Sicherheit der Atomenergie in Deutschland

Bereits im April 2012 hat das Bundesamt für Strahlenschutz eine Analyse der Vorkehrungen für den anlagenexternen Notfallschutz für deutsche Kernkraftwerke basierend auf den Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima durchgeführt und die Frage gestellt:

„Welche Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen hat es, wenn radioaktive Stoffe über einen längeren Zeitraum freigesetzt werden? Anhand von Fallbeispielen hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen kerntechnischen Unfall simuliert, dessen radiologische Auswirkungen denen des Unfalls in Fukushima-Daiichi ähneln.“

Dazu wurde ein kerntechnischer Unfall auf Basis der Wetterdaten für Dezember 2010 simuliert. Angenommen wurde, dass ein deutsches Kernkraftwerk für eine Dauer von 15 Tagen Radioaktivität freisetzt. Die Freisetzungs-Szenarien wurden in der Untersuchung so gewählt, dass ihre Auswirkungen der höchsten Stufe 7 (katastrophaler Unfall) auf der internationalen INES-Skala zur Bewertung nuklearer und radiologischer Ereignisse entsprechen.

Die Studie untersucht bei der Analyse von Umfang und Duchführbarkeit von Notfallschutzmaßnahmen:

„… den Umfang und die Durchführbarkeit notwendiger Schutzmaßnahmen. Sie geht damit der Frage nach, inwiefern das bestehende Notfallschutzkonzept in Deutschland für eine dem Unfall in Fukushima-Daiichi ähnelnde radiologische Notfall-Situation gerüstet ist.“

und kommt zu dem Ergebnis:

„Würde sich in Deutschland ein kerntechnischer Unfall mit ähnlich schweren radiologischen Auswirkungen wie im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi ereignen, wären anlagenexterne Notfallschutzmaßnahmen erforderlich.“

Diese Feststellung ist banal, denn ein GAU (=größter anzunehmender Unfall, der „Auslegungsstörfall“) ist genau die Art Störfall, die durch die Bau-/Anlagentechnik noch beherrscht wird. Die Anlagen sind eben für größere Störfälle nicht ausgelegt; diese stellen das Restrisiko dar, das nicht der Anlagenbetreiber, sondern die Gemeinschaft zu tragen hat – so wie der japanische Staat  Tepco jetzt wieder mit weiteren Milliardenhilfen stützen muss.
Weiter heißt es:

„Die Ergebnisse der Studie lassen den Schluss zu, dass die bisherigen Planungen für den anlagenexternen Notfallschutz in Deutschland bei Berücksichtigung der Erfahrungen nach dem Unfall in Fukushima-Daiichi kritisch überprüft und weiterentwickelt werden sollten.“

0der in Klartext:
Die Bundesrepublik Deutschland ist für eine dem Unfall in Fukushima-Daiichi ähnelnde radiologische Notfall-Situation nicht gerüstet.

Das ist auch die Einschätzung in unserem Flyer Deutsche AKW sicher? (klick).

 

Die Studie „Analyse der Vorkehrungen für den anlagenexternen Notfallschutz für deutsche Kernkraftwerke basierend auf den Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima“ kann mensch im Digitalen Online Repositorium und Informations-System (DORIS) des Bundesamtes für Strahlenschutz herunterladen.