Eigeninitiative –

Konsequenz aus der Krise der fossilen Energie

  1. Übergang von den fossilen auf die erneuerbaren Energien ist von epochaler Bedeutung für die Menschheitsgeschichte.
    Der Übergang vom Feudalismus zur Industriegesellschaft wurde durch die Erfindung der Kraftmaschinen (Dampfmaschine) ausgelöst. Heute befinden wir uns wieder in einem epochalen Übergang. Auch dieser wird durch die Überlegenheit neuer, jetzt auf den Plan getretener Produktivkräfte ausgelöst: die Energiebereitstellung durch direkte Nutzung der Sonnenenergie und weiterer „erneuerbarer“ (obwohl mir der Begriff überhaupt nicht gefällt, denn diese Energien werden ja nicht „erneuert“, sondern stehen naturgegeben unerschöpflich zur Verfügung) Energiequellen.
  2. Die Gesamtsituation des Planeten muss in den Blick genommen werden, …
    Die Überlegenheit der Erneuerbaren Energien (EE) zeigt sich allerdings nicht in der unmittelbaren Weise, wie sich die Überlegenheit der maschinengetriebenen Massenproduktion gegenüber der Einzelproduktion per Handarbeit zeigte. Die Erkenntnis der Überlegenheit der EE (gegenüber fossil/atomar) erfordert einen Blick auf die Gesamtheit des Planeten, weil nur so die existenzbedrohenden Schäden – Umweltzerstörung, Klimaerhitzung – wahrgenommen werden können, die die auf der konventionellen Energie beruhende Industrie verursacht.
  3. was einen Bewusstseinssprung erfordert.
    Diesen Blick auf die Gesamtheit des Planeten hat es in der bisherigen Menschheitsgeschichte noch nie gegeben; es bestand hierfür keine Veranlassung, da die Auswirkungen der menschlichen Aktivitäten vergleichsweise minimal waren. Die heute nötige Gesamtschau erfordert daher das Erklimmen einer höheren Bewusstseinsebene. Dies ist kaum mit einem Schlag möglich und braucht vielfältige Bemühung.
  4. Die „alten Kräfte“ noch sehr stark…
    Während zu Beginn der industriellen Revolution die Auflehnung der „alten Kräfte“ (Maschinenstürmer) gegen das Neue völlig bedeutungslos blieb, steht den heutigen „alten Kräften“ durch ihre nach wie vor überragende ökonomische Macht ein immenser politischer Einfluss zur Verfügung, durch den sie das Neue zumindest erheblich abbremsen können.
  5. auch bedingt durch das Wesen der Technologie selber.
    Die ideologische Beeinflussung der Bevölkerung wird noch verstärkt durch das Wesen der technischen Entwicklung selbst: Diese hat – zuvor unvorstellbare – Bequemlichkeiten ermöglicht. Um ganz Vieles braucht man sich nicht mehr zu kümmern. Z.B. war das Reisen ehemals immer noch mit ein wenig Abenteuer durch Imponderabilien (Unvorhersehbares) verbunden. Heute gibt es den Urlaub – wie jede andere mit Gewährleistung versehene Ware – „von der Stange“ zu kaufen. Dies mag als Befreiung von allerhand Notwendigkeiten empfunden werden, doch bedeutet es (dialektisch!) gleichzeitig Abhängigkeit von den Organisatoren. Diese Abhängigkeit von Organisatoren (in ganz vielen Zusammenhängen!) mit der damit einhergehenden Entwöhnung von selbstbestimmtem Handeln (und Denken!) ist sehr groß geworden.
  6. EE ist mittlerweile auch rein ökonomisch überlegen.
    Trotz der erheblichen und tief fundierten Beharrungskräfte des „alten“ haben sich die EE in den letzten 10 Jahren derart entwickelt, dass sie – zusätzlich zu ihren ökologischen Vorteilen – auch rein aufgrund ihrer exponentiell gewachsenen Preisgünstigkeit der fossil/atomaren Energieerzeugung überlegen geworden sind. – Ohne diesen Hintergrund dürfte es unvorstellbar sein, dass es zu negativen Ölpreisen kommen konnte und dass nun die „Fracking-Blasen“ in den USA am Platzen sind. – Es sei erinnert an den Artikel von Hans-Josf Fell vom 5.2.2020 „Die Fossile Energiewirtschaft in der Krise – Kommt bald der große Crash?“1
  7. Durch Corona wird die Krise der fossilen Energie verschleiert.
    Fell stellt fest: „Die Öl- und Erdgasbranche steckt ganz tief in der Krise2 und hofft, dass es keiner bemerkt.“ – Egal welchen Vers man sich auf die „Corona-Krise“ macht, ob sie manipuliert wurde oder rein zufällig entstanden ist, ob Corona ein „Killervirus“ ist oder seine Gefährlichkeit aufgebauscht wird – Eines ist unbestreitbar: Sie okkupiert die Aufmerksamkeit der Bevölkerungen, wie es das seit den Kriegsberichterstattungen im 2. Weltkrieg nicht mehr gegeben hat. Wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen voll sichtbar sein werden, wird Corona ganz eindeutig als die Ursache dastehen. Die eigentliche epochale Krise, nämlich der Niedergang der fossilen Energie, wird aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung eliminiert sein, was noch dadurch unterstützt wird, dass die Corona-Maßnahmen die Krise des fossilen Sektors durch Nachfragerückgang tatsächlich zusätzlich verstärken.
  8. „Big Pharma“ – warum ist es die Alternative für das große Kapital?
    Die fossile Wirtschaft wird nun nicht mit einem Schlag verschwinden, aber sie ist auf dem absteigenden Ast, ist kein Wachstumsmarkt mehr und damit für das große Kapital als Zukunftsperspektive uninteressant.
    Welche Alternativen gäbe es? Bietet sich nicht die Umstellung der ganzen Wirtschaft auf EE an? – Für das ganz große Kapital ist das zu verneinen. Die EE sind ihrem ganzen Wesen nach nun mal dezentral und kleinteilig. Klar gibt es auch riesige Solarparks und Windparks. Aber das Bild ist vielfältig. Stammdomäne der Photovoltaik sind die Dächer, von denen kaum eines dem andern gleicht. Und darunter wohnen und arbeiten Millionen von Menschen mit eigenen Ideen. Viele davon wollen Unabhängigkeit von Konzernen (wegen negativer Erfahrungen) und wollen sich eigenverantwortlich mit Sonnenenergie versorgen.
    So etwas ist nicht nach dem Geschmack des ganz großen Kapitals. Dieses Kapital braucht Unselbständige, Ängstliche, denen es sich als der helfende „große Bruder“ darstellen kann.
    Hierfür eignet sich nun tatsächlich die Pharmaindustrie in besonderer Weise. Schon lange ist sie ein bedeutender Wirtschaftszweig, ihr Markt ist bisher aber im wesentlichen auf Erkrankte beschränkt. Ein gigantischer Wachstumssprung wäre es für diese Industrie, wenn alle Menschen, nicht nur die Erkrankten, in ihren Markt einbezogen würden. Hierzu bietet sich das Impfen an, denn das Impfen wendet sich insbesondere an Gesunde.
    Ist es ein Zufall, dass im Kontext von Corona das Thema „Impfen“ eine herausragende Rolle spielt, dass alle Hoffnung auf die Entwicklung eines geeigneten Impfstoffes gerichtet wird, da dieser die Beendigung der einschränkenden Anti-Corona-Maßnahmen ermöglichen würde? Und wenn dieser Impfstoff da ist (er wird mit Sicherheit kommen), muss natürlich sichergestellt werden, dass möglichst die komplette Bevölkerung geimpft wird, um das Corona-Virus ein für alle Mal auszurotten. Auch wenn kein offener Zwang ausgeübt wird, ist durch Vorteile für Geimpfte und Nachteile für nicht Geimpfte zu erreichen, dass sich die Meisten impfen lassen, so dass die von der Pharmaindustrie gewünschte Marktausweitung stattfindet. – Da für Grippewellen jeweils unterschiedliche Erreger verantwortlich sein können, liegt die Entwicklung jeweils neuer Impfstoffe und deren Einsatz auf der Hand.
  9. Analyse der Strategien des Kapitals ist keine Verschwörungstheorie!
    Solche strategischen Planungen stellen die Akteure des großen Kapitals an. Auch jedes kleinere Unternehmen entwickelt seine Strategie, jede Partei macht das, jeder Verein. Die Strategien des ganz großen, „globalen“ Kapitals sind logischerweise weltumspannend. Uns selbst zu verbieten, diese Strategien zu erschließen und zu analysieren, um nicht in den Verdacht zu geraten, „Verschwörungstheoretiker“ zu sein, wäre fatal.
  10. Was tun?
    Hans-Josef Fell: „Allen Energiekunden kann man nur raten, jetzt noch schnell auf Erneuerbare Energien umzusteigen“. Dies ist nur zu unterstreichen! – Erzeugt Strom auf eurem Balkon, auf eurem Dach, im Garten, wo auch immer. Experimentiert mit den Möglichkeiten der Photovoltaik, macht eure eigenen Erfahrungen und Entdeckungen!

Ich persönlich versorge mich seit nunmehr über 7 Jahren zu 100% mit meiner 3 KWp Inselanlage. Es geht also – und zwar ohne weiteres!
Natürlich kann die Autarkie eines auf wenig Energiebedarf ausgelegten 1-Personen-Haushalts eines Typen, der die Nicht-Nutzung so mancher technologischer „Segnungen“ der Konsumgesellschaft nicht als Mangel, sondern als Luxus empfindet, nicht unbedingt Modellcharakter für die Gesamtbevölkerung haben. Es gibt aber eine Möglichkeit, die von Vielen wahrgenommen werden kann: Man behält den Netzanschluss zunächst bei und errichtet zusätzlich eine Inselanlage. Aus dieser versorgt man sich vorrangig. Wird die Batterie auf einen zuvor einprogrammierten Mindeststand entladen, schaltet eine Automatik auf „Netz“ um. Dies regt an – z.B. auch durch Änderung von Verbrauchsgewohnheiten – den Grad der Selbstversorgung zu erhöhen. Wenn sich Nachbarn zusammentun, um gemeinsam autark zu werden, hat das technische Vorteile und – was noch viel wichtiger ist – lässt die Art der gesellschaftlichen Strukturänderungen erahnen, die mit dem Weiterschreiten der Energiewende verbunden sein werden.

Letzteres wird durch die Richtlinie der Europäischen Union für Erneuerbare Energien (Dezember 2018) ausdrücklich angeregt. Der Bundesregierung ist diese Richtlinie ein Dorn im Auge. Statt sie in deutsches Recht umzusetzen, möchte sie sie am liebsten unter den Teppich kehren.

Dagegen wurde nun von Prof. Dr. Volker Quaschning (Ratsmitglied im „Bündnis Bürgerenergie“ und Mitglied im Solar-Förder-Verein) eine Online-Petition gestartet

„Wir brauchen jetzt ein Recht auf Eigenversorgung! Hausgemachte Energie für alle!“

https://weact.campact.de/petitions/wir-brauchen-jetzt-ein-recht-auf-solare-eigenversorgung-hausgemachte-energie-fur-alle

Bitte unterschreibt, verbreitet den Link – und wichtiger als alles andere:

Erzeugt Sonnenstrom!!!

Christfried Lenz


  1. https://hans-josef-fell.de/die-fossile-energiewirtschaft-in-der-krise-kommt-bald-der-grosse-crash 

  2. https://ieefa.org/ieefa-report-oil-majors-live-beyond-their-means-%E2%80%92-cant-pay-for-dividends-buybacks/ 

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4 Gedanken zu „Eigeninitiative –“

  1. Christfried Lenz hat im „PV Magazine“ im gleichen Zusammenhang noch folgenden Artikel veröffentlicht:
    https://www.pv-magazine.de/2020/05/25/100-prozent-erneuerbar-geht-nur-dezentral/
    In diesem Zusammenhang möchte ich an die Parlamentarier der Partei der Ökologischen Plattform appellieren, sich für geeignete Gesetzesinitiativen zu engagieren.
    Hier ein kommentierter Vorschlag:

    Gesetzentwurf für Autonomie 100 % regenerativer Energieversorgung

    § 1 Zweck des Gesetzes:
    Dezentrale lokale und regionale Energieversorgung mit 100 % regenerativen Energien

    Die gegenwärtige Energieversorgung wird von nuklearen Energien aus Atomkraftwerken sowie Energien aus Kohle, Erdöl und Erdgas beherrscht.
    Die Entkoppelung regenerativer von nuklear/fossilen Energien, ist Gegenstand dieses Gesetzentwurfes. Sie eröffnet den Wandel von vertikalen feudalen Machtverhältnissen beherrschter, zu horizontal demokratischer Kooperation der Energieversorgung.

    § 2 Anwendungsbereich:
    Das Gesetz regelt Errichtung, Betrieb, und Nutzung autonomer Anlagen zur Gewinnung und Speicherung regenerativer Energien aus Sonnenstrahlung, Wind, Biogasanlagen, Erdwärme und Gezeiten.

    Der ursprüngliche Erfolg des aus dem Jahre 2000 stammenden Erneuerbare-Energien-Gesetz
    (EEG) hat mit dem Vorrang der Stromnetzeinspeisung regenerativer Energien die Lobby der Energiekonzerne auf den Plan gerufen. Sie veranlassten, die Fördersysteme in mehreren Novellierungen in Bremssysteme umzuwandeln. Das wird sichtbar, indem das Erfordernis l – 100 % erneuerbare bzw. regenerative Energien – im geltenden EEG nicht enthalten ist.

    Der wissenschaftlich technische Fortschritt ermöglicht, vor Ort verfügbare natürliche Energien in vielseitig nutzbaren Energieformen umzuwandeln und zu speichern. Nachgewiesenermaßen ist dies ohne staatliche Subventionen und frei von schädlichen Nebenwirkungen möglich!
    Kosten für Erschließung nuklearer und fossiler Energieressourcen und deren Transport werden vermieden. Erforderlicher Aufwand für Umspannungswerke und Fernübertragungstrassen aus Großkraftwerken zu den Verbrauchern entfällt.

    § 3 Begriffsbestimmungen:

    In Weiterentwicklung des ursprünglichen EEG umfasst das Autonomiegesetz sämtliche für die Natur und die Menschheitsfamilie nutzbaren Energieformen. Die in der geltenden Energiegesetzgebung enthaltenen „Sektoren“ werden hier als „Gebrauchsenergien“ definiert. Sie sind Bestandteil des Prinzips „Energie als Daseinsvorsorge“. Marktwirtschaft hat darin keinen Platz.

    § 4 Allgemeine Vorschriften: (1) Für autonome Energiekooperativen gelten keine Mengen- und
    Zuwachsbeschränkungen regenerativer Energien.

    Mit Autonomie regenerativer Energien eröffnet der Gesetzgeber eine Konkurrenzsituation zur von Konzernlobbyisten diktierten Gesetzgebung. Diese Konkurrenzsituation ist unverzichtbar, um der Klimakatastrophe wirksam zu begegnen.
    Als Gefahr für bestehende Machtverhältnisse wird derzeit Nutzung kostenloser Energierohstoffe per Gesetz behindert. Der Widerspruch zwischen Warencharakter der Rohstoffe nuklear/fossiler und kostenlosem Rohstoff regenerativer Energien wird ignoriert.
    Die geltende Energiegesetzgebung enthält Deckelungen regenerativer Energien.

    Kostenlose Rohstoffe sind als Naturprodukt in praktisch unbegrenzten Mengen verfügbar. Organisierte Speicherung regenerativer Energien bewirkt maximale Versorgungssicherheit.

    (2) Ausschreibungsverfahren entfallen für Anlagen autonomer regenerativer
    Energieversorgung.

    Nach geltender Gesetzgebung unterliegt die Errichtung von Windkraftanlagen Ausschreibungsverfahren, die mit Kosten verbunden sind.
    Autonomie ist nicht subventioniert und daher nur an Genehmigung gewählter örtlicher Organe gebunden.

    (3) Autonom erzeugte Arbeitsenergien aus regenerativen Quellen unterliegen keiner Steuer- und Abgabenpflicht.
    (4) Die Umsatzsteuerpflicht ist mit Besteuerung der Investitionskosten und in Anspruch genommenen Dienstleistungen abgegolten.

    Umwandlung von Energie aus natürlichen Quellen ist keine Warenproduktion.
    Im Gegensatz zu nuklear/fossiler Energieversorgung ist regenerative Energieversorgung gemeinnützig. Gemeinnützigkeit verbietet Stromsteuer, Umsatzsteuer und EEG-Umlage.
    Kooperationsverhältnisse von Prosumern basieren auf objektbezogenem Ausgleich der Investitions- und Wartungskosten.

    (5) Technische Neuerungen zur Rationalisierung und Beschleunigung der Nutzung regenerativer Energiequellen dürfen nicht durch Patente blockiert werden.
    Kostenlose Nachnutzung von Technologien zur Rationalisierung von
    Energieumwandlung und -speicherung müssen gewährleistet sein.

    Privatinteressen dürfen der Verhinderung der Klimakatastrophe nicht im Wege stehen.
    Es verbietet sich, für technische Neuerungen, die zur Beschleunigung der Energiewende führen, Patente zu erteilen.
    Zur Erhaltung der Menschheitsfamilie müssen sämtliche Erkenntnisse und Erfahrungen untereinander ausgetauscht werden, die der Zukunft des Lebens auf unserem Planeten dienen.

    (6) Für Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Gewinnung und Nutzung
    regenerativer Energien gelten die allgemeinen technischen Sicherheits- und Qualitätsstandards.

    Die Pflicht zur Herstellung übereinstimmender Parameter (Netzspannungsgleichheit und Frequenzsynchronisation) mit dem angrenzenden öffentlichen Verbundnetz ist darin eingeschlossen.

    § 5 autonome Netze mit 100 % regenerativen Energien:
    (1) Energiekooperativen haben das Recht in ihrem Bereich vorhandene Netze zu kaufen oder zu pachten.
    (2) Vorbesitzer sind verpflichtet, Teilbereiche ihrer Verteilnetze an Kooperativen zu verkaufen oder zu verpachten, sofern sie damit von Anteilen nuklear/fossiler Energien bereinigt werden.

    Nach geltendem Recht dürfen Stromnetzbetreiber den Verkauf von Netzteilbereichen an Energiekooperativen verweigern, wenn sie entschlossen sind, sich vom mit Atom- und Kohlestrom belasteten Verbundnetz zu trennen.
    Wie in vielen anderen Regeln verstößt der Gesetzgeber damit gegen die mit den Pariser Abkommen eingegangenen Verpflichtungen zur Begrenzung der Erderhitzung.

    Der vorliegende Gesetzentwurf korrigiert die in der geltenden Gesetzgebung fehlende Forderung nach 100 % regenerativer Energieversorgung.

    Die Bürger der Gemeinde Feldheim im Landkreis Treuenbrietzen mussten ein neues Stromnetz zusätzlich errichten, weil der örtliche Betreiber des Verbundnetzes ihnen den Verkauf des ungenutzten Teilbereichs verweigerte.

    § 6 Handel und Preisbildung:
    (1) Mitglieder einer autonomen Kooperative handeln die Erzeugungs- und
    Verbraucherpreise untereinander auf der Basis erbrachter individueller Einzelleistungen aus.

    Die Preise kooperativer Versorgungsleistungen handeln Teilnehmer untereinander nach anteiligen Kosten für Energieumwandlungs- und Übertragungstechnik aus. Sie unterliegen keiner staatlichen Vorgabe und sind nicht an Gewinnerwirtschaftung und Renditeerwartungen gebunden.

    (2) Städte und Kommunen veröffentlichen in vierteljährlichen
    Zeitabständen Register ihrer Energiekooperativen und deren aktuelle Durchschnittserzeuger- und Verbraucherpreise.
    (2) Mit Information über Wachstum und Vorteile bürgerbeteiligter Versorgung mit regenerativen Energien ist ihre Verbreitung zu fördern.
    Mit Transparenz der Versorgungkosten haben Verbraucher eine fundierte Entscheidungsbasis.
    Die Veröffentlichung soll gleichzeitig den Erfahrungsaustausch der Kooperativen untereinander anregen, um die besten Ergebnisse zu verallgemeinern.

    § 7 Vernetzung von Kooperativen: Vernetzung von Kooperativen erfordert Netzsynchronisation der Stromnetze und Beibehaltung zeitlich ausgeglichene Gesamtbilanz von Erzeugung und Verbrauch.

    Die Vernetzung autonomer Kooperativen ist Voraussetzung und Grundlage der Verdrängung nuklear/fossiler Energieversorgung. Sie ist mit der Entwertung von Atomenergie, Kohle und Erdgas verbunden. Kriegen um fossile Energieträger werden die Grundlage entzogen.
    Die Rüstungsindustrie wird in Frage gestellt. Aus Sicherheitsgründen ist Abschreckungspotential mit Atomwaffen bereits heute unvertretbar.

    § 8 Kennzeichnungspflicht kommerzieller öffentlicher Energiequellen:
    Kommerzielle öffentliche Energiequellen wie beispielsweise Ladesäulen für
    Elektroantriebe von Fahrzeugen und Schiffen, die Anteile von Atomenergie und Strom aus fossilen Energieträgern enthalten, sind mit der Aufschrift zu
    kennzeichnen: „Diese Energiequelle ist nicht klimaneutral!“

    Mit dieser Vorschrift entsteht Wettbewerb zwischen aus dem Verbundnetz bezogenem und dezentral erzeugtem Strom.
    Mit eigenen PV-, Windkraft- oder Biogasanlagen direkt verbundene Ladestationen sparen Energieumwandlungs- und Transportkosten.

    § 9 Geltungsbereich:
    Bestehende Verträge zur Einspeisung von Elektroenergie aus Windkraft- und PV-Anlagen in das öffentliche Verbundnetz werden von diesem Gesetz nicht berührt.

    Gegenwärtig haben nur wenige Prosumer Wahlfreiheit zwischen 100 % regenerativer und verbundnetzbezogener Energieversorgung. Das Verbundnetz enthält überwiegend Energie aus Atom- und Kohlekraftwerken. Insbesondere Industrie, Landwirtschaft und Transportwesen sind auf klimaschädliche Energien angewiesen, so lange ihnen Autonomie regenerativer Energieselbstversorgung verschlossen ist. Bestehende Wirtschaftsverträge sehen keine grundlegenden Veränderungen vor. Im Gegenteil es wurden und werden neue Verträge für zusätzliche Erdgasimporte abgeschlossen.
    Ein wesentlicher wirtschaftspolitischer Mangel zur Einhaltung der Beschlüsse des Pariser Klimagipfels besteht darin, dass sich für Industrie-, Landwirtschafts- und Transportunternehmen die Energieselbstversorgung aus lokal verfügbaren regenerativen Quellen nicht rechnet! Er kann mit Hilfsmaßnahmen für pandemiegeschädigte Unternehmen nicht beseitigt werden, wenn Gesetze die regenerative Energieselbstversorgung nachteilig beeinflussen.
    Beispielsweise dürften Rettungskredite bzw. -Beteiligungen für die Deutsche Lufthansa nur mit Forderung nach eigener Industrieproduktion für klimaneutralen Treibstoff vergeben werden. Ähnliches gilt für viele Wirtschaftszweige, die ihre Energieversorgung noch Kartellen und Konzernen überlassen. Deren Geschäft ist der Betrieb von Atomkraftwerken sowie Gewinnung und Vertrieb von Kohle, Erdöl und Erdgas ohne Verantwortung für die Folgen zu übernehmen.

    Als Gesetzesinitiative eröffnet dieser Entwurf Wählern die Möglichkeit, sich für Kandidaten und Parteien zu entscheiden, die über die Corona-Pandemie die Verhinderung der Erderhitzung nicht vernachlässigen.
    Parlamentarier haben die Möglichkeit, sich mit deren Einbringung und Verteidigung für zukünftige Generationen wählbar zu machen.

  2. Ergänzung zum Thema Subsistenz und Energie­verbrauchs­reduktion durch Verhaltens­änderung

    Das UBA hat dazu die Studie „Möglichkeiten der Instrumentierung von Energie­verbrauchs­reduktion durch Verhaltens­änderung“ durchgeführt (Download hier).

    Das UBA schreibt:

    Dazu wurden für die Handlungsfelder Wohnfläche, Stromverbrauch in Haushalten/Gewerbe und für das Thema Arbeitszeit Hemmnisse und Potenziale für verschiedene Suffizienz-Maßnahmen ermittelt, Vorschläge für Politikinstrumente erarbeitet und deren Wirkung modelliert. Im Ergebnis zeigt sich, dass Suffizienz-Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur absoluten Reduktion des Energieverbrauchs und zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Damit ihr Potenzial gehoben werden kann, müssen sie jedoch systematischer als bisher in die Energiepolitik integriert werden.

  3. Wir bieten mit unserer Internetseite nicht (nur) abgeschlossene, „offizielle Positionen der Ökologischen Plattform“, sondern auch Diskussionen an. So ist auch dieser Beitrag zu verstehen – die Kennzeichnung wurde von mir soeben (13 Uhr) nachgeholt.

    Wer Covid-19 und Zweifel am Impfen in einen Zusammenhang bringt, wird schnell als Verschwörungstheoretiker o.ä. bezeichnet. (Lesenswerte Überlegungen zum Framing der aktuellen Situation finden sich in „Schockwellenreiter“ und zur Dichotomie von Pandemie und Notstand in „Pandemie Kriegstagebücher“.)
    Der sachliche Kern strittiger Aussagen von Christfried sind die Fragen:

    1. Verschleiert die Pandemie die Krise der fossilen Energie oder nicht? Ist etwas an Christfrieds Überlegungen sachlich falsch? Wenn ja – was?
    2. Sind perspektivisch im Pharmabereich dauerhaft große Profite zu erwarten? Unter welchen Bedingungen können sie realisiert werden? Wenn Christfrieds Überlegungen abwegig sind – warum?
    3. Schließlich aus linker Perspektive:
      Ist die Nutzung des Rechts auf Eigenversorgung gemäß EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien und autarke Energieversorgung eine erstrebenswerte Emanzipation von Energiekonzernen?

    (editiert 19:30)

  4. Das ist die mit Abstand wichtigste und konkrete Nachricht der ÖPL in diesem Jahr.
    Götz

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