Haltbarkeit – ein vergessenes Qualitätsmerkmal?

Vortrag mit Diskussion, gemeinsame Veranstaltung mit VDI und VDE

Schwerpunkte des Vortrages:

  • Die Begriffsfamilie Obsoleszenz
    … von lateinisch obsolescere: sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren. Bezeichnet, dass Produkte oder Wissensbestände auf natürliche oder künstlich beeinflusste Art veraltet sind oder altern.
  • Die Gesellschaftliche Relevanz
  • Das Qualitätsziel Haltbarkeit (Vermeidung von geplanter Obsoleszenz)
  • Eine Aufgabe für das Qualitätsmanagement
  • Der VDE-Arbeitskreis Obsoleszenz

Referent: Herr Stefan Schridde
www.schridde.org / MURKS? NEIN DANKE! e.V.

Zeit

Datum: 16. Mai 2017
Uhrzeit: 17.00 bis ca. 19.00 Uhr

Ort

DGQ-Landesgeschäftsstelle Ost
Unter den Eichen 128
12203 Berlin (Steglitz)

Anmeldung

Interessierte aus allen Bereichen sind zu dieser kostenlosen Veranstaltung herzlich eingeladen. Gäste willkommen!
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!
Bitte melden Sie sich an unter DGQ-Regionalkreis Berlin – Deutsche Gesellschaft für Qualität. Danke. (klick öffnet E-Mail-Fenster)

P. Stresemann
Regionalkreis-Leiter Berlin

MURKS? NEIN DANKE! e.V. braucht Sie.
http://www.murks-nein-danke.de/verein/mitgliedschaft/

Kontaktdaten:

Stefan Schridde
Falkenberger Str. 172 b
13088 Berlin
[fon] +49 30 25 58 03 21
[O2] +49 176 83 29 91 80
[skype] stefan.schridde
[web] www.schridde.org

Obsoleszenz – geplant oder vom Markt „erzwungen“?

„Früher war alles besser“ – hört man oft. Aber ist das wahr? Teilweise ist diese Ansicht durch unsere Erinnerung verfälscht, in der bevorzugt angenehme, positive Ereignisse aufbewahrt werden. Dabei ist das Angenehme für jeden Menschen verschieden. Also alles nur Fiktion?

Technische Artefakte sind teilweise auch von menschlichen Einschätzungen abhängig. Menschen bestimmen, was ihnen aufhebenswert erscheint. Artefakte können aber auch durch natürliche Umstände konserviert werden, wie zum Beispiel Pompeji. Insgesamt gestatten technische Artefakte aber einen objektiveren Rückblick als die menschliche Erinnerung. Ein besonderes Beispiel sind Maschinen und Geräte, die in der Vergangenheit oder auch in anderen Gesellschaftordnungen produziert wurden. Sie lassen Rückschlüsse zu auf gleiche oder verschiedene Produktionsziele.
Ein solches Gerät schafft es sogar, Filmstar zu werden: das in der DDR legendäre Rührgerät RG 28. Im Herbst soll der Film „Kommen Rührgeräte in den Himmel?“ (klick) in die Kinos kommen. Zur Berlinale war er schon angemeldet, wurde aber offenbar nicht in das Programm aufgenommen. Den Trailer können wir uns auf Youtube ansehen (siehe unten).

Auf ihrer Schwerpunktseite bingt die junge Welt am 18.2.16 ein Interview (klick) mit Bert Göhler (klick), dem Geschäftsführer der Clip Film- und Fernsehproduktion GmbH (klick), die den Film gedreht hat. Darin wird deutlich, dass das die Auseinandersetzung mit dem Gerät auch anregt zum Nachdenken über einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen:

„Schon beim Trailer haben wir festgestellt, dass Menschen sofort in Gespräch kommen. Aber nicht über unseren Film, sondern über sich selbst, ihr Konsumverhalten und ihr Verhältnis zu ihren Dingen.“

Grund genug, sich den Film anzusehen.

UBA-Studie

Passend zum Thema haben das Öko-Institut Freiburg und das Institut für Landtechnik der Universität Bonn gerade eine Studie für das Umweltbundesamt erstellt: Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz“. Sie untersucht erstmals detailliert das Konsumverhalten, die Austauschgewohnheiten sowie die Ursachen für Defekte bei Elektro- und Elektronikgeräten in den vier Produktkategorien Haushaltsgroßgeräte, Haushaltskleingeräte, Informations- und Kommunikationstechnik und Unterhaltungselektronik und kann hier heruntergeladen (klick) werden.

Die Studie scheint die Eingangsthese, dass früher alles besser war, zu bestätigen: „Obsoleszenz – geplant oder vom Markt „erzwungen“?“ weiterlesen

Französische Regierung stoppt „geplante Obsoleszenz“

Im gerade verabschiedeten „Energiewendegesetz“ will die französische Regierung die geplante Obsoleszenz unterbinden. Ins Verbraucherschutzgesetz soll der Tatbestand der „arglistigen Täuschung“ für wirtschaftlich und ökologisch kriminelles Verhalten für die geplante Obsoleszenz aufgenommen werden, eine Forderung, die auch in Deutschland seit längerem von Umweltverbänden vertreten wird. Die Bundesregierung hat bisher noch nicht reagiert.

Definiert wird geplante Obsoleszenz mit „sämtlichen Techniken, mit denen ein Hersteller bewusst und in voller Absicht die Lebensdauer seines Produkts verkürzt und seine potentielle Anwendung einschränkt“. Darin ist eingeschlossen „der absichtliche Einbau eines Mangels oder einer Schwachstelle“, sowie „einen programmierten oder vorzeitigen Stillstand“ und „die Unmöglichkeit, eine Batterie auszuwechseln oder ein Gerät zu reparieren“. Die Gewährleistungspflicht wurde auf 2 Jahre verlängert.

Damit sind erstmalig gesetzliche Grundlagen geschaffen worden, dass sich Kunden gegenüber der Industrie wehren können, wenn Murks produziert wird. Der Nachweis der „arglistigen Täuschung“ wird aber schwer zu erbringen sein.

Wir brauchen in Deutschland ebenfalls ein solches Gesetz!!

Götz Brandt

 

Quelle:

Neues Deutschland vom 24.10 2014

Weiterführende Literatur:

Stefan Schridde, Murks? Nein Danke, ISBN 978-3-86581-671-9, 19,95 €

 

Portal gegen Obsoleszenz

Wir veröffentlichen hier einen Aufruf von Stefan Schridde mit den Links zu seinem Blog (unten):

Geplante Obsoleszenz ist ein versteckter Mangel
Kunden erwarten Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und partizipatives Qualitätsmanagement

Wie oft hört man auf die Beschwerde bei einem Schaden kurz nach Ablauf der Gewährleistung, dies sei ein Ausnahmefall? Es sei ein Einzelfall, der so sonst nicht – oder wenn, dann kaum, selten etc. – vorkomme.

Wie oft fragt man sich dann, ob dies eigentlich zutrifft, ob es anderen nicht ebenso geht? Was kann man rechtlich tun? Wie bekommt man vielleicht den Schaden selbst repariert? Wo findet man eine Reparaturhilfe? Wo eine kostengünstige Werkstätte?

Und warum eigentlich gibt es so etwas wie „geplante Obsoleszenz“ [1]? Warum unterwandern Hersteller die weltweiten Bemühungen für Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz mit Lebensdauerverkürzungen? Was kann getan werden, damit dies anders wird? Was kann ich als Konsument selbst sofort tun?

Es sind viele Fragen, die wir uns stellen, wenn wir einmal etwas näher hinschauen. Hinter der „geplanten Obsoleszenz“ liegen viele Schwachstellen unserer bisherigen Art zu produzieren und zu konsumieren verborgen. Es wird Zeit, aufzuklären und eine starke Gemeinschaft aufzubauen.

„Murks? – Nein danke!“

So lautet das gemeinsame Motto dieser Gemeinschaft. Wir wollen eine Plattform im Internet und in der realen Welt aufbauen, die sich aufklärend und engagiert für die Beantwortung dieser und vieler anderer Fragen einsetzt. Wir wollen dafür sorgen, dass die Praxis der „geplanten Obsoleszenz“ beendet wird und alle Hersteller sich zu nachhaltigen Produktentwicklungsstrategien bekennen und zertifizieren lassen.

Auf dem bereits in Planung befindliche Online-Portal sollen folgende Handlungen möglich werden:

  • Sammlung von Produktmeldungen mit geplanter Obsoleszenz
    • So wird deutlich werden, wie viele dasselbe erleben mit gleichen Produkten.
    • Bewertung der geschilderten Obsoleszenz durch ein unabhängiges Expertennetzwerk. Einladung an die Hersteller, Stellung zu nehmen.
  • Aufzeigen, welche Hersteller besonders durch gehäufte Produktmeldungen auffallen
    • Erstellung eines Obsoleszenz-Rankings durch Sammlung aller Meldungen je Hersteller unabhängig vom Produkt.
    • So kann man seine Kaufentscheidungen besser überdenken und Alternativen prüfen.
  • Aufzeigen von positiven Beispielen
    • Damit deutlich wird, dass es keine Notwendigkeit für „geplante Obsoleszenz“ gibt.
    • Damit die, die es besser machen, Anerkennung und Öffentlichkeit erhalten.
  • Aufzeigen von Alternativen und beispielhaften Initiativen
    • So kann ein jeder selbst sofort aktiv werden und solidarische Hilfe erfahren.
  • Bereitstellung von Informationen
    • Damit Aufklärung auf einem sachlichem Fundament möglich wird.
    • Damit offene Fragen endlich beantwortet werden.
  • Initiierung eines Bewusstseinswandels bei Herstellern
    • Aufzeigen von Chancen und Möglichkeiten die Strategien zu ändern.
    • Förderung eines kooperativen Wettbewerbs für bessere nachhaltige Produktentwicklung.
    • Überprüfung bisheriger Zertifizierungspraxis im Bereich Qualitätsmanagement.
    • Nachhaltigkeit als Kundenanforderung in ein ganzheitliches Qualitätsmanagement integrieren.
    • Entwickeln eines neuen Verhältnisses zum Kunden als Partner für Nachhaltigkeit.
  • Aufbau einer Community
    • Damit Erfahrungsaustausch in Foren möglich wird.
    • Damit eine große Gemeinschaft Stärke und Geschlossenheit demonstriert.
    • Damit neue Freundschaften mit Gleichgesinnten möglich werden.

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Also sage auch du mit allen anderen: Murks? – Nein danke!

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Die Arbeitsgruppe für das Portal trifft sich online hier.

Über unsere Treffen in Berlin informiere ich regelmäßig auf diesem Blog.