Die globale Bedrohung durch Landabsenkung

Eine anthropogene Gefahr, die mit der Ausbeutung unterirdischer Wasserressourcen einhergeht

Die Zeitschrift „Science“ hat Ergebnisse einer neuen Studie mit dem Titel „Kartierung der globalen Bedrohung durch Landabsenkung“ veröffentlicht. Sie wurde im Rahmen der „Land Subsidence International Initiative1 der UNESCO erstellt und von Dr. Gerardo Herrera-García, Forscher der spanischen geologischen Überwachung (IGME) koordiniert. Die Studie untersucht das Absinken des Bodens im globaler Maßstab, eine Gefahr anthropogenen Ursprungs im Zusammenhang mit der Nutzung des Grundwassers.

Karte der globalen Erdabsenkung
Karte der globalen Erdabsenkung

Obwohl Landabsenkungen ein langsamer und schrittweiser Prozess sind, können sie die Speicherkapazität von Grundwasserleitern dauerhaft verringern, Gebäude und Infrastruktur beschädigen und das Risiko von Überschwemmungen in Auen und Tiefland an der Küste erhöhen. Bodensenkungsphänomene mit Werten über 25 cm/Jahr treten in mehreren Ländern auf, darunter Indonesien, Iran und mehreren Städte in Mexiko.
In Jakarta, Indonesien, sind die Auswirkungen der Senkung so gravierend, dass die Regierung plant, die Hauptstadt auf die Insel Borneo zu verlegen. Das Absinken des Bodens bedroht auch viele Küstengebiete in Italien, speziell in der Emilia-Romagna, in Venetien, Apulien, der Toskana, in Kampanien und Kalabrien. Das erklären die Mitautoren Luigi Tosi (CNR-IGG) und Pietro Teatini (Universität Padua).

Teatini:

„Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass es sich um einen schleichenden und sehr langwierigen Vorgang handelt, der das Leben in den vor allem von ärmeren Menschen bewohnten Metropolen beeinflusst und typischerweise über sehr große Gebiete (Zehntausende von Quadratkilometern) erfolgt.“

Subsidenzphänomene bedrohen 1,2 Milliarden Einwohner und 21% der größten Städte der Welt, wobei 86% der exponierten Bevölkerung in Asien leben. Obwohl noch weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die globalen Auswirkungen dieser Gefahr vollständig zu verstehen, wird in eingeschätzt, dass das derzeitige wirtschaftliche Risiko potenzieller Senkungen 8,17 Billionen US-Dollar oder 12% des globalen Bruttoinlandsprodukts beträgt. Darüber hinaus zeigt die Untersuchung, dass bis 2040 möglicherweise etwa 635 Millionen Einwohner in hochwassergefährdeten Gebieten leben werden, ein Risiko, das nach Landabsenkungen erheblich zunehmen könnte.

Artikel:

Gerardo Herrera-García, Pablo Ezquerro, Roberto Tomás, Marta Béjar-Pizarro, Juan López-Vinielles, Mauro Rossi, Rosa M. Mateos, Dora Carreón-Freyre, John Lambert, Pietro Teatini, Enrique Cabral-Cano, Gilles Erkens Devin Galloway, Wei-Chia Hung, Najeebullah Kakar, Michelle Sneed, Luigi Tosi, Hanmei Wang und Shujun Ye (2021). Kartierung der globalen Bedrohung durch Landabsenkung. Science: Vol. 371, Ausgabe 6524, S. 34-36. DOI: 10.1126 / science.abb8549.

Weblink:

https://science.sciencemag.org/content/371/6524/34


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