Wiederherstellung von Flora und Fauna nach dem nächsten Massensterben

Lesenswert Unter dem Titel „Die Natur nach dem Verschwinden des Menschen“ bringt Telepolis einen Beitrag (https://www.heise.de/tp/features/Die-Natur-nach-dem-Verschwinden-des-Menschen-3607947.html) über eine Studie, in der die „Wiederherstellung der vormenschlichen Artenvielfalt“ untersucht wurde: „… wie lange bräuchten Flora und Fauna eigentlich, um sich von diesem Kahlschlag zu erholen?„ Die Forscher von Berliner Naturkundemuseum erhoben fossile und phylogenetische Daten von Fledermäusen…
Wiederherstellung von Flora und Fauna nach dem nächsten Massensterben

Papst Franziskus und die Frankfurter Allgemeine

eine Analyse

Erstmalig steht der Umgang mit unserem „gemeinsamen Haus“, der Erde, im Zentrum einer päpstlichen Enzyklika. Auch die FAZ/F.A.S. („Die Elite in Politik, Wirtschaft und Kultur liest F.A.Z.“) konnte sie nicht ignorieren. Dem Grundgedanken zuzustimmen war dem Sprachrohr des Finanzkapitals jedoch noch weniger möglich. Die Leserschaft der FAZ/F.A.S. („Elite in Politik, Wirtschaft und Kultur„)  umfasst gemäß ihrer Selbstdarstellung einen besonders hohen Anteil „Experten in Politik oder Wirtschaft oder Steuerrecht“. Ihr wäre die Befürwortung der Enzyklika auch schwer zuzumuten, denn das widerspräche dem neoliberalen Mantra, das der Papst kritisiert.

Wie hat die FAZ/F.A.S. also über „Lautato si“ berichtet? Sie verteilte ihre Berichterstattung auf Einzelbeiträge verschiedener Autoren über mehrere Tage in unterschiedlichen Rubriken (Ausland/Europa, Wirtschaft, Wirtschaftspolitik, Feuilleton/Medien). Der Effekt: Die Leser bekommen das Gefühl umfassender Information und verlieren das Interesse, die Enzyklika eventuell selbst zu lesen und sich ein eigenes Bild zu machen. Sie könnten womöglich nachdenklich werden. Im Verlauf der Berichterstattung wird die Enzyklika immer mehr auf Ökonomie reduziert und zum Teil werden bereits im Anreißer Zweifel an der Enzyklika gestreut. Nach Tagen sortiert liest sich das so:

erster Tag

Über den „Warnschrei für die Schöpfung“ gibt Jörg Bremer, politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan, einen klaren, sachlichen Überblick. Unklar bleibt allerdings,was das in den Bericht eingebettete Video „Papst empfängt Putin zu Privataudienz“ auf dieser Seite soll – war Bremers Beitrag zu positiv? Wurde Franziskus deshalb in Zusammenhang mit dem „Buhmann Putin“ gebracht? (wer es nicht glaubt: hier klicken)

Dem Wirtschaftsjournalist Jan Grossarth obliegt es, die Auseinandersetzung zu führen. Er schreibt mehrere Beiträge, zunächst – offenbar basierend auf der italienischen geleakten Fassung – noch vor der Vorstellung der autorisieren Ausgabe in seinem Artikel „Ökologie-Enzyklika“ unter anderem:

… Wenn Unternehmen von Nachhaltigkeit sprächen, gehe es ihnen oft bloß um „Marketing und Image“, meint Franziskus. Er beklagt ein vermeintliches eindimensionales technisches Paradigma und führt aus, der „moderne Anthropozentrismus“ – die Vorstellung vom Menschen als Dreh- und Angelpunkt der Welt – habe paradoxerweise einen technischen Zugang zur Welt gebracht, so dass der Mensch sich nicht mehr als Teil der Natur wahrnehme. Dem setzt der Papst eine holistische Sicht entgegen.…“ (Hervorhebung von mir)

Grossarths Kritik drückt sich hier lediglich darin aus, dass er mit der Bezeichnung „vermeintlich“ Zweifel sät. Doch Franziskus beschreibt nicht nur das Mensch-Natur-Verhältnis, seine „holistische Sicht“ drückt sich darin aus, dass er eine Bestandsaufnahme der Umwelt- und der sozialen Probleme vornimmt und aus Mitgefühl und Verantwortung für die Armen (Menschen und Länder) und zukünftige Generationen argumentiert. Grossarth hat das offensichtlich gelesen, denn er schreibt weiter:
Papst Franziskus und die Frankfurter Allgemeine

Erklärung der TeilnehmerInnen des Bundestreffens 2015

der Ökologischen Plattform bei der Linken in Lutherstadt Wittenberg Die Teilnehmer des Bundestreffens der Ökologische Plattform hatten am 20. und 21. Juni 2015 in der Lutherstadt Wittenberg Gelegenheit, sich eingehend mit Fragen des Hochwasser- und Gewässerschutzes an der Elbe vertraut zu machen. Unter ökologischen Gesichtspunkten diskutierten sie Fragen der Gewässerökologie, des nachhaltigen Umgangs mit der…
Erklärung der TeilnehmerInnen des Bundestreffens 2015

Öko-Papst Franziskus – eine Fehlinterpretation

Die Zeitungen sind voll von Berichten über die „Umweltenzyklika“ „Laudato si“, die Papst Franziskus heute vorgestellt hat. Das ist nicht verwunderlich. Enzykliken sind die wichtigsten Schreiben eines Papstes, laut Wikipedia: „bis heute eine wichtige Verlautbarungsform des kirchlichen Lehramtes der römisch-katholischen Kirche.“ Dass Prof. Schellnhuber, Direktor des Potsdamer Institus für Klimafolgenforschung zum Mitglied der päpstlichen Akademie…
Öko-Papst Franziskus – eine Fehlinterpretation

Marcel Robischon: Vom Verstummen der Welt

In seinem Buch „Vom Verstummen der Welt – Wie uns der Verlust der Artenvielfalt kulturell verarmen lässt“ erzählt Marcel Robischon von seinen Wanderungen von der geistigen und kulturellen Verarmung, die wir letztendlich durch unser Nützlichkeitsdenken erreichen – nicht direkt, sondern indem wir die Vielfalt der uns umgebenden Tierarten verdrängen und ausrotten. Indem er seitenweise die nicht mehr…
Marcel Robischon: Vom Verstummen der Welt

David Blackbourn: Die Eroberung der Natur

Eine Geschichte der deutschen Landschaft Rezension von Marko Ferst Der Autor schildert die Geburt des modernen Deutschland aus dem Geist der Natureroberung. In den letzten 250 Jahren wurde gravierend in die Umwelt eingegriffen. Man rodete Wälder, begradigte Flüsse, legte Moore trocken und baute Staudämme, um die Naturgewalten zu zähmen und dem Menschen dienstbar zu machen.…
David Blackbourn: Die Eroberung der Natur

Die ökosozialistische Erklärung von Belém

II. Internationales Manifest „Die Welt leidet an einem durch den Klimawandel ausgelösten Fieber, und die Krankheit ist das kapitalistische Entwicklungsmodell.“ Evo Morales, Präsident von Bolivien, September 2007 Die Menschheit vor der Wahl Die Menschheit steht heute vor einer klaren Wahl: Ökosozialismus oder Barbarei. Wir brauchen keinen weiteren Beweis für die Barbarei des Kapitalismus, dieses parasitären…
Die ökosozialistische Erklärung von Belém