Glyphosat-Zulassung

Pressemitteilung der Ökologischen Plattform Thüringen, 20.6.2016

Der Sprecherinnenrat der Landesarbeitsgemeinschaft Ökologische Plattform der Partei DIE LINKE Thüringen ist sehr besorgt darüber dass, wie in der „Thüringer Allgemeine“ vom 18.06.2016 berichtet, die Ministerin für Landwirtschaft und Infrastruktur vor dem Verbot von Glyphosat warnt. Damit impliziert sie, dass eine Zulassung gegeben werden soll. Glyphosat ist der Wirkstoff von Totalherbiziden.

Im Wahlprogramm hatte sich die Partei DIE LINKE festgelegt, eine Landwirtschaft voranzubringen, die umweltverträglich ist, einen Beitrag zur regionalen Lebensmittel- und Rohstoffproduktion und zur Erhaltung der Kulturlandschaft leistet. DIE LINKE Thüringen vertritt eine nachhaltige Politik, die den schonenden Umgang mit allen Ressourcen zum Prinzip erhebt. Wir wollen die Natur schützen und die Artenvielfalt bewahren….

DIE LINKE hat das letzte Jahrzehnt für einen sozial-ökologischen Umbau gekämpft, und wenn linke Ministerien so einfach vor den Agrarkonzernen einknicken, dann werden sich unsere Wählerinnen und Wähler fragen, ob sie uns weiter vertrauen können. Die Menschen wollen kein Glyphosat im Bier, sie wollen das Grundwasser nicht durch Chemikalien gefährdet haben und sie wollen keine Giftstoffe in der Lebensmittelkette.

Der Einsatz von Totalherbiziden ist auf jeden Fall nicht umweltverträglich, weil alle Pflanzen abgetötet werden und die Biodiversität deshalb immer weiter abnimmt. In der landwirtschaftlichen Praxis gibt es ausreichend Ackerbaumethoden, um den Unkrautbestand unter Kontrolle zu halten. Dazu braucht es kein Totalherbizid. Die Ökologische Plattform der LINKEN Thüringen fordert daher die Landwirtschaftsministerin auf, alternative Anbaumethoden in der Thüringer Landwirtschaft zu unterstützen und den Totalherbiziden und damit Glyphosat eine Absage zu erteilen.

Der Einsatz dieser Totalherbizide hat sich in den letzten Jahren ständig erhöht. Im Jahr 2014 wurden allein in Deutschland rund 5.400 Tonnen Glyphosat auf Äckern, Gärten und öffentlichen Grünanlagen verspritzt.

Aktuelle medizinische Studien belegen eindeutig die großen gesundheitlichen Risiken des Herbizids selbst in geringen Anreicherungsdosen im menschlichen Körper. Glyphosat gilt als krebserregend und kann zur Schädigung des Erbgutes sowie bei der Embryonalentwicklung führen.

Gegenwärtig streitet die Europäische Kommission über die weitere Zulassung dieses Wirkstoffs. Eine Zulassung kommt in der Kommission nur zustande, wenn eine qualifizierte Mehrheit von Befürwortern erreicht wird. Die Bundesregierung ist uneins. Während der Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) auf eine Zulassung drängt, lehnt die Umweltministerin Hendricks (SPD) dies ab. Damit müsste sich Deutschland als eines der größten EU-Mitgliedsländer in der Abstimmung eigentlich enthalten und die qualifizierte Mehrheit wäre nicht mehr gegeben, da schon andere Länder eine Ablehnung angekündigt haben.

Für den ÖPF Thüringen Sprecherrat: Mike Wright, Christiane Kranz, Dr. Johanna Scheringer-Wright

Der Kommissionsvorschlag zu Glyphosat ist Ohrfeige für den Bundesminister

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann (klick zur Seite von Kirsten Tackmann),
1. Juni 2016

„Während Bundesagrarminister Schmidt und Union nach wie vor das Mantra der Unbedenklichkeit von Glyphosat vor sich hertragen, zeigt der neue Vorschlag der EU-Kommission, dass sie Zweifel an dieser Bewertung unterdessen anerkennt. Allerdings bleibt die Kommission inkonsequent. Denn aus Sicht der LINKEN heißt Vorsorgeprinzip: Im Zweifel gegen eine weitere Zulassung“,

sagt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die Tatsache, dass die EU-Kommission nach zwei gescheiterten Versuchen keine formelle Abstimmung der EU-Staaten angesetzt hat. Sie plant eine Verlängerung der Zulassung für das möglicherweise krebserregende Glyphosat um bis zu 18 Monaten, um die Ergebnisse eines Gutachtens der europäischen Chemikalien-Agentur Echa mit Sitz in Helsinki abzuwarten. Tackmann weiter:

„Eine befristete Lösung kann zwingend nur unter der Voraussetzung, dass unverzüglich bestehende Zweifel geklärt und Kenntnislücken geschlossen werden, überhaupt diskutiert werden. Und zwar unabhängig und ausschließlich im Interesse des Schutzes von Mensch und Umwelt.
Unabhängig von der Entscheidung in Brüssel bleibt DIE LINKE bei ihrer Forderung nach längst überfälligen Sofortmaßnahmen zur Risikoreduzierung. Dazu gehört die Verhinderung des Eintrags in die Lebensmittelkette, zum Beispiel durch ein konsequentes Verbot der Vorerntebehandlung oder unnötiger Anwendungen auf privaten oder kommunalen Flächen.“

Glyphosat-Entscheidung vertagt – Zeit für eine fundierte Klärung

Kirsten Tackmann gegen weitere Zulassung von Glyphosat ohne klare Unbedenklichkeit

Der Streit zwischen EFSA und WHO über die Gefährlichkeit von Glyphosat muss geklärt werden. Ohne nachgewiesene Unbedenklichkeit darf die EU die Zulassung des Mittels nicht verlängern. Darüber hinaus lehnt DIE LINKE die Vorerntebehandlung mit dem Wirkstoff ebenso ab wie den Einsatz im Privatbereich und fordert ein Vertriebsverbot für Glyphosat im Internet und in Bau- und anderen Fachmärkten an Privatpersonen.

 


Nachtrag

Das EU-Parlament hat mehrheitlich zugestimmt, die Zulassung um sieben Jahre (nicht 15, wie gefordert) zu verlängern.
Die Kommission muss die Entscheidung treffen, ob Glyphosat zugelassen wird. An den Beschluss des Parlamentes ist die Kommission nicht gebunden.

 

Die EU-Behörde ignoriert Warnungen vor Glyphosat

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann; 12. November 2015

Leider hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit heute dem Unkrautvernichter Glyphosat grünes Licht gegeben. Sie ignoriert damit die Warnung der Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation IARC, die Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hat. Das bedeutet weitere zehn Jahre Risiken durch Glyphosat-Nutzung für EU-Bürgerinnen und Bürger.

Der ganze Prozess zeigt, wie wenig das aktuelle Zulassungssystem in der EU geeignet ist, Risiken zu klären und zu vermeiden. Denn die Kritik, dass wichtige Hinweise der WHO-Krebsforscher der IARC vom Bundesinstitut für Risikobewertung falsch bewertet wurden, ist nach wie vor nicht ausgeräumt. Doch das hält die EFSA nicht auf. Damit geht die Gelddruckmaschine für Monsanto und Co weitere zehn Jahre ans Netz.

Das Zulassungsverfahren muss endlich im Sinne einer unabhängigen Bewertung und Vermeidung von Risiken für die Umwelt und die Gesundheit qualifiziert werden. Geheimstudien der Hersteller dürfen nicht weiter Bewertungsgrundlage sein. Wir brauchen ein transparentes Zulassungssystem mit der Möglichkeit einer kritischen Überprüfung. Daher sollten – so wie bei der IARC – nur öffentlich zugängliche Studien einbezogen werden. Und die Bundesregierung sollte endlich wissenschaftlich die Ursachen für die flächendeckende Hintergrundbelastung mit Glyphosat in der Bevölkerung klären lassen. Wenn selbst in Großstädten in kleinen Stichproben dieses Pflanzenschutzmittel im menschlichen Urin nachgewiesen wird, ist das bedenklich.

Bienen sterben weiter durch Pestizide

Dienstag, 29. Januar 2013

Die EU-Landwirtschaftsminister haben sich bei ihrem Treffen am 28. Januar in Brüssel nicht darauf einigen können, die sogenannten Neonikotinoide zu verbieten. Diese sind nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mit verantwortlich für das Sterben ganzer Bienenvölker. „Bienen sterben weiter durch Pestizide“ weiterlesen

Frau Aigner, stoppen Sie das Bienensterben!

Neonikotinoide in Pestiziden verbieten

Petition von  Manfred Hederer, DBIB (Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund e.V.)

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Albert Einstein.

Bienen auf der ganzen Welt sterben. Ihr Verschwinden bedroht unsere Nahrungskette und die natürliche Vielfalt. Eine der Ursachen: giftige Pestizide, in denen sogenannte Neonikotinoide enthalten sind. Am 31. Januar könnte die Europäische Kommission diese giftigen Stoffe verbieten. Wir müssen schnell handeln.

„Frau Aigner, stoppen Sie das Bienensterben!“ weiterlesen