Antibiotika in der Tierhaltung: Aigner bemüht sich

Pressemitteilung

von Dr. Kirsten Tackmann (MdB); Sprecherin für Agrarpolitik; Fraktion DIE LINKE. im Bundestag; Berlin, 30.03.2012

„Die Bundesregierung ist bemüht aber zu zögerlich. Selbst kleinste Schritte zur Lösung des Problems will Ministerin Aigner noch nicht gehen,“ kommentiert Dr. Kirsten Tackmann die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. In der Kleinen Anfrage „Maßnahmen zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung“ wurden der Bundesregierung 32 kritische Fragen gestellt (Bundestagsdrucksache 17/8744). Tackmann weiter:

„In der Kleinen Anfrage hat die Linksfraktion viele kritische Fragen auf Anregung von Tierärztinnen und Tierärzten gestellt. Wir wollen die Debatte versachlichen aber konsequent gemeinsam gegen Antibiotika-Missbrauch im Stall vorgehen. Wann der angekündigte Gesetzentwurf endlich dem Bundestag vorgelegt wird, wollte mir die Bundesregierung nicht beantworten. Die Linksfraktion hat ihre Vorschläge zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes bereits im Januar auf den Tisch gelegt.

Leider spricht sich die Bundesregierung nicht für ein Werbeverbot bei verschreibungspflichtigen Tiermedikamenten aus. Dabei könnte ein solches Verbot helfen, unnötige Begehrlichkeiten der tierhaltenden Betriebe zu reduzieren. Genauso wenig will die Regierung Mindeststandards für die tierärztliche Bestandbetreuung gesetzlich verbindlich regeln. Dabei wäre die Integration der veterinärmedizinischen Bestandbetreuung ein wichtiger Schritt um möglichst gesunde Bestände zu haben. Dazu gehört natürlich auch die entsprechende Betreuung durch qualifiziertes landwirtschaftliches Personal und tiergerechte Haltungsbedingungen.

Ich spreche mich für eine klare Trennung zwischen antibiotischen Wirkstoffen aus, wenn diese sowohl beim Menschen als auch beim Tier eingesetzt werden. Das sind 26 Wirkstoffe. Die Antwort der Bundesregierung zeigt ganz klar, dass es dabei nicht zu einem Therapienotstand in den Ställen kommen wird. Also, wieso sollten wir warten und weiterhin ein Risiko eingehen?“

Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linksfraktion finden Sie hier.

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