Wildbrücken an der A 24

Dringender Handlungsbedarf

Grüne Liga Brandenburg; 25.8.2016

Nachdem jetzt innerhalb eines Jahres bereits der dritte Wolf dem Verkehr auf der A24 zum Opfer fiel, fordert die Grüne Liga Brandenburg e. V. Konsequenzen. Alle drei Vorfälle ereigneten sich in Waldgebieten auf dem Abschnitt der A24 in der Ostprignitz zwischen den Ortschaften Darsikow und Heiligengrabe. Diese Gegend, teilweise unmittelbar angrenzend an das ehemalige Sperrgebiet der Wittstock-Ruppiner Heide, ist dünn besiedelt und äußerst wildreich. Die DDR setzte hier im Wesentlichen eine Trassenplanung aus der Nazizeit um – ohne Rücksicht auf uralte Wanderwege des Wildes. Direkt angrenzend an die A24 befand sich bei Netzeband ein weiteres Sperrgebiet der DDR-Bereitschaftspolizei, welches anscheinend auch Jagdgebiet von Funktionären war. Seit Eröffnung der Autobahn um 1975 gab es hier immer wieder Wildunfälle.

Während an den Autobahnen Richtung Dresden, Leipzig und Stettin in den letzten Jahren Wildbrücken errichtet wurden, gibt es auf der ganzen Länge der A24 innerhalb Brandenburgs bis heute keine Möglichkeit für die Tierwelt, Gene über die Autobahn hinweg auszutauschen. Immer weiter zunehmender Verkehr erhöht den Zerschneidungseffekt. Völlig kontraproduktiv sind jüngst auf einer Strecke von über 25 Kilometer beidseitig zwischen Walsleben und Fretzdorf angelegte Wildschutzzäune. Diese verdrängen das Problem nur in angrenzende Bereiche – was der jüngste Wolfunfall belegt.

Nach Einschätzung der Grünen Liga Brandenburg e. V. sind mindestens zwei Wildbrücken im Verlauf der A24 erforderlich: Im Bereich Darsikow zur Wiederverbindung der Wittstock-Ruppiner Heide mit ihrem südlichsten Ausläufer zwischen Walsleben und der Dosse sowie nördlich von Heiligengrabe. Weiter westlich gibt es an der A 24 wenig Wald und daher weniger Wild, welches von Mecklenburg her einwandert.

„Drei überfahrene Wölfe in einem Jahr sind ein Indiz für eine große Zahl an Tieren, deren Wanderkorridore zerschnitten sind und deren Tod nicht in die Medien gelangt“, so Heinz-Herwig Mascher, Vorsitzender der Grünen Liga Brandenburg e. V., „Wildbrücken sind die einzige Chance, die Lebensräume der am Boden lebenden Arten wieder zu verbinden, Genaustausch zu ermöglichen und außerdem das Kollisionsrisiko mit Tieren auf der Autobahn zu verringern. Ich appelliere an die Verantwortlichen, insbesondere die für Verkehr und Umwelt zuständigen Minister, endlich zu handeln.“

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