Tarantel Nr. 60 (3/2013)

Tarantel_60
32 Seiten,
11 Abb.
Redaktionsschluss: 15.2.2013
Link zur Ausgabe

 

Inhaltsverzeichnis

Seite

Editorial

Abschied von Karin Lück 2
Einladung zum Bundestreffen 3

Gesellschaftsperspektive / Theorie

Sanft auftreten 4
Grüner Sozialismus und ‚gutes Leben’ 7

International

Gerichtsurteil verhängt Baustopp des Ilisu-Staudamms 11
Debakel in Doha: NGOs ohne Biss 13

Gedicht

Spitzbergen 17

Energie

Erneuerbare Energie ist mehr als Strom 18

Verkehr

Elektroautos – Rettung aus der Energiekrise oder kindliche Hoffnung? 21

Bücherecke

Klimawandel und Biodiversität – Folgen für Deutschland 23
Cattenom 24
Klimawandel im Bewußtsein 25
Der ökologische Bruch 26

Leserbrief

25
Warum ich nicht nach Bad Sachsa fahre 27

Autorenangaben

30

Impressum

30

Kontaktadressen

31

EU-Beitrag zum Klimaschutz ist unglaubwürdig

Rede von Sabine Wils, DIE LINKE im Europaparlament am 6.2.2013

Bei der Klimakonferenz in Doha ist nicht viel Substanzielles für den Klimaschutz herausgekommen. Die Vorbildfunktion, die von der EU reklamiert wird, hat keine Glaubwürdigkeit. Die Koalition, die die EU in Durban mit kleinen Inselstaaten und anderen gebildet hat, gab es in Doha nicht mehr. Das Reduktionsziel von 20 %, mit dem die EU auf der COP 18 verhandelt hat, wurde bereits erreicht. In wichtigen Verhandlungsfragen gab es in Doha keine Einigkeit innerhalb der EU, und das selbst ernannte Hauptklimaschutzinstrument, der Emissionshandel, steht kurz vor dem Kollaps.

Der einzige Ausweg, mit dem die EU die Weltklimaverhandlungen voranbringen kann, ist, selbst klimapolitische Ambitionen zu zeigen. Das heißt, das Reduktionsziel bis 2020 auf mindestens 30 % zu erhöhen und möglichst bald mit Vorschlägen für drei neue Ziele für 2030 herauszukommen. Wie will die Kommission Verhandlungsdruck auf der COP 19 in Warschau aufbauen, wenn der Beitrag der EU zum Klimaschutz unglaubwürdig ist?


Klimachaos: Der Kampf gegen Exxon, BP & Co.

Kontext TV hat eine sehr sehenswerte Sendung veröffentlicht, die in der folgenden E-Mail angekündigt wird:

Sehr geehrte Damen und Herren,

das unabhängige Nachrichtenmagazin Kontext TV hat eine neue Sendung veröffentlicht: Klimachaos: Der Kampf gegen Exxon, BP & Co.

Das Interview ist online zu finden unter: https://youtu.be/PZz0wzdqguU (klick)

Mit

Bill McKibben, US-Umweltjournalist, Aktivist und Gründer der Klimabewegung 350.org, Autor von „Das Ende der Natur“

Die 18. UN-Klimakonferenz in Doha, Katar, droht wie die vorangegangenen Gipfel an nationalen Eigeninteressen der Industrienationen zu scheitern. In Europa will man sich nicht auf das notwendige 30-Prozent Reduktionsziel für CO2-Emissionen bis 2020 festlegen. Die USA unter Präsident Obama lehnen erneut verbindliche Abkommen ab. Währenddessen stellt ein Bericht der Weltbank fest, dass selbst bei Einhaltung der derzeitigen Reduktionsversprechen die globale Temperatur um 4 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts ansteigen werde – bei Nichteinhalten der Ziele sogar früher. Die Folge: verheerende Hungerkrisen, Dürren und ein massiver Anstieg des Meeresspiegels. Die Organisation „Oil Change International“ meldet, dass die Staaten fünf Mal mehr Geld für Subventionen an die fossile Brennstoffindustrie zahlten als für Hilfen für vom Klimawandel betroffene arme Länder.

„Kopenhagen, Durban und die anderen Klimakonferenzen zeigen, dass sich auf internationaler Ebene nicht viel bewegt, solange es nicht gelingt, die nationalen Regierungen aus dem Würgegriff der fossilen Brennstoffindustrie zu befreien“, sagt Bill McKibben. Diese habe sich zu einer „Schurkenindustrie“ entwickelt, die an Gesetzen mitschreibe, Klimaleugnung finanziere und rund  1Billion Dollar pro Jahr an Steuergeldern von Regierungen erhalte. Der Umweltjournalist hat für das Magazin Rolling Stone aufgedeckt, dass die Öl-, Gas- und Kohleunternehmen 2800 Gigatonnen Kohlenstoffin ihren Büchern eingepreist haben und planen, diese Vorräte zu verbrennen – das sechsfache der noch einigermaßen verkraftbaren Menge, um den Temperaturanstieg auf 2 Grad zu begrenzen. Zweidrittel der bekannten fossilen Energievorräte müssten laut der Internationalen Energieagentur im Boden bleiben. „Klimachaos: Der Kampf gegen Exxon, BP & Co.“ weiterlesen