Schritte zum Nulltarif im ÖPNV

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Öffentliche Online-Konferenz in der Reihe
„Recht auf Mobilität – Right to Mobility“

Die jüngste gemeinsame Aktion der deutschen Gewerkschaft ver.di und Fridays for Future im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV hat gezeigt: die Beschäftigten im ÖPNV sind natürlich auch Klimaschützer*innen. Denn ein für alle bezahlbarer, gut ausgebauter ÖPNV entlastet unsere Innenstädte vom Autoverkehr und ermöglicht es auch Pendler*innen aus dem Umland, das Auto öfters stehen zu lassen. Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor in der EU, in dem in den letzten Jahren die Treibhausgasemissionen gestiegen sind. Hier muss dringend umgesteuert werden.

"Amsterdam tram" by vitalyzator is licensed under CC BY 2.0
„Amsterdam tram“ by vitalyzator is licensed under CC BY 2.0

Busse und Bahnen haben überall auf der Welt aufgrund der Pandemie mit Einnahmeverlusten zu kämpfen. Umso wichtiger ist es, hier keine Streichungen von Takten bzw. Linien vorzunehmen, sondern den ÖPNV im Gegenteil auszubauen und die Finanzierung neu zu überdenken. Angesichts der sich verschärfenden sozialen Lage und sinkender Realeinkommen in breiten Schichten der Bevölkerung ist der erschwingliche bzw. kostenlose ÖPNV ein wichtiges Element der Daseinsvorsorge.

In dutzenden Städten weltweit wird bereits der „Nulltarif im ÖPNV“ umgesetzt, um das Recht auf Mobilität für alle zu sichern. In vielen Regionen weltweit kämpfen Initiativen für einen ÖPNV zum Nulltarif, denn Mobilität ist ein Grundrecht und darf nicht vom Geldbeutel des Einzelnen abhängen. In den USA fordern Stadträte einen kostenlosen ÖPNV, als Teil des notwendigen Green New Deal. In Brasilien kämpft die Bewegung Movimento Passe Livre seit Jahren für einen ÖPNV zum Nulltarif. In Deutschland setzen sich Initiativen für das 365-Euro-Ticket bzw. für den kostenlosen ÖPNV ein.

Wir möchten mit Vertreter*innen aus verschiedenen Regionen und mit unseren Teilnehmer*innen folgende Fragen diskutieren:

  • Welche regionalen Initiativen existieren und welche Strategien wenden sie an?
  • Welche Erfahrungen sind bereits gesammelt worden und was können wir daraus lernen?
  • Welche Finanzierungsmodelle für einen kostenlosen ÖPNV gibt es?
  • Welche Faktoren spielen eine Rolle, ob ein einmal eingeführter kostenloser ÖPNV bestehen bleibt oder wieder in Frage gestellt und abgeschafft wird
  • Wie können Autofahrer*innen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegt werden?
  • Welche politischen Allianzen müssen wir bilden, um einen kostenlosen ÖPNV zu erreichen und, sobald einmal erreicht, um ihn zu erhalten?

Sprachen:

Deutsch, Englisch, Portugiesisch

Organisiert von:

Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel, Rosa-Luxemburg-Stiftung New York, Rosa-Luxemburg-Stiftung São Paulo

Termin

Donnerstag, 22. April 2021, von 20 Uhr bis 21.30 Uhr CEST (Berlin, Amsterdam, Kopenhagen); 2 p.m. New York EDT; 3 p.m. Sao Paulo BRT

Programm

  • Eröffnung: Andreas Thomsen, Leiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel
  • Judith Dellheim, Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • Titus Schüller, Stadtrat Nürnberg, DIE LINKE., Deutschland
  • Phineas Baxandall, politischer Berater, Massachusetts Budget and Policy Center, USA
  • Marijke Vermander, Vrije Universiteit Brüssel, Belgien
  • Anschließend: Diskussion mit allen Teilnehmer*innen

Moderation:

Manuela Kropp, Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel

Die Vorträge der Referent*innen werden aufgezeichnet.

Anmeldung

Um sich anzumelden, senden Sie bitte eine Mail an: manuela.kropp@rosalux.org
Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Ihnen und Euch!

Kontakt

Manuela Kropp
Projektmanagerin Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel
manuela.kropp@rosalux.org

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