Pflanzenschutz muss ökologisch vertretbar sein!

Pressemitteilung von Alexander Süßmair, MdB (DIE LINKE) Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum „Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“

„Wir verfügen heute über vielfältige chemische Mittel zum Pflanzenschutz. Das ist grundsätzlich auch gut so, um die Ernährung der Bevölkerung zu sichern. Aber diese haben auch negative, schädliche Auswirkungen für Menschen, Tiere und Umwelt.

Ein Beispiel: Gestern hat der BUND in Berlin eine Studie vorgestellt. In 18 Ländern Europas wurde der Urin von Großstadtbewohnerinnen und -bewohnern auf Glyphosat, besser bekannt unter dem Namen „Round-up“, untersucht. In Deutschland waren 70 Prozent der Proben belastet, der Durchschnitt lag bei 44 Prozent. Nun mehren sich die Anzeichen, dass das Mittel doch gefährlicher ist als bisher angenommen. Die Verwendung von Glyphosat hat sich seit 1993 verfünffacht und inzwischen ist er weltweit der meistgenutzte Herbizid. Ein Mittel, das in Ausnahmefällen sinnvolle Dienste erweisen kann, ist zur Regel geworden. Vor allem in Kleingärten ist die Verwendung derartiger Pflanzenschutzmittel nicht zu rechtfertigen und ein Verbot unumgänglich.

Leider handelte die Regierung mit dem Aktionsplan, mal wieder nur auf Druck aus Brüssel. Im Aktionsplan steht immerhin, dass ökologische und integrierte Pflanzenschutzverfahren entwickelt werden sollen, die mit nur geringen Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln auskommen. Bis 2023 soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 30% verringert werden. Ein ehrgeiziges Ziel!

Wenn die Bundesregierung ihren eigenen Aktionsplan ernst nimmt, muss sie endlich mehr als bisher die Forschung im Ökolandbau unterstützen und den ökologischen Landbau stärker fördern! Ziel muss Ziel sein, dass 20% der Bundesmittel für die Agrarforschung dem Ökolandbau zugute kommen. Sonst sind das alles nur Lippenbekenntnisse!
Wir aber werden Sie beim Wort nehmen! DIE LINKE wird genau hinsehen, wie die Bundesregierung den Plan umsetzt. Die Ziele des Plans müssen verwirklicht und nicht den Kapitalinteressen der Agrar- und Chemielobby geopfert werden.“

Alexander Süßmair, MdB
Berlin, 14.06.2013

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