Erklärung zur Wiederaufnahme der Castor-Transporte

Der SprecherInnenrat der Ökologischen Plattform bei der PDS zur Wiederaufnahme der Castor-Transporte:

Die Einigung auf dem deutsch-französischen Gipfel im Elsass vom 31.1.01 soll offensichtlich als Türöffner für eine neue Serie von Atommüll-Transporten sowohl zwischen Deutschland und Frankreich als auch innerhalb Deutschlands funktionieren. Mit einer internationalen Vereinbahrung im Rücken glaubt die rot-grüne Koalition scheinbar, bei der erneuten Aufnahme der Transporte mit der Anti-Atom-Bewegung leichteres Spiel zu haben. Schließlich seien die Transporte jetzt aus „moralischen und völkerechtlichen Gründen unvermeidlich“, wie Claudia Roth, designierte Parteivorsitzende der Grünen, erklärte, womit sie die zu erwartenden Proteste von vorn herein delegitimieren möchte.

Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Wenige Wochen nach ihrem Konsens mit der Atomwirtschaft darüber, daß Deutschland noch Jahrzehnte der Gefahr einer atomaren Katastrophe ausgesetzt bleiben soll, kann die Regierung den ungelösten Problemen nicht mehr ausweichen. Der Wiederstand formiert sich erneut und möglicherweise machtvoller als vordem. In ihm manifestiert sich die Forderung der Mehrheit des Volkes, mit der ständigen Bedrohung von Leben und Gesundheit der Menschen und der Natur endlich Schluß zu machen.

Wenn die Atomwirtschaft in Deutschland und Frankreich und ihre Helfer in den Regierungen um der Profite willen glauben, das Leben und die Gesundheit der Völker aufs Spiel setzen zu müssen, kann es für diese keine moralischen oder rechtlichen Gründe geben, sich dagegen nicht zu wehren. Das Leben der Völker bedrohende Rechtsakte sind nichtig.

Die Ökologische Plattform bei der PDS steht auf der Seite der Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen, die zum Widerstand aufgerufen haben und ruft ihrerseits ihre Mitstreiter und Sympathisanten auf, sich den geplanten Blockaden und Protesten anzuschließen.

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