Bündnis von NABU und Unternehmen zum Ressourcenschutz

Franz Alt schreibt am 15.3.2013 auf seiner Sonnenseite, dass der NABU gemeinsam mit Unternehmen der grünen Zukunftstechnologien das Bündnis „Allianz Ressourcenschonung“ gegründet hat.

„Der Rohstoffverbrauch ist enorm: Wir bräuchten 2,7 Erden, wenn weltweit so gewirtschaftet würde wie heute in Deutschland.

Aus diesem Grund hat , das sich für eine ökologisch-soziale Rohstoffpolitik einsetzt. Die bislang zwölf Mitglieder der Initiative haben sich am heutigen Dienstag erstmals bei einer Konferenz in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert und eine gemeinsame Erklärung verabschiedet.

In der Erklärung heißt es mit Bezug auf den gegenwärtigen Ressourcenverbrauch:

„Deswegen müssen wir jetzt umsteuern. Das betrifft Unternehmen und in ebenso großem Maße die nationale und internationale Politik, die endlich den Rahmen setzen muss, um den Ressourcenverbrauch kontinuierlich und wirkungsvoll zurückzufahren. …
Wir betrachten mit Besorgnis, dass trotz dieser kritischen Situation noch immer Belange des Umweltschutzes, wirtschaftliche Belange und Partikularinteressen in der politischen Debatte gegeneinander ausgespielt werden, z. B. wenn Ressourcensteuern oder dringend benötigte Transparenzpflichten für die extraktive Industrie als wirtschaftsschädigend gebrandmarkt und tabuisiert werden. Wir halten dies nicht für gerechtfertigt, vielmehr sehen wir die Notwendigkeit, wirtschaftliche und ökologische Belange gemeinsam zu betrachten. So hängt einerseits die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen von der Verfügbarkeit der natürlichen Ressourcen und von funktionsfähigen Ökosystemen ab. Andererseits können wertvolle Naturräume nur bewahrt werden, wenn Unternehmen und Konsumenten Verantwortung für die Gemeingüter übernehmen.“

Nach Selbstverpflichtungen der teilnehmenden Unternehmen wird von der Politik gefordert:

„Die Bundesregierung suggeriert mit dem Deutschen Ressourceneffizienzprogramm sowie mit ihrer Rohstoffstrategie, dass die Gefahren einer Übernutzung der natürlichen Ressourcen im Wesentlichen durch technologische Effizienzgewinne sowie durch die Extraktion von immer neuen Rohstoffvorkommen beseitigt werden können. Wir halten diese Auffassung nicht für hinreichend, um den Ressourcenverbrauch im erforderlichen Maß zu senken, da im Durchschnitt mehr als 50 Prozent der erzielten Effizienzgewinne durch Rebound-Effekte wieder verpuffen. Die großen Chancen, die Umweltinnovationen für den Wandel in Richtung einer Green Economy bieten, müssen daher durch zusätzliche Maßnahmen zu Bekämpfung von Rebound-Effekten ergänzt werden.

Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu gewährleisten, müssen politische Leitplanken geschaffen werden. Diese müssen dazu führen dass die Inanspruchnahme von Ressourcen durch ein verpflichtende Inventarisierung entlang der Wertschöpfungskette bei allen Wettbewerbern transparent gemacht wird. Dieser von der Politik anzustoßende Prozess ist die Grundlage für die Wirksamkeit weiterer politischer Hilfestellungen für eine ressourcenschonende Wirtschaft.

Die Internalisierung von Kosten der Inanspruchnahme von Ressourcen sehen wir als notwendiges Leitprinzip an. Nur dadurch werden Leistungen der Ökosysteme und andere natürliche Ressourcen überhaupt zum relevanten Parameter für unternehmerische Entscheidungen. Diese Kostenwahrheit ist nur mit transparenten Daten und daraus abgeleiteten Informationen und Indikatoren so-wie einschlägigen politischen Maßnahmen möglich.“
Download der Erklärung

Ohne das Bündnis in irgend einer Weise  schlecht machen zu wollen, sind dieser Stelle Zweifel angesagt: Die elf teilnehmenden Unternehmen (Bau-Fritz GmbH & Co. KG, CREE GmbH, Die Möbelmacher GmbH, Duales System Holding, Ecoresign, KONVEKTA AG, Phönix SonnenWärme AG, Remondis, Rhomberg Bau GmbH, VACU-ISOTEC KG und Werner & Mertz GmbH) sind für „die Wirtschaft“ keineswegs repräsentativ: Sie sind bereits seit längerer Zeit entweder im Umweltschutz wirtschaftlich aktiv oder haben eigene Aktivitäten im Unternehmen entwickelt.

Selbstverpflichtungen der Wirtschaft haben in den letzten Jahren nicht allzu viel gebracht. In dem Bündnis sind „Leuchttürme ökologischen Wirtschaftens“ zusammengeschlossenen. Sie werden für die Mehrheit der Unternehmen nur dann zur Orientierung eigenen Handelns, wenn wir (die Kunden) das durch unser Einkaufsverhalten fordern – oder wenn die Ressourcen so knapp und teuer werden, dass es nicht mehr anders geht. Ob so ein Zustand unserer Welt „erfreulich“ sein wird, ist fraglich.

Verantwortungsvolle Politik würde zumindest einen ergänzenden Ordnungsrahmen setzen, um zusätzlichen Druck in diese Richtung auszuüben. Das, was der Bundesregierung dazu einfällt, wird dem keinesfalls gerecht.

Wolfgang Borchardt
31.3.2013

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