Globaler Aktionstag für Hasankeyf und Sûr/Amed

Aufruf

Zum 28.April 2018 rufen wir zu einem globalen Aktionstag zu Hasankeyf und Sur auf. Bisher haben sich viele Interessierte aus mehreren Ländern gemeldet und wir hoffen, dass diese Zahl wächst.
(Download des Aufrufes: http://www.oekologische-plattform.de/wp-content/uploads/2018/04/Aufruf_Aktionstag_HasankeyfSur_28April2018.pdf)

Angesichts des Angriffskrieges des türkischen Staates gegen Afrîn/Rojava wurde von vielen die Frage gestellt, ob dieser Aktionstag durchgeführt wird. Die Antwort ist ja, denn die Zerstörungen von Weltkulturerbestätten und die damit verbundene systematische Vertreibung von Menschen in Türkisch (Nord-)Kurdistan müssen weiterhin thematisiert werden. Ihr könnt die Zerstörung von kulturellen und natürlichen Kulturerbestätten in Afrîn in diesen Aktionstag mit aufnehmen. Türkische Flugzeuge haben die Unesco Weltkulturerbestätte „Antike Dörfer in Nordsyrien“ gezielt bombardiert. Siehe Details hierzu: http://whc.unesco.org/en/list/1348
Siehe auch den CNN Bericht zu dieser Zerstörung: https://edition.cnn.com/videos/world/2018/03/09/afrin-destruction-syria-gorani-pkg.cnn

In den nächsten Tagen werden wir Euch über aktuelle Entwicklungen zu Hasankeyf und den Ilisu Staudamm als auch zur Altstadt von Diyarbakir (Amed), Sur, informieren. Vielleicht gibt es auch nähere Informationen zur Welterbestätte in Afrîn.
Etwa am 23./24. April veröffentlichen wir einen Flyer, den Ihr beim AKtionstag verwenden könnt, aber natürlich nicht müsst.

In Berlin haben FreundInnen eine Bilderausstellung zu Hasankeyf auf deutsch vorbereitet. Diese 47 seitige Ausstellung hat auch etwas Text, Ihr könnt sie z.B. auf A3 ausdrucken und aufhängen. Wenn Ihr Interesse habt, kann ich sie Euch zuschicken.

Jetzt folgt eine Liste von Regierungen, Unternehmen, internationalen Organisationen etc, die beim Aktionstag zur politischen Zielscheibe bzw. Eurer Forderungen werden könnten:

  1. Türkische Regierung
    als Hauptverantwortlicher der Zerstörungen; insbesondere die Ministerien „Forst und Wassermanagement“ und „Umwelt und Städteplanung“, die hauptlich für den Ilisu Staudamm und die Zerstörung von Sur sind, und das „Tourismus- und Kulturministerium“, welches diese Zerstörungen absegnet.
  2. UNESCO und/oder die nationale UN Vertretung
    in Eurem Staat bzw. Bundesland. Dies ist sinnvoll, da die UNESCO und die UN insgesamt zur Zerstörung der Welterbestätten Sur und „Antike Dörfer in Nordsyrien“ als auch Hasankeyf (welches 9 von 10 Unesco Kriterien erfüllt) schweigen.
  3. Österreichisches Unternehmen Andritz.
    Nach dem Rückzug der europäischen Finanzierung 2009 hat Andritz die Anteile der anderen europäischen Firmen übernommen und ist Konsortialleiter des Ilisu Projektes. Die österreichischen Botschaften+Konsulate können  auch kritisiert werden, weil die österreichische Regierung nichts gegen die aktive Teilnahme von Andritz an Verbrechen gegen Natur, Kultur und Menschen getan hat.
  4. Das holländische Unternehmen Bresser,
    welches bei der Versetzung des Zeynel Bey Mausoleum im Mai 2017 mit ihrem Fachwissen entscheidend mitgewirkt hat und momentan sehr wahrscheinlich an der Planung zur Versetzung von weiteren sechs Monumenten teilnimmt.
  5. Die türkischen Banken Akbank, Garantibank und Halkbank,
    die für das Ilisu Projekt Kredite vergeben haben. Diese Banken haben auch in Europe Filialen und betreiben damit Geschäfte. Die spanische Bank BBVA, welche international viele Geschäfte betreibt und die Hälfte von Garantibank besitzt, könnte auch zur Zielscheibe werden.

Bisher haben wir nicht feststellen können, dass bei der Zerstörung von Sur internationale Unternehmen dabei sind. Wir haben aber eine kleine Recherche dazu.

Nun kommt eine Liste von möglichen Aktionen am 28. April:

  • Demonstration bzw. Kundgebung
  • Informationsstand an einem zentralen Ort Eurer Stadt, eventuell an einem wichtigen Baudenkmal oder Welterbestätte
  • Info/Diskussionsveranstaltung
  • Bilderausstellung (auch in Verbindung mit obigen Aktionsformen)
  • Filmvortrag (auch in Verbindung mit obigen Aktionsformen).
    Der 21 minütige Dokumentarfilm zu Hasankeyf hat nun deutsche Untertitel. den Link zum Film findet Ihr hier: https://vimeo.com/251548911. Der Film kann ohne Passwort angesehen werden (nicht downloadbar).
    Hier ist der Film mit türkischen und kurdischen Untertiteln: https://vimeo.com/239534068 und hier mit englischen Untertiteln: https://vimeo.com/245294539
  • Theater bzw Stand-Up Action in der Öffentlichkeit (auch in Verbindung mit obigen Aktionsformen)
  • Sammeln von Unterschriften gegen Bresser und Er-Bu gegen die Versetzung der Monumente in Hasankeyf
    (zum Download der Petition an Bresser hier klicken)
  • Ihr könnt ein Transparent (oder was Ähnliches) an einem bedeutenden/symbolträchtigen Ort in Eurer Stadt aufhängen.
  • Angebot an Kinder, wie zum Beispiel: Malen, Zeichnen, Spielen, Sport/Bewegung etc.

Zuletzt möchten wir betonen, dass wir uns über jede neue kreative Idee an diesem Aktionstag freuen.

Momentan läuft die Diskussion, ob aus dem Aktionstag etwas Längerfristigeres (Kampagne, Initiative oder neuer Aktionstag mit erweiterten Inhalt) entstehen kann.

Ercan
Ökologiebewegung Mesopotamiens und Inititative zur Rettung von Hasankeyf
mehdiplo@riseup.net
www.hasankeyfgirisimi.net
www.mezopotamyaekoloji.org

„Schandfleck“ – Auszeichnung am Welttag der Sozialen Gerechtigkeit

Die Initiative zur Rettung von Hasankeyf ruft auf:

Stimmen Sie gegen Andritz ab!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Ilisu-Interessierte,

die Andritz AG verblieb 2009 im Ilisu-Projekt und ermöglichte so den Weiterbau, obwohl die Exportkreditagenturen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz festgestellt hatten, dass internationale Standards in dem Projekt nicht eingehalten werden und die staatlichen Bürgschaften deshalb zurückzogen.

Nun ist Andritz für „Schandfleck“ nominiert, die Auszeichnung für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die das österreichische Netzwerk für Soziale Verantwortung vergibt.
Die Abstimmung läuft noch bis Dienstag, den 18. Februar 2014.
Falls Sie noch nicht abgestimmt haben, hier haben Sie die Möglichkeit:

http://www.schandfleck.or.at/

Unsere Wahlempfehlung: Andritz AG

Aktuell sind es gleich drei problematische Projekte an denen die Andritz AG beteiligt ist: der Xayaburi-Staudamm in Laos, Belo Monte in Brasilien und der Ilisu-Staudamm in der Türkei. Alle drei Staudämme sollen in ökologisch höchst sensiblen Gegenden errichtet werden und in allen drei Fällen müssen zehntausende Menschen weichen, oft ohne ausreichenden Ersatz für ihre Häuser oder ihr Einkommen und unter Repressalien der Militärs und Sicherheitskräfte vor Ort. Durch aktuelle Andritz-Projekte werden hunderte Arten aussterben und einmalige Natur- und Kulturlandschaften vernichtet. Zählt man Projekte aus der Vergangenheit dazu, wären diese Zahlen noch höher. Nur wenige Unternehmen können die Technologie für solche Mega-Projekte liefern. Wenn Andritz und Co. ihre Standards erhöhen, kann sich die gesamte Branche ändern. Helfen Sie mit, diesem ‚System Andritz‘ Einhalt zu gebieten, indem Sie Ihre Unzufriedenheit mit dem verantwortungslosen Verhalten eines unserer Top-Unternehmen zum Ausdruck bringen!

Schandfleck-Gala am 20. Februar

Die Auszeichnung „Schandfleck“ für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen und Institutionen wird dieses Jahr am 20. Februar 2014, dem Welttag für soziale Gerechtigkeit verliehen. Anmeldungen für die Gala im Off-Theater bis 14. Februar an office@sozialeverantwortung.at Es sprechen u.a. Susanne Scholl, Freda Meissner-Blau, Romy Grasgruber-Kerl und Robert Misik. Programm hier.

Wer am nächsten Donnerstag nicht kann oder keinen Platz mehr bekommt, kann die Gala live im Netz verfolgen.
ZIGE.tv ist Medienkooperationspartner der Gala.

Mit freundlichen Grüßen,

Thomas Wenidoppler (ECA Watch Österreich) und Heike Drillisch (GegenStrömung)

Mag. Thomas Wenidoppler
ECA Watch Österreich/ECA Watch Austria
c/o GLOBAL 2000, Neustiftgasse 36, 1070 Wien
Tel. +43-650-8225200

GegenStrömung – CounterCurrent
Heike Drillisch
Siemensstr. 10, 14482 Potsdam, Germany
Tel. +49 – 331 – 70 48 212, +49 – 177 – 345 26 11
heike.drillisch@gegenstroemung.org, www.gegenstroemung.org