Tierschutz fängt nicht erst beim Küken an

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann (klick zur Seite von Kirsten Tackmann),
20. Mai 2016

„Für das Schreddern männlicher Eintagsküken gibt es keine gesellschaftliche Akzeptanz mehr, aber ein Ministererlass ist hierfür nicht die richtige Antwort. Stattdessen muss endlich ein bundesweites Verbot auf den Weg gebracht werden“, kommentiert Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster, wonach das systematische Töten männlicher Eintagsküken vereinbar mit dem Tierschutzgesetz sei. Tackmann weiter:

„Bundesminister Schmidt ist jetzt gefordert, den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an die Tierhaltung nachzukommen und verlässliche wie klare gesetzliche Rahmenbedingungen vorzulegen. Statt auf zukünftig marktreife technologische Scheinlösungen – wie die Geschlechtsbestimmung im Ei und die anschließende Aussortierung der männlichen Hühnerembryos – zu setzen, werden zukunftsfähige Konzepte gebraucht. Einen Ausweg aus dem alljährlichen Töten von 50 Millionen Eintagsküken bietet nur das Zweinutzungshuhn mit einer ausgewogenen Fleisch- und Legeleistung, weil damit männliche Küken für die Hähnchenproduktion wieder wirtschaftlich werden. Das löst nicht nur das Problem der Kükentötung, sondern bringt auch mehr Tiergesundheit in den Stall, wie die Bundestierärztekammer kürzlich bestätigte.

Die Aufzucht und Vermarktung der Brüder der Legehennen ist ein akzeptabler Weg. Eine Erzeugergemeinschaft in Finkenthal, Landkreis Rostock, hat bereits hunderttausend Bruderhähne eingestallt. Zwei bis vier Cent mehr pro Ei als Querfinanzierung der Hälfte der Mehrkosten ist ein verkraftbarer Beitrag für mehr Tierschutz. Der andere Teil sollte von der Verarbeitungsindustrie und dem Lebensmitteleinzelhandel aufgebracht werden.“

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