Ende Gelände

Nach der Anti-Kohle-Kette, bei der am 25.4.2015 über 6000 Menschen gegen die Ausweitung der Braunkohletagebaue demonstrierten, kündigt das „Ende Gelände“-Bündnis (https://www.ende-gelaende.org/de/) [1] an, am Wochenende 14. – 16. August in einer Massenaktion die rheinischen Braunkohlebagger zu blockieren. Die Blockade von Europas größten CO2 Emittent – dem rheinischen Revier – wird damit nur wenige Monate vor dem Klimagipfel in Paris stattfinden.

Mit der Aktion kämpft das Bündnis für sofortigen Kohleausstieg und konsequenten Klimaschutz. Martin Weis, einer der Klimaaktivist*innen sagt: „In diesem Jahr werden Politiker*innen auf Bundesebene und beim UN-Gipfel in Paris wieder über das eskalierende Klimachaos reden, ohne angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Doch ungebremste globale Erwärmung führt zu einer unwiderruflichen Zerstörung von Ökosystemen und Lebensgrundlagen und trifft weltweit zuerst die Bevölkerungsgruppen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben.“

Um die deutschen Klimaschutzziele überhaupt noch zu erreichen, hatte das Bundeswirtschaftsministerium erst angekündigt, eine Klimaschutzabgabe zu erheben. „Die Debatte um die Klimaschutzabgabe und der massive Widerstand der Lobbyisten von RWE und Vattenfall dagegen haben nochmal klar gezeigt: Klimaschutz bleibt Handarbeit. Deshalb werden wir im August gemeinsam mit vielen Menschen die Kohlebagger im Rheinland blockieren. Es ist „Ende Gelände“ für die Braunkohle“, sagt Dorothee Häußermann aus dem Vorbereitungskreis der Kampagne.

Vom 14. – 16. August lädt das Bündnis alle Kohlegegner*innen ein, zur Aktion im Rheinland zu kommen. Es wird eine bunte Vielfalt von Aktionsformen geben, von angemeldeter Demonstration bis zur Blockade in der Grube, so dass sich alle beteiligen können. Bei Aktionstrainings in über 50 deutschen und europäischen Städten können sich Interessierte auf die Blockade vorbereiten. Das Bündnis legt Wert auf Transparenz und Sicherheit für alle Beteiligten.

„Ende Gelände – Kolebagger stoppen, Klima schützen“ ist ein Bündnis aus Umweltgruppen, sozialen Initiativen, Postwachstumsprojekten und Einzelpersonen. Es sieht sich als Teil einer internationalen Graswurzelbewegung, die gegen die Verbrennung von fossilen Energieträgern, für Klimagerechtigkeit und für eine globale Energiewende von unten eintritt.


Fussnote(n)


[1↑] „Ende Gelände“ ist eine Aktion im Rahmen der europäischen und weltweiten Graswurzel-Bewegung für Klimagerechtigkeit. Dieses Jahr demonstrieren Menschen überall auf der Welt, dass wirksamer Klimaschutz von unten kommt. Wir warten nicht auf COP 21 und internationale Klimaverträge, denn wir haben gelernt, dass es dort vor allem darum geht, mit dem Klimathema Geld zu verdienen. Ob Ausgleichsmaßnahmen für Zertifikatehandel im Regenwald, CCS (Carbon Capture & Storage), Geoengineering oder elektrifizierten Individualverkehr, immer geht es um Versuche, mit fragwürdigen Klimaschutzmethoden Profite zu machen, oft mit Inkaufnahme weiterer Umweltzerstörung, Vertreibung, Landgrabbing, weltweiter Ungerechtigkeit und Repression.

Die Graswurzel-Bewegung stellt die falschen Lösungen an den Pranger und nimmt nicht nur Regierungen, sondern auch die Corporate Conquistadors und die Corporate Criminals ins Visier.
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