Kiesabbau im Bannwald

Weitere Rodungen in Zeiten des Klimawandels sind fahrlässig

Der Kiesabbau durch die Firma Sehring im Langener Bannwald war aufgrund eines Berichtsantrages und auf Grundlage von Informationen des Aktionsbündnisses Langener Bannwald heute1 Thema im Umweltausschuss. Dazu erklärt Torsten Felstehausen, Parlamentarischer Geschäftsführer und umwelt- und verbraucherpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Bis die Frage geklärt ist, ob und in welcher Qualität auf den Flächen des Kiesabbaus jemals wieder Wald wachsen wird, muss es ein Rodungsmoratorium geben. Der Kiesabbau findet im besonders geschützten Bannwald statt. Die Wiederaufforstung der Abbauflächen ist daher im Planfeststellungsbeschluss von 2013 eine der Bedingung für die Genehmigung durch das Regierungspräsidium Darmstadt. Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne), die die Fachaufsicht über die Genehmigungsverfahren hat, ist aufgefordert das RP Darmstadt entsprechend anzuweisen.“

Ministerin Hinz könne nicht mit Sicherheit sagen, ob auf allen Flächen des Kiesabbaus im Bannwald jemals wieder Wald wachsen werde, so Felstehausen. Nicht zuletzt der Klimawandel mit Trockenperioden, Stürmen und Borkenkäferkalamitäten mache dies unsicher.

„Eine Waldfläche nach der anderen wird im Bannwald für den Kiesabbau gerodet – das ist nicht länger hinnehmbar. Den in einem Ballungsraum wertvollen Bannwald zu schützen, ist in Zeiten des Klimawandels wichtiger denn je. Deshalb muss das Umweltministerium jetzt klären, ob ein weiterer Kiesabbau an solchen Standorten überhaupt genehmigt werden darf.“

Hinweis:

Vertreterinnen und Vertreter des Aktionsbündnisses Langener Bannwald haben die öffentliche Debatte des Umweltausschusses im Landtag mitverfolgt- siehe auch Drs. 20/17292


  1. 3.6.2020 

  2. http://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/9/01729.pdf 

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