Internationales Anti-Atom-Sommercamp in der Bundesrepublik

Vom 17.-23. Juli 2017 werden Expert*innen, Organisator*innen und Aktivist*innen aus mehr als einem Dutzend Ländern von drei Kontinenten, die besorgt über den Weiterbetrieb der Atomindustrie sind, in Döbeln, Mittelsachsen, zusammen kommen, um die fortlaufenden Anti-Atom-Kämpfe zu stärken. Das Internationale Anti-Atom-Sommercamp setzt seinen Schwerpunkt auf die Uranindustrie und auf Laufzeitverlängerungen sowie den Neubau von Reaktoren. Ab sofort ist die Anmeldung zu diesem Gathering möglich und interessierte Menschen sind eingeladen mit den Camp-Organisator*innen in Kontakt zu treten.

Das Nuclear Heritage Network, eine weltweite informelle Plattform von Anti-Atom-Aktivist*innen, arrangiert diese Zusammenkunft, zu der 60-100 Teilnehmer*innen aus aller Welt erwartet werden. Dort sollen Anti-Atom-Initiativen miteinander in Kontakt kommen, über atompolitische Themen informiert werden, zu denen sich die verschiedenen Beteiligten engagieren, und die Bewegung gestärkt werden, die gegen die immer noch mächtige Atomlobby antritt. Seit 2008 war das Nuclear Heritage Network Initiator*in einer Vielzahl internationaler Treffen wie dem bevorstehenden. Diese fanden in verschiedenen europäischen Ländern wie Frankreich, Finnland, Tschechien und der BRD statt.

Uran ist der Stoff, der alle Konflikte um die Atomkraft verbindet, denn er taucht im Brennstoff, beim Bergbau, als Atommüll und als Element auf, das in verschiedenen Stadien der Uranverarbeitungskette bearbeitet wird. Das internationale Sommercamp wird Organisator*innen zusammenbringen, die gegen die Uranindustrie Kampagnenarbeit leisten, deren Themen bekannter machen und dazu beitragen, dass Aktivist*innen von verschiedenen Aktionsfeldern zusammenkommen.

Der Neubau von Atomkraftwerken und die Laufzeitverlängerung von alternden Reaktoren sind eine drängende Gefahr, die im Gegensatz zu den verschiedenen nationalen Atomausstiegs-Politiken mehrerer Staaten akut ist. Planungen für weitere dieser Risikoanlagen und zur Verlängerung der Betriebszeiten gibt es überall auf der Welt, obwohl die strauchelnde Atomindustrie mit großen ökonomischen Problemen konfrontiert ist. – Diese existierten zwar schon vorher, sind aber durch die Krise der Finanzmärkte stärker sichtbar geworden. Das Sommer-Gathering wird eine Plattform für Initiativen sein, die gegen diese Entwicklungen ankämpfen. Es wird Informationen zu Atomanlagen und ihren speziellen Risiken bereitstellen, aber hat auch zum Ziel neue Partner*innen für den Widerstand gegen die Atomlobby zu finden.

Ein erster Programmentwurf wurde nun auf der Internetseite des Camps veröffentlicht: http://camp2017.nuclear-heritage.net . Die Teilnehmer*innen können sieben Tage voller Informationen und Eindrücke, Workshops zur Entwicklung gemeinsamer Aktionen, eine Exkursion zu einem stillgelegten Uranbergwerk, Skillsharing, Aktionen und Workshops zur Erhöhung der Handlungsfähigkeit der Anti-Atom-Bewegung erwarten.

Atommüllendlager für hochradioaktive Abfälle

Die Suche nach einem Atommülllager für hochradioaktive Abfälle geht alle an! Derzeit laufen die Gespräche zwischen den Berichterstattern zur Vorbereitung der Novelle des Standortauswahlgesetzes zur Umsetzung der Empfehlungen der „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, die mit einem Bericht im Sommer 2016 vorgelegt worden sind. In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, ob es dazu kommt, eine StandAG-Novelle im Sinne einer 1zu1-Umsetzung des Kommissionsberichts in die Wege zu leiten.

Wir haben als Fraktion diesen Bericht der Kommission trotz einiger darin enthaltener Verbesserungen in der Summe abgelehnt und ein Sondervotum dazu formuliert. Dieses ist nun als Broschüre erhältlich und ich möchte euch jetzt bitten, diese für den Einsatz in euren Büro und Geschäftsstellen zu bestellen, damit möglichst viele die Möglichkeit bekommen, unsere Position dazu kennen zu lernen.

„Bis in alle Ewigkeit – Atommüll quo vadis?
Stellungnahme der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag zum Bericht der „Endlager“ – Kommission“.

Diese Broschüre kann kostenlos bestellt werden über ein Formular
(https://www.linksfraktion.de/service/publikationen-bestellen/) oder
direkt per fraktion@linksfraktion.de (Bitte Postanschrift und Anzahl der Exemplare angeben).
Als PDF-Datei steht die Broschüre hier bereit:
https://www.linksfraktion.de/fileadmin/user_upload/Bis_in_alle_Ewigkeit_-_Atommuell_quo_vadis__Stellungnahme_der_Fraktion_DIE_LINKE_zum_Bericht_der_Endlager-Kommission__2016.pdf

Hinweisen möchte ich euch auch noch auf die
Veranstaltung des neuen Nationalen Begleitgremiums zur Endlagersuche:
Am kommenden Samstag, dem 11.2.2017 veranstaltet das NBG eine öffentliche Anhörung über die Änderung des StandAG.
Mehr dazu unter:
http://www.nationales-begleitgremium.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Einladung_Anh%C3%B6rung.html?nn=8550660

Mit solidarischen und herzlichen Grüßen

Hubertus Zdebel, MdB
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Obmann im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Sprecher für den Atomausstieg
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel.: 030/ 227-74332
Fax: 030/ 227-76332
hubertus.zdebel@bundestag.de
http://www.hubertus-zdebel.de

Zum Bericht der Kommission für die Endlagersuche

In Präambel des Berichtes der Kommission für die Endlagersuche (klick) heißt es:

Nach vier Jahrzehnten massiver Auseinandersetzungen um die Nutzung der Kernenergie will die Kommission den Weg bereiten, auch bei der sicheren Lagerung insbesondere der hoch radioaktiven Abfällen zu einer nach dem heutigen Stand unseres Wissens bestmöglichen Lösung in Deutschland zu kommen. Sie orientiert sich dabei an der Leitidee der nachhaltigen Entwicklung . Unter Nachhaltigkeit wird eine Entwicklung verstanden, „die den Bedürfnissen der heutigen Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse angemessen zu befriedigen“

Doch da die elementaren Grundvoraussetzungen für eine potenzielle Akzeptanz der Endlagersuche durch die Bevölkerung nicht geschaffen wurden, hängt das Ergebnis der Kommission in der Luft.

Die elementaren Grundvoraussetzungen sind:

1.) Rechtssichere Unumkehrbarkeit des Atomausstiegs durch Verankerung im Grundgesetz

2.) Ersatz der Atomenergie zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien

Zu 1.:

Im Schlussplenum des 3. Prognos-Workshop zur Endlagersuche (15. Januar 2016 in Kassel) sagte Kommissionsmitglied Prof. Dr. Thomauske: der Atomausstieg sei keineswegs Konsens in der Kommission und auch er persönlich befürworte die weitere Nutzung der Kernenergie.

Die Bevölkerung ist demgegenüber der Auffassung, dass das Atomendlager der Schlussstrich unter die „Sackgasse Atomenergie“ sein soll. Wenn die Menschen erfahren, dass dem möglicherweise gar nicht so ist, da der Kommissionsbericht nicht ausschließt, dass ein Endlager gerade umgekehrt als Rechtfertigung für den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke herangezogen werden kann („das Endlagerproblem ist nun ja gelöst!“), wird es statt Akzeptanz der Endlagersuche einen umso erbitterteren Widerstand geben.

Zu 2.:

Wie Umfragen immer wieder bestätigen, will die Bevölkerung die Energiewende. Die Menschen gehen als selbstverständlich davon aus, dass die Atomkraftwerke nicht durch Kohle & Co, sondern durch erneuerbare Energien ersetzt werden, da es schließlich keinen Sinn macht, das eine Übel durch ein anderes, aber nicht minder schädliches, abzulösen.

Wenn dem entgegen gehalten wird, dass die Endlagersuche nichts mit der Energiewende zu tun habe, so handelt es sich um eine eingeengte Sicht- und Denkweise, die die zur Lösung der heutigen Problematik erforderliche Ganzheitlichkeit vermissen lässt. Nur als organischer Bestandteil einer insgesamt sinnhaften und unseren Kardinalproblemen (Klimawandel und Umweltzerstörung) gerecht werdenden Energiepolitik kann die Endlagersuche Zustimmung finden und erfolgreich sein.

Christfried Lenz
23.08.2016

Auf der Internetseite https://www.endlagerbericht.de/en/consultation/11468/ (klick) kann der Bericht diskutiert werden.

Endlagersuche: Bayern schert aus

Pressemitteilung der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (klick)

Mit einem Sondervotum für Salz- und Tongestein als Endlagergestein will Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) verhindern, dass in Bayern ein atomares Endlager errichtet wird.

Kristallines Gestein, das in anderen Ländern als Endlagergestein wie in Schweden oder Schweiz favorisiert wird, soll nicht in Frage kommen. Abgesehen von einem kleinen Tongesteinpaket bei Neu-Ulm gibt es in Bayern nichts anderes als Granit im Boden, berichtet die Tageszeitung Welt.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. (BI) verurteilt den “Länderopportunismus” in aller Deutlichkeit:

“Das ist unverantwortlich. Einerseits setzte und setzt die bayrische Staatsregierung mit über 50 Prozent Atomstrom wie kein anderes Bundesland auf Atomkraft und blockiert die Windenergie oder den Bau von Stromtrassen aus dem windreichen Norden. Andererseits duckt sich die CSU weg, wenn es um die Atommülllagerung geht.”

Wenn es ein Bundesland gebe, das einmal auf den Tisch haut, dann wäre es Niedersachsen, das mit der Asse II und den umstrittenen Endlagerstandorten Schacht Konrad und Gorleben bisher die Hauptlast in Sachen Atommüll geschultert hat.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke:

“Doch Länderegoismen oder Parteienopportunismus helfen hier nicht weiter, die Frage, wie mit dem Atommüll umgegangen wird, geht alle an. Wir empfehlen Bayern eine Schadensbegrenzung: die sofortige Stilllegung der drei verbliebenen Reaktorblöcke Gundremmingen B und C sowie Isar 2.”

Wolfgang Ehmke, Pressesprecher, 0170 510 56 06

 

 

Infotour Fukushima mahnt: Atommüll für die Ewigkeit

Vom 10. – 12. Februar, wenige Wochen für dem fünften Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima, besucht der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) die in Baden-Württemberg gelegenen Atom(müll)standorte in Philippsburg und Neckarwestheim im Rahmen einer Infotour. Außerdem wird er in Schwieberdingen sein. Dort sollen die freigemessenen niedrig strahlenden Abfälle aus dem Rückbau der abgeschalteten Atommeiler deponiert werden. Zdebel, der auch Mitglied der „Endlager-Kommission“ ist, will vor Ort mit den BürgerInnen über die Probleme der Atommülllagerung sprechen.

Info-Veranstaltungen, Februar 2016

  • Mittwoch, 10.,19 Uhr,  Pizzeria In2Due, Markgröninger Str. 33, 71701   Schwieberdingen
  • Donnerstag 11., 19 Uhr Genusswerkstatt, Rauchstr. 3, 74076 Heilbronn
  • Freitag 12.,19 Uhr Gästehaus Rotes Tor, Rote-Tor-Straße 52, 76661 Philippsburg

Infoflyer

zum Download und Weiterverbreitung „Atommmüll für die Ewigkeit“ (PDF – klick)

mehr dazu hier (klick)

Atomianer wieder aktiv

Wir veröffentlichen hier das

Flugblatt der „Atomianer“

Können Sie Mittelhochdeutsch?

Verstehen Sie die Sprache der Minnesänger oder können Sie sogar so sprechen?
Diese Sprache wurde in unserem Kulturraum vor ca. 800 Jahren gesprochen.

Beispiel: Diu vil michel ere was da gelegen tot – bedeutet:
Vom Tode war verschlungen die alte Herrlichkeit.

In welcher Sprache und mit welchen Zeichen sollen die Menschen nach uns vor dem „Todesmüll“, den wir ihnen hinterlassen, gewarnt werden?

Orden der Atomianer

Diese kleine Vorstellung hier ist eine Fiktion, aber eine mit einem sehr realen Hintergrund in Anlehnung an den Vorschlag von Experten. Die wollen aufgrund ihrer Ratlosigkeit im Umgang mit dem Atommüll – für den es weltweit keine sichere Endlagerung gibt – das Problem der Verständigung über etwa eine Million Jahre durch eine „Priesterschaft des Atommülls“ lösen!
(Ewiges Feuer, Spiegel spezial, Nr. 7 (1995) (klick);
Radio-Feature „Countdown für die Ewigkeit – Atommüll als Kommunikationsproblem“ ,Reinhard Schneider, DLF 30.12.2003)

Wer soll die Sicherheit vor dem hochgiftigen Atommüll für mindestens eine Million Jahre sicherstellen? Wer soll das Wissen über unzählige Generationen, Kulturen und Sprachen hinweg bewahren?
Das kann nach Meinung von Wissenschaftsexperten nur durch eine hochmotivierte „Priesterschaft des Atommülls“ geleistet werden. Die Zeit drängt.
Bevor der Atommüll zum ersten Mal auf diesem Globus in einem „Endlager“ deponiert werden kann, muss diese „Priesterschaft“ mit allem dazugehörenden Wissen versehen werden, denn sie soll ja von Anfang an

  • auf die Gefahren des todbringenden Atommülls hinweisen,
  • den Atommüll bewachen,
  • Sicherheitsmängel bemerken,
  • Reparaturen durchführen,
  • durch ständige Forschungstätigkeit die Menschheit vor dem Untergang retten und das Weiterleben alles Lebendigen auf dieser Erde überhaupt möglich machen und
  • durch Ernennung neuer Mitglieder das Überleben des Ordens auf ewige Zeiten sichern.

Am Vorabend des Untergangs der Menschheit haben wir wenigstens in einem Land der Erde diese Priesterschaft gegründet und sind nun auf der Suche nach weiteren Ordensmitgliedern. Treten Sie ein in den

Orden der Atomianer!

Bild: Atomianer im Wendland

Information/Koordination:
www.attac-netzwerk.de/wendland/atomianer (klick)wendanix@t-online.de (klick); Tel.: 02566-9709087

Die Katastrophe hat schon begonnen! Werden Sie aktiv! – Unsere „Politiker“ muten uns täglich das atomare Inferno zu. Halten Sie die Atomenergie für verantwortbar und mit den Menschenrechten vereinbar? „Atomianer wieder aktiv“ weiterlesen

7. Atommüllkonferenz

Seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima vor vier Jahren ist die Bundesregierung (leider nur) vom Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergienutzung zurückgetreten. Doch die Atomkonzerne lassen nichts unversucht, uns die Kosten des Ausstiegs aufzubürden. Sie nennen das „den Rückbau ihrer Joint-Venture-Kernkraftwerke möglichst wirtschaftlich zu gestalten“ (siehe AKWs und Stilllegung: Abriss „möglichst wirtschaftlich“ gestalten – E.on und Vattenfall kooperieren – hier klicken).
E.on will seine Atomenergiesparte auslagern (hier klicken) um die Risiken weiterhin zu vergesellschaften, während Vattenfall „emotionale Probleme“ mit dem Atommüll auf sich zukommen sieht (siehe „Auch das noch: Vattenfall sieht emotionale Probleme beim Rückbau von AKWs: Wohin mit dem kontaminierten Bauschutt?“ – hier klicken) und klagt vor dem internationalen Schiedsgericht für Investitionsentscheidungen in Washington gegen die Bundesrepublik wegen entgangener Gewinne durch den Atomausstieg.

Das alles zeigt, dass nicht nur die Wende hin zur umfassenden Nutzung erneuerbarer Energiequellen gefährdet ist, auch der Atomausstieg ist noch lange nicht sicher. Es geht nicht nur darum, dass die geplanten AKW-Abschaltungen auch durchgeführt werden. Selbst wenn das der Fall ist, bleibt das Problen der radioaktiven Abfälle – nicht nur der hoch radiaoaktiven (abgebrannte Brennstäbe und Reaktorinnenwände), sondern auch der 19-fachen Menge kontaminierter und schwach radioaktiver (vor allem Bau-) Stoffe, die beim Abriss anfallen (nähere Informationen im „Sorgenbericht der Atommüllkonferenz“ – hier klicken). Seit der rot-grünen Novellierung der Strahlenschutzverordnung im Jahre 2001 dürfen „schwach radioaktive Reststoffe und Abfälle aus dem Zuständigkeitsbereich von Atomgesetz und Strahlenschutzverordnung in den konventionellen Bereich entlassen“ werden („Freigabe“ siehe „Atommüll überall – BUND-Studie zum „Freimessen“ schwach radioaktiver Stoffe“ – hier klicken). Zwar werden dadurch nur schwach radioaktive Stoffe freigegeben, aber danach wir dihre Verwendung nicht mehr kontrolliert. Durch den Rückbau vieler ehemaliger AKW fallen große Massen dieser Stoffe an, die den Radioaktivitätspegel insgesamt unkontrolliert erhöhen können. Da der „Markt“ für Abfalldeponien nicht regional begrenzt ist, können diese auch in Gebieten abgelagert werden, in denen keine AKW existieren (siehe Sachsen muss Lagerung genehmigen“– hier klicken). Problematischer ist eventuell aber eine Hintertür, die durch das „Freimessen“ eröffnet wird: Jedem, der die Machenschafften bei der Entsorgung von Sonderabfällen kennt, weiss, dass diese gern auch nicht deklarierungspflichtigen Abfällen untergemischt werden. Das ist zwar kriminell, aber wo viel Geld lockt, … Wer läuft schon beim Straßenbau mit einem Geigezähler herum?

Einladung

Am   Samstag, 19. September 2015 findet von 11.00 bis 17.00 Uhr die 7. Atommüllkonferenz in der Volkshochschule Kassel
Wilhelmshöher Allee 19-21, 34117 Kassel statt.

Inhaltliche Schwerpunkte der 7. Atommüllkonferenz

  • Auseinandersetzungen um die Atomverwaltung auf Länderebene,
  • die Öffentlichkeitsbeteiligung bei Stilllegungs- und Abbauverfahren,
  • die Freigaberegelungen von radioaktiven Materialien,
  • das Nationale Entsorgungsprogramm,
  • die „Endlager“-Kommission sowie
  • weitere Planungen zum Projekt Atommüllreport

Programm

11.00 – 12.00 Uhr Eröffnungsplenum

  • Begrüßung – Schwerpunkt Positionspapier „Abschaltung – Stilllegung – Rückbau von AKW“ – Peter Dickel
  • Auseinandersetzung um Atomverwaltung im Ländervergleich – Dirk Seifert, BUND, stellvertr. Sprecher BAK Atom und Strahlenschutz, Hamburg

12.00 – 13.30 Uhr Fachdiskussionen

13.30 – 14.30 Uhr Mittagspause

14.30 – 16.00 Uhr Arbeitsgruppen

16.00 – 17.00 Uhr Abschlussplenum

weitere Informationen unter „Save the date: Einladung zur 7. Atommüllkonferenz“ (hier klicken)

Sag mal E.ON, geht’s noch?

Gern verbreiten wir folgenden Newsletter von .ausgestrahlt

Liebe Freundinnen und Freunde,

aus aktuellem Anlass gibt es heute einen kürzeren „Sonder-Newsletter“ zum Thema Eon. Denn seit letzter Woche ist es durch ein Gutachten offiziell: Wenn die Bundesregierung nichts unternimmt, sind die Stromkonzerne am Ende fein raus. Ihre Rückstellungen für AKW-Abriss und Atommüll-Lagerung sind nicht sicher! Die Gefahr ist groß, dass die Allgemeinheit am Ende zahlen muss. Wir wissen alle, dass dies vor allem die kommenden Generationen betreffen wird.

.ausgestrahlt kämpft dagegen an,– vor allem auch gegen die Pläne des größten Atomkonzerns Eon, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Deshalb geht unsere Eon-Satire jetzt in eine neue Runde – mit dem ersten von zwei geplanten Internet- und Kino-Spots:


Mach mit und hilf dabei, den Film-Link möglichst weit zu verbreiten und so bekannt zu machen:

  • Leite diese E-Mail an Alle weiter, die der Film interessieren könnte.
  • Teile das Video in Deinen sozialen Netzwerken oder lade es – so Du hast –auf Deine eigene Website.
  • Zusätzlich oder alternativ kannst Du auch den Online-Banner runterladen, auf Deiner Website einbinden und so auf den Kinospot verlinken: https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/badbank/banner.html
  • Frage in Deinem Lieblingskino, ob sie den Spot zeigen. Wenn ja, kannst Du oder das Kino mit einer E-Mail an: pauline.geyer@ausgestrahlt.de den Link zum Download der Kino-Version bekommen.

Je häufiger die Eon-Satire gesehen wird, umso mehr Menschen werden von den skandalösen Konzern-Plänen erfahren. In den kommenden Tagen werden wir daher mit einem zweiten Kino-Spot nachlegen. Du darfst also gespannt sein… !

Neben den Filmen gibt es auch Postkarten, Flyer und Plakate mit den „Sag mal, Eon“-Motiven. Du kannst sie gegen Versandkosten im .ausgestrahlt-Shop bestellen: http://www.shop.ausgestrahlt.de/shop/badbank

Zum Schluss noch eine Bitte: Die Umsetzung der Eon-Kampagne ist aufwändig.
Wir freuen uns daher, wenn Du unsere Arbeit gegen die Verantwortungslosigkeit der AKW-Betreiber mit einer Spende unterstützt: https://www.ausgestrahlt.de/spende-gegen-eon

Herzliche Grüße

Julia Schumacher
und das ganze .ausgestrahlt-Team

Deutschland steht vor dem „Entsorgungs-Gau“

Pressemitteilung der Deutschen Umweltstiftung (20.11.14)

Die Deutsche Umweltstiftung warnt davor, dass Deutschland nach den Entwicklungen der letzten Monate vor einem „atomaren Entsorgungs-Gau“ stehe, wie Jörg Sommer, Vorsitzender der Deutschen Umweltstiftung und Mitglied der Endlagerkommission, am Donnerstag darlegte:

„Das bisherige Entsorgungskonzept beruht auf drei Standorten: Asse II wurde bis 1978 mit schwach- und mittelradioaktiver Abfall gefüllt, Schacht Konrad soll das Endlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung darstellen und Gorleben war als Endlagerstätte für hoch radioaktiven Müll geplant. Nun erleben wir, wie alle drei Standorte wegbrechen: Gorleben ist technisch ungeeignet und politisch verbrannt, die Endlagerkommission soll ein Alternative finden, die nicht vor 2050 in Betrieb gehen kann. Die Asse ist abgesoffen und wir müssen Milliarden investieren, um den Müll dort wieder zu bergen. Schacht Konrad hat weder Kapazitäten noch Genehmigungen für die nötigen Mengen, die lange bekannt sind, aber bis vor kurzem künstlich kleingerechnet wurden. Nicht eine der bisherigen drei Säulen hat noch Bestand!“

Für die Deutsche Umweltstiftung kann diese Situation nur eine Folge haben: „Wir müssen umgehend aufhören, immer noch Tag für Tag mehr Müll zu produzieren. Wir brauchen ein sofortiges Atom-Moratorium – und im Anschluss die Entwicklung eines völlig neuen und verlässlichen Entsorgungskonzeptes.“

Dabei dränge, so Jörg Sommer, die Zeit: „Verschärfend kommt hinzu, dass an vermutlich alle Zwischenlagerstandorten in Deutschland  Behälter verrotten, die überhaupt nicht für diese langen Standzeiten konzipiert wurden. Die Situation wird von Tag zu Tag dramatischer. Wir steuern direkt auf einen atomaren Entsorgungs-Gau zu.“

Die saufen irgendwann alle ab.

Das meint ein Bergwerksdirektor zu den „Versatzbergwerken“ in Salzstöcken, die als Untertagedeponien (UTD) für Atommüll und Giftmüll genutzt werden. Seit 1992 sind Salzstöcke als UTD zugelassen und es wurden Millionen Tonnen Giftstoffe in viele ehemaligen Salzbergwerke Deutschlands eingelagert.

Alle Betreiber und Gutachter haben die Deponie-Bergwerke bisher als sicher eingestuft. Nach Gutachten unabhängiger Gutachter sind sie das aber nicht. Beim Einsickern von Wasser in die Salzgruben entsteht auf Grund verschiedener Druckgefälle ein hydraulischer Kreislauf, der die eingelagerten Schadstoffe nach oben bringt. Trotz aller Abdichtungen und Drainagen, das Wasser findet immer seinen Weg. Festgestellt wurde, nicht nur in Asse II, dass Gewölbe einbrachen, Wasser in die Lager einsickerte, das Grundwasser kontaminiert wurde mit Arsen und Quecksilber. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Grundwasser in Grubennähe vergiftet wird. Das kann erst in 50 Jahren der Fall sein, aber eben auch früher. Künftige Generationen müssen dieses Problem dann lösen, was ihnen heute eingebrockt wird. Die Deponiebertreiber, die auch Giftmüll aus dem Ausland annehmen, haben aus Profitgründen kein Interesse an langfristiger Sicherheit. Sie lagerten 500 verschiedene Müllsorten mit 200  hochgiftigen Stoffen ein, darunter Cadmium, Arsen, Quecksilber, Dioxine und Furane.

Deshalb muss der Staat die Vorsorge und die Regelung in die Hand nehmen, der Markt ist hierzu nicht in der Lage. Die Verantwortung für sauberes Trinkwasser liegt in der Hand der Kommunen und des Staates.

(Interview mit dem Schweizer Geologen  Marcos Buser in der JW vom 9./10. 11. 2013)

Götz Brandt 29.11.2013