Wie Monsanto die Welt vergiftet

Seit 20 Jahren werden in Argentinien riesige Flächen mit gentechnisch veränderter Soja bepflanzt. In Monokultur. Anfangs war das für die Landwirte, die Saatgutverkäufer und die Chemie-Konzerne ein Freudenfest. Allen voran: Monsanto. Heute ist das Modell Monsanto gescheitert. Nicht für die Investmentfonds, aber für die Landwirte vor Ort und für die Verbraucher in den Städten. 20 Millionen Hektar Land werden mit Herbiziden, Insektiziden, Fungiziden und künstlichem Dünger überflutet.

Die Folge der Monokulturen sind Überschwemmungen riesiger Landesteile. Staatliche Kontrollen sind nicht vorhanden. Argentinien hält den weltweiten Rekord, was den Verbrauch an Glyphosat angeht. Was die Lebensmittelindustrie von diesen Feldern in die Supermärkte bringt und exportiert, ist giftig. Aber es gibt Alternativen zu dieser tödlichen Agri-Kultur.

Tödliche Agri-Kultur – Wie Monsanto die Welt vergiftet“ ist ein Dokumentarfilm, der auf Youtube angesehen werden kann. Darin kommen zahlreiche argentinische Betroffene und ExpertInnen zu Wort. Gaby Weber hat ihn ohne finanzielle Hilfe gedreht. In den 75 Minuten wird deutlich, warum Glyphosat nicht wieder zugelassen werden darf.

DokFilm „Wie Monsanto die Welt vergiftet“

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Kreis Gütersloh im Würgegriff der Fracking-Multis

Exxon und BNK haben ihre Claims im ganzen Kreis abgesteckt

Die Bundesregierung hat am 26. Februar 2013 einen Gesetzentwurf zum Fracking vorgelegt. Der Entwurf scheint frei interpretierbar. Der Umweltminister sieht ein Verbot der Schiefergasförderung, der Wirtschaftsminister die Chancen der Methode. Fracking unterliegt dem Bergrecht und ist somit Bundessache. Von der nordrhein-westfälischen Landesregierung wäre allerdings auch nur wenig Widerstand zu erwarten. Der Koalitionsvertrag von SPD und Grünen lässt in Sachen Fracking alle Türen offen. Der Gütersloher Kreistag fordert „eine frühzeitige und umfassende Beteiligung bei den Genehmigungsverfahren“. Es ist aber zu befürchten, dass die Politik auch hier im Interesse der Konzerne handelt. Für die Menschen im Kreis Gütersloh hätte das tief reichende Folgen.

Michael Pusch, der Sprecher des Kreisverbandes DIE LINKE. Gütersloh: „Die Claims im Kreis sind bereits abgesteckt. Der kanadische Konzern BNK Petroleum hat eine „Aufsuchungserlaubnis“ für das Feld „Falke“. Dieses reicht bis nach Rheda-Wiedenbrück, Langenberg, Rietberg, Verl, Schloss Holte und Gütersloh. In Rietberg gehören sogar Teile des Wasserschutzgebiet Lippstadt-Lipperbruch dazu. Exxon Mobil, einer der größten Konzerne der Welt, ist in Herzebrock-Clarholz, Harsewinkel, Versmold, Steinhagen, Halle, Borgholzhausen und Werther am Zug. Nicht nur alle Gemeinden im Kreis Gütersloh, auch viele Nachbargemeinden sind betroffen. Im nahe liegenden niedersächsischen Bad Laer hat Exxon bereits die ersten Bohrungen eingebracht. Zwischen den Soleheilbädern Bad Laer und Bad Rothenfelde, direkt am Einzugsgebiet des Wasserbeschaffungsverbandes Versmold-Füchtorf-Sassenberg.“.

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BASF wünscht sich Fördermittel für Fracking in Deutschland

Kaum hat der Bundesrat den Bund aufgefordert, strenge Auflagen für die umstrittene Gasgewinnung aus tiefen Gesteinsschichten (“Fracking“) zu erlassen, erklärt BASF-Vorstand Harald Schwager in der FAZ (9.2.13): „Wir würden gerne in die Forschung einsteigen, um überhaupt herauszufinden, ob es möglich ist, hier wirtschaftlich, sozial akzeptiert und umweltverträglich Schiefergas zu fördern.“ Er sagte, dass dabei Europa und Südamerika interessant seien. Auch eine Förderung in Deutschland schließe BASF nicht aus.

Die BASF ist bekannt dafür, dass ihr Umweltauflagen oder Menschenrechte eher lästig oder egal sind (siehe z.B. „Tarantel Nr. 57„, „Gegen die Mehrheit: Das Abenteuer Agro-Gentechnik„, „Deutsche Spenden für US-Klimaschutzgegner„, „Pestizidhersteller wegen Menschenrechtsverletzungen schuldig gesprochen„).

Allerdings gilt auch hier: „Widerstand ist NICHT zwecklos!“ (siehe „Gen-Kartoffeln gestoppt„).

Illegaler Gen-Mais in Polen

Pressemitteilung des Umweltinstitutes München, 29. März 2012

Verkaufsstopp gefordert

Die deutsche KWS Saat AG drängt mit genmanipuliertem Maissaatgut auf den polnischen Markt, obwohl der Verkauf von Gen-Saatgut und der kommerzielle Anbau dort verboten sind. Seit vier Jahren werden etwa 3000 Hektar Gen-Mais illegal in Polen angebaut. Die polnische Regierung hat bisher nicht eingegriffen. Nun will die KWS den illegalen Anbau offensichtlich ausweiten und wirbt bei polnischen Landwirten für Gen-Saatgut.

Erst im August 2011 hatte Polens Präsident Komorowski in letzter Minute den Einzug der Agro-Gentechnik blockiert. Dem Präsidenten wird zwar keine besonders kritische Haltung gegenüber der Gentechnik zugeschrieben, der Großteil der polnischen Bevölkerung lehnt sie jedoch ab.

„Mit der dreisten Verkaufsoffensive will die KWS Fakten schaffen und die wankelmütige polnische Regierung zur Aufgabe des strikten Anti-Gentechnik-Kurses zwingen“, sagt Anja Sobczak, Gentechnik-Referentin am Umweltinstitut München. „Es kann nicht sein, dass ein Saatguthersteller der Regierung das weitere Vorgehen diktiert“, so Sobczak weiter. Daher fordert das Umweltinstitut München die KWS Saat AG auf, den Verkauf von genmanipuliertem Saatgut in Polen sofort zu stoppen.

„Während die BASF sich mit ihrer Agro-Gentechnik aus Europa zurückzieht, gehört die KWS offensichtlich zu den unverbesserlichen Gentechnikfreaks“, kritisiert Harald Nestler, Vorstand im Umweltinstitut München. „Einerseits versucht die KWS, sich das Mäntelchen von Ökologie und Nachhaltigkeit mit der Produktion von Biosaatgut umzuhängen, auf der anderen Seite ist sie auf dem Stand ihres ersten Freisetzungsversuchs im Jahre 1993 stehen geblieben. Schon damals begann die KWS bei der ersten Freisetzung von genmanipulierten Zuckerrüben, Bauern und Verbraucher zu belügen und zu täuschen“, so Nestler. So wurde z.B. ein von Gentechnik-Kritikern vermutetes Vertriebskonzept hinter der Kombination aus resistenten Gen-Pflanzen und damit kompatiblem Agrargift als frei erfunden und Schwarzseherei diskreditiert. Heute wissen wir, dass die angebauten Gen-Sorten fast ausschließlich eine Herbizidtoleranz enthalten oder selbst ein Gift im Pflanzenkörper produzieren.

Die KWS Saat AG aus dem niedersächsischen Einbeck ist mit mehr als 40 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in 70 Ländern Deutschlands größtes Saatgutunternehmen und gehört zu den fünf größten Saatgutherstellern weltweit. Bei genmanipuliertem Saatgut kooperiert sie seit langem mit dem Marktführer Monsanto. Unter dem Markennamen YieldGardÒ wird der Gen-Mais MON 810 von Monsanto in Europa vertrieben.

Rückfragen gerne an:

Umweltinstitut München e.V.
Anja Sobczak
Referentin Gentechnik und Landwirtschaft
Tel. (089) 30 77 49 – 14
as@umweltinstitut.org

Pressestelle:
Katja Bachert
Tel. (089) 30 77 49 – 19
kb@umweltinstitut.org