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  Grünes Band und Grüner Strom

Wir vom BUND: Engagement für Biber, Müllvermeidung und vieles mehr


Ein Gastbeitrag von Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND

BUND bedeutet Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. Er wurde 1975 in Marktheidenfeld gegründet. Der Name steht heute für den größten föderal organisierten Um-weltverband in Deutschland. Er hat rund 390.000 Mitglieder und Förderer. Die Mitglieder sind in mehr als 2.000 Orts- und Kreisgruppen und in 16 Landesverbänden organisiert. Obers-tes Gremium des Verbandes ist der Bundesvorstand mit seiner Vorsitzenden Dr. Angelika Zahrnt. Der Bundesverband hat in Berlin seine Bundesgeschäftsstelle, geleitet wird sie vom Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm.
Höchstes Organ ist die Bundesdelegiertenversammlung, die jährlich zusammentritt. Diese wählt den Bundesvorstand und die Sprecher der wissenschaftlichen Arbeitskreise, die wieder-um den Wissenschaftlichen Beirat bilden. Im Verbandsrat kommen Vertreter der Landesver-bände zusammen. Im Gesamtrat sind alle drei letztgenannten Gremien vertreten.
Der BUND arbeitet für eine intakte Umwelt, betreibt Natur- und Umweltschutz vor Ort, setzt auf Informationen für die Bevölkerung und beeinflusst als Nicht-Regierungsorganisation um-weltpolitische Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene. Der BUND ist ein gemeinnüt-zig anerkannter Verein. Er finanziert sich zu über 90 Prozent aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden; in geringem Umfang auch durch projektbezogene Zuwendungen von Stiftungen und von Seiten des Staates. Der BUND ist das deutsche Mitglied von Friends of the Earth Interna-tional, einem Zusammenschluss von weltweit 58 Umweltverbänden.
Zu den bekanntesten Projekten des BUND gehören der Schutz des „Grünen Bandes“- des Biotopverbundes entlang der früheren innerdeutschen Grenze, das Engagement für eine na-turnahe Elbe und für die Wiederansiedelung der Wildkatze. Ehrenamtliche BUND-Gruppen pflegen Feuchtgebiete, schützen Vogelbrutplätze und Fledermaushöhlen, organisieren Ver-marktungsprojekte für Streuobst-Apfelsäfte, betreuen seltene Tierrassen, kümmern sich um Lebensräume für Biber, richten Umwelt-Bibliotheken ein, pflanzen Bäume, veranstalten Umwelt-Messen, betreiben Solarstrom-Anlagen oder kaufen Flächen, um diese unter Schutz zu stellen. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielfalt der Aktivitäten vor Ort.
Neben regelmäßigen Umwelt- und Verbrauchertipps vertreibt der BUND eine Vielzahl von Info-Broschüren - von A wie Atomausstieg bis Z wie Zukunftsfähiges Deutschland. Der Ver-band gibt als eigene Zeitschrift das BUNDmagazin heraus und initiiert öffentlichkeitswirksa-me Kampagnen und Aktivitäten zu Themen wie Atomausstieg, gentechnikfreie Lebensmittel, Öko-Landwirtschaft, Grüner Strom, Müllvermeidung oder Produkte ohne Gift. Zudem unter-hält der BUND auf Länderebene zahlreiche Umweltzentren mit Informations- und Bildungs-angeboten.

Politische Lobby für die Umwelt
Ein Schwerpunkt der Arbeit des BUND ist es, bei politischen Entscheidungen als unabhängi-ge Stimme für die Berücksichtigung der Belange von Mensch und Natur einzutreten. Der BUND ist von der Regierung als ökologischer Lobbyverband anerkannt und in dieser Rolle in umweltpolitische Prozesse auf Bundes- und Länderebene eingebunden. Dabei nimmt der Ver-band in direktem Kontakt mit PolitikerInnen und über medienwirksame Aktionen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Darüber hinaus tritt der BUND in Dialog mit Unternehmen, um Wege zum ökologischen Wirtschaften zu eröffnen.
Was der BUND von der Linkspartei.PDS erwartet
Die Linkspartei gehört spätestens nach den Wahlen vom 18. September zu jenen politischen Kräften in Deutschland, die große Verantwortung dafür tragen, ob sich diese Gesellschaft auf einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Pfad ihrer Entwicklung begibt oder nicht.
Gerade auf Länderebene ist nicht immer erkennbar, ob sich die Linke dieser Verantwortung auch bewusst ist. In Sachsen-Anhalt votierte die PDS beispielsweise für den Einsatz der Gen-technik in der Landwirtschaft, in Mecklenburg-Vorpommern plädiert sie ebenfalls pro Gen-technik und für eine überflüssige Autobahn von Schwerin nach Magdeburg; in Berlin ist sie als Regierungspartei mit Schuld daran, dass zuwenig gegen die Feinstaubbelastungen getan wird.

Im Wahlprogramm verlangt die Linkspartei eine Erhöhung der unökologischen und unsozia-len Pendlerpauschale, mit der die Zersiedlung der Landschaft und die Pendlerströme gefördert werden (der BUND will eine sozial-gebundene Pendlerzulage). Das Programm der Linkspar-tei.PDS berührt jedoch auch eine Reihe von wichtigen ökologischen Themen, und manches davon könnte der BUND durchaus unterschreiben. Oft bleibt jedoch unklar, wie die Linkspar-tei vorgehen will, um die von ihr benannten Ziele auch umzusetzen (mehr zum Wahlpro-gramm unter http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/linkspartei.pdf). Es kommt also künftig darauf an, ob die Spitzen der Linkspartei, ihre Länderminister und Landtags- und Bundestags-fraktionen dem gewachsenen Umweltbewusstsein der Gesellschaft einerseits und dem ökolo-gischen Problemdruck andererseits Rechnung tragen werden.
Der BUND wurde vor 30 Jahren, am 20. Juli 1975, gegründet. 1984 kam die BUNDjugend hinzu. Der BUND hat rund 390.000 Mitglieder in 2.000 Orts- und Kreisgruppen. Die Um-weltschützer haben zum Beispiel das erste deutsche Solarmobil präsentiert, die Transra-pidstrecke zwischen Berlin und Hamburg mit verhindert und vielfältig für den Klimaschutz gekämpft.

http://www.bund.net
Quelle: Disput, 10/2005