Verbraucherministerium zensiert Berliner Bio-Einkaufsführer
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde!
In Bioprodukten darf keine Gentechnik drin sein. Deshalb bedroht eine
Verunreinigung des Saatgutes den ökologischen Landbau und Handel
existentiell. Darf man das jetzt nicht einmal mehr in einem Einkaufsführer
für Bioprodukte sagen? Sollten wir um des lieben Friedens willen
oder vielleicht auch wegen der schönen Fördergelder dazu
einfach schweigen? Wir meinen Nein!
Bitte helfen Sie uns, die folgende Presseerklärung zu verbreiten. Es
wäre gut und heilsam, wenn sich die Zensur des Ministeriums als Bumerang
erweist: Wenn unsere Anzeige, die im Bio-Führer Berlin-Brandenburg nicht
erscheinen durfte, gerade deshalb um so bekannter wird, dann werden sich
die Herrschaften das merken. Deshalb wären wir Ihnen sehr dankbar, wenn
Sie die unterdrückte Anzeige selbst für ein paar Tage auf Ihrer
Homepage veröffentlichen. Bunte und schwarz-weisse Vorlagen in verschiedenen
Auflösungen finden Sie auf unserer Website www.saveourseeds.org
Man muß sich ja nicht alles gefallen lassen.
Vielen Dank und herzliche Grüße!
Benny Haerlin
Save our Seeds
BIO-ZENSUR
VERBRAUCHERMINISTERIUM VERBIETET ANZEIGE ZUR GENTECHNIK IN
BERLINER BIO-EINKAUFSFÜHRER
Berlin, 24. August 2006 Der neue Bio-Einkaufsführer für
Berlin-Brandenburg mußte ohne eine Anzeige der Initiative „Save
our Seeds“ zur Reinhaltung des Saatguts von Gentechnik erscheinen. „Save
our Seeds ersatzlos streichen“, lautete die lapidare Anweisung
des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz (BMELV) an den
Herausgeber, die „Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau
Berlin und Brandenburg“ (FÖL). Das Ministerium kofinanziert die
Informationsbroschüre, von der 700.000 Exemplare verteilt werden, und
machte die Druckfreigabe von der Zensur abhängig.
Die auf Einladung der FÖL gestaltete Anzeige, weist darauf hin, daß künftig
in biologischem wie konventionellem Saatgut Spuren von Gentechnik ungekennzeichnet
enthalten sein dürfen, wenn es nach dem Willen der Saatgut-Industrie
geht. Dies wertete das BMELV als unzulässigen Angriff.
Tatsächlich ist die Forderung nach Gentechnik-Grenzwerten im Saatgut über
0,3% auf den Internet-Seiten des „Bundes Deutscher Pflanzenzüchter“ und
der „European Seed Association“ (1) nachzulesen. „Für
die Biobranche ist die Gentechnikfreiheit eine Überlebensfrage. Die
Information der Verbraucher über dieses Problem zu unterdrücken,
halten wir für keine Lösung“, sagte Benedikt Haerlin von „Save
our Seeds“. Über die Zensur sei er verwundert. „Herr Seehofer
hat sich bisher für die Reinhaltung des Saatgutes ausgesprochen. Ist
ihm so viel vorauseilender Gehorsam gegenüber Monsanto, Bayer und BASF
nicht peinlich? Soll etwa die Informationsfreiheit der Verbraucher da enden,
wo die Förderung des Verbraucher-Ministeriums beginnt?“
Bisher müssen nach EU-Recht jegliche gentechnischen Verunreinigungen
von Saatgut gekennzeichnet werden. „Save our Seeds“ setzt sich
dafür ein, daß dies so bleibt und wird dabei von über 200.000
Menschen und 300 Organisationen in ganz Europa unterstützt. Das Landwirtschaftsministerium
will demnächst eine Novelle des Gentechnikgesetzes vorlegen. Die Gentechnik-Grenzwerte
im Saatgut stehen vermutlich während der deutschen Ratspräsidentschaft
Anfang 2007 auf der Tagesordnung der EU.
(1) Bund Deutscher Pflanzenzüchter http://www.bdp-online.de/downlds.php
European Seed Association http://www.euroseeds.org/ppapers_04.php
Weitere Informationen:
Benedikt Haerlin, Save our Seeds, Tel. 030 /27590309, info@zs-l.deinfo@zs-l.de
Bildmaterial:
Die zensierte Anzeige von "Save our Seeds", in der unter dem Titel "Nie
mehr
ohne?" vor schwarzem Grund ein rotes Präservativ über einen
goldenen
Maiskolben gezogen ist, finden Sie in Druckqualität unter
www.saveourseeds.org
Mehr zum Bio-Einkaufsführer der FÖL: www.bio-berlin-brandenburg.de
-------------------------
Benedikt Haerlin
Save our Seeds
Foundation on Future Farming
Marienstr.19-20, 10117 Berlin, Germany
tel +49 30 27590309, fax +49 30 27590312
http://www.saveourseeds.org