Kommentare zu „Windenergie im Wald“

Irgendwie merkwürdig, dass die „Naturschützer“ gegen alles sind, was Energie liefern könnte.
Ich verfolge das seit Jahren beim Thema Biomasse. Da sind sie auch gegen jeden Eingriff in den Wald. Zum Teil mit merkwürdigen Begründungen. Am liebsten hätten sie nur unberührten Urwald, der sich selbst überlassen bleibt.
Wir haben aber nunmal eine „Kulturlandschaft“ in der auch der Wald ein produktives Element darstellt. Die Biomasseproduktion (und damit Kohlendioxidbindung) von jungen Wäldern ist um ein vielfaches höher als bei alten Bäumen. Diese geraten in ein Gleichgewicht und stellen dann nur noch einen Speicher dar, aber Assimilation und Abbau halten sich die Waage. Ein Nullsummenspiel.
Diese Daten aus tausenden Veröffentlichungen, die nur Nebelkerzen werfen, herauszudestillieren, ist kein leichtes Unterfangen.
Roland
19.11.14

Alte Wälder sind wohl ein Nullsummenspiel. Am besten ist es also, das Stammholz zu verbauen, am besten in Häuser, damit das gespeicherte CO2 aus dem Kreislauf entfernt wird, die Äste zu verbrennen und die kleinen Äste und das Laub als Dung für den nächsten Wald zu nutzen…
Herzliche Grüße
Helmut Käss
20.11.14

Nicht im Wald, nicht auf dem ‚Feld (wg.Tierschutz) und nicht in der Stadt (wg. Menschenschutz).
Bleibt die Frage: Wo denn? Offshore kostet das Doppelte und ist ökologisch fragwürdig.
Ich höre da immer raus, dann doch lieber das „saubere“ Atom. Unser Restrisiko ist gering und die große Rechnung bezahlen heute die Neger in den Bergwerken Afrikas und morgen unsere Nachkommen (auch dann noch, wenn die Menschkeit schon lange ausgestorben ist).
In tiefer Verzweiflung vor unserem Egoismus
Viktor
21.11.14

Lassen wir zunächst Fakten sprechen. Das Überangebot von Elektroenergie im Verbund ist nicht nur temporär zu sehen. Allein in Deutschland und seinen Nachbarländern besteht derzeit ein Überangebot von 60 Gigawatt, mit dem allein alle bestehenden Stein- und Braunkohlekraftwerke mit einer derzeitigen Gesamtkapazität von rund 50 GW abgeschaltet werden könnten.
Nach Hohmeyer könnte bei ausgewogener Förderpolitik schon 2030 der Gesamtbedarf ohne Treibhausgasemission und ohne Atomenergienutzung gedeckt werden.
Der wirtschaftliche Betrieb von Kohlekraftwerken ist nur deshalb zu erklären, weil wesentlich saubere und günstigere Gaskraftwerke durch klimapolitisch unverantwortlich falsche Besteuerung von CO2 – Emission, durch die letzte und gegenwärtige Bundesregierung, in ihrer Wettbewerbsfähigkeit benachteiligt wird.
Wozu – bei dieser gigantischen Überkapazität – weitere Windräder im Wald? Um die Frage zu beantworten sind grundsätzliche Prioritäten zu ordnen. Neben einer ganzheitlichen Betrachtung sollte Umweltverantwortung aber auch die Betrachtung von Eigentumsverhältnissen, wissenschaftlich-technischen Potentialen und gesamtheitlicher Ressourcen einschließen. Und natürlich sollten wir europäisches Umweltrecht zur eigenen Grundlage unserer Urteilsfähigkeit machen.
Da wäre schon die Frage zu stellen: wer bestimmt den cash-flow von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben Umwelteffizienter Produkte, zu denen sehr wohl auch energieeffiziente Verfahren und Energiespeichertechnik gehören?
Inwieweit sind wir unseren Schulbuchweisheiten verfangen und lehnen wissenschaftlich-technische Lösungen als Utopien ab, weil sie in unser vorherrschendes Denken und in das Profitsystem innovationsfeindlicher Konzerne nicht passen. Eine andere Besteuerung von Mehrverbrauch und Umweltemission und es würde schon bald funktionierende Elektroenergiespeicher geben.
Noch ein Wort zu den Ressourcen: Und natürlich muss die Frage gestellt werden, welchem Bedarf stehen welche Erzeugerkapazitäten gegenüber? Welche Kapazität ist in welchem Maße Grundlastfähig? Und welchem Bedarf und welchen umweltpolitischen Anforderungen soll die Planung eines weiteren Kapazitätsausbaus folgen? Inwieweit sind Mensch und Umwelt von überzogenen Bedarfsplanungen betroffen?
Die regionalen Planungsgemeinschaften verfolgen diesen Ansatz nicht. Für sie regelt`s der Markt. Wer dessen Verwerfungen?
Selbstverständlich gibt es Teilregionalpläne zur Windenergienutzung, die nach hergebrachten Planungsmethoden Flächen zur Aufstellung von WKA bewerten. Die Frage steht hier, inwieweit strömungstechnische und klimatische Untersuchungen von wechselnden Windrichtungen und Fallwinden den gegebenen topografischen Bedingungen angepasst sind, in denen Windräder erbaut werden sollen, um negative Entwicklungen im Mikroklima zu verhindern? Ähnliche spezielle Betrachtungen müssen zu flächenintensiven Solaranlagen, insbesondere in der Nähe zu Schutzgebieten, angestellt werden.
Um die Frage nach negativen Entwicklungen im Mikroklima zu beantworten, gilt es zunächst das betroffene Biotop zu erforschen und großräumige, vor allem politische Grenzen übergreifende, Biotopkartierungen zu schaffen. Die gibt es aber nur im Ausnahmefall. Und um die zu schaffen, braucht es der Mitwirkung und der biologischen Kenntnis von Menschen. Beides bleibt für eine ganzheitliche Umweltbetrachtung aber nur aus Liebe zur Umwelt abrufbar.
Und ist die Erziehung zur Liebe in die Schöpfung nicht auch eine ethische Frage, die uns alle angehen sollte? Schon allein im Interesse unserer Kinder.
Aus diesem Ansatz heraus ist europäisches Umweltrecht geschrieben. Danach hat jede Art ihr Schutzrecht und ihre Lebensberechtigung. Verstöße gegen europäisches Umweltrecht werden teuer, insbesondere für Bundesländer, die dagegen verstoßen.
Soviel zu Rolands Leserbrief, der eine weitverbreitete, aber leider substanzlose irrige Meinung wiederspiegelt, bei der man nur hoffen kann, dass diese von den LINKEN in Regierungsverantwortung nicht übernommen wird.
Hans-Joachim Börner
21.11.14

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