60 Monate Waldspaziergang

60 Monate Waldspaziergang

Aktion Klima Termine
Hambacher Wald Karte

kein Ende abzusehen – Appell zur Rettung von Dörfern und Wald

Fünf Jahre Waldspaziergang heißt auch: Sonntag, 12. Mai, 12.00 Uhr:

Wald statt Kohle und Aktion Rote Linie – Rettet den Hambacher Wald!

Foto der Kirche in Manheim
Katholische Pfarrkirche St. Albanus und St. Leonhardus in Manheim (Stadt Kerpen) via Wikimedia; Author: Charlie1965nrw

Seit 60 Monaten führen wir Menschen durch den Wald und die Dörfer, weit mehr als 50000 TeilnehmerInnen waren bisher dabei. Und wir haben vermeintlich viel erreicht. Zwei Jahre hintereinander gab es keine Rodungssaison, der wunderbare Wald steht immer noch. Die Kohlekommission hat seinen Erhalt für „wünschenswert“ erklärt, die Landesregierung NRW möchte die Empfehlung eins zu eins umsetzen. Und RWE prüft den Erhalt des Waldes ebenfalls… so zumindest wird es der Öffentlichkeit vermittelt.

Doch im der Realität sieht es komplett anders aus. Die Bagger kommen immer näher, inzwischen beträgt die Entfernung Schaufelrad/Waldrand an einer Stelle deutlich unter 200 Meter. Legt es RWE wirklich darauf an, den Wald in den Tagebau rutschen zu lassen? Nimmt die Politik das reglos hin, schauen die Gerichte diesem Treiben weiter zu?

Manheim wird weiter täglich ausradiert, in wenigen Wochen soll die Kirche fallen, in Morschenich werden die Gärten verwüstet, die ersten Häuser sind unbewohnbar gemacht worden. Niemals werden die Kohlebagger diese beiden Orte erreichen, wenn die Empfehlungen der Kommission umgesetzt werden. Trotzdem werden tagtäglich weitere unumkehrbare Tatsachen geschaffen. Den verbliebenen Bewohnern der Dörfer am Tagebau Hambach und am Tagebau Garzweiler wird das Leben zur Hölle gemacht. Und das, wo doch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vorgerechnet hat, dass Wald und Dörfer bleiben können, ohne die Energieversorgung des Landes ernsthaft zu gefährden.

Wer gedacht hatte, wir hätten unsere Ziele erreicht, hat sich dramatisch getäuscht. Entschieden ist gar nichts. Die Bagger baggern weiter, das Grundwasser wird weiter abgepumpt, Menschen werden weiter vertrieben, Agrar- und Kulturland wird unwiederbringlich vernichtet.

Und wir werden weiter belogen, erst gestern wurde offiziell von der Landesregierung bestätigt, dass die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Wald im Auftrag von RWE durchgeführt wurde. NRWE? Niemals so offensichtlich wie jetzt. 60000€ hat die Landesregierung an externe Gutachter gezahlt, um Vorwände für den größten und teuersten Polizeieinsatz in der Geschichte NRW´s zu finden. Weitere Stichworte, die Böschungslüge, Polizeieinsätze unter dem Vorwand einer nicht existierenden „Verkehrssicherungspflicht“, unter Polizeischutz gefällte Bäume, massiver Ausbau von waldfremden Pisten im potentiellen FFH-Gebiet…



Das Alles nehme ich erneut zum Anlass für einen eindringlichen Appell an RWE, an die Politik, an die Gewerkschaften und die Kirchen, ihrer  Verantwortung gerecht zu werden, Dörfer und Wald zu retten und für eine  dauerhafte Befriedung der Region zu sorgen.

Es geht um Glaubwürdigkeit, es geht um die Ernsthaftigkeit der Energiewende, es geht um die Bewahrung der Schöpfung.

Im Anhang mein Appell, er geht an führende Vertreter von RWE einschließlich Herrn Schmitz. Dazu an den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, die Bundeskanzlerin Angela Merkel, an die Bischöfe Woelki und Dieser, an den Präses der evangelischen Kirche im Rheinland Rekowski und den Vizepräses Pistorius, an die Vorsitzenden der Gewerkschaften IG BCE und ver.di Michael Vassiliadis und Frank Bsirske, an den Ministerpräsidenten von NRW Armin Laschet, an Christian Lindner und an den Aachener Polizeipräsidenten Dirk Weinspach. Zusätzlich per Mail analle aktuellen Bundestagsabgeordneten, an die Landtagsabgeordneten in Düsseldorf.

Weiterhin versende ich meinen Appell an die bundesweite Presse und an Menschen, die sich seit Jahren mit dem Thema in unterschiedlichster Weise beschäftigen.

Ich bin dankbar

  • wenn Sie als Pressevertreter diesen Appell1)Appell im April 2019 aufgreifen, zum Thema machen, die Bilder der Zerstörung in die Welt bringen, bei RWE, der Politik und den anderen Entscheidungsträgern nachfragen.
  • wenn Sie als Politiker den Appell lesen und schnellstens in Handeln umsetzen.
  • wenn der Appell über möglichst viele Verteiler bei möglichst vielen Menschen ankommt.
  • wenn Sie an einem der kommenden Spaziergänge im Hambacher Wald und in den Dörfern teilnehmen.
    Sie sind herzlich eingeladen, die nächsten Termine sind der 14. April, 12. Mai, 16. Juni, 14. Juli…

Danke für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung.

Für Rückfragen stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung,

mit hoffnungsvollen Grüßen,

Michael Zobel

Naturführer und Waldpädagoge aus Aachen
http://www.naturfuehrung.com
info@zobel-natur.de

Rote Linie (Karte)
Rote Linie bilden!

Sonntag, 12. Mai, 12.00 Uhr, Wald statt Kohle und Rote Linie

*Sei die Rote Linie! Be the Red Line! Sois la Ligne Rouge!*

Bitte alles mitbringen, was rot ist. Rote Kleidung, rote Bänder, rote Tücher, Decken, Mützen, Schals, Luftballons, Stirnbänder, Halstücher, Bildbotschaften
Zwischen 13 und 15.00 Uhr steht und bewegt sich die Rote Linie am Waldrand, nah an den Baggern, an der alten A4 zwischen der Rodungskante und dem Tagebau, unübersehbar, eindrucksvoll, fotogen… viel Presse wird dabei sein, nutzen wir diese Chance, unser Anliegen abermals laut und deutlich klarzumachen:

Rettet den Hambacher Wald!

Treffpunkt 11.30 Uhr in Morschenich, weitere Infos folgen bald…

Zufall? – am Abend des 12. Mai gibt es in München die Welt-Uraufführung des Kinofilms

DIE ROTE LINIE – Widerstand im Hambacher Forst 

Ab 23. Mai bundesweit im Kino!

Fußnoten   [ + ]

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