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Umweltbewusstsein und Internet

Corona fördert Telearbeit / mehr CO2-Emissionen durch Internet

Infolge verschiedener Formen von Telearbeit, Homeoffice, Telefon- und Videokonferenzen ist das Datenaufkommen im Internet rapide gestiegen. Wie der bayerische Rundfunk am 20.3. berichtete,1)https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/homeoffice-und-streaming-schafft-das-netz-die-corona-krise hat der größte Internetknoten der Welt2)der „Deutsche Commercial Internet Exchange“ (DE-CIX) am 10.3. den bis dahin höchsten Datendurchsatz aller Zeiten registriert. Zwar berichten Medien, dass die Netzressourcen ausreichen,3)https://www.dw.com/de/internet-bis-zum-abwinken-wie-lange-noch/a-52862300 aber die Deutsche Telefonkonferenz meldet z.B. auf ihrer Seite für Neukunden:

„Aufgrund der aktuellen Lage der Corona Krise und den daraus folgenden Tätigkeiten im Homeoffice, hat sich die Nachfrage nach Telefonkonferenzen mehr als verhundertfacht. Unsere Systeme waren immer mit weitreichenden Reserven ausgestattet, doch dieser massive Anstieg war für keinen Anbieter vorhersehbar.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass um unsere Bestandskunden zu schützen, wir derzeit keine neuen Telefonkonferenzräume vergeben können.“

Wir arbeiten mit Hochdruck am Ausbau der Kapazitäten, bitte versuchen Sie es in Kürze erneut.4)https://www.deutsche-telefonkonferenz.de/#signin

und „Facebook und Instagram fahren ihre Übertragungsrate runter“.5)https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article228723861/Coronavirus-Muessen-Streaming-Dienste-jetzt-begrenzt-werden.html

Auch die bis vor Kurzem scheinbar unerschöpflichen Internetressourcen sind begrenzt – ganz abgesehen von dem mit der Nutzung verbundenen Energieverbrauch.6)siehe https://www.oekologische-plattform.de/2020/02/it-und-kommunikationstechnik-auf-dem-weg-zum-groessten-energieverbraucher/ Es hat daher Sinn, auch in Zeiten der Corona-Krise an Ressourcenschonung und Klimaschutz zu denken. Dazu kommen mahnende Stimmen, das längerfristige Problem Erderhitzung nicht aus den Augen zu verlieren und an die Zeit nach der Pandemie zu denken,7)https://foes.de/publikationen/2020/2020-03-FOES-Wirtschaftshilfen-Corona-Krise.pdf denn letztere wird wahrscheinlich überwunden, aber die Erderhitzung kann zeitweilig in Vergessenheit geraten. Dem wollen auch wir entgegen wirken.

Am 17. Februar haben wir aufgerufen zu „einem Wettbewerb zwischen den Umweltverbänden um den sparsamsten Internetauftritt„.8)https://www.oekologische-plattform.de/2020/02/it-und-kommunikationstechnik-auf-dem-weg-zum-groessten-energieverbraucher/ Leider gab es darauf keine Reaktion. Aus diesem Grund haben wir neben unserem eigenen die Internetauftritte der Umweltverbände selbst getestet (und bei dieser Gelegenheit auch die der im Bundestag vertretenen Parteien – siehe unten: Parteien).

Wenngleich wir der Meinung sind, dass individuelles Handeln nicht ausreicht, die Erderhitzung zu stoppen, sollten doch vor allem diejenigen mit gutem Beispiel vorangehen, die sich für Umweltschutz einsetzen. Offenbar gelingt das nicht allen. Nachfolgend die Screenshots von Websitecarbon9)Internetportal, mit dem die CO2-Emissionen von Internetseiten ermittelt werden können: https://www.websitecarbon.com/ der einzelnen Internetauftritte vom 23.3.2020. Das Ergebnis ist schon überraschend.
In den Screenshots steht links oben die Adresse der getesteten Internetseite; der Text lautet:
Hurra/Oh! Diese Webseite ist sauberer/dreckiger als XX% der getesteten Webseiten.

Umweltverbände (Auswahl)


Parteien

Wer hätte erwartet, dass die CSU den klimaschonendsten Internetauftritt hat – und die Grünen den schlechtesten?

 

Fußnoten   [ + ]

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