Symbolpolitik

Weidetierhaltende brauchen mehr als Symbolpolitik

„Seit zehn Jahren fordert DIE LINKE im Bundestag ein Herdenschutz-Kompetenzzentrum. Dass Bundesagrarministerin Julia Klöckner nun ein ‚Bundeszentrum Weidetiere und Wolf‘ eröffnet, ist ein längst überfälliger, dringend notwendiger Schritt zur Unterstützung der Weidetierhaltung. Es ist allerdings angesichts der Herausforderung ein viel zu zaghafter Schritt und viel zu wenig Geld. Wer wirklich helfen will, muss die Forschung voranbringen sowie eine unabhängige, bundesweit zugängliche Informations- und Beratungsstruktur bereitstellen, offene juristische Fragen klären und einen bundesweit einheitlichen Rechtsanspruch auf eine bedarfsgerechte finanzielle Unterstützung beim Herdenschutz und für den Schadensausgleich schaffen“,

erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, zur heutigen Eröffnung des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf in Eberswalde. Tackmann weiter:

„Die Weidetierhaltung ist die am meisten gesellschaftlich akzeptierte, weil tiergerechte Tierhaltung. Sie pflegt die Kulturlandschaft, trägt zum Schutz der biologischen Vielfalt bei, über die Nutzung des Dauergrünlands auch zum Klimaschutz, und beweidete Deiche sind ein besserer Schutz. Und sie gehört zur Agrarlandschaft. Sie wird also dringend gebraucht. Dennoch sind die Weidetierhaltenden die Verlierer der EU-Agrarpolitik, und auch der Bund hat bisher weitgehend Hilfe verweigert, obwohl die soziale Krise in der Weidetier-, insbesondere der Schaf- und Ziegenhaltungen lange bekannt ist. Altersarmut und Nachwuchsmangel trotz großem Interesse am Beruf sind die Folge und eine ernsthafte Bedrohung der Zukunft. Die Rückkehr des Wolfes ist eine zusätzliche Belastung, mit der die Betroffenen nicht allein gelassen werden dürfen. Sie brauchen verlässliche und ehrlich gemeinte Hilfe. Bundesregierung und Koalition müssen endlich ihre Hausaufgaben erledigen.“

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