Glyphosat – Wenn Unkrautkiller nicht nur Unkraut killen

Auswirkungen von Glyphosat und anderen Agrochemikalien auf Mensch und Umwelt in Brasilien und Europa

Diskussion / Vortrag mit Prof. Dr. Karen Friedrich (Ärztin), Dr. Kirsten Tackmann (MdB)
Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit dem Forum Umwelt und Entwicklung

In der EU wird seit Monaten darüber gestritten, ob der Unkrautkiller „Glyphosat“ wieder für weitere zehn Jahre zugelassen werden soll. Vor wenigen Jahren galt er vielen noch als relativ harmlos, seit einiger Zeit mehren sich jedoch die Berichte, dass Glyphosat gefährlich sein könnte. Das Krebsinstitut der Weltgesundheitsorganisation kam inzwischen zu dem Schluss: „Wahrscheinlich krebserregend!“

Doch die Anwendungen von Glyphosat in der EU ist nichts im Vergleich zu den Verhältnissen in Südamerika. Dort wird großflächig Gentech-Soja angebaut und das Gift mit Flugzeugen versprüht. Anwohner_innen, Landarbeiter_innen und Verbraucher_innen kommen so in hohen Dosen mit Glyphosat und anderen Agrochemikalien in Kontakt. Prof. Dr. Karen Friedrich wird darüber berichten, welche Auswirkungen diese Form der Landwirtschaft auf die menschliche Gesundheit und die Biodiversität in der Region hat. In ihrer Präsentation wird sie auch auf die Rolle die Forschung eingehen, die einerseits in Studien die Gefahren belegt, an anderer Stelle aber auch eingesetzt wird, um Auswirkungen gezielt zu verschleiern und die Profite von Agrarkonzernen abzusichern.

Gäste:

  • Prof. Dr. Karen Friedrich arbeitet als Ärztin in Brasilien und lehrt an der Universität in Rio de Janeiro. Die auf Toxikologie spezialisierte Biomedizinerin forscht zu den Auswirkungen von Agrochemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Der in Brasilien oft verspritzte und in der EU vor der Wiederzulassung stehende Unkrautkiller Glyphosat steht dabei besonders im Fokus.
  • Dr. Kirsten Tackmann ist Bundestagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Seit 2005 ist sie Mitglied im Agrarausschuss des Parlaments. Die Tierärztin wird über den Wiederzulassungsprozess von Glyphosat und die agrarpolitische Positionen ihrer Fraktion berichten.

Veranstaltungsort

Haus der Demokratie und Menschenrechte,
Greifswalder Straße 4,
10405 Berlin,
Robert-Havemann-Saal

Veranstaltungszeit

29.09.2015 um 19:00 Uhr

Kontakt

Steffen Kühne
Telefon: (030) 44310-402
Fax: (030) 44310-222
E-Mail: kuehne@rosalux.de

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1 Gedanke zu „Glyphosat – Wenn Unkrautkiller nicht nur Unkraut killen“

  1. spuren dieses stoffes wurden auch bei stillenden frauen in der muttermilch gefunden.

    ich darf davon ausgehen, daß dieses chemische produkt sich auch besonders in der kuhmilch und ´den produkten hieraus befindet. kühe erhalten eben dieses soja als sog. eiweißbombe für eine hohe milchproduktion.

    das lebensmittel bzw. importgesetz reicht wohl nicht aus dieses abzustellen.

    natürlich liegt das ursächliche problem bei den konzernen und den regierungen in südamerika.

    monsanto wurde schon aus einem staat „gefeuert“, aber nur weil es die steuerlichen abgaben nicht zahlte.

    gruß
    wolfram richter

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