Wohnraumkosten im Weltwirtschaftsforum angekommen

„The cost of housing is tearing our society apart“ (zu deutsch: Die Kosten für Wohnraum zerreißen unsere Gesellschaft) lautet ein Beitrag auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums. Das Kapital hat die Sprengkraft unbezahlbarer Mieten offenbar erkannt.

Der Artikel „The cost of housing is tearing our society apart“ für das Weltwirtschaftsforum 1)https://www.weforum.org/agenda/2019/01/why-housing-appreciation-is-killing-housing/ beschreibt die Entwicklung der Wohnraumkosten vor allem in den USA.

Interessant sind die Schlussfolgerungen:

  • „Ein besserer Schutz der Mieter, der Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und eine strengere Regulierung des Hypothekenmarktes würden die Aufwertung der Wohnimmobilien verlangsamen. 
  • Eine andere Lösung wäre, ausländische Investitionen und Spekulationen zu begrenzen.
  • Ein dramatischerer Eingriff wäre die Umkehrung des Trends, Unternehmen in den Immobilienmarkt eintreten zu lassen und den öffentlichen Landbesitz wieder einzuführen. […] Kommunalverwaltungen und kommunale Organisationen könnten jedoch die kollektive Kaufkraft nutzen, um eine aktive Rolle beim Rückkauf großer Wohnungsbestände zu spielen.2)Ein ähnliches Vorgehen führte in Berlin zur Sicherung von Wohnungen vor dem Zugriff der „Deutsche Wohnen“ (siehe: https://www.berliner-woche.de/friedrichshain/c-bauen/mehr-als-ein-drittel-der-mieter-an-der-karl-marx-allee-stimmt-gestrecktem-erwerb-zu_a195898 und https://www.dwenteignen.de/).
  • Die niederländische Verfassung enthält Bestimmungen, um den Bewohnern angemessene Unterkünfte zu bieten. […] Das niederländische öffentliche Wohnungswesen ist als größter Wohnungslieferant gut positioniert, um Marktpreise festzulegen und auf die wachsenden Wohnbedürfnisse des Landes einzugehen. Dies ist ein interessantes Beispiel für ein funktionierendes großes soziales Wohnsystem in einem entwickelten Land.“

Die Frage ist, wann diese Erkenntnis bei der Kapitalfraktion der deutschen Politiker ankommt…

Fußnoten   [ + ]