Bienen und andere Bestäuber von Risikobewertung vernachlässigt

„Die Meldung vieler Imkerinnen und Imker über hohe Verluste bei den Bienenvölkern weist dramatisch darauf hin, wie instabil die Lage ist. Landwirtschaft und Gartenbau müssen ein eigenes Interesse daran haben, diese fahrlässige Gefährdung zu unterbinden. Naturverträgliche Landwirtschaft schont auch die Bestäuber. Dazu gehört eine insektenfreundliche Gestaltung der Flächenbewirtschaftung. Aber auch eine deutlich bessere Einbeziehung der Bienengesundheit in die Zulassungsprüfung von Pflanzenschutzmitteln und die Minimierung ihrer Nutzung“,

kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE die Antwort der Bundesregierung auf die schriftliche Frage, wie diese einen besseren Bienenschutz  bei der Pflanzenschutzmittelzulassung im Sinne des sogenannten Bee Guidance Documents (http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2013.3295/epdf) zu unterstützen gedenkt. Dr. Kirsten Tackmann weiter:

„Bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegt seit Jahren das sogenannte Bee Guidance Document vor, das leider nach wie vor nicht im Zulassungsverfahren berücksichtigt wird, weil es im zuständigen Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel, Sektion Pflanzenschutzmittelgesetzgebung in der EU keine Befürwortung findet. Aber selbst die Bundesregierung fordert in ihrer Antwort schnellstmögliche Verbesserungen und bestätigt damit die gesetzliche Lücke, die den Schutz von Bienen und damit vielen Insekten untergräbt.

DIE LINKE fordert dringend eine Reform des Zulassungsverfahrens, die den Schutz der Bestäuber und der Insekten insgesamt mit angemessener Sensibilität in der Risikobewertung berücksichtigt. Wir müssen laut werden, bevor es um die Bienen still wird.“

Berlin, 19.6.2017

Die Antwort der Bundesregierung finden Sie hier: http://www.kirstentackmann.de/wp-content/uploads/2017/06/170613_Antwort_BuReg_Bee_Guidance.pdf

Für Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Die Mitteilung wird auch auf der Homepage (klick) von Dr. Kirsten Tackmann veröffentlicht. Nutzen Sie die angegebene Kommentarfunktion für Ihre Fragen und Bemerkungen.

Umweltverbände: EU-Parlamentarier blockieren Pestizidverbot

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, DNR, NABU und WWF, Brüssel, 30.5. 2017

EU-Agrarausschuss erlaubt weiter Glyphosat & Co. auf ökologischen Vorrangflächen

Die Umweltverbände BUND, DNR, NABU und WWF haben den Beschluss des EU-Agrarausschusses gegen ein Pestizid-Verbot auf Ökologischen Vorrangflächen scharf kritisiert. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hatte einen entsprechenden Vorschlag gemacht, um dem Artenverlust in der Landwirtschaft entgegenzuwirken.

Die EU-Abgeordneten im Agrarausschuss stimmten am heutigen Dienstag mit 30:11 Stimmen gegen den Vorschlag Hogans. Der deutsche Abgeordnete Albert Deß und der Brite John Stuart Agnew hatten die entsprechende Resolution gegen das Pestizid-Verbot initiiert.

„Die beiden Initiatoren und die Mehrheit im Ausschuss zeigen sich damit als rückwärtsgewandte Vertreter einer naturschutzfeindlichen Agrarpolitik, die jegliche Versuche, die Landwirtschaft ökologischer zu machen, bereits im Keim ersticken. Mit seinem Votum setzt der EU-Agrarausschuss ein klares Zeichen gegen mehr Nachhaltigkeit, gegen Umweltschutz und gegen eine insgesamt zukunftsfähige Landwirtschaft“,

so die Verbände. Aktuell erfüllten die Ökologischen Vorrangflächen nicht ihren eigentlichen Zweck zum Schutz der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft, da dort immer noch Pestizide eingesetzt werden dürfen. Daher hatten die Verbände den Vorschlag Hogans begrüßt.

Ein Pestizid-Verbot auf den speziell für Natur- und Umweltschutz vorgesehenen Flächen sei absolut notwendig und ein wichtiges Signal, um den weiteren alarmierenden Verlust biologischer Vielfalt aufzuhalten. 47 Prozent der Landfläche der EU wird landwirtschaftlich genutzt. Seit vielen Jahren ist ein dramatischer Artenverlust in der intensiven Landwirtschaft zu beobachten. Typische Agrarvögel wie Feldlerche, Rebhuhn und Kiebitz werden immer seltener. Gerade die Bestände von Vögeln sind wichtige Indikatoren für den Zustand der Ökosysteme. Fehlen sie, ist der Lebensraum nicht mehr intakt.

Lediglich fünf Prozent der Ackerflächen von größeren Betrieben müssen unter der aktuellen Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) als Ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden und sollen „im Umweltinteresse“ genutzt werden. Bisher sind diese Ökologischen Vorrangflächen jedoch wenig wirksam für die Biodiversität, da dort der Anbau von Zwischenfrüchten oder Eiweißpflanzen unter dem Einsatz von Pestiziden möglich ist. Zahlreiche Untersuchungen haben diese bestehenden Regelungen als wenig wirksam bestätigt, um die Artenvielfalt zu fördern und den Artenverlust zu stoppen. Bisher fließen jährlich gut zwölf Milliarden Euro an Direktzahlungen u.a. für diese Ökologischen Vorrangflächen an die Landwirte in der EU.

Die Umweltverbände rufen die Abgeordneten des EU-Parlaments dazu auf, die Entscheidung des Agrarausschusses in ihrer Plenarsitzung am 12. Juni zu ignorieren und dem von Agrarkommissar Hogan vorgeschlagenen Pestizidverbot auf Ökologischen Vorrangflächen doch noch zuzustimmen.

Die Verbände weisen zugleich darauf hin, dass das Artensterben in der Agrarlandschaft nicht allein mit einer Aufwertung der Ökologischen Vorrangflächen  zu stoppen ist. „Für eine echte Trendwende ist eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik ab dem Jahr 2020 dringend notwendig“, so die Verbände.

Erst kürzlich haben sich EU-weit knapp 260.000 Bürgerinnen und Bürger und weit über 600 Unternehmen und Organisationen im Rahmen der LivingLand-Kampagne an der öffentlichen Konsultation der EU zur Zukunft der GAP beteiligt und eine faire, ökologisch nachhaltige, gesunde und verantwortungsvolle EU-Agrarpolitik gefordert.

Kontakt:

BUND: Christian Rehmer, Tel: 030-27586-473, christian.rehmer@bund.net, www.bund.net
DNR: Florian Schöne, Tel: 030-6781775-99, florian.schoene@dnr.de, www.dnr.de
NABU: Angelika Lischka,  Tel: 030-284984-1627, Angelika.Lischka@NABU.de, www.NABU.de
WWF: Matthias Meissner, Tel:  030-311777220, matthias.meissner@wwf.de, www.wwf.de

Umweltschützer und Imker fordern nationalen Bienenaktionsplan

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND – https://www.bund.net/) und die Aurelia Stiftung (https://www.aurelia-stiftung.de/) haben umfassende Maßnahmen zum Schutz bestäubender Insekten wie Bienen und Hummeln gefordert. Angesichts schwindender Bestände bei den zur Befruchtung von Nutz- und Wildpflanzen wie Obstbäumen, verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen unverzichtbaren Bestäuberinsekten müsse Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich seine Zusagen für mehr Bienenschutz umsetzen.

„Vor allem die industrielle Landwirtschaft ist für den Rückgang und das Aussterben von immer mehr Insektenarten verantwortlich. Pestizide, Monokulturen und die reduzierte Pflanzenvielfalt gefährden Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Wird der Artenverlust bei den Insekten nicht gestoppt, gefährdet dies nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch die Nahrungsmittelproduktion“,

sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Thomas Radetzki, Vorsitzender der Aurelia Stiftung, der seit langem vor dem Europäischen Gerichtshof für ein Verbot von Pestiziden wie den bienengefährdenden Neonikotinoiden und Glyphosat eintritt, forderte die Umsetzung des Verursacher- und Vorsorgeprinzips.

„Pestizide sind mitverantwortlich für das Bienenvölkersterben. Es geht nicht an, dass die EU-Kommission von den Imkern fordert, ihre Bienenvölker andernorts aufzustellen, wenn mit einer erhöhten Pestizidbelastung zu rechnen ist. Die Tatsache, dass im Honig erhebliche Rückstände von Pestiziden nachweisbar sind, ist höchst beunruhigend für Imker und Verbraucher.“

Werner Kratz, Ökotoxikologe und Privatdozent an der Freien Universität Berlin, wies auf umfangreiche wissenschaftliche Belege für die Schädlichkeit von Pestiziden hin.

„Wissenschaftliche Untersuchungen haben die massive Schädigung von Bienen durch zugelassene Mittel wie Neonikotinoide und Glyphosat bewiesen. Damit umweltschädliche Stoffe künftig rechtzeitig identifiziert und verboten werden können, muss das Zulassungsverfahren für Pestizide dringend reformiert werden. Zulassungsprüfungen dürfen nicht länger den antragstellenden Herstellerfirmen überlassen, sondern müssen von unabhängigen Instituten durchgeführt werden.“

Zu den von BUND und Aurelia Stiftung empfohlenen Maßnahmen für einen nationalen Bienenaktionsplan zählen neben der Reform des Zulassungsverfahrens für Pestizide auf nationaler und internationaler Ebene ein verbesserter Schutzstatus für Bestäuber, die Erhaltung und Wiederherstellung vielfältiger Lebensräume, die ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft sowie die Einführung eines Langzeit-Monitorings der Insektenbestände.

Zum Bienenaktionsplan des BUND und der Aurelia Stiftung (PDF): http://www.bund.net/nationaler_bienenaktionsplan

Kontakte

Protest vor BAYER-Werk in Leverkusen

BAYERs MONSANTO Übernahme stoppen!

Presse Information vom 8.8.2016, Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.

Erstmals seit vielen Jahren gab es direkt vor dem zentralen BAYER-Werk am Tor 1 in Leverkusen Proteste. GegnerInnen der geplanten BAYER-MONSANTO-Fusion hatten sich vergangenen Donnerstag versammelt. Mit einer Kundgebung wandten sie sich an die Arbeiter des Werks, Passanten und an die anwesende Presse.

Das Bündnis aus Umweltgewerkschaft (klick), Coordination gegen BAYER-Gefahren (klick) sowie weiteren Organisationen und Einzelpersonen warnte vor Entlassungen und einer Steigerung des Arbeitsdrucks durch die drohende Übernahme. „Allein im Pharmabereich haben die 15 größten Fusionen der vergangenen 15 Jahre 500.000 Menschen auf die Straßen gesetzt.“ so Toni Michelmann von der Coordination gegen BAYER-Gefahren. Angesichts solcher Zahlen scheinen die Arbeitsplatzgarantien, die von Betriebsrat und Management in Aussicht gestellt werden, äußerst unglaubwürdig. Michelmann erläuterte weiter, dass ein Großteil der viel beschworenen profitablen „Synergieeffekte“ auf diese Weise zustande kommen.

Zentrales Anliegen der Kundgebung war es auch, auf die gemeinsamen Anliegen der Menschen in und außerhalb des Werkes aufmerksam zu machen. Das Verschwinden der Artenvielfalt, das Bienensterben und eine mit Glyphosat kontaminierte Bevölkerung in Deutschland wären längst deutliche Warn-Signale, die ein „weiter wie bisher“ im Agro-Business zu einer gefährlichen Option machten, mahnte eine Teilnehmerin. Die Ernährung der Menschheit könne auf diese Weise nicht sichergestellt werden, sondern würde im Gegenteil gefährdet.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren vertritt deshalb die Position, dass dauerhafter Umweltschutz, eine sichere Ernährung und sichere Arbeitsplätze für jeden nur in einer Gesellschaft realisiert werden können, die nicht auf Profite ausgerichtet ist.

Kurzumtriebsplantagen können sich auf die Umwelt positiv auswirken

Pressemitteilung des Bundesforschungsinstituts für Ländliche Räume, Wald und Fischerei vom 03.09.2012

Energieholzbestände können gehölzarme Agrarlandschaften aufwerten

Die Nutzung von Holz zur klimafreundlichen Erzeugung von Bioenergie ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Um die Energiewende zu meistern, werden zusätzliche Holzreserven benötigt. Da eine verstärkte Entnahme aus den Wäldern bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung an Kapazitätsgrenzen stoßen kann, werden Kurzumtriebsplantagen zunehmend interessant. Darunter verstehen Fachleute den Anbau von schnellwachsenden Baumarten wie Pappel oder Weide, vornehmlich auf landwirtschaftlichen Grenzertrags-Standorten.

Welche Umweltwirkungen hat aber ein verstärkter Anbau dieser Bäume in Agrarlandschaften? Wie können Kurzumtriebsplantagen in ihrer Lage und ihrer Bewirtschaftung so optimiert werden, dass Umwelteigenschaften wie Bodenwasserqualität, Bodenqualität und Artenvielfalt verbessert werden? Umfassende Antworten auf diese Fragen konnte jetzt ein internationales Forscherteam geben, an dem Waldökologen des Thünen-Instituts in Eberswalde beteiligt waren.

Unter anderem zeigte sich, dass das Sickerwasser in Agrarlandschaften weniger Nitrat aufweist. Der Grund für diese Qualitätsverbesserung: Kurzumtriebsplantagen müssen kaum gedüngt werden. Ein erhöhter Wasserverbrauch der Gehölze kann durch kurze Rotationsperioden weitgehend vermieden werden. Höhere Gehalte organischer Kohlenstoffverbindungen in Böden durch Laubfall und Bodenruhe wirken sich sowohl positiv auf die Bindungskapazität für Nährstoffe als auch für Wasser aus. Darüber hinaus bieten Kurzumtriebsplantagen neue Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten, insbesondere in ausgeräumten Agrarlandschaften. Eine Kombination unterschiedlicher Baumarten, Gehölzalter sowie die Anlage kleinerer, heterogener Kurzumtriebs-Flächen fördert die Artenvielfalt. Entscheidend für die Umweltwirkung ist die die Lage der Holzplantagen. „Kurzumtriebsplantagen können sich auf die Umwelt positiv auswirken“ weiterlesen

Marcel Robischon: Vom Verstummen der Welt

In seinem Buch „Vom Verstummen der Welt – Wie uns der Verlust der Artenvielfalt kulturell verarmen lässt“ erzählt Marcel Robischon von seinen Wanderungen von der geistigen und kulturellen Verarmung, die wir letztendlich durch unser Nützlichkeitsdenken erreichen – nicht direkt, sondern indem wir die Vielfalt der uns umgebenden Tierarten verdrängen und ausrotten. Indem er seitenweise die nicht mehr vorhandenen Arten auflistet und zeigt, wie diese Sprache, Kunst und die Verwurzelung des Menschen in seiner Umwelt beeinflusst haben, wird deutlich, wie viel wir in jeder Minute, mit jedem verschwundenen Tier verlieren.
Der „Ersatz“ sind industrielle „Nutztiere“, die ohne den Menschen nicht lebensfähig sind, vollgestopft mit genetisch verändertem Hochleistungsfutter, Hormonen und Antibiotika…

Marcel Robischon: Vom Verstummen der Welt Wie uns der Verlust der Artenvielfalt kulturell verarmen lässt
Oekom Verlag, München 2012
319 Seiten, 19,95 Euro

 

Wald und Wild in Einklang bringen

von Kirsten Tackmann

DIE LINKE steht für naturnahe Waldbewirt­schaftung. Das Ökosystem Wald ist für viele Tiere und Pflanzen ein wich­tiger Lebensraum. Wälder sind multifunktionale Alleskönner. Sie dienen zur Holzproduktion, zum Spaziergang und als Luftfilter. Gleich­zeitig sind viele Wälder geprägt vom Erbe alter Forstanbausys­teme, d. h. reine Wirt­schaftswälder mit einer Baumart – meist Kiefer oder Fichte – und alle Bäume im glei­chen Alter. Weil solche Wälder in ihrer öko­logischen und klimati­schen Funk­tion subop­timal sind, werden sie seit 30 Jahren schritt­weise nach neuen waldwirtschaftlichen Erkenntnissen umge­baut. Der Wald der Zukunft soll junge und alte Bäume und mehr Baumarten, insbe­sondere Laub­bäume, beherbergen. Doch dieser Umbau klappt oft nur, wenn man um den neuen Wald ein Gatter baut. Denn hohe Schalen­wildbestände (v. a. Reh- oder Rotwild) füh­ren dazu, dass mehr junge Bäume durch Fegen, Schälen oder Verbei­ßen geschädigt werden. Sie wachsen lang­samer oder krumm oder werden von der verschont gebliebenen Nachbar-Konkur­renzpflanze bedrängt.

Naturverjüngung und Baumartenvielfalt, da sind sich fast alle ExpertInnen einig, geht nur mit angepassten Wildbeständen. Weni­ger Rehe finden mehr Futteralternativen und verbeißen weniger Jungbäume. Teure Gatter würden nicht gebraucht. So weit ist sich die Fachwelt einig. Der Streit beginnt, wenn über Ursachen der hohen Wildbe­stände, der Verbissschäden und Wege zu ihrer Vermeidung diskutiert wird. Eine effek­tivere Bejagung muss dabei unstrittig eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehört auch die gesellschaftliche Anerkennung des großen Engagements vieler JägerIn­nen. Ohne eine vor Ort verankerte Jäger­schaft, zu der auch sozial Benachteiligte Zugang haben, wird das aus Sicht der LINKEN nicht zu leisten sein. Fakt ist aber auch, dass die Land­wirtschaft ihren Beitrag leisten muss, denn z. B. der Anbau von Pflanzen, die eine große Anziehung auf das Wild ausüben, und schwierige Beja­gungsbedingungen auf dem Acker tragen europa­weit zu steigen­den Wildbeständen bei. Auch Beunruhigung im Revier durch SpaziergängerInnen und ReiterInnen oder die Zerschneidung der Lebensräume können dazu beitragen, dass sich das Wild verstärkt an Jungbäumen ver­greift.

JägerInnen, FörsterInnen, Land­wirtInnen und Flächeneigentüme­rInnen können das Problem also nur gemeinsam lösen.

Um den dafür notwendigen Dialog zu unter­stützen, lud die Bundestagsfraktion DIE LINKE am Dienstag zu einem jagdpoliti­schen Fachgespräch ein. Wir wollten von den anwesenden ExpertInnen wissen, wel­che Probleme sie im Bereich der Jagd und welche Defizite sie bei den Gesetzen (Bun­desjagdgesetz und Landesjagd­gesetze), bei der Umsetzung oder der Kommunika­tion vor Ort sehen. Das Ergeb­nis war kon­struktiv, aber auch so bunt, wie der eingela­dene Teilnehmerkreis. Wir nut­zen die Erkenntnisse, um über weitere parlamenta­rische Schritte nachzudenken. Das Ziel bleibt klar: Wir wollen Wald und Wild in Ein­klang bringen und dabei möglichst viele Beteiligte einbeziehen.

http://www2.kirstentackmann.de/uploads/110701_position_linke_anforderungen_waldstrategie2020.pdf
und die Waldstrategie 2020:   http://www.bmelv.de/waldstrategie2020