Stell dir vor… Riss im AKW Grohnde

Atomkraftgegner starten Katastrophenszenario

Katastrophenszenario GrohndeHameln. 5.3.2013, 19 Uhr.

Atomkraftgegner haben heute Abend um 19 Uhr einen Riss an das AKW Grohnde geworfen und damit mit ein Katastrophenszenario begonnen. Nach diesem Szenario hat ein (Not-)Stromausfall heute Abend  zum Stillstand aller  Pumpen in der Anlage und zur Schnellabschaltung des Reaktors geführt. Eine Kernschmelze mit anschließender Freisetzung von Radioaktivität kann in den nächsten Stunden nicht ausgeschlossen werden. Die in Windrichtung liegen Bewohner der Landkreise Hameln-Pyrmont und Minden-Lübbecke, Schaumburg und die Region Hannover werden vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland vorsorglich aufgefordert in ihren Häusern aufzusuchen und Fenster und Türen zu schließen und Haustiere und Vieh aufzustallen wie es in die offiziellen Katastrophenschutzunterlagen in besten Amtsdeutsch heißt. Gemeint ist, die Tiere in den Stall zu bringen.

Katastrophen-Szenario, Bulletin No. 2

Stell dir vor… Jodtabletten müssten jetzt eingenommen werden!
Atomkraftgegner starten Katastrophenszenario

Hameln. 5.3.2013, 21 Uhr. Im Katastrophenszenario der Regionalkonferenz Grohnde konnte der schwere Störfall immer noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Die Behörden versichern gegenüber der Bevölkerung im 25 km Radius, dass zwar keine radioaktiven Freisetzungen stattgefunden hätten und fordern die Bevölkerung jedoch auf, sich auf die Einnahme von Jodtabletten vorzubereiten. Die Tabletten müssen 6 Std. vor Eintreffen der radioaktiven Wolke eingenommen werden. Zur Verteilung in der Fernzone (25-100km um das AKW Grohnde) veranschlagen die Behörden 12 Stunden. Die ersten 4-5 Stunden werden veranschlagt, um die Entscheidung zu treffen und Hubschrauber anzufordern, die die Jodtabletten palettenweise vom Fliegerhorst Wunstorf dann zu den Hauptanlieferpunkten in Niedersachsen der Region Hannover, Hildesheim, Northeim, und Göttingen bringen. Jede 400 kg schwere Palette enthält 357.000 Jodtabletten in 119 Großpackungen mit 500 Blister á 6 Tabletten. Allein in der Region und Landeshauptstadt Hannover sollen 219.000 Blister mit über 1,3 Mio. Jodtabletten verteilt werden.

In der Zentral- und Mittelzone 10 km um den Reaktor hat ereignisunabhängig eine Vorverteilung stattgefunden für Menschen bis 45 Jahren stattgefunden.  Darüber hinaus sollen jetzt Jodtabletten in der Zentral- , Mittel- und Außenzone bis 25 km durch die Gemeinden abgeholt und in Wahllokale an die Bevölkerung bis 45 Jahre verteilt werden. Für jede Hausgemeinschaft sollte nur ein Erwachsener die Abholung der Tabletten übernehmen. Hoffentlich ist er rechtzeitig wieder zu Hause, bevor in den nächsten Stunden die radioaktive Wolke kommt. In der Zentral- und Mittelzone 10 km um den Reaktor wohnen fast 40.000 Menschen, die mit 13.350 Packungen versorgt werden müssen. Im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont leben 88.000 Menschen im Alter bis 45 Jahren, die 28.750 Haushaltspackungen bräuchten. In Marienau lagern laut Katastrophenschutzplan 43.000 Packungen.

Bulletin No. 3 / Mittwoch 06. März 2013, 1.00 Uhr

Stell dir vor… Radioaktive Stoffe freigesetzt!

Hameln. 6.3.2013, 1 Uhr. Nach dem Katastrophenszenario der Regionalkonferenz Grohnde abschalten sind bei einem Unfall radioaktive Stoffe freigesetzt worden. In den Katastrophenschutzplänen wird eine Freisetzung von Radradioaktivität innerhalb von 6 Stunden „als schnell ablaufendes Ereignis“ bezeichnet. Bei Durchzug der radioaktiven Wolke soll der Aufenthalt in Häusern und Gebäuden Schutz vor direkter Kontamination bieten. Die Strahlenbelastung soll durch die Abschirmwirkung der Wände reduziert werden. Nach Berechnungen der Physikerin Oda Becker kann es trotzdem in bis zu etwa 8 km Entfernung zu tödlicher Strahlung beim Einatmen radioaktiver Luft kommen. Bei Verlassen der Wohnung wäre die Radioaktivität noch höher. Ein Dilemma, dass nur dadurch vermieden werden kann, dass das AKW abgeschaltet wird, bevor es zu einem Unfall kommt.

Bulletin No. 4 / Mittwoch 06. März 2013, 8.00 Uhr

Stell dir vor… Radioaktive Wolke erreicht Hannover! Selbst die Jodtabletten kämen zu spät!

Hannover. 6.3.2013, 8 Uhr. Nach dem Katastrophenszenario der „Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten“ hat die radioaktive Wolke bei den derzeit herrschenden süd-östlichen Windrichtungen und selbst bei schwachem Wind 2-3 (8 km/h) gegen 4 Uhr das 25 km entfernte Springe in der Region Hannover und Rinteln im Landkreis Schaumburg und gegen 7 Uhr den 45 km entfernten Hauptbahnhof von Hannover und die Stadt Minden (NRW) erreicht. Dabei hat Nordrhein-Westfalen noch nicht einmal die Vorgabe des Bundes von 2008 umgesetzt, Fernzonen 25km – 100km um das AKW einzurichten, in denen dann Jodtabletten an Kinder und Schwangere ausgegeben werden sollen.

Die Radioaktivitätsmessungen durch das bundesweite Ortsdosisleistung- (ODL)- Messstationensystem (odlinfo.bfs.de) haben ergeben, dass nicht nur das von Grohnde 10 km entfernte Hameln, sondern ebenso Springe, Rinteln und die Landeshauptstadt wegen des Überschreitens der Eingreifrichtwerte hätten evakuiert werden müssen. Die Katastrophenschützer sind völlig überfordert, die Krankenhäuser überfüllt und die 22 vorgesehen Betten in der MHH Hannover für akut Strahlenerkrankte, alles Arbeiter im AKW Grohnde, reichen nicht aus.

Wie hätten die Behörden die BewohnerInnen nachts gewarnt werden können? Mit Ende des Kalten Krieges hat der Bund nach 1990 die Finanzierung von Sirenen mit ABC-Alarm eingestellt und den Kommunen überlassen. In Großstädten sind Feuerwehr-Sirenen durch Pieper-Alarmierung abgelöst worden. Die vom 25km-Radius tangierte Region Hannover plant, die Bevölkerung mit Lautsprecherwagen zu informieren. Wenn der Super-Gau schon eingesetzt hat, würden diese ebenso nicht durchkommen, wie Feueurwehrautos, die in der Fernzone (25-100km-Radius) Jodtabletten von Hubschrauberanlieferpunkten bis 9 Uhr an Ausgabestellen wie Wahllokale ausliefern sollen. Selbst wenn sie  trotz Super-Gau-Stau durchkämen, kämen sie zu spät, denn die Jodtabletten sollten spätestens 5 Stunden vor Eintreffen der radioaktiven Wolke eingenommen werden. Um die Tabletten abzuholen, müsste die Bevölkerung jedoch das Haus verlassen, was sie auf Grund der durchziehenden radioaktiven Wolke aber eingentlich vermeiden sollte. Zudem können sie nur Schilddrüsenkrebs vermeiden, nicht andere Krebsarten oder gesundheitliche Strahlenfolgen. Die Jodtabletten sind in der Fernzone nur für Kinder bis 18 Jahren und Schwangere vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind nicht geplant, obwohl das Bundesamt für Strahlenschutz in einer Studie nachgewiesen hat, dass ein Verbleiben im Haus in bis zu 100 km Entfernung notwendig werden kann.


Tobias Darge
Pressekontakt
Regionalkonferenz „AKW Grohnde abschalten“
www.grohnde-kampagne.de

Handy: 0176 / 24249815

…wird fortgesetzt.

Schöne Grüße…

Thomas Erbe
Grohnde-Kampagne (Orga-Büro)
c/o Natur- und Umweltschutzzentrum
Berliner Platz 4, 31785 Hameln
05151-809260, 0151-56591447
thomas.erbe@grohnde-kampagne.de

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