TTIP-Transparenz ist eine Farce

Klaus Ernst berichtet über seinen Besuch des Leseraums zum transatlantischen Freihandelsabkommen im Bundeswirtschaftsministerium am 1. Februar 2016: „Es war faktisch sehr sehr beschränkt mit der Transparenz.“ Klaus Ernst erläutert zudem, welche Interessen hinter dem Abkommen stehen und warum der Widerstand gegen TTIP weitergehen muss.

 


Das Einmaleins der Klimaforschung

… erklärt Eva Bulling-Schröter

den Regierungsparteien im Deutschen Bundestag in ihrer Rede am 28.01.2016 zum TOP 11 Beratung des Antrags der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Für ein Rahmenprogramm für Klima und Klimafolgenforschung Drs. 18/7048 (klick):

„Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Dass Politik von der Vernunft geleitet werden muss, Entscheidungen also auf der Grundlage von Wissenschaft und Fakten zu treffen hat, muss eigentlich nicht erst erklärt werden. Das ist eine Binsenweisheit. Gerade beim Klimawandel gibt es aber offensichtlich noch immer große Wissenslücken. Nach dem Klimaschutzabkommen von Paris Ende Dezember ist nun der richtige Zeitpunkt, hier darüber zu reden. Die Linke unterstützt diese vernünftige Initiative, weil die Linke eine Partei der Vernunft und des Klimaschutzes ist.

(Beifall bei der LINKEN ‑ Lachen bei der CDU/CSU und der SPD)
Eine Kernforderung des Antrags ist die Stärkung von Interdisziplinarität, also der Verknüpfung von Wissen aus den Teilbereichen Verwaltung, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Zivilgesellschaft, also dort, wo es darum geht, die Ursachen, Wirkungsweise und Folgen einer Wirtschaftsweise zu verstehen, die zum großen Teil noch immer auf Kohle, Gas und Erdöl beruht. Was bedeutet Interdisziplinarität, und warum ist diese so wichtig? Das Gegenteil von Interdisziplinarität ist der Tunnelblick. Hier ein Beispiel: Ausgerechnet ein Kollege aus dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Herr Lengsfeld von der CDU/CSU, erklärte auf Twitter – ich zitiere:
„Junge Männer/Jugendliche aus #Marokko, #Algerien ‚fliehen‘ nicht vor Bürgerkrieg, werden auch nicht vertrieben. Kommen zum Geldverdienen.“

Text der Rede lesen (klick)



Kommentar

Die im Vorschlag zum Strukturwandel der Landtagsfraktion DIE LINKE Brandenburg enthaltene Stellungnahme zum Gesetzesvorhaben des BMWi (klick) widerspricht dem Inhalt des in der Bundestagsdebatte von Eva Bulling-Schröter dazu gehaltenen programmkonformen Beitrages der Bundestagsfraktion DIE LINKE.

Das zeigt die folgende Textpassage aus der Stellungnahme:

„Die mit der Energiewende einher gehenden Konflikte und Akzeptanzprobleme, z.B. hinsichtlich der notwendigen Landschaftseingriffe, der Einschnitte in Lebensqualität, der Aufbau neuer Industriestrukturen u.a., spielen für die Lausitz eine genauso große Rolle wie in den Energieregionen Uckermark und Prignitz. Mit dem Weißbuch des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Weiterentwicklung des Strommarktes liegen grundsätzliche Eckwerte zur Ausgestaltung der Energiewende vor.“

siehe auch „Tarantel Nr. 70 (9/2015)“ – klick

Lärm macht krank

Da die Bundestraße B1/B5 durch das Wohngebiet Hennickendorf/Herzfelde führt, har die Bürgerinitiative „Gesund Leben am Stienitzsee“ e.V. (klick)  eine Petition Nacht-Fahrverbot für LKW-Schwerlastverkehr mitten durch Wohngebiete! gestartet. Darin heißt es:

Lärm und Erschütterungen durch 40 t – Massenguttranporte per LKW über schlechte Straßen mitten durch Wohngebiete Nacht für Nacht mit Lärmspitzen über 90 – 100 dB(A), gemessen am Wohngebäude, reißen uns weit vor 6 Uhr aus dem Schlaf, gefährden die Gesundheit vieler und zerstören die Lebensqualität aller, beeinträchtigen den Tourismus und entwerten unsere Wohngrundstücke, verzeifelte Menschen wollen sich wehren Projektidee: Aufbau eines europaweiten Umgebungslärm-Messnetzes (klick) oder betroffene Orte werden verlassen (z.B. im Ortszentrum Herzfelde (Deuschland) sieht es aus wie nach dem Krieg).

Zuständige Straßenverkehrsämter sind aufgrund der Rechtslage hilflos, unter Verweis auf gesetzlich vorgeschriebene Lärmberechnungen werden sie gezwungen, reale Messwerte und Lärmaktionspläne zu ignorieren. Ergebnisse von Lärmberechnungen sind aber falsch, wenn die Art des LKW-Verkehrs nicht unterschieden (2,7t -12t – 40 t) wird, welcher Nachts über von allen Normenzuständen abweichende Straßenoberflächen donnert und klappert, weil die Infrastrukur in kleineren Städten und Dörfern Deutschlands aufgrund einer ehrgeizigen, zerstörerischen Sparpolitik verfällt. Verbindliche Lärmgrenzwerte gelten nur für Straßenneubauten und Sanierungen, für die aber allerorts das Geld fehlt.  „Lärm macht krank“ weiterlesen

Sagt die Wahrheit!

Es hat lange gedauert, aber irgendwann, vermutlich Ende Juli, wurde auch das Video des Eröffnungsplenums der LINKEN Woche der Zukunft veröffentlicht. Im Editorial der Tarantel Nr. 69 (klick) haben wir die Frage gestellt, warum dieser Beitrag innerhalb von zwei Monaten nicht veröffentlicht wurde: „Liegt das daran, dass zwei der PodiumsteilnehmerInnen Beiträge gehalten haben, die nicht in „die Linie“ DER LINKEN passten?

Jetzt kann sich jedeR selbst eine Meinung über die Beiträge von Birgit Mahnkopf (5 min ab Aufzeichnungsbeginn) und Volker Lösch (45 min ab Aufzeichnungsbeginn) bilden.

Sagt die Wahrheit!“ ist die Empfehlung von Volker Lösch an DIE LINKE, um die Menschen, die zu Hause bleiben, zur Wahlurne zu bewegen. Damit seien mehr als 20% Stimmenanteil erreichbar.

Seit der Woche der Zukunft sind mehr als acht Monate vergangen. Die nächsten Wahlkämpfe haben bereits begonnen. Vor über zwei Jahren wurde uns Parteivorstand erklärt, dass das Image der LINKEN in den Medien im Wahlkampf nicht umgedreht werden kann (siehe 100% – wovon? – klick).
Die Europawahl 2014 und die nachfolgende Entwicklung deuten darauf hin, dass wir 2016/17 einen ähnlichen Brief schreiben und eine ähnliche Antwort erhalten können.


Thule Tuvalu

Deckblatt vom Presseheft

Der Kinodokumentarfilm «ThuleTuvalu» von Matthias von Gunten (u.a. «Max Frisch, Citoyen» 2007, «Ein Zufall im Paradies» 1999, «Reisen ins Landesinnere» 1988) feierte am 27. April 2014 seine Weltpremiere im Internationalen Wettbewerb der Visions du Réel in Nyon. Seither tourt er um die Welt, war in der Sektion World für den Schweizer Filmpreis nominiert, war Showcase am Hot Docs in Toronto, im Internationalen Wettbewerb am DOK.fest München und zahlreichen weiteren Festivals.

2014 startete ThuleTuvalu erfolgreich in der Schweiz.

Ab 13. August 2015 ist er im Verleih von barnsteiner-film in den deutschen Kinos zu sehen.

Inhalt

THULETUVALU handelt von Menschen an zwei völlig unterschiedlichen Enden des Globus, die durch die fortschreitende Erwärmung der Erdatmosphäre zunehmend miteinander verbunden sind und sich beiden Orts vor die Tatsache gestellt sehen, dass sie ihre Existenz grundlegend verändern müssen.

Der Film erzählt von Jägern in Thule in Nord-Grönland, dem nördlichsten Ort der Erde, die noch immer, wie ihre Vorfahren, die meiste Zeit des Jahres bei Temperaturen bis unter vierzig Grad in Fellkleidern und mit Hundeschlitten zur Jagd fahren, um ihre Familien und ihre Hunde zu ernähren. Und er erzählt von Inselbewohnern in Tuvalu, die in den endlosen Weiten des Pazifiks auf schmalen Korallenriffen leben und sich, wie viele Generationen vor ihnen, von Fischen, Kokosnüssen und selbst angebautem Gemüse ernähren.

An beiden Orten nimmt der Film mit den Menschen am teilweise archaischen Leben in ihren so gegensätzlichen Welten im eisigen Norden und auf der tropischen Insel im Pazifik teil. Dabei werden neben den Unterschieden auch immer mehr Verbindungen und Gemeinsamkeiten deutlich: An beiden Orten zeigt sich, sei es beim Jagen oder beim Fischen, bei Eisfahrten oder beim Kanubau, wie das Meer als wichtigste Nahrungsquelle die Existenz der Einheimi schen prägt. Hier wie dort erleben wir, wie aus dieser engen Abhängigkeit von der Natur und in der großen Abgeschiedenheit von der übrigen Welt über Jahrhunderte ihre besonderen Lebensweisen entstanden sind, die sich bis heute erhalten haben.

Zunehmend zeigt sich anhand der Protagonisten, wie die Eisschmelze im Norden sowohl die Jahreszeiten, die Landschaft als auch ihr ganzes Leben verändert und wie der daraus entstehende Wasseranstieg gleichzeitig die Menschen in Tuvalu damit bedroht, dass ihre Heimat eines Tages in den Fluten des Meeres versinken wird. Mit den Hauptpersonen des Films erleben wir, wie diese Veränderung ihrer Umwelt ihre Lebensentwürfe und Gedanken immer mehr bestimmt. Zwischen Hoffen und Wut, Resignation und Zuversicht suchen sie eine Haltung zu dieser Bedrohung. Und einige sehen sich gar gezwungen, einen Schlussstrich unter ihre bisherige Existenz zu ziehen und von Grund auf ein neues Leben zu beginnen.

Die Geschichten aus den beiden Orten verbinden sich im Lauf des Films zu einer einzigen Geschichte, in der die Protagonisten zunehmend als erste und feinste Seismografen jenes Wandels erkennbar werden, der einmal alle Menschen der Welt betreffen wird.

Der Trailer zum Film kann hier angesehen werden (klicken).

«ThuleTuvalu» ist ein berührendes Portrait von Menschen, deren gemeinsames Schicksal eng miteinander verbunden ist, obwohl sie an zwei völlig unterschiedlichen Enden des Globus leben.

Auch wenn Thule und Tuvalu weit von Deutschland entfernt liegen, sind die klimabedingten Probleme inzwischen längst bei uns angekommen: Bodenerosion, Überschwemmungen, Unwetter und Temperaturschwankungen.

Sag mal E.ON, geht’s noch?

Gern verbreiten wir folgenden Newsletter von .ausgestrahlt

Liebe Freundinnen und Freunde,

aus aktuellem Anlass gibt es heute einen kürzeren „Sonder-Newsletter“ zum Thema Eon. Denn seit letzter Woche ist es durch ein Gutachten offiziell: Wenn die Bundesregierung nichts unternimmt, sind die Stromkonzerne am Ende fein raus. Ihre Rückstellungen für AKW-Abriss und Atommüll-Lagerung sind nicht sicher! Die Gefahr ist groß, dass die Allgemeinheit am Ende zahlen muss. Wir wissen alle, dass dies vor allem die kommenden Generationen betreffen wird.

.ausgestrahlt kämpft dagegen an,– vor allem auch gegen die Pläne des größten Atomkonzerns Eon, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Deshalb geht unsere Eon-Satire jetzt in eine neue Runde – mit dem ersten von zwei geplanten Internet- und Kino-Spots:


Mach mit und hilf dabei, den Film-Link möglichst weit zu verbreiten und so bekannt zu machen:

  • Leite diese E-Mail an Alle weiter, die der Film interessieren könnte.
  • Teile das Video in Deinen sozialen Netzwerken oder lade es – so Du hast –auf Deine eigene Website.
  • Zusätzlich oder alternativ kannst Du auch den Online-Banner runterladen, auf Deiner Website einbinden und so auf den Kinospot verlinken: https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/badbank/banner.html
  • Frage in Deinem Lieblingskino, ob sie den Spot zeigen. Wenn ja, kannst Du oder das Kino mit einer E-Mail an: pauline.geyer@ausgestrahlt.de den Link zum Download der Kino-Version bekommen.

Je häufiger die Eon-Satire gesehen wird, umso mehr Menschen werden von den skandalösen Konzern-Plänen erfahren. In den kommenden Tagen werden wir daher mit einem zweiten Kino-Spot nachlegen. Du darfst also gespannt sein… !

Neben den Filmen gibt es auch Postkarten, Flyer und Plakate mit den „Sag mal, Eon“-Motiven. Du kannst sie gegen Versandkosten im .ausgestrahlt-Shop bestellen: http://www.shop.ausgestrahlt.de/shop/badbank

Zum Schluss noch eine Bitte: Die Umsetzung der Eon-Kampagne ist aufwändig.
Wir freuen uns daher, wenn Du unsere Arbeit gegen die Verantwortungslosigkeit der AKW-Betreiber mit einer Spende unterstützt: https://www.ausgestrahlt.de/spende-gegen-eon

Herzliche Grüße

Julia Schumacher
und das ganze .ausgestrahlt-Team

Die letzte Kolonie

Das vergessene Volk der Westsahara

Es geht um Rohstoffe und Profit.

Christian Gropper lenkt mit seinem Film den Blick auf einen schwelenden Konfliktherd vor den Toren Europas.
Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit könnte er sich zu einem Brandherd ausweiten, wenn nichts geschieht. „Welcome to Camp Smara“ steht auf einem verrosteten Blechschild. Es führt in ein Flüchtlingslager, in dem weit mehr als 100.000 Menschen leben. Ganz im Westen von Algerien, mitten in der Wüste. Sie nennen sich Sahrauis, Volk der Sahara, und warten fernab von ihrer Heimat, vergessen von der Weltöffentlichkeit auf eine Lösung ihres Konflikts.
Seit nunmehr vierzig Jahren.

Mohamed Sulaiman ist ein gebildeter junger Sahraui. Er hat in Algerien englische Literatur und Kunst studiert und kehrte nach dem Studium zu seiner Familie ins Lager zurück. Heute näht er Kleider für den kleinen Laden seines Vaters und arbeitet manchmal als Übersetzer, wenn internationale Besucher in die Flüchtlingslager kommen. Mit ihm erkundet das Filmteam den Alltag in den Lagern und an der schwer bewachten Grenze zum marokkanisch besetzten Teil ihres Landes. Rund zwei Drittel der Flüchtlinge sind unter 25 Jahre alt. Eine ganze Generation, die außer den Zelten und Lehmhütten im Lager nie etwas von der Welt gesehen hat. Die ersten Stimmen nach einer Rückkehr zu den Waffen werden bereits laut.

Die Sahrauis stammen aus der Westsahara, einer Region, die an Marokko, Algerien, Mauretanien und den Atlantik grenzt. Bis 1975 war die Westsahara eine spanische Kolonie. Dann zogen die Spanier ab und gaben das Land frei. Doch nicht an die Sahrauis. Der Marokkanische König Hassan II. stellte Ansprüche an das Land seiner Nachbarn. Erst schickte er Siedler über die Grenze in den Süden, dann ließ er die Sahrauis bombardieren. Mehr als 25.000 Menschen starben auf der Flucht. Sechzehn Jahre dauerte der Krieg zwischen Marokko und der sahrauischen Frente Polisario. 1991 erreichten die Vereinten Nationen einen Waffenstillstand und sendeten Blauhelmsoldaten in die Region, um eine dauerhafte Lösung vorzubereiten. Doch bis heute trennt eine mehr als 2700 Kilometer lange Mauer das Land der Sahrauis. Im Westen liegt der von Marokko besetzte Teil des Landes mit der fischreichen Atlantikküste und vielen Bodenschätzen. Im Osten liegt ein verminter und fast unbewohnbarer Streifen, der von der sahrauischen Polisario verwaltet wird.
Immer wieder hat die UNO Verhandlungen für eine friedliche Lösung angestoßen. Immer wieder sind sie gescheitert. Marokko betrachtet die Westsahara als seine Südprovinz und beutet die Bodenschätze aus, denn die Geschäfte mit den Ländern Europas versprechen auch in Zukunft lukrative Gewinne.

Noch herrscht Ruhe in den Flüchtlingslagern. Noch wollen die Sahrauis die Hoffnung auf eine friedliche Lösung ihres Konflikts nicht aufgeben. Doch wie lange wird das gut gehen? Angesichts zunehmender Hoffnungslosigkeit der meist jungen Flüchtlinge und der immer größer werdenden religiösen Spannungen in der Region des Magreb eine bange Frage.

In den von Marokko besetzten Gebieten der Westsahara regt sich Widerstand. Immer wieder gehen die Sahrauis auf die Strasse um zu demonstrieren. Marokkanische Sicherheitskräfte gehen brutal dagegen vor.

Für den Film ist das Team weiter gereist. Hat in Spanien Sahrauis aus den von Marokko besetzten Gebieten getroffen, und in Berlin mit Politikern und Menschenrechtsorganisationen gesprochen. Die werfen Marokko massive Verletzungen gegen die Menschenwürde vor. Doch nichts geschieht. Die Länder Europas sehen weg, solange sie gute Geschäfte mit dem nordafrikanischen Land pflegen.

Wie lange wird die Region ruhig bleiben? Kann sich die Welt überhaupt einen weiteren Krisenherd leisten? Oder muss Europa nicht endlich auch diesen Konflikt angehen, damit sich nicht schon bald der nächste Brand vor der Haustür entfacht?
Die Sahrauis, das vergessene Volk der Westsahara werden nicht ewig geduldig bleiben.

Der Film wird auf  ARTE am 28. April 2015 um 22:40 Uhr gesendet.

Zehn Milliarden

Bis 2050[1] wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen? Kann man Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder baut jeder bald seine eigene Nahrung an?

Regisseur, Bestseller-Autor und Food-Fighter Valentin Thurn und sein Team sind um die Welt gereist und haben weltweit nach Lösungen gesucht.

Er hat die wichtigsten Grundlagen der Lebensmittelproduktion erkundet. Er hat mit Machern aus den gegnerischen Lagern der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft gesprochen, Biobauern und Nahrungsmittelspekulanten getroffen und Laborgärten und Fleischfabriken besucht.

Das Ergebnis ist der Dokumentarfilm10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?„, der am 16.4.2015 in die Kinos kommt.

In Berlin startet der Film als Preview im Hackesche Höfe Kino am 11.4.15 um 20:00 Uhr.

weitere Aufführungen im Hackesche Höfe Kino hier



[1↑] Zum Vergleich:
Das Jahr 2050 ist der Zeithorizont des Plan B; 2052 der des Berichts an den Club of Rome von Jørgen Randers.

Gefahr für die deutsche Stromversorgung durch die Sonnenfinsternis im März 2015?

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Presseinformation vom 3. November 2014

Die Studie der HTW Berlin gibt Entwarnung: Die Schwankungen in der Solarstromerzeugung sind beherrschbar

Dass sich in Deutschland eine Sonnenfinsternis beobachten lässt, kommt zwar selten, jedoch in regelmäßigen Abständen vor. Am 20. März 2015 wird sich die Bundesrepublik das nächste Mal im Schatten des Mondes befinden. Wissenschaftler der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) sind im Rahmen einer Studie der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen die nächste Sonnenfinsternis auf die Stromerzeugung der Photovoltaikanlagen und damit auf die gesamte Stromversorgung in Deutschland hat. Ihr Fazit: Auch bei wolkenlosem Himmel über Deutschland lassen sich die Schwankungen in der Solarstromerzeugung durch verschiedene Ausgleichsmaßnahmen glätten.

Wie wirkt sich eigentlich eine Sonnenfinsternis auf die Leistungsabgabe der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen aus? Diese Frage stellte sich die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Das Team hat dies für die nächste Sonnenfinsternis am 20. März 2015 zeitlich und räumlich hochaufgelöst berechnet. Da in Deutschland an diesem Tag zwischen 9:30 Uhr und 12:00 Uhr die Sonne teilweise durch den Mond verdeckt sein wird, kommt es zur Reduktion der Solarstromleistung. Im Fokus der Studie stand die Analyse der daraus resultierenden Schwankungen in der Solarstromerzeugung. Bestimmt wurde sie für unterschiedliche Bewölkungssituationen. Wie die Studie zeigt, ist während der Sonnenfinsternis mit Änderungen in der Solarstromleistung zu rechnen, die bis zu dem 3,5-fachen der gewöhnlichen Leistungsänderungen entsprechen können — vorausgesetzt der Himmel über Deutschland ist frei von Wolken.

Der Ausgleich dieser Schwankungen kann durch verschiedene Maßnahmen auf der Erzeugungs- und Nachfrageseite erfolgen. „Aus technischer Sicht könnten die in Deutschland vorhandenen Pumpspeicherwerke die Leistungsschwankungen auch bei wolkenlosem Himmel vollständig ausgleichen“, sagt Prof. Dr. VoIker Quaschning. Ergänzend könnte der Einsatz von flexiblen Kraftwerken wie schnell regelbaren Gaskraftwerken zum Ausgleich beitragen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Sonnenfinsternis in der Kraftwerkseinsatzplanung vorausschauend berücksichtigt wird. Die Ergebnisse der Studie wurden auch in einem Video grafisch aufbereitet, das online zur Verfügung steht. Die Studie entstand im Vorhaben „PVprog“, das im Umweltentlastungsprogramm II aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin gefördert wird. Studie und Video stehen auf der Seite der HTW zur Verfügung.