Einschätzung der Kohle-Einigung vom 15.1.2020

Karikatur. rauchende Schlote, Schwitzen vor'm Ventilator; andere Erdseite wird ausgehöhlt
Braunkohleförderung; ©: sfv / mester

Stichpunkte

Kohlekompromiss massiv zu Gunsten der Kohleindustrie zurechtgeschoben

  • Haup­tbotschaft: Hälfte der Abschal­tungen erst nach 2035! Aus Sicht eines CO2-Budget-Ansatz verheerend!
  • Das bedeutet: Formal wird Min­derung auf GW-Umfang nach Kohle­kompromiss einge­halten. Da aber immer erst kurz vor den Schlüssel-Terminen der Kohle­kommission (2030/2038) abgeschaltet wird, und bis dahin die Kraft­werke durch­laufen werden, wird ungleich mehr CO2 in Atmos­phäre geblasen, als bei linearer Abschal­tung (die laut Empfehlung Kohle­kommission angestrebt werden soll – das war der Kompromiss zum Budget­ansatz).
  • Abschal­tungen 2030 bis 2038 finden mit Ausnahme von Schkopau (2034) erst 2038 statt,
    auch Abschaltungen bis 2030 finden erst 2028/2029 statt (mit Ausnahme Jänschwalde 2025/2027 in Sicherheitsbereitschaft)
  • Besonders der Ausstieg Lausitz wird somit nach hinten verschoben gegenüber einem linearen Abschaltpfad – dadurch werden bei hoher Auslastung wohl alle laufenden Tagebaue komplett ausgekohlt werden (also ohne Welzow 2), entsprechende Wälder und Gemeinden werden verschwinden.
  • 2025 werden im Osten nur max. 4 Mio. t eingespart durch den einen Block Jänschwalde, statt wie in Kohlekommission vereinbart 10 Mio. t
  • Im Rheinland wohl bis 2022 nur 2,8 statt 3,1 GW, Rest soll offensichtlich über kleine Kraftwerke kommen (aber nicht über Schkopau, wie befürchtet, offensichtlich über Brikett-Anlagen im Rheinland)
  • Genaue Abschaltreihenfolge im Rheinland noch unklar (Formulierung sinngemäß „entlang der Nord-Süd-Kohlebahn“ bzw. „entlang der Nord-Süd-Kohlebahn oder Weissweiler“)
  • 2022- und 2030-Ziel der Kohlekommission (verbleibende GW Braunkohle) wird rechnerisch offensichtlich erreicht
  • Hambacher Forst ist gerettet, Dörfer in Garzweiler aber werden weiter abgebaggert
  • Laut sonstiger Informationslage bleibt es dabei, dass mit Datteln 4 (Steinkohle) ein zusätzliches Kohlekraftwerk ans Netz geht
  • Alles nicht kompatibel mit Paris-Zielen
  • Endgültige Entscheidungen zu Entschädigungen steht noch aus (wofür eigentlich, EPH hat sich vollumfänglich durchgesetzt, die Regeln entsprechen ungefähr dem Revierplan des Konzerns, und die Anlagen von RWE sind abgeschrieben?)

Uwe

 

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