| |
Bericht
vom Bundestreffen der Ökologischen Plattform
Manfred Wolf
Bei ihrem diesjährigen Bundestreffen am 9. und 10. Mai 2009 im
Fichtelgebirge hielt die Ökologische Plattform bei der LINKEN
Rückschau auf ihr 15jähriges Bemühen um ein schärferes ökologisches
Profil der PDS/der Partei DIE LINKE. Die Teilnehmer des Treffens kamen
dabei zu dem Schluß, daß die Partei ihre ökologische
Kompetenz und Einflußnahme auf die Politik durchaus merkbar gestärkt
hat. Nur absolute Ignoranten, wozu leider auch bestimmte Politiker
und Medien gehören, sprechen ihr diese Kompetenz noch ab und tun
ein Übriges dafür, daß diese weitgehend nicht wahrgenommen
wird. Die Teilnehmer stellten mit Befriedigung fest, daß die
Plattform in 15 Jahren stärker geworden ist und gemeinsam mit
anderen ökologisch engagierten Kräften in der Partei gute
Ergebnisse vorweisen kann.
Dennoch meinten sie, daß die ökologischen Positionen der
LINKEN und ihre Politik noch nicht den Anforderungen entsprechen, die
die Umweltsituation unseres Planeten heute eigentlich an eine sozialistische
Partei stellt. Bei anderen Parteien ist das natürlich erst recht
nicht der Fall. Erforderlich wäre, daß DIE LINKE mit ihrer ökologischen
Politik deutlich die Systemfrage stellt, wie es Oskar Lafontaine bereits
2007 auf der Ökokonferenz in Hamburg für DIE LINKE in Anspruch
nahm. Das täte sie dann, wenn sie ihr eigenes ökologisches
Profil noch deutlicher ausprägte. Hinsichtlich der Zielrichtung
und Konsequenz ihrer Politik müßte sie dafür zum Teil
erheblich über die von anderen Parteien mit der Wirtschaft abgestimmten
Margen hinaus gehen. Nur so könnte sie wirklich an den Grenzen
der kapitalistischen Gesellschaft rütteln und für alle noch
besser erkennbar werden.
Gegenwärtig geht es um die Annahme eines solchen Bundestagswahlprogramms
durch den nächsten Parteitag der LINKEN, mit dem auch alle ökologisch
bewußten und engagierten Bürger der Bundesrepublik für
DIE LINKE gewonnen werden können. Die Teilnehmer des Bundestreffens
erwarten, daß sich die betreffenden Mitglieder der Plattform
bis zur Beschlußfassung auf dem Parteitag für eine solche
Qualität des Programms einsetzen.
Durch die Anhörung eines Vortrages machten sich die Teilnehmer
des Treffens mit einem Staudammprojekt am Tigrisfluß in der Türkei
bekannt, an dem auch deutsche Firmen, abgesichert durch eine Hermesbürgschaft,
beteiligt sind. Da dieses Projekt eine Reihe inakzeptabel negative
soziale, ökologische und politische Folgen haben würde, wandten
sie sich mit einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin und an die
zuständigen Minister mit der Forderung, die deutsche Hermesbürgschaft
für alle Aktivitäten in diesem Zusammenhang zurück zu
ziehen. Eine Realisierung dieses Projektes würde nicht nur eine
humanitäre und ökologische, aber auch eine kulturelle und
politische Katastrophe in diesem Gebiet herauf beschwören.
Quelle: Tarantel. Zeitschrift der Ökologischen Plattform, Nr.45
|
|