mehrheit der Bevölkerung hält Kernkraftwerke
inzwischen wieder für gut.“ Die Realität sieht anders
aus, wie auch der beinahe GAU im schwedischen AKW Forsmark, nahe der
Großstadt Stockholm, Ende Juli diesen Jahres unterstreicht.
Thies Gleiss, Umweltpolitischer Sprecher des WASG-Bundesvorstandes,
kritisiert dass mit dieser Entscheidung der Bock zum Gärtner gemacht
wird. „Nicht nur das Sigmar Gabriel beim Braunkohle-Emmisionshandel
immer stärker in die Kritik gerät – nun steuert er
seine Partei auch noch auf einen Kurs der sie zur Atompartei werden
lässt.“ Auch Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace,
kritisiert die Entscheidung auf den Internetseiten von Greenpeace Deutschland: „Den
Chef eines Konzerns, der für den Abbau und die Verstromung von
Braunkohle steht, dem klimaschädlichsten Energieträger überhaupt,
zum Klimaschutzbeauftragten zu machen. Das ist dreist.“
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