Umsteuern ist überlebenswichtig!

„Eine regionale, umweltverträgliche und soziale Land- und Ernährungswirtschaft muss her!“ fordert Dr. Johanna Scheringer-Wright, Mitglied des Parteivorstandes der Partei DIE LINKE und Mitglied des Thüringer Landtages.

Die Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft in Deutschland und der Europäischen Union geht weiter in die falsche Richtung. Anstelle auf gesunde Nahrungsnahrungsmittel für alle, Vielfalt, Umweltverträglichkeit und Sicherung der Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu setzen, werden die Konzentration und das Wachstum in der Branche vorangetrieben. Als jüngste Beispiele sind hierfür das „Höfesterben“ während der Milchkrise oder auch die Übernahme von Monsanto durch Bayer zu nennen.

Die Orientierung in der Landwirtschaft auf den kapitalistischen Markt führt immer wieder zu Überproduktion in den industrialisierten Ländern, die mit Agrarsubventionen auch noch angekurbelt wird. Um der Überproduktion her zu werden, werden die Produkte dann durch wiederum subventionierte Exporte in Schwellen- und sogenannte Entwicklungsländer abgesetzt. Mit diesen Exporten einher geht insbesondere der Import von Futtermitteln in die industrialisierten Länder.

Dieser ausbeuterische Zweiklang raubt den Bauern die Existenzgrundlage.

Damit sind Überproduktion auf der einen Seite bei gleichzeitigem Hunger, Unterernährung und Armut auf der anderen Seite programmiert.

Nutznießer dieser Entwicklung sind die Konzerne der Branche. Zur Zementierung ihrer Macht werden CETA, TTIP und viele andere Freihandelsabkommen weltweit durchgedrückt. Dies geschieht zum Schaden von Milliarden Menschen weltweit und auf Kosten des Klimas und der Umwelt.

Ein Umsteuern ist überlebenswichtig.

Da geht es zum ersten um eine Ökologisierung und Regionalisierung der landwirtschaftlichen Produktion. Die Tiere, die uns Milch und Fleisch liefern, müssen mit regional angebauten Futtermitteln gefüttert werden. Dadurch werden die klimaschädlichen Transporte vermieden und auch der Raubbau in Drittländern eingeschränkt, weil dort weniger Fläche für die Erzeugung von Eiweißfuttermittel für die Industrienationen verbraucht wird.

Zudem müssen in den industrialisierten Ländern die Düngung und der chemische Pflanzenschutz reduziert werden. Wir müssen hin zu nachhaltigen Erträgen, die die Ernährung sichern aber gleichzeitig das Klima und die Umwelt schützen.

Dies ist nur möglich, wenn es eine Abkehr von der Exportorientierung der Land- und Ernährungswirtschaft gibt und einen Bruch mit dem kapitalistischen Wachstumszwang.

DIE LINKE ruft zur Teilnahme an der Demonstration „Wir haben es satt“ auf.
Die Demonstration findet am 21.01.2017 statt und startet um 12.00 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin.

Die Landwirtschaft wird Opfer eines Systemfehlers

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann, MdB, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE; 8.12.2015

zum Bericht des DBV zur wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft (klick)

Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage vieler Landwirtschaftsbetriebe ist Folge eines Systemfehlers: wer immer mehr und billiger für immer übermächtigere Molkereien, Schlachthöfe und Handelskonzerne produziert wird zum Bittsteller. Noch mehr Agrarexport und Börsenhandel wären eine Steigerung der Dosis der falschen Medizin statt Bekämpfung der Krankheitsursache. Die herrschende Agrarpolitik und Bauernverband haben eine ganze Branche in die Sackgasse gelockt.

Die LINKE hat vor dieser Krise mit Ansage lange gewarnt. Der Ausweg ist eine Transformation der Landwirtschaft zu einer regionalen Versorgerin mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln und erneuerbaren Energien. Die Orientierung auf die regionale Nachfrage stärkt ihre Akzeptanz, ihre Verwurzelung in den ländlichen Räumen und schont Natur und Klima.

Diskriminierende und schädliche Kompromisse zu Freihandelsabkommen

Als „unzumutbar und schädlich“ kritisiert Dr. Johanna Scheringer-Wright, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, die kürzlich von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt vorgestellten Kompromissvorschläge für das Freihandelsabkommen TTIP im Bereich Landwirtschaft. „Wenn Inhaltsstoffe, so wie bei gentechnisch veränderten Produkten, nur noch mit einem Smartphone auf Verpackungen gelesen werden können, dann ist das eine unzumutbare Irreführung und Diskriminierung von Verbraucherinnen und Verbrauchern“, erklärt sie.

„Damit verkommt das Informationsrecht zu einem Privileg für wohlhabende und technikaffine Menschen und diskriminiert viele andere. Von Barrierefreiheit ist eine solche Kennzeichnung meilenweit entfernt und muss eher als Verschleierung eingeschätzt werden. Auf solche Irreführungen setzten globale Konzerne wieder einmal, um die Gentechnik in Europa gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen.“

Ebenso kritisch sieht die Agrarexpertin die Aufweichung des Schutzes der Regionalbezeichnungen für Produkte: „Viele dieser besonders geschützten Regionalbezeichnungen basieren ja nicht nur darauf, dass die Ausgangsmaterialien aus einer bestimmten Region kommen, sondern beinhalten auch besondere Anbau- und Verarbeitungsmethoden. Diese haben oft eine lange Tradition und damit ganze Landstriche in Europa geprägt.

Wenn der in Europa anerkannte Schutz dieser Regionalprodukte fällt, würden besonderen regionalen Produktionsmethoden der Garaus gemacht und die regionale Vielfalt der Landwirtschaft aufs Spiel gesetzt“, kritisiert die LINKE-Abgeordnete.

Jetzt kommt es darauf an, unter den Agrarministern der Bundesländer und den europäischen Mitgliedsländern Allianzen zu schmieden, um den Ausverkauf der europäischen und damit auch thüringischen Landwirtschaft zu verhindern.“

Speicherung Erneuerbarer Energie in Brandenburg und Mecklenburg/Vorpommern

Download Tagungsband (klick)

Datum:

15.11.2014 von 10.00 bis 16.00 Uhr

Ort:

Märkisches Ausstellungs- und Freizeitzentrum (MAFZ),
Gartenstr.1 – 3 in Paaren im Glien

Veranstalter:

Ökologische Plattform bei der LINKEN
Fraktion Die Linke im Landtag Brandenburg
Bioenergiedorf-Coaching Brandenburg e.V.

Anmeldungen bitte an

  • info(at)bioenergiedorf-coaching.de oder
  • info(at)oekologische-plattform.de

Programm

Downlaod hier

 

Download der Vorträge hier

 
von bis Thema ReferentIn
 
I. BLOCK: Ankunft, Begrüßung und Einführung
09:30 10:00 Ankommen der Gäste und Ausgabe Tagungsunterlagen
10:00 10:05 Begrüßung Prof. Dr. Dr. Götz Brandt
Ökologische Plattform bei der LINKEN
10:05 10:10 Begrüßung Andrea-Liane Spangenberg, Vorsitzende Bioenergiedorf-Coaching Brandenburg e.V.
10:10 10:25 EEG-Novelle und ihre Auswirkungen auf die Energiewende Ralph Lenkert, MdB, DIE LINKE
 
II. BLOCK: Verschiedene Speichertechnologien, ihre Anwendung und Erlössituation
10:25 10:40 Speicherbedarf für Erneuerbare Energien bei Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien Dipl.-Phys. Wolfgang Borchardt
Ökologische Plattform bei der LINKEN
10:40 10:55 Batteriespeicher, Kleinwindanlagen und PV für Privathaushalte Annett Dehmel, Geschäftsführung
CEO WinBat Technology GmbH
10:55 11:10 Kurzzeitbatteriespeicher: Wichtiger Baustein der Energiewende – Am Beispiel des ersten Großbatteriespeichers in Schwerin Benedikt Pulvermüller,
YOUNICOS AG
11:10 11:25 Erneuerbare Energien im Mix (Wind, Photovoltaik, Biogas) zur Versorgung des ländlichen Raumes in Brandenburg an den Beispielen: Energieautarke Gemeinde Feldheim und Energiepark Falkenthal + Regelenergiekraftwerk Feldheim auf Basis einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer Leistung von 10 MW Renè Just + Dr. Thomas Roßner,
Energiequelle GmbH
11:25 11:45 Erlössituation im aktuellen Markt der Energiespeicher aus der Sicht eines Energieunternehmens (klick) Dr.-Ing. Christoph Schöpfer, Trianel GmbH
11:45 12:00 NACHFRAGEN Moderation Andrea-Liane Spangenberg, Bioenergiedorf-Coaching Brandenburg e.V.
12:00 13:00 MITTAGSPAUSE  
       
III. BLOCK: Speichertechnologien und Praxisbeispiele
13:00 13.45 h Ringwallspeicher (klick) Prof. Dr.-Ing. Matthias Popp
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
13:45 14:00 Pumpspeicherwerke in vorhandenen, künstlichen Strukturen Thomas Weiss, Helmut-Schmidt-Universität
Universität der Bundeswehr Hamburg
Fakultät für Elektrotechnik
Mitarbeiter an der Professur für Elektrische Energiesysteme
14:00 14:15 Power-to-gas-Technologie (klick) Dr. Detlef Bimboes
Ökologische Plattform bei der LINKEN
14:15 14:30 Erfahrungen mit Speichern Dr.-Ing. Brigitte Schmidt,
SolarZentrum Mecklenburg-Vorpommern (angefragt)
14:30 14:45 NACHFRAGEN Moderation Andrea-Liane Spangenberg, Bioenergiedorf-Coaching Brandenburg e.V.
14:45 15:00 KAFFEPAUSE  
       
IV. BLOCK: Finanzierung von Speichern und Wirtschaftlichkeit
14:45 15:00 Finanzierung von Speichern und Wirtschaftlichkeit Dipl.-Kfm. Guido Mumm,
Akis GmbH/Deutsche Leasing AG
15:00 15:15 Förderung von Speichern durch Bund und Land Dr.-Ing. Jochen F. Möller, Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg
15:15 16:00 NACHFRAGEN UND GEMEINSAME DISKUSSION Moderation Andrea-Liane Spangenberg, Bioenergiedorf-Coaching Brandenburg e.V.
ENDE DER VERANSTALTUNG
    Eventuelle Änderungen am Programm bzw. im Programmablauf vorbehalten.  

Ziel der Veranstaltung:

Wissensvermittlung, Vorstellung des Standes der Technik, Darstellung verschiedener Technologien, Informationsaustausch, Motivation, Netzwerkherstellung, Finanzierungsratschläge

Zielgruppen:

Amts- und Verantwortungsträger/innen, Verwaltungen, Landwirte, Bürger/innen, Gewerbetreibende, Gemeinden, Institute, Nichtregierungsorganisationen, Parteimitglieder und Funktionäre

Diskussion:

Szenarien erneuerbarer Energieversorgung, Energieautarkie, regionale Versorgung mit Strom, notwendiger und sinnvoller Ausbau von Speichern und Netzen

attac-Sommerakademie

attac lädt ein zur

Sommerakademie 2013 in Hamburg

Termin
24. – 28. Juli 2013

„Die Macht der Märkte und die Ungleichverteilung nehmen immer weiter zu. Unter Maßgabe der Schuldensenkung werden zunehmend öffentliche Güter versilbert und Sozialsysteme in ganz Europa geschliffen. Mit bilateralen Verträgen sichern sich die reichsten Länder den Zugriff auf Rohstoffe auf dem ganzen Erdball. Schulen, Universitäten und die Arbeitswelt werden immer stärker nach wirtschaftlichen Bedürfnissen ausgerichtet. Doch seit kurzem gibt es auch andere Tendenzen: Obwohl sie jahrelang auf den freien Markt schworen, retten und verstaatlichen nun Regierungen auf einmal Banken. Daneben verweisen viele PolitikerInnen heute in ihren Reden auf eine „verantwortungsvolle“ Globalisierung. Was hat das zu bedeuten? Erleben wir eine neue Ausprägung von Globalisierung? …“

siehe auch

Gaskavernenfeld Etzel

Bereits am 7.1.2011 hat der NDR in der Sendung „Gefährliche Gaskavernen?“ über die Befürchtungen der Bürger aus Friedeburg berichtet (siehe auch unseren Beitrag  „BI in Etzel gegen IVG Immobilien AG„). Das Problem sind Setzungen der Gaskavernen und Gefährdungen des Grundwassereinzugsgebietes, in dem neue Kavernen angelegt werden sollen.

Die Frage ist jedoch, warum diese Kavernen nötig sind bzw. in wessen Interessen ihre Anlage liegt. Die Antwort gab die IVG (ungewollt) selbst in ihrer Imagebroschüre. Dort hieß es auf Seite 13 zum „Energiespeicher Etzel“:

„Über die Ende 2010 bestehenden 45 Kavernen mit einem Lagervolumen von rund 25 Mio. m3 Öl und Gas hinaus, werden voraussichtlich bis zum Jahr 2022 weitere ca. 85 Speicherhohlräume im Salzstock Etzel geschaffen. Dies ist aus heutiger Sicht etwa 1/5 des Gesamtvolumens aller deutschen Erdgasspeicher.

Als Partner dieser Broschüre waren neben der IVG Statoil, etzelgas-lager, e-on Gas Storage, OMV und Verbundnetz Gas AG ausgewiesen, deren Geschäft An- und Verkauf, Transport und Lagerung von Erdgas ist. Mit im Geschäft sind auch EnBW, EdF, BP Europe SE, DONG Energy und GAZPROM Germania. [1]

Es geht wieder einmal um viel Geld:

Am 29.5.12 hat die IEA in ihrem Welt-Energie-Ausblick das kommende „goldene Gaszeitalter“ gefeiert. Demnach sollte der Gas-Energieverbrauch von 2010 bis 2035 von 21% auf 25% des Gesamtenergieverbrauches steigen – nicht etwa durch Substitution anderer fossiler Energieträger, sondern als zusätzliche Steigerung. Es wurden verschiedene Szenarien simuliert und obwohl die CO2-Emissionen bei Erdgas geringer sind, als bei anderen fossilen Primärenergieträgern, wird selbst bei dem „Golden Gas“-Szenario die Erderwärmung um 3,5 Grad Celsius ansteigen und die Treibhausgaskonzentration etwa 650 ppm (Teile pro Millionen) Kohlendioxid erreichen. Die Folgen für die Menschheit sind weitaus schwerwiegender, als bei den allgemeinhin akzeptierten zwei Grad Erwärmung.

Diese Überlegungen spielen für die beteiligten Energiekonzerne aber offenbar keine Rolle. Sie setzen weiterhin auf Erdgas und verkaufen diese Strategie als ihren „Beitrag zum Klimaschutz“:

„Erdgas spielt in der heutigen Energieversorgung eine entscheidende Rolle und auch in Zukunft ist es für Europa und Deutschland die Schlüsselenergie, um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen.“

„Die nachhaltige Versorgung mit sauberer, erneuerbarer Energie macht Kavernen wertvoll für den Klimaschutz in Deutschland. Der derzeitige Ausbau der Kavernen ist erforderlich, weil eine sichere Energieversorgung Wachstum und Wohlstand der Menschen in Deutschland gewährleistet.“

Nicht die Ausweitung der Energiebereitstellung  unter Beiteiligung der Erneuerbaren ist die Lösung der zukünftigen Probleme, sondern die Reduktion durch Einsparung des Verbrauches. Dafür reichen allerdings die vorhandenen Gasspeicher aus. Ihr Ausbau dient dagegen der Steigerung des Gasverbrauches und damit der Blockade der Energiewende.

Der Kampf gegen die Ausweitung des Gaskavernenfeldes ist somit auch ein Einsatz für die Energiewende.

Wolfgang Borchardt
10.6.2012


[1↑]   Im Zuge des Insolvenzverfahrens der IVG wurde auch ihre Internetseite neu gestaltet und die Imagebroschüre ist nicht mehr verfügbar. Statt dessen betreibt die IVG die Internetseite „Kavernen-Informationszentrum Etzel„. Dort heißt es jetzt:

Über die 2012 bestehenden 59 Kavernen mit einem geometrischen Lagervolumen von rund 35 Mio. Kubikmetern Öl und Gas hinaus werden in den nächsten Jahren weitere Speicherhohlräume – vor allem für Erdgas – im Salzstock Etzel geschaffen. Bereits heute wird ein beachtlicher Teil des Gesamtvolumens aller deutschen Erdgasreserven in Etzel gespeichert.“