6 Forderungen für die ersten 100 Tage

Gestern haben lt. Polizeiangaben 10.000 Fridays for Future und viele Unterstützende unter anderem vor der SPD-Zentrale unter der Losung „Ihr lasst uns keine Wahl“ dafür demonstriert, dass im Koalitionsvertrag mehr als nur zwei (!) lasche Punkte zur Klimakrise stehen.1

Damit das nicht passiert, wurden für die ersten 100 Tage der neuen Regierung 6 Forderungen aufgestellt2:

  1. Die Verabschiedung eines 1,5°C-konformen CO2-Budgets: Verbindlich als Grundlage eines Reduktionspfades
    • Unabhängige Kontrolle: Einführung eines Mechanismus zur Prüfung aller Gesetze und Infrastrukturprojekte auf Kompatibilität mit dem CO2-Budget
  2. Die sofortige Beendigung neuer Erdgasinfrastrukturprojekte und Beschluss des Erdgasausstiegs bis spätestens 2035
  3. Einen sozialverträglichen Ausstieg aus allen fossilen Energien in Deutschland 
    • Alle Dörfer Bleiben: Keine weiteren Flächen für Kohle abbaggern und verbindlicher Kohleausstieg bis spätestens 2030
    • Ende aller Subventionen für fossile Energieträger
  4. Die Beseitigung aller (politischen) Ausbaubremsen für Sonnen- und Windenergie und die Versiebenfachung des Ausbaus 
  5. Das Einleiten einer radikalen, gerechten Mobilitätswende
    • Einen Einbaustopp für fossile Verbrennermotoren ab 2025
    • Einen sofortigen Neu- und Ausbaustopp für Autobahnen und Bundesstraßen 
  6. Das Übernehmen globaler Verantwortung: Deutschland verpflichtet sich, für seine historischen Verantwortungen einzustehen
    • Festlegung von mindestens 14 Milliarden Euro jährlich für internationale Klimafinanzierung
    • Ausschluss der Ratifizierung klima- und umweltschädlicher sowie menschenrechtsgefährdender Handelsverträge (wie bspw. das Mercosur-Abkommen)

Allen, die an der gestrigen Demo nicht teilnehmen konnten, ist die Unterzeichnung dieser Forderungen auf der Seite von Fridays for future empfohlen.


  1. siehe https://www.oekologische-plattform.de/2021/10/wir-fahren-nach-berlin/ 

  2. siehe https://fridaysforfuture.de/forderungen/mitmachen/