kein Konsens

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Hambi ist vielleicht gerettet – unsere Welt geht unter.
Was die Kohlekommission da vorgelegt hat, ist kein Konsens! 

Die weltweiten Proteste der jungen Generation, die nach dem Vorbild der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg jeden Freitag für ihre Zukunft kämpft, haben uns Hoffnung gemacht1. Umso trauriger und wütender sind wir über dieses Desaster, auf das sich die Kohlekommission geeinigt hat: noch 20 Jahre Kohleverbrennung, Unklarheit darüber, ob Wald und Dörfer bleiben, Entschädigungen in Milliardenhöhe für Kohlekraftwerke, die eh abgeschaltet werden sollten oder nie ans Netz gegangen wären. Das 1,5°-Ziel werden wir so nicht erreichen. Es ist jetzt auch an uns, dieses Schreckensszenario niemals Realität werden zu lassen! In den kommenden Tagen ist Raum dafür, eure Ohnmacht in kreative Aktionen zu verwandeln. Mit den Ortsgruppen in eurer Stadt könnt ihr eure Wut auf die Straße tragen.

Protest auf die Straße

In Hamburg wurde am Sonntag bereits der Kohle- und Erzhafen besetzt, es wurden bundesweite Proteste in Berlin, Bielefeld, Köln, Leipzig, München, Essen, Bonn und weiteren Städten angekündigt. Hier findet ihr den Aufruf und aktuelle Infos zu geplanten Aktionen: https://www.ende-gelaende.org/de/news/aufruf-zur-aktionswoche/#main

Zeigt, dass dieser Kompromiss zu Lasten des Klimaschutzes kein Konsens ist! Zeigt, dass ihr nicht damit einverstanden seid, die Zukunft des Planeten zu verspielen. Vom 01.02 bis zum 10.02. werden in ganz Deutschland Proteste gegen das Ergebnis der Kohlekommission stattfinden. Zum Auftakt werden wir zunächst am Freitag, den 01.02. in Berlin am Bundesministerium für Wirtschaft und Energie starten.

Dort, am Tagungsort der Kohlekommission, wollen wir zeigen, dass der Konflikt um die Kohle noch nicht befriedet ist. Danach werden Aktionen in Leipzig, Hamburg, München und Köln starten, gefolgt von einer dezentralen Aktionswoche im gesamten Bundesgebiet. Macht mit, informiert euch bei euren lokalen Klimagruppen über deren Vorhaben oder organisiert eure eigenen Aktionen. Beteiligt euch, und zeigt, dass die Zukunft des Klimas nicht durch einige wenige bestimmt wird, sondern durch uns alle!

Wenn es in eurer Stadt noch keine Aktion gibt: fangt jetzt an, sie zu planen! Wenn es noch keine Klimagruppe gibt: gründet eine!
Wenn du dabei Unterstützung brauchst, meldet euch bei einer bestehenden Ortsgruppe oder hier: https://www.ende-gelaende.org/de/mitmachen/ortsgruppen/

Wenn ihr außerdem Lust habt, „hinter die Kulissen“ zu schauen und den Ende-Gelände-Prozess 2019  mitzugestalten, dann laden wir euch herzlich ein, vom 15.-17. Februar zum Bündnistreffen nach Freiburg zu kommen.
https://www.ende-gelaende.org/events/buendnistreffen-3/

weitere Informationen:
www.ende-gelaende.org


  1. siehe auch: https://www.oekologische-plattform.de/2019/01/schulstreiks-fuer-einen-planeten-auf-dem-wir-gerne-leben/ 

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4 Gedanken zu „kein Konsens“

  1. Ein Kohleausstieg bis 2038 ist verantwortungslos und wird der Dringlichkeit des Problems in keiner Weise gerecht. Bitte die Petition (Kohleausstieg bis 2030! Verbrennung bis 2038 ist kein Konsens!) unterstützen und verteilen.
    Wir haben jetzt, am 10.Februar 2019, um 23.00 Uhr in Berlin eine Außentemperatur von 11 Grad. Offensichtlich ist die Erderwärmung bereits in eine neue Phase eingetreten. Doch die Gesellschaft befindet sich nachwievor im Wachkoma!
    Bitte wach werden, bitte wecken!

    Beste Grüße

  2. Hallo Leute,

    mir geht das Geschrei über die Internetseite hinsichtlich des Untergangs der Erde wegen des Kohlekompromisses in Deutschland mächtig auf die Nerven.
    Immerhin ist doch etwas erreicht worden. Das Geschrei kommt ohnehin 30 Jahre zu spät. Mir ging und geht auch das Geschrei um den Hambacher Forst auf den Zeiger. Das ist alles wahrhaftig ganz großes Kino.
    Ein sukzessiver Ausstieg aus der Stromproduktion mit Kohle ist das, was ohne Zusammenbruch der gesellschaftlichen und technischen Strukturen machbar ist.
    Vielleicht kann man aus 2038 noch 2030 machen, aber das ist ja auch keine Lösung zum Erreichen des auf reinen Modellrechnungen basierenden 1,5°-Ziels. (zur geringen Härte der prognostizierten Temperaturanstiege lasse ich mich hier nicht aus.)
    Vom Importstopp für Kohle- und Atomstrom ist nicht die Rede, wenn ich das richtig verstehe. Heißt also übersetzt, dass wir auch nach 2038 zur Beheizung unserer Wohnungen und zur Stromerzeugung neben Erdgas und Erdöl auch weiter Kohle und Atom als Energieträger haben werden, also so oder so noch ordentlich CO2 in die Luft blasen werden.
    Wer glaubt, dass der gesamte Primärenergieverbrauch selbst bei Wegfall von 25% Eigenverbrauch und Wirkungsgradverlusten, über Wind zu decken ist, vielleicht noch mit einer elektrischen KfZ-Flotte und irgendwie nachhaltig erzeugten Treibstoffen für Flugzeuge, Militär, Landwirtschaft und Schifffahrt, und dabei noch von Emissionsfreiheit durch Windkraft schwafelt (die in unseren Breiten nur als Nischenprodukt bedeutsame Photovoltaik lasse ich mal ganz außen vor), der hat, pardon, nicht die geringste Vorstellung von den Dimensionen, um die es da geht. Zumal Kernkraft ja dann auch nicht mehr existiert.
    Zum Verständnis:
    https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Infografiken/Energie/Energiedaten/Energiegewinnung-und-Energieverbrauch/energiedaten-energiegewinnung-verbrauch-03.html
    JEDER „AKTIVIST“ SOLLTE SICH TÄGLICH INTENSIV DIESES DIAGRAMM ANSCHAUEN, BIS ER ES VERSTEHT!!!
    Gerade mal 22% des deutschen Primärenergieverbrauchs sind der Kohleverbrennung geschuldet. Gerade mal 3% des Primärenergieverbrauchs werden durch Windkraft bereitgestellt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Wütenden, die ohne geeignete Modelle plump die noch schnellere Abschaltung der Kohlekraftwerke fordern, diese Zahlen noch nicht einmal kennen und deren Bedeutung für die Energiewende erfassen könnten.
    Wenn man das Wirtschaftssystem kippen will und unseren materiellen Wohlstand in Größenordnungen aufgeben (Rückfahren auf etwa 20%-30% also 40er Jahre), wogegen ich persönlich überhaupt nichts habe, dann kann man brüllen.
    Im Dissens mit der Linkspartei, deren Mitglied ich bin, und allen größeren Parteien einschließlich B90/ Grüne halte ich ausschließlich Verzicht für eine Lösung des ökologischen Dilemmas, von dem der Klimawandel nur ein Teil ist. Aber davon, feste Überzeugung meinerseits, wollen die „Aktivisten“ in ihrer übergroßen Mehrheit nichts wissen.
    Die, die hier und anderswo brüllen, sind nicht fähig geschlossene Konzepte aufzuzeigen und für diese einzutreten. Sie brüllen eben nur.
    Und wer mir mit einer künstlich mediengehypten 16-Jährigen, deren Eltern und sie selbst mit Sicherheit einen deutlich ausmachen CO2-Fußabdruck haben, und den weltweiten „Protestaktionen“ der jungen Generation kommt und mir diese als in irgendeiner Weise positiv darstellen will, der sollte dahin gehen, wo so etwas gebraucht wird: in die Werbung, zu den Massenmedien.
    Es geht hier nicht um Umverteilung von Geld, um neue Moral oder Verhinderung eines Bauvorhabens. Dagegen kann man auch mit Brüllen vielleicht erfolgreich agieren. Es geht hier um wirkliche Lösungen für die gigantische technische Herausforderung einer ökologischen Energieversorgung, einer Energieversorgung die derzeit so bestimmend und prägend für unser Leben wie nichts anderes – nicht einmal das Internet – ist. Es müssen Lösungen her: ökologisch verträgliche Speichertechnologien, Verteilung und ökologisch verträgliche Formen der Energieerzeugung. Erst wenn es hier echte Lösungen gibt, kommen wir voran. Die Blockade der Kohleindustrie ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Es gibt auch ganz objektiv echte Probleme. Wenn die „Aktivisten“ sich lautstark dafür einsetzen ab sofort jedes Jahr 15 Mrd. in die entsprechende Forschung zu investieren, dann bin ich dabei. Aber nur brüllen „Abschalten!“ ist mir zu dumm.
    Ich bin nicht daran interessiert irgendwelchen Müll, wie diesen „Protestaufruf“ hier zu lesen. Ich bin auch nicht daran interessiert, regelmäßig das von keiner Ahnung zeugende Loblied auf die Solarindustrie und PV-Anlagen hierzulande auf dieser Website zur Kenntnis nehmen zu müssen. Das sollte anderen Websites aus dem bündnisgrünen Spektrum vorbehalten sein, die damit ein gutes Auskommen für ihre Protagonisten sichern.
    Ich bin ausschließlich interessiert an Informationen zu harten Forschungsergebnissen und weichen, aber klaren und nachvollziehbaren politischen Ideen im Zusammenhang mit ökologischen Problemstellungen und hier insbesondere im Zusammenhang mit Fragen einer ökologisch verträglichen Energieversorgung. Ich bin außerdem interessiert an ernsthafter Debatte und nicht nur an Propaganda. Ich bin interessiert an Für und Wider.
    Darf ich damit rechnen, dass sich die Inhalte der ÖPF-Website qualitativ steigern werden oder werden hier weiterhin Beiträge forciert, die einen Wettstreit im Niveau-Limbo vermuten lassen?
    Die ökologische Frage ist die entscheidende der kommenden Jahrzehnte. Aber auf diesem Niveau werden wir sie nicht erörtern geschweige denn lösen können.
    Mit freundlichem Gruß
    Reimar Pflanz

    P.S. Ich würde mich z.B. sehr über eine vertiefende Erörterung zu ökologischen und klimatologischen Folgen des Fliegens in großer Höhe erfreuen, denn es gibt, so scheint mir, auch eine ziemlich gute Korrelation zwischen Luftverkehr und Temperaturzunahme. Aber DAS will ja nun wirklich kaum einer zur Kenntnis nehmen. ENDE GELÄNDE zum Beispiel konzentriert sich ja – möglicherweise bedingt durch ein stark eingeengtes Blickfeld Richtung Boden – ausschließlich auf unterirdische Problemstellungen.

    • Wir unterdrücken keine Meinungen, solange sie nicht den Grundsätzen der Ökologischen Plattform widersprechen (siehe https://www.oekologische-plattform.de/uber-uns/grundungserklarung-der-okologischen-plattform-bei-der-pds/ und https://www.oekologische-plattform.de/uber-uns/satzung-der-okologischen-plattform-bei-der-linken/).
      Aus diesem Grund erscheint selbst dieser Kommentar, obwohl seine gesamte Sprache an der Grenze dessen ist, was wir in unserer Gründungserklärung beschlossen haben: „Dabei sollen Identität und Autonomie jeder Gruppierung und jedes Mitstreiters gewahrt bleiben und die Suche nach neuen Lösungsmöglichkeiten von gegenseitiger Achtung und Toleranz geprägt sein.“
      Diese einmalige Veröffentlichung ist aber kein Freibrief für künftige derartige „Diskussionsbeiträge“.
      Zu seinem Inhalt nur so viel:

      1. Auf unserer Internetseite behandeln wir die verschiedensten Themen. Ihre Intensität hängt aber auch davon ab, was gerade politisch aktuell ist.
      2. Menschen, für die unser „Müll“ so ärgerlich sind, wie für Reimar Pflanz, können ihr Newsletterabo einfach kündigen. Ein Link dazu findet sich in jeder Mitteilung.

      Als Einladung zu einer unvoreingenommenen, sachlichen Diskussion sehe ich den Kommentar nicht.

  3. Danke, aus vollster Überzeugung!
    Habe heute für LIBELL im gleichen Sinne ausführlich redaktionell interveniert. Aus meiner Sicht sollten wir beraten wie wir „Fridays for Future“ aktiv vor Ort unterstützen könnten? Das sollte aber auch als Bildungsvorhaben in ganzheitlicher Ökologie von uns bundesweit erfolgen.
    Lasst uns über den richtigen Weg beraten. Wir wären bei einem Erfahrungsaustausch gern dabei, um gemeinsames Handeln zu beraten und zu vereinbaren
    Würde mich auf eine Antwort freuen.
    Mit freundlichen, ökologischen Grüssen

    H.-J. Börner

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