Selbst-Abschaffung des Menschen

Die Technik hatte ja mal einen Sinn und Zweck, nämlich den Menschen vor den Widrigkeiten der Natur besser zu schützen, ihn von

  • gefährlichen
  • schweren
  • abstumpfenden

Arbeiten zu befreien und ihm Zeit zu schaffen zur Verwirklichung von inneren Neigungen und Talenten, die jenseits materieller Bedürfnisse liegen.
Dazu gehört auch die Beschäftigung mit sich selbst:

  • wer bin ich eigentlich?
  • was hat es mit diesem ganzen Leben eigentlich auf sich?

und die Erkundung des Zwischenmenschlichen:

  • was verbindet oder trennt mich mit/von dem oder jenem anderen Menschen?
  • wie können wir uns gegenseitig tiefer verstehen?
  • wie gestalten wir unser Verhältnis?

Dieser Sinn und Zweck wurde allerdings völlig aus den Augen verloren: Die Technik ermöglichte die immer schnellere Abwicklung des einzelnen Arbeitsganges/der einzelnen Produktion. Die dadurch frei gewordene Zeit wurde aber nicht im oben angedeuteten Sinn genutzt, sondern durch käuflich zu erwerbenden Produkte der (nun erstmals in der ganzen MenschheitsSich-geschichte entstehenden) “Freizeit- und Unterhaltungsindustrie” gefüllt.
Zum andern wurde die frei gewordene Zeit verwendet, um die Technik weiter zu optimieren zwecks weiterer Zeiteinsparung, und die neuerlich gewonnene Zeit wieder zwecks weiterer Zeiteinsparung usw.  –  ein sich zu immer irrwitzigerem Tempo selbst beschleunigender Prozess.
“Der Mensch” wird zu einem veralteten, belächelten Phänomen, die Technik zum Selbstzweck.

Längst beschränkt sich die Technisierung nicht auf unangenehme Arbeiten. Auch bisherige Felder menschlicher Kreativität werden Maschinen übertragen. Auch in der Sphäre des Gefühls werden sie eingesetzt: sprechende Roboter, die in der Pflege nicht nur für materielle Aufgaben, sondern für “Zuwendung” zuständig sind.

Es ist nur folgerichtig, dass wir in Zukunft auch Sex und Liebe nicht mehr selber machen müssen, sondern Maschinen auch dies für uns tun. – Hierzu der Artikel Faksimile aus der Volksstimme 21.12.2016

Wir befinden uns in einer unvorstellbaren Verwirrung. Wir zerstören nicht nur Umwelt und Klima, sondern uns selber.

Besinnliche Weihnachtstage wünscht
Christfried Lenz