Fracking: Ein Fluss brennt

ExxonMobil will in Niedersachsen Fracking-Bohrungen durchführen (siehe Campact-Blog – klick). Die Diskussion mit der Bevölkerung scheut das Unternehmen und betreibt den „Bürgerdialog“ als Alibiveranstaltung zur Beruhigung.

Auf WeAct wurde eine Petition gestartet (klick) an Martin Bachmann, Vorstand des Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geothermie e.V. und Olaf Lies, Wirtschaftsminister von Niedersachsen (SPD) mit der Forderung:

„Lassen Sie das Fracking-Moratorium unangetastet! Akzeptieren Sie endlich, dass 80 Prozent der Deutschen ein Verbot von Fracking wollen.“

Wie ungefährlich Fracking wirklich ist, zeigen der Artikel auf appygeek „Nebenwirkungen von Fracking: Australischer Fluss geht in Flammen auf“ und das Video:

Link zur Youtube-Seite (klick)

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einseitige Berichterstattung + Kommentare

Wer am 1.8.2016 die von 21:45 bis 22:15 ausgestrahlte ARD-Sendung verpasste, sollte sich meines  Erachtens der Mediathek bedienen.

War bisher schon speziell der NDR an Einseitigkeit in Sachen Fracking-Propaganda kaum zu überbieten, so setzte gestern die ARD mit ihrem „Kampf GEGEN Windräder“ einen drauf. Von der vorgeschriebenen Ausgewogenheit der Berichterstattung keine Spur.

Beispiele:

  1. Es kamen fast ausschließlich Gegner der WEA zu Wort. Ihr Hauptargument: Politische Entscheidungsträger, vor allem Bürgermeister, hätten sich auf Kosten der Allgemeinheit immens bereichert, weil sie zuließen, dass WEA auf ihrem privaten Grund und Boden errichtet wurden und sie Millionenbeträge an Pachteinnahmen erzielen. Einige dieser Bürgermeister stellten sich, aber gesendet wurden nur solche Aussagen, in denen sie zu dem Befangenheitsvorwurf Stellung nahmen. Dadurch kam die verfälschende Botschaft bei uns Zuschauern an: Es geht nur um Absahnen, um das große Geld. Und wir, die Stromkunden, werden abkassiert.
  2. Den Vogel schoss ein gewisser Dr. Michael Fuchs ab, MdB und Sprecher der CDU-Mittelstandsvereinigung, ausgewiesener Vertreter der Atom- und Braunkohlenindustrie, einflussreicher Fürsprecher der Frackingindustrie obendrein. Dieser Abgeordnete durfte von der Allmacht der Windradlobby schwadronieren, ohne dass ihm in der Sendung irgendjemand widersprach – widersprechen durfte.
  3. Die Kontroverse um Windräder geht inzwischen selbst mitten durch den BUND. In der Sendung kam das so ‚rüber, dass viele „einstmals aufrechte Naturschützer“ die Seite gewechselt hätten, mit Euro-Zeichen in beiden Augen. Denn sie seien unmittelbare Nutznießer, weil sie Windräder auf ihre eigenen Grundstücke stellen ließen – dass dabei seltende Vogelarten, z.B. Bussard, Roter Milan, aber auch Unmengen an Fledermäusen ihr Leben ließen, fiel den Profitinteressen der BUND-Funktionäre zum Opfer. Die sich als einzig echte Naturschützer gebenden BUND-MitgründerInnen seien inzwischen ausgetreten.
  4. Zehntausende WEA-SympathisantInnen demonstrierten im Juni vor dem Bundeskanzleramt gegen das Abwürgen der Energiewende. Zu Wort kamen AUSSCHLIESSLICH lohnabhängig Beschäftigte der Windradindustrie, die in die Mikrofone sagen durften, dass sie von ihren Arbeitgebern Sonderurlaub bekommen hätten und sogar kostenlos in den vom Chef bezahlten Bussen nach Berlin reisen durften. Dass sie für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpften – weit über 100.000 Arbeitsplätze in der Branche sind durch EEG-2017 unmittelbar bedroht -, wurde ebenfalls nicht gesendet (vermutlich herausgeschnitten). – Wieder kein einziger Hinweis auf die Braunkohleindustrie in der nahen Lausitz.

Es ging nur um Profite der WEA-Branche. Dass es sich viele BUND-Aktive überhaupt nicht leicht machen bei ihrer Entscheidung: hie Naturschutz, dort Eindämmung des Klimawandels, das wurde mit nicht einer Silbe erwähnt. Überhaupt war mit keiner einzigen Silbe vom Pariser Klimavertrag die Rede.

Außerdem wurde teilweise lausig recherchiert (oder soll ich stattdessen schreiben: manipuliert?). Es stimmt zwar, dass in den Anfangsjahren der Windradbranche viele Fehler gemacht wurden, z.B. kannte man bis in die frühen 1990er noch keine Abstandsregeln zur Wohnbebauung. Es stimmt auch, dass viele Bürgermeister u.a. aus genannten persönlichen Profitgründen einen Wildwuchs an WEA zuließen. Dass aber inzwischen viele zuständige Gerichte Ordnung in diesen Wildwuchs brachten, z.B. das OVG Schleswig am 15.1.2015, durch dessen Urteil jetzt ausschließlich das Land SH für die Ausweisung neuer WEA-Flächen zuständig ist, fiel ebenfalls unter den Tisch. Wie auch die heute gängige Rechtspraxis mit ihrer Unterscheidung von absoluten WEA-Tabuzonen, weichen WEA-Tabuzonen und sonstigen Flächen. (Zum Vergleich: Im Hunsrück nehmen Windräder wegen bisherigen Wildwuchses bis zu 4,4% der Gesamtfläche ein, das OVG Schleswig hat durch sein Urteil die zulässige Fläche für WEA in SH auf ca. 1,7 % der Gesamtfläche nahezu verdoppelt.) Von solchen „Feinheiten“ keine Spur!

Bitte schaut Euch das dreißigminütige Video an – es wird ein Jahr lang im Netz stehen.

Energethische Grüße von Hajü

Kommentare

  • Hallo,
    beim Thema BUND Verstrickungen wiederholt die Sendung nur alte Unwahrheiten, die vom BUND schon im Sommer 2015 widerlegt wurden. Ich finde es eine Frechheit, dass der SWR diese widerlegten Behauptungen noch einmal wiederholt.
    Daran sehe ich allerdings auch, welchen großen Einfluss die Lobby gegen Windkraft in unserer Gesellschaft hat. Gerade in der CDU gibt es zahlreiche MdBs wie Dr. Joachim Pfeiffer (http://www.joachim-pfeiffer.info/) und Norbert Barthle, beide aus dem Rems-Murr-Kreis, die alles daran setzen die Energiewende zu torpedieren. Bei Pfeiffer ist die Sendung schon auf seiner Homepage verlinkt!
    https://www.bund-naturschutz.de/windkraft-guttenberg.html
    http://www.bund.net/themen_und_projekte/klima_und_energie/energiewende/erneuerbare_energien/windenergie/interview_weiger/
    Leider ist die Sendung in der Mediathek zur Zeit weder unter Win10 noch unter Android erreichbar.
    Folge ich dem Link von Dr. Pfeiffers Homepage, ist der Beitrag in der Mediathek nicht mehr verfügbar. Hat da jemand anderes schon Einfluss genommen?
    Mit solidarischen Grüßen Reinhard Muth
    BUND Mitglied und Mitglied der ökologischen Plattform BW
  • Es passiert nicht zum ersten Mal, dass Beiträge der ARD nicht einmal eine Woche lang in der Mediathek mit der Begründung zu finden sind:
    „Der Verfügbarkeitszeitraum dieses Beitrags ist abgelaufen, daher dürfen wir ihn nicht mehr in der ARD Mediathek anbieten.
    Die Verweildauer von Inhalten wird durch rechtliche und redaktionelle Vorgaben bestimmt.
    Informationen zu den Hintergründen sowie Details zur Verweildauer einzelner Beiträge finden Sie auf unserer FAQ-Seite.“
    Die FAQ-Seite existiert aber nicht:

    Für uns gibt es keinen Grund, die ARD aus ihrer Verantwortung für eine sachliche und ausgewogene Berichterstattung zu entlassen oder gar der Kritik an deren Mangel und an der Intransparenz der „rechtlichen und redaktionellen Vorgaben“ den Boden zu entziehen.
    Sehen Sie den Beitrag hier.

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40.000 km ohne einen Tropfen Treibstoff geflogen

Es ist vollbracht.

Nach 558 Flugstunden und 43.041 Kilometern ist Solar Impulse (klick) am 26.7.2016 wieder in Abu Dhabi gelandet.
Hier startete das solar betriebene viermotorige Flugzeug seine Erdumrundung am 9.3.2015.

Borschberg und Piccard schreiben auf ihrer Internetseite (klick) über ihr Ziel:

Sauberen Technologien zum Durchbruch verhelfen
Der Rekord-Soloflug ohne Treibstoff von Nagoya nach Hawaii, der fünf Tage und fünf Nächte dauert, vermittelt eine klare Botschaft: Wir alle könnten auch am Boden die gleichen Technologien einsetzen, um den weltweiten Energieverbrauch zu halbieren, die natürlichen Ressourcen zu schonen und unsere Lebensqualität zu verbessern.“

Energiewende-Gegner kritisieren, dass der Flug kein Beispiel für größere Verkehrsflieger sei. In der Tat: Solar Impulse (klick) hat nur Platz für eine Person – so, wie die von Otto Lilienthal oder den Gebrüdern Wright. Damals war die Meinung verbreitet, dass der Mensch nicht fliegen kann….

Link zur Youtube-Seite (klick)

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EEG: Heftige Kehrtwende bei Erneuerbaren

Eva Bulling-Schröter zur EEG-Novelle am 8.7.2016 im Deutschen Bundestag:

„Erneuerbare Energien werden künftig von unten nach oben umverteilt: Die Sektgläser werden heute bei Banken, Fonds und anderen Großinvestoren klingen, aber nicht bei den Anlagenbauern für Solar oder bei den Windanlagenherstellern, auch nicht bei der Bürgerenergie. Die große Koalition bremst den Zubau an erneuerbaren Energien aus und gefährdet die Klimaziele, während sie zeitgleich den Pariser Klimavertrag anerkennt. Das ist Politik paradox.“

„EEG: Heftige Kehrtwende bei Erneuerbaren“ weiterlesen

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Glyphosat-Entscheidung vertagt – Zeit für eine fundierte Klärung

Kirsten Tackmann gegen weitere Zulassung von Glyphosat ohne klare Unbedenklichkeit

Der Streit zwischen EFSA und WHO über die Gefährlichkeit von Glyphosat muss geklärt werden. Ohne nachgewiesene Unbedenklichkeit darf die EU die Zulassung des Mittels nicht verlängern. Darüber hinaus lehnt DIE LINKE die Vorerntebehandlung mit dem Wirkstoff ebenso ab wie den Einsatz im Privatbereich und fordert ein Vertriebsverbot für Glyphosat im Internet und in Bau- und anderen Fachmärkten an Privatpersonen.

 


Nachtrag

Das EU-Parlament hat mehrheitlich zugestimmt, die Zulassung um sieben Jahre (nicht 15, wie gefordert) zu verlängern.
Die Kommission muss die Entscheidung treffen, ob Glyphosat zugelassen wird. An den Beschluss des Parlamentes ist die Kommission nicht gebunden.

 

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Power to change

Heute (17.3.2016) startet der neue Dokumentarfilm von Carl-A. Fechner Power to Change – die Energierebellion (klick). Nach dem großen Kinoerfolg von  „Die 4. Revolution“ (klick) aus dem Jahr 2010 wird jetzt die Vision präsentiert: die dezentrale Energiewende bis zum Jahr 2030.
Auf der Homepage des Filmes heißt es:

„Wir laden Sie ein, mit einer Vielzahl engagierter Menschen ein multimediales Projekt zu realisieren, in dessen Zentrum ein Kino-Dokumentarfilm steht – der vielleicht relevanteste Film unserer Zeit mit einer klaren Botschaft: Die Energiewende ist möglich und zwar viel schneller als ihre Gegner behaupten.
Wir müssen es nur wollen und dafür kämpfen! Mit einer atemberaubenden Dramaturgie, überwältigenden Bildern und mitreißender Musik wird dieses Kino-Filmprojekt die Innenansicht der modernen Energierevolution zeigen. Ganz konkret, an vielen Beispielen.“

Wenn der Film nicht in Ihrem Kino läuft, nehmen Sie die Sache selbst in die Hand:
Organisieren Sie in Ihrem Kino, Ihrer Stadt Stadt oder Gemeinde selbst eine Vorführung.

 



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Obsoleszenz – geplant oder vom Markt „erzwungen“?

„Früher war alles besser“ – hört man oft. Aber ist das wahr? Teilweise ist diese Ansicht durch unsere Erinnerung verfälscht, in der bevorzugt angenehme, positive Ereignisse aufbewahrt werden. Dabei ist das Angenehme für jeden Menschen verschieden. Also alles nur Fiktion?

Technische Artefakte sind teilweise auch von menschlichen Einschätzungen abhängig. Menschen bestimmen, was ihnen aufhebenswert erscheint. Artefakte können aber auch durch natürliche Umstände konserviert werden, wie zum Beispiel Pompeji. Insgesamt gestatten technische Artefakte aber einen objektiveren Rückblick als die menschliche Erinnerung. Ein besonderes Beispiel sind Maschinen und Geräte, die in der Vergangenheit oder auch in anderen Gesellschaftordnungen produziert wurden. Sie lassen Rückschlüsse zu auf gleiche oder verschiedene Produktionsziele.
Ein solches Gerät schafft es sogar, Filmstar zu werden: das in der DDR legendäre Rührgerät RG 28. Im Herbst soll der Film „Kommen Rührgeräte in den Himmel?“ (klick) in die Kinos kommen. Zur Berlinale war er schon angemeldet, wurde aber offenbar nicht in das Programm aufgenommen. Den Trailer können wir uns auf Youtube ansehen (siehe unten).

Auf ihrer Schwerpunktseite bingt die junge Welt am 18.2.16 ein Interview (klick) mit Bert Göhler (klick), dem Geschäftsführer der Clip Film- und Fernsehproduktion GmbH (klick), die den Film gedreht hat. Darin wird deutlich, dass das die Auseinandersetzung mit dem Gerät auch anregt zum Nachdenken über einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen:

„Schon beim Trailer haben wir festgestellt, dass Menschen sofort in Gespräch kommen. Aber nicht über unseren Film, sondern über sich selbst, ihr Konsumverhalten und ihr Verhältnis zu ihren Dingen.“

Grund genug, sich den Film anzusehen.

UBA-Studie

Passend zum Thema haben das Öko-Institut Freiburg und das Institut für Landtechnik der Universität Bonn gerade eine Studie für das Umweltbundesamt erstellt: Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz“. Sie untersucht erstmals detailliert das Konsumverhalten, die Austauschgewohnheiten sowie die Ursachen für Defekte bei Elektro- und Elektronikgeräten in den vier Produktkategorien Haushaltsgroßgeräte, Haushaltskleingeräte, Informations- und Kommunikationstechnik und Unterhaltungselektronik und kann hier heruntergeladen (klick) werden.

Die Studie scheint die Eingangsthese, dass früher alles besser war, zu bestätigen: „Obsoleszenz – geplant oder vom Markt „erzwungen“?“ weiterlesen

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Luxus-Alimentierung für Kohlekraftwerke

Rede von Eva Bulling-Schröter am 29.01.2016 (klick) zum

TOP 24

  • Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzes zur Weiterentwicklung des Strommarktes (Strommarktgesetz) Drs. 18/7317 (klick)
  • Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss) zu dem Antrag des Fraktion DIE LINKE Deutscher Beitrag zu den UN-Klimaverhandlungen – Kohlendioxid als Umweltschadstoff definieren, Betriebszeiten von Kohlekraftwerken begrenzen Drs. 18/3313 (klick), 18/7277 (klick)
  • Beratung des Antrags der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Zukunft des Strommarktes – Mit ökologischem Flexibilitätsmarkt klimafreundliche Kapazitäten anreizen und Kohleausstieg einleiten Drs. 18/7369 (klick)

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Herr Gabriel sagt dieser Tage gerne, der Welpenschutz für erneuerbare Energien sei beendet, man müsse die Erneuerbaren jetzt durch Ausschreibungen in einen Wettbewerb bringen. Wir haben es ja gerade gehört. Ich sage Ihnen: So wird das Fördersystem im EEG umgekrempelt und nebenbei die Bürgerenergie totgemacht.
(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)
Es geht längst um die Frage, wer die Energiewende übernimmt. Sind es hauptsächlich große Investoren, die nur am Profit orientiert sind, oder sind es dezentrale kleine Akteure, die nah an den Menschen vor Ort sind? Das müssen wir den Menschen sagen: Es geht wieder um die großen Konzerne und um Profit.
Nach Gabriels Plan ist die Bürgerenergie bald raus, so viel ist klar.
(Thomas Bareiß (CDU/CSU): Das stimmt doch gar nicht! – Zuruf von der SPD: Wo steht das denn?)
Ich sage Ihnen: Die Befürworter der Bürgerenergie werden es Ihnen nicht vergessen. Zudem muss ich mich schon wundern: Welpenschutz für Erneuerbare wird abgeschafft, stattdessen pampern Sie die Dinosaurier der Stromerzeugung.
Für einige Kohlekraftwerke sollen künftig unter dem Deckmantel einer Sicherheitsreserve 230 Millionen Euro jährlich gezahlt werden. Das zum Thema Preise und dazu, wer das bezahlt. Eine solche Reserve brauchen wir nicht. Diese sogenannte Sicherheitsreserve ist nichts anderes als eine Luxusalimentierung für Kohlekraftwerke.
Man muss sich immer wieder vor Augen halten: Zehn Tage braucht ein Kohlekraftwerk in Sicherheitsreserve, um hochzufahren und im Ernstfall Strom zu liefern. Einen solchen Fall hatten wir in der Bundesrepublik bisher noch nie, und er wird voraussichtlich auch nicht eintreffen. Sie halten – ich meine das wirklich ernst – die Stromkundinnen und ‑kunden wahrscheinlich für bescheuert und lassen sie für diesen Unsinn blechen. Ich sage Ihnen: Das ist unerhört. Das wissen die Leute vor Ort auch.

Text der Rede lesen (klick)


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TTIP-Transparenz ist eine Farce

Klaus Ernst berichtet über seinen Besuch des Leseraums zum transatlantischen Freihandelsabkommen im Bundeswirtschaftsministerium am 1. Februar 2016: „Es war faktisch sehr sehr beschränkt mit der Transparenz.“ Klaus Ernst erläutert zudem, welche Interessen hinter dem Abkommen stehen und warum der Widerstand gegen TTIP weitergehen muss.

 


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Das Einmaleins der Klimaforschung

… erklärt Eva Bulling-Schröter

den Regierungsparteien im Deutschen Bundestag in ihrer Rede am 28.01.2016 zum TOP 11 Beratung des Antrags der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Für ein Rahmenprogramm für Klima und Klimafolgenforschung Drs. 18/7048 (klick):

„Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Dass Politik von der Vernunft geleitet werden muss, Entscheidungen also auf der Grundlage von Wissenschaft und Fakten zu treffen hat, muss eigentlich nicht erst erklärt werden. Das ist eine Binsenweisheit. Gerade beim Klimawandel gibt es aber offensichtlich noch immer große Wissenslücken. Nach dem Klimaschutzabkommen von Paris Ende Dezember ist nun der richtige Zeitpunkt, hier darüber zu reden. Die Linke unterstützt diese vernünftige Initiative, weil die Linke eine Partei der Vernunft und des Klimaschutzes ist.

(Beifall bei der LINKEN ‑ Lachen bei der CDU/CSU und der SPD)
Eine Kernforderung des Antrags ist die Stärkung von Interdisziplinarität, also der Verknüpfung von Wissen aus den Teilbereichen Verwaltung, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Zivilgesellschaft, also dort, wo es darum geht, die Ursachen, Wirkungsweise und Folgen einer Wirtschaftsweise zu verstehen, die zum großen Teil noch immer auf Kohle, Gas und Erdöl beruht. Was bedeutet Interdisziplinarität, und warum ist diese so wichtig? Das Gegenteil von Interdisziplinarität ist der Tunnelblick. Hier ein Beispiel: Ausgerechnet ein Kollege aus dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Herr Lengsfeld von der CDU/CSU, erklärte auf Twitter – ich zitiere:
„Junge Männer/Jugendliche aus #Marokko, #Algerien ‚fliehen‘ nicht vor Bürgerkrieg, werden auch nicht vertrieben. Kommen zum Geldverdienen.“

Text der Rede lesen (klick)



Kommentar

Die im Vorschlag zum Strukturwandel der Landtagsfraktion DIE LINKE Brandenburg enthaltene Stellungnahme zum Gesetzesvorhaben des BMWi (klick) widerspricht dem Inhalt des in der Bundestagsdebatte von Eva Bulling-Schröter dazu gehaltenen programmkonformen Beitrages der Bundestagsfraktion DIE LINKE.

Das zeigt die folgende Textpassage aus der Stellungnahme:

„Die mit der Energiewende einher gehenden Konflikte und Akzeptanzprobleme, z.B. hinsichtlich der notwendigen Landschaftseingriffe, der Einschnitte in Lebensqualität, der Aufbau neuer Industriestrukturen u.a., spielen für die Lausitz eine genauso große Rolle wie in den Energieregionen Uckermark und Prignitz. Mit dem Weißbuch des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Weiterentwicklung des Strommarktes liegen grundsätzliche Eckwerte zur Ausgestaltung der Energiewende vor.“

siehe auch „Tarantel Nr. 70 (9/2015)“ – klick

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Lärm macht krank

Da die Bundestraße B1/B5 durch das Wohngebiet Hennickendorf/Herzfelde führt, har die Bürgerinitiative „Gesund Leben am Stienitzsee“ e.V. (klick)  eine Petition Nacht-Fahrverbot für LKW-Schwerlastverkehr mitten durch Wohngebiete! gestartet. Darin heißt es:

Lärm und Erschütterungen durch 40 t – Massenguttranporte per LKW über schlechte Straßen mitten durch Wohngebiete Nacht für Nacht mit Lärmspitzen über 90 – 100 dB(A), gemessen am Wohngebäude, reißen uns weit vor 6 Uhr aus dem Schlaf, gefährden die Gesundheit vieler und zerstören die Lebensqualität aller, beeinträchtigen den Tourismus und entwerten unsere Wohngrundstücke, verzeifelte Menschen wollen sich wehren Projektidee: Aufbau eines europaweiten Umgebungslärm-Messnetzes (klick) oder betroffene Orte werden verlassen (z.B. im Ortszentrum Herzfelde (Deuschland) sieht es aus wie nach dem Krieg).

Zuständige Straßenverkehrsämter sind aufgrund der Rechtslage hilflos, unter Verweis auf gesetzlich vorgeschriebene Lärmberechnungen werden sie gezwungen, reale Messwerte und Lärmaktionspläne zu ignorieren. Ergebnisse von Lärmberechnungen sind aber falsch, wenn die Art des LKW-Verkehrs nicht unterschieden (2,7t -12t – 40 t) wird, welcher Nachts über von allen Normenzuständen abweichende Straßenoberflächen donnert und klappert, weil die Infrastrukur in kleineren Städten und Dörfern Deutschlands aufgrund einer ehrgeizigen, zerstörerischen Sparpolitik verfällt. Verbindliche Lärmgrenzwerte gelten nur für Straßenneubauten und Sanierungen, für die aber allerorts das Geld fehlt.  „Lärm macht krank“ weiterlesen

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Sagt die Wahrheit!

Es hat lange gedauert, aber irgendwann, vermutlich Ende Juli, wurde auch das Video des Eröffnungsplenums der LINKEN Woche der Zukunft veröffentlicht. Im Editorial der Tarantel Nr. 69 (klick) haben wir die Frage gestellt, warum dieser Beitrag innerhalb von zwei Monaten nicht veröffentlicht wurde: „Liegt das daran, dass zwei der PodiumsteilnehmerInnen Beiträge gehalten haben, die nicht in „die Linie“ DER LINKEN passten?

Jetzt kann sich jedeR selbst eine Meinung über die Beiträge von Birgit Mahnkopf (5 min ab Aufzeichnungsbeginn) und Volker Lösch (45 min ab Aufzeichnungsbeginn) bilden.

Sagt die Wahrheit!“ ist die Empfehlung von Volker Lösch an DIE LINKE, um die Menschen, die zu Hause bleiben, zur Wahlurne zu bewegen. Damit seien mehr als 20% Stimmenanteil erreichbar.

Seit der Woche der Zukunft sind mehr als acht Monate vergangen. Die nächsten Wahlkämpfe haben bereits begonnen. Vor über zwei Jahren wurde uns Parteivorstand erklärt, dass das Image der LINKEN in den Medien im Wahlkampf nicht umgedreht werden kann (siehe 100% – wovon? – klick).
Die Europawahl 2014 und die nachfolgende Entwicklung deuten darauf hin, dass wir 2016/17 einen ähnlichen Brief schreiben und eine ähnliche Antwort erhalten können.


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Bananenrepublik

Hagen Rether (klick) erklärt auf dem 3satfestival 2015 das Problem mit der Ökologie (und der Demokratie): Merkel ist Schuld! (youtube-Video)


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Thule Tuvalu

Deckblatt vom Presseheft

Der Kinodokumentarfilm «ThuleTuvalu» von Matthias von Gunten (u.a. «Max Frisch, Citoyen» 2007, «Ein Zufall im Paradies» 1999, «Reisen ins Landesinnere» 1988) feierte am 27. April 2014 seine Weltpremiere im Internationalen Wettbewerb der Visions du Réel in Nyon. Seither tourt er um die Welt, war in der Sektion World für den Schweizer Filmpreis nominiert, war Showcase am Hot Docs in Toronto, im Internationalen Wettbewerb am DOK.fest München und zahlreichen weiteren Festivals.

2014 startete ThuleTuvalu erfolgreich in der Schweiz.

Ab 13. August 2015 ist er im Verleih von barnsteiner-film in den deutschen Kinos zu sehen.

Inhalt

THULETUVALU handelt von Menschen an zwei völlig unterschiedlichen Enden des Globus, die durch die fortschreitende Erwärmung der Erdatmosphäre zunehmend miteinander verbunden sind und sich beiden Orts vor die Tatsache gestellt sehen, dass sie ihre Existenz grundlegend verändern müssen.

Der Film erzählt von Jägern in Thule in Nord-Grönland, dem nördlichsten Ort der Erde, die noch immer, wie ihre Vorfahren, die meiste Zeit des Jahres bei Temperaturen bis unter vierzig Grad in Fellkleidern und mit Hundeschlitten zur Jagd fahren, um ihre Familien und ihre Hunde zu ernähren. Und er erzählt von Inselbewohnern in Tuvalu, die in den endlosen Weiten des Pazifiks auf schmalen Korallenriffen leben und sich, wie viele Generationen vor ihnen, von Fischen, Kokosnüssen und selbst angebautem Gemüse ernähren.

An beiden Orten nimmt der Film mit den Menschen am teilweise archaischen Leben in ihren so gegensätzlichen Welten im eisigen Norden und auf der tropischen Insel im Pazifik teil. Dabei werden neben den Unterschieden auch immer mehr Verbindungen und Gemeinsamkeiten deutlich: An beiden Orten zeigt sich, sei es beim Jagen oder beim Fischen, bei Eisfahrten oder beim Kanubau, wie das Meer als wichtigste Nahrungsquelle die Existenz der Einheimi schen prägt. Hier wie dort erleben wir, wie aus dieser engen Abhängigkeit von der Natur und in der großen Abgeschiedenheit von der übrigen Welt über Jahrhunderte ihre besonderen Lebensweisen entstanden sind, die sich bis heute erhalten haben.

Zunehmend zeigt sich anhand der Protagonisten, wie die Eisschmelze im Norden sowohl die Jahreszeiten, die Landschaft als auch ihr ganzes Leben verändert und wie der daraus entstehende Wasseranstieg gleichzeitig die Menschen in Tuvalu damit bedroht, dass ihre Heimat eines Tages in den Fluten des Meeres versinken wird. Mit den Hauptpersonen des Films erleben wir, wie diese Veränderung ihrer Umwelt ihre Lebensentwürfe und Gedanken immer mehr bestimmt. Zwischen Hoffen und Wut, Resignation und Zuversicht suchen sie eine Haltung zu dieser Bedrohung. Und einige sehen sich gar gezwungen, einen Schlussstrich unter ihre bisherige Existenz zu ziehen und von Grund auf ein neues Leben zu beginnen.

Die Geschichten aus den beiden Orten verbinden sich im Lauf des Films zu einer einzigen Geschichte, in der die Protagonisten zunehmend als erste und feinste Seismografen jenes Wandels erkennbar werden, der einmal alle Menschen der Welt betreffen wird.

Der Trailer zum Film kann hier angesehen werden (klicken).

«ThuleTuvalu» ist ein berührendes Portrait von Menschen, deren gemeinsames Schicksal eng miteinander verbunden ist, obwohl sie an zwei völlig unterschiedlichen Enden des Globus leben.

Auch wenn Thule und Tuvalu weit von Deutschland entfernt liegen, sind die klimabedingten Probleme inzwischen längst bei uns angekommen: Bodenerosion, Überschwemmungen, Unwetter und Temperaturschwankungen.

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Sag mal E.ON, geht’s noch?

Gern verbreiten wir folgenden Newsletter von .ausgestrahlt

Liebe Freundinnen und Freunde,

aus aktuellem Anlass gibt es heute einen kürzeren „Sonder-Newsletter“ zum Thema Eon. Denn seit letzter Woche ist es durch ein Gutachten offiziell: Wenn die Bundesregierung nichts unternimmt, sind die Stromkonzerne am Ende fein raus. Ihre Rückstellungen für AKW-Abriss und Atommüll-Lagerung sind nicht sicher! Die Gefahr ist groß, dass die Allgemeinheit am Ende zahlen muss. Wir wissen alle, dass dies vor allem die kommenden Generationen betreffen wird.

.ausgestrahlt kämpft dagegen an,– vor allem auch gegen die Pläne des größten Atomkonzerns Eon, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Deshalb geht unsere Eon-Satire jetzt in eine neue Runde – mit dem ersten von zwei geplanten Internet- und Kino-Spots:


Mach mit und hilf dabei, den Film-Link möglichst weit zu verbreiten und so bekannt zu machen:

  • Leite diese E-Mail an Alle weiter, die der Film interessieren könnte.
  • Teile das Video in Deinen sozialen Netzwerken oder lade es – so Du hast –auf Deine eigene Website.
  • Zusätzlich oder alternativ kannst Du auch den Online-Banner runterladen, auf Deiner Website einbinden und so auf den Kinospot verlinken: https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/badbank/banner.html
  • Frage in Deinem Lieblingskino, ob sie den Spot zeigen. Wenn ja, kannst Du oder das Kino mit einer E-Mail an: pauline.geyer@ausgestrahlt.de den Link zum Download der Kino-Version bekommen.

Je häufiger die Eon-Satire gesehen wird, umso mehr Menschen werden von den skandalösen Konzern-Plänen erfahren. In den kommenden Tagen werden wir daher mit einem zweiten Kino-Spot nachlegen. Du darfst also gespannt sein… !

Neben den Filmen gibt es auch Postkarten, Flyer und Plakate mit den „Sag mal, Eon“-Motiven. Du kannst sie gegen Versandkosten im .ausgestrahlt-Shop bestellen: http://www.shop.ausgestrahlt.de/shop/badbank

Zum Schluss noch eine Bitte: Die Umsetzung der Eon-Kampagne ist aufwändig.
Wir freuen uns daher, wenn Du unsere Arbeit gegen die Verantwortungslosigkeit der AKW-Betreiber mit einer Spende unterstützt: https://www.ausgestrahlt.de/spende-gegen-eon

Herzliche Grüße

Julia Schumacher
und das ganze .ausgestrahlt-Team

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Die letzte Kolonie

Das vergessene Volk der Westsahara

Es geht um Rohstoffe und Profit.

Christian Gropper lenkt mit seinem Film den Blick auf einen schwelenden Konfliktherd vor den Toren Europas.
Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit könnte er sich zu einem Brandherd ausweiten, wenn nichts geschieht. „Welcome to Camp Smara“ steht auf einem verrosteten Blechschild. Es führt in ein Flüchtlingslager, in dem weit mehr als 100.000 Menschen leben. Ganz im Westen von Algerien, mitten in der Wüste. Sie nennen sich Sahrauis, Volk der Sahara, und warten fernab von ihrer Heimat, vergessen von der Weltöffentlichkeit auf eine Lösung ihres Konflikts.
Seit nunmehr vierzig Jahren.

Mohamed Sulaiman ist ein gebildeter junger Sahraui. Er hat in Algerien englische Literatur und Kunst studiert und kehrte nach dem Studium zu seiner Familie ins Lager zurück. Heute näht er Kleider für den kleinen Laden seines Vaters und arbeitet manchmal als Übersetzer, wenn internationale Besucher in die Flüchtlingslager kommen. Mit ihm erkundet das Filmteam den Alltag in den Lagern und an der schwer bewachten Grenze zum marokkanisch besetzten Teil ihres Landes. Rund zwei Drittel der Flüchtlinge sind unter 25 Jahre alt. Eine ganze Generation, die außer den Zelten und Lehmhütten im Lager nie etwas von der Welt gesehen hat. Die ersten Stimmen nach einer Rückkehr zu den Waffen werden bereits laut.

Die Sahrauis stammen aus der Westsahara, einer Region, die an Marokko, Algerien, Mauretanien und den Atlantik grenzt. Bis 1975 war die Westsahara eine spanische Kolonie. Dann zogen die Spanier ab und gaben das Land frei. Doch nicht an die Sahrauis. Der Marokkanische König Hassan II. stellte Ansprüche an das Land seiner Nachbarn. Erst schickte er Siedler über die Grenze in den Süden, dann ließ er die Sahrauis bombardieren. Mehr als 25.000 Menschen starben auf der Flucht. Sechzehn Jahre dauerte der Krieg zwischen Marokko und der sahrauischen Frente Polisario. 1991 erreichten die Vereinten Nationen einen Waffenstillstand und sendeten Blauhelmsoldaten in die Region, um eine dauerhafte Lösung vorzubereiten. Doch bis heute trennt eine mehr als 2700 Kilometer lange Mauer das Land der Sahrauis. Im Westen liegt der von Marokko besetzte Teil des Landes mit der fischreichen Atlantikküste und vielen Bodenschätzen. Im Osten liegt ein verminter und fast unbewohnbarer Streifen, der von der sahrauischen Polisario verwaltet wird.
Immer wieder hat die UNO Verhandlungen für eine friedliche Lösung angestoßen. Immer wieder sind sie gescheitert. Marokko betrachtet die Westsahara als seine Südprovinz und beutet die Bodenschätze aus, denn die Geschäfte mit den Ländern Europas versprechen auch in Zukunft lukrative Gewinne.

Noch herrscht Ruhe in den Flüchtlingslagern. Noch wollen die Sahrauis die Hoffnung auf eine friedliche Lösung ihres Konflikts nicht aufgeben. Doch wie lange wird das gut gehen? Angesichts zunehmender Hoffnungslosigkeit der meist jungen Flüchtlinge und der immer größer werdenden religiösen Spannungen in der Region des Magreb eine bange Frage.

In den von Marokko besetzten Gebieten der Westsahara regt sich Widerstand. Immer wieder gehen die Sahrauis auf die Strasse um zu demonstrieren. Marokkanische Sicherheitskräfte gehen brutal dagegen vor.

Für den Film ist das Team weiter gereist. Hat in Spanien Sahrauis aus den von Marokko besetzten Gebieten getroffen, und in Berlin mit Politikern und Menschenrechtsorganisationen gesprochen. Die werfen Marokko massive Verletzungen gegen die Menschenwürde vor. Doch nichts geschieht. Die Länder Europas sehen weg, solange sie gute Geschäfte mit dem nordafrikanischen Land pflegen.

Wie lange wird die Region ruhig bleiben? Kann sich die Welt überhaupt einen weiteren Krisenherd leisten? Oder muss Europa nicht endlich auch diesen Konflikt angehen, damit sich nicht schon bald der nächste Brand vor der Haustür entfacht?
Die Sahrauis, das vergessene Volk der Westsahara werden nicht ewig geduldig bleiben.

Der Film wird auf  ARTE am 28. April 2015 um 22:40 Uhr gesendet.

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Zehn Milliarden

Bis 2050[1] wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen? Kann man Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder baut jeder bald seine eigene Nahrung an?

Regisseur, Bestseller-Autor und Food-Fighter Valentin Thurn und sein Team sind um die Welt gereist und haben weltweit nach Lösungen gesucht.

Er hat die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion erkundet. Er hat mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft gesprochen, Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten getroffen und Laborgärten und Fleischfabriken besucht.

Das Ergebnis ist der Dokumentarfilm10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?„, der am 16.4.2015 in die Kinos kommt.

In Berlin startet der Film als Preview im Hackesche Höfe Kino am 11.4.15 um 20:00 Uhr.

weitere Aufführungen im Hackesche Höfe Kino hier



[1↑] Zum Vergleich:
Das Jahr 2050 ist der Zeithorizont des Plan B; 2052 der des Berichts an den Club of Rome von Jørgen Randers.

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Gefahr für die deutsche Stromversorgung durch die Sonnenfinsternis im März 2015?

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Presseinformation vom 3. November 2014

Die Studie der HTW Berlin gibt Entwarnung: Die Schwankungen in der Solarstromerzeugung sind beherrschbar

Dass sich in Deutschland eine Sonnenfinsternis beobachten lässt, kommt zwar selten, jedoch in regelmäßigen Abständen vor. Am 20. März 2015 wird sich die Bundesrepublik das nächste Mal im Schatten des Mondes befinden. Wissenschaftler der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) sind im Rahmen einer Studie der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen die nächste Sonnenfinsternis auf die Stromerzeugung der Photovoltaikanlagen und damit auf die gesamte Stromversorgung in Deutschland hat. Ihr Fazit: Auch bei wolkenlosem Himmel über Deutschland lassen sich die Schwankungen in der Solarstromerzeugung durch verschiedene Ausgleichsmaßnahmen glätten.

Wie wirkt sich eigentlich eine Sonnenfinsternis auf die Leistungsabgabe der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen aus? Diese Frage stellte sich die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Das Team hat dies für die nächste Sonnenfinsternis am 20. März 2015 zeitlich und räumlich hochaufgelöst berechnet. Da in Deutschland an diesem Tag zwischen 9:30 Uhr und 12:00 Uhr die Sonne teilweise durch den Mond verdeckt sein wird, kommt es zur Reduktion der Solarstromleistung. Im Fokus der Studie stand die Analyse der daraus resultierenden Schwankungen in der Solarstromerzeugung. Bestimmt wurde sie für unterschiedliche Bewölkungssituationen. Wie die Studie zeigt, ist während der Sonnenfinsternis mit Änderungen in der Solarstromleistung zu rechnen, die bis zu dem 3,5-fachen der gewöhnlichen Leistungsänderungen entsprechen können — vorausgesetzt der Himmel über Deutschland ist frei von Wolken.

Der Ausgleich dieser Schwankungen kann durch verschiedene Maßnahmen auf der Erzeugungs- und Nachfrageseite erfolgen. „Aus technischer Sicht könnten die in Deutschland vorhandenen Pumpspeicherwerke die Leistungsschwankungen auch bei wolkenlosem Himmel vollständig ausgleichen“, sagt Prof. Dr. VoIker Quaschning. Ergänzend könnte der Einsatz von flexiblen Kraftwerken wie schnell regelbaren Gaskraftwerken zum Ausgleich beitragen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Sonnenfinsternis in der Kraftwerkseinsatzplanung vorausschauend berücksichtigt wird. Die Ergebnisse der Studie wurden auch in einem Video grafisch aufbereitet, das online zur Verfügung steht. Die Studie entstand im Vorhaben „PVprog“, das im Umweltentlastungsprogramm II aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin gefördert wird. Studie und Video stehen auf der Seite der HTW zur Verfügung.


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Nachhaltige Politik

Das IMAP Basel[1] hatte am 2.11.2014 Oberstleutenant a. D. Jochen Scholz zu einem Vortrag geladen unter dem Titel „Nachhaltigkeit als Beitrag zur Konfliktprävention“.

Darin zeigt er die vielfältigen Facetten und Erfordernisse nachhaltiger Politik (nicht nur ökologischer Nachhaltigkeit).

Der gesamte Vortrag dauert incl. Diskussion 2,5 Std.



[1↑] IMAP = Information statt Aufklärung, Aufklärung statt Propaganda; verfügbar als Youtube-Kanal

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Tarnen und täuschen

Im Anflug eines Transparenzversuches hat das dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellte BAFA[1] Daten herausgegeben, die die Entwicklung der EEG-Umlagebefreiungen dokumentieren (sollen).
Dabei fällt auf, dass die Tabellen für die Jahre 2010 und 2011 jüngeren Datums sind, als die von 2012.

Bildschirmfoto vom 2015-03-02 15:30
Bildschirmfoto vom 2015-03-02 15:30

Natürlich kann das mit einer Änderung der Erfassungssystematik und der nachfolgenden Anpassung der Tabellen zusammenhängen. Allerdings gibt es auch genügend Beispiele, bei denen genau diese Änderungen dazu dienen, unerwünschte Resultate zu unterdrücken bzw. einen gewünschten Eindruck zu erzeugen – der der Realität nicht (ganz) entspricht.

Aufklärung verspricht ein Blick auf die Informationsgrafiken zur Besonderen Ausgleichsregelung.

Bildschirmfoto vom 2015-03-02 15:35
Bildschirmfoto vom 2015-03-02 15:35

Die rote Linie (Signalfarbe) fällt ins Auge und sagt uns: Die privilegierte Menge (= Industriesubventionen) sinkt kontinuierlich. Wie schön!
Warum sie sinkt wird deutlich, wenn wir die zweite (blaue) Linie ansehen: Die Anzahl der Abnahmestellen ist seit den Antragstellungen im Jahr 2009 drastisch gestiegen, vor allem im Jahr 2011.
Doch die für die Gegner der Industriesubventionen wichtigste Aussage wird fast als Grafikhintergrund (lila Fläche) dargestellt:
Die Umlagebefreiungen der Industrie sind insgesamt um 23,7% gestiegen.

Da das Jahr der Antragstellung nicht das Jahr ist, in dem die EEG-Befreiungen der Unternehmen wirksam werden[2], sehen wir in der Grafik, dass die schwarz-gelbe Koalition nicht nur die Förderung der erneuerbaren Energien drastisch zurückgefahren, sondern auch die Subventionen für die Unternehmen erhöht hat. Nebenbei wird damit auch das ganze neoliberale Gewäsch der FDP vom Subventionsabbau ad absurdum geführt.

Fragt sich, ob die gegenwärtige Regierung gewillt ist, die Zahlen weiterhin zu veröffentlichen? Die Anträge liegen beim BAFA seit über acht Monaten vor, die Genehmigung sollte bereits vor mehr als zwei Monaten abgeschlossen sein. Die Möglichkeit wäre also bereits jetzt gegeben.

Ich vermute jedoch, dass sich die Regierenden angesichts ihrer Mehrheit im Bundestag einbilden, darauf verzichten zu können. Das läge ganz in der Art des zuständigen Ministers Gabriel, der seine Wähler einfach als hysterisch abtut:


hysterisch

Wolfgang Borchardt
2.3.2015


[1↑] BAFA = Bundesamt für Ausfuhrkontrolle
[2↑] Die Unternehmen müssen die EEG-Umlagebefreiungen bis zum 30.6. für das Folgejahr beantragen.

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