Insektenfreundliche Landwirtschaft

Die Bauern sind die Opfer, das System der Gegner

Anlässlich des heutigen Protestes1 der hessischen Landwirte in Wiesbaden erklärt Heide Scheuch-Paschkewitz, tierschutz- und landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Eines ist klar: Ohne Insekten ist keine Landwirtschaft möglich. Deshalb ist es im Interesse aller, endlich den Trend des katastrophalen Artensterbens umzukehren. Eine der Hauptursachen des Artensterbens liegt in dem Verlust der Lebensräume durch die Intensivlandwirtschaft mit Insektenvernichtungsmitteln und Totalherbiziden wie Neonikotinoide und Glyphosat. Deshalb ist es absolut richtig, deren Gebrauch einzuschränken beziehungsweise – soweit möglich – ganz zu verbieten.“

Für den Arten- und Klimaschutz müsse in den kommenden zehn Jahren die ganze Landwirtschaft auf klima- und umweltfreundlichere Produktionsweisen umgestellt werden, so Scheuch-Paschkewitz.

„Wichtig ist es, die konventionellen Landwirte mit ins Boot zu holen. Die Landwirte können es sich angesichts der Dumpingpreise in der Agrarindustrie und im Handel kaum leisten, insektenfreundlich zu wirtschaften. Der Preisdruck der Lebensmitteldiscounter ist für das Insektensterben genauso mitverantwortlich wie die auf Export ausgerichteten Subventionen aus Brüssel. Es darf nicht sein, dass Landwirtinnen und Landwirte nun alleine die Folgen der jahrelang fehlgeleiteten Politik ausbaden müssen. Der entscheidende Hebel, dies zu verändern, sind die Agrarsubventionen der Europäischen Union. Anstelle die Agrarmultis zu subventionieren, muss das Geld für eine umweltfreundliche Landwirtschaft bei den Bäuerinnen und Bauern ankommen.“


  1. 16.2.2021 

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