Der Sofortausstieg ist möglich!

Warum wir auf Braunkohle- und Atommeiler
sofort verzichten können

Unter dieser Überschrift legt Anika Limbach (http://anika-limbach.de/) auf der Internetseite von AntiAtomBonn die Ergebnisse ihrer jüngsten Untersuchung dar: http://www.antiatombonn.de/index.php/sofortausstieg.

Sie erstellt seit 2013 jährlich eine Bilanz zwischen der Kapazität stromerzeugender Anlagen und der denkbar höchsten Stromnachfrage in Deutschland (der Jahreshöchstlast) und geht dabei ähnlich vor wie die Übertragungsnetzbetreiber in ihrer Leistungsbilanz (wobei sie deren Detail-Prognosen nur teilweise übernimmt). Die Rohdaten werden allerdings der Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur entnommen, die etwa halbjährlich vervollständigt wird und sich deshalb immer auf einem besonders aktuellen Stand befindet: http://dy.cx/ZkwPA
Seit gut vier Jahren sind in dieser Liste auch Kleinstkraftwerke unter 25 MW aufgeführt. Vorher wurden sie schlichtweg nicht mitgezählt, obwohl sie in der Summe eine Kapzität von mehreren Gigawatt beisteuerten. Erst mit der Vervollständigung ab 2013 wurde also offensichtlich, dass wir in Deutschland mehr Strom zur Verfügung haben als urspünglich gedacht. So hätten wir beispielsweise sehr schnell nach Fukushima aus der Atomkraft komplett aussteigen können – ohne Einbußen bei der Versorgungssicherheit.

Seit 2015 ist auch klar, dass wir zusätzlich auf einen großen Teil der Kohlekraftwerke verzichten könnten.

Langfassung lesen:

http://www.antiatombonn.de/images/stories/pdf_downloads/Ein-Sofortausstieg-ist-moeglich_2017_lang.pdf

Mahnfahrt Fukushima-nie-vergessen

Liebe Anti- Atom- Engagierte, liebe Freunde und Bekannte.

Wir, die Inititative Fukushima-nie-vergessen e.V. (klick) aus Freiburg im Breisgau sind im Dreiländereck Frankreich / Schweiz / Deutschland speziell mit den maroden Atommeilern in Beznau (CH) und Fessenheim (Frankreichs ältestem Atommeiler) konfrontiert.

Am 24.4.16 werden Inititativ-Gruppen hier am Oberrhein mit Aktionen auf den Rheinbrücken Deutschland-Frankreich (klick) an die Reaktorunfälle in Tschernobyl und Fukushima erinnern und die sofortige Schließung von Fessenheim und aller AKW’s fordern.

Im letzten Jahr waren wir bereits mit dem Motorboot unterwegs (klick). Dabei ging es darum, die Bürger rheinabwärts über eine „mögliche radioaktive Welle“ und Verseuchung des Rheins nach einem „SUPERGAU“ im AKW in Fessenheim zu informieren mit dem Ziel: das AKW Fessenheim sofort abzuschalten.

Unsere Petition mit hunderten von Protestbriefen der BürgerInnen an den französischen Staatspräsidenten Holland sollte dieser Forderung Nachdruck verleihen, da Holland die Abschaltung des AKW in Fessenheim während seiner Amtszeit zugesagt hatte. (Bilder dazu auf unserer Internetseite – klick).

Die positiven Erfahrungen 2014 mit dem Boot und den Aktionen in den Städten haben uns dazu ermutigt, in diesem Jahr mit dem Motorboot nach Berlin zu fahren.

Start

ist am 24.4.2016 mit der Fahrt von Fesenheim zur Brücke Breisach (klick zur Karte). Wir rechnen mit 4 Wochen Fahrzeit.
UND WIR KOMMEN auch bei Ihnen/Euch VORBEI. (siehe: Fluss-Karte und Zeitplan – klick)

Wir laden euch ein,

  1. uns eure Sorgen und Forderungen auf die Reise nach Berlin mitzugeben,
  2. eure Ideen einzubringen und
  3. euch mit eigenen Aktionen zu beteiligen.

Wir würden uns freuen, wenn unterwegs Kontakte und Aktionen entstehen würden, d.h. – gerne könnt ihr unsere Boots-Aktion in eurer Stadt zum Anlass für lokale Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen nehmen und die optische Wirkung unserer Bootsaktion einbauen – einzelne Personen können einen oder mehrere Tage auf unserem Boot mitfahren. Unser Boot hat 6 Schlafplätze und Raum für bis zu vier „Tages-MitfahrerInnen.

Die Bootsfahrt trägt sich selbst und wird finanziert durch die MitfahrerInnen (20-25€/Tag, zuzüglich Selbstverpflegung) sowie durch Spenden.

Die Mitfahrt soll möglichst nicht an den Kosten scheitern. Aktionen vor Ort müssen von den Initiativen selbst getragen werden.

Wir hatten überlegt, auf der Strecke nach Berlin einige inhaltliche Schwerpunkte zu setzen (siehe: Termin- und Aktionsplan – klick).
Dies könnten wir aber nur mit lokalen Gruppen gemeinsam realisieren.

Vielleicht gibt es ja auch andere Ideen. Eine Petition mit dem Boot mitzunehmen, geht immer! Wir freuen uns, von euch zu hören, und hoffen, dass unsere Aktion bei Euch auf Resonanz stößt.

Um eine weitere Planung zu ermöglichen, bitten wir euch, uns eine Rückmeldung zu geben,

  1. was ihr von unserer Aktion haltet,
  2. ob ihr die Aktion nutzen und euch beteiligen wollt.

Auch wenn ihr noch nicht genau wisst, wie Eure Pläne/Beteiligung aussehen kann, sind wir für eine Rückmeldung (klick zum Formular) dankbar.
Euch allen erstmal alles Gute für eure eigenen Aktionen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael, Wolfgang, Uwe, Ria und Jörg
Fukushima-nie-vergessen Planungsgruppe Mahnfahrt Berlin

Spendenkonto:
IBAN DE06 6809 0000 0037 8888 00
BIC: GENODE61FR1
Fukushima-nie-vergessen e.V.
Verwendungszweck: „Mahnfahrt Berlin“

Leben mit der Bedrohung

Vom 26. bis 28. Februar 2016 fan in der Urania, Berlin der Internationale IPPNW-Kongreß statt. Das Thema war „5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl (klick zur IPPNW_Seite)„.

Dr. Alex Rosen, Kinderarzt und seit April 2013 stellvertretender Vorsitzender der IPPN eröffnete den Kongress mit der Rede „Leben mit der Bedrohung“ (klick zum Text).
Mit ihm führte der Schattenblick ein lesenswertes Interview (klick).

Der Staat und die Energiekonzerne fünf Jahre nach Fukushima

Energiepolitik und Klimabewegung auf dem Prüfstand (klick)

Vor 30 Jahren endete mit dem Reaktorunglück von Tschernobyl das Versprechen der sicheren Zukunftstechnologie Kernkraft. Dennoch sollte es weitere 25 Jahre und einen zweiten Super-GAU dauern, bis diese Form der Energiegewinnung auch von politischen Entscheidungsträgern grundlegend in Frage gestellt wurde.

Die deutsche Regierung beschleunigte nach der Katastrophe in Japan den Atomausstieg, und auch im Land des Unglücks geriet die bis dato gepriesene Atomenergie in die Krise.

In beiden Ländern waren und sind die Verflechtungen zwischen Politik und Energiekonzernen sehr eng. Staatliche Energiepolitik und die Profitinteressen der Stromkonzerne scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein.
Auch der Atomausstieg in Deutschland geschieht nicht an den Konzernen vorbei, sondern berücksichtigt in großem Maße deren Lobby. Die Kosten des Ausstiegs drohen an den Privatverbrauchern hängen zu bleiben. Die großen Energiekonzerne bremsen aus Angst um ihr Oligopol die Energiewende aus und versuchen, so lang wie möglich aus den restlichen Atomreaktoren und aus fossilen Energieträgern wie der Braunkohle Profit zu schlagen.

Wann

Donnerstag, 10. März 2016, 19:00 bis 21:00 Uhr

Wo

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin (klick zur Karte)

 

7. Atommüllkonferenz

Seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima vor vier Jahren ist die Bundesregierung (leider nur) vom Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergienutzung zurückgetreten. Doch die Atomkonzerne lassen nichts unversucht, uns die Kosten des Ausstiegs aufzubürden. Sie nennen das „den Rückbau ihrer Joint-Venture-Kernkraftwerke möglichst wirtschaftlich zu gestalten“ (siehe AKWs und Stilllegung: Abriss „möglichst wirtschaftlich“ gestalten – E.on und Vattenfall kooperieren – hier klicken).
E.on will seine Atomenergiesparte auslagern (hier klicken) um die Risiken weiterhin zu vergesellschaften, während Vattenfall „emotionale Probleme“ mit dem Atommüll auf sich zukommen sieht (siehe „Auch das noch: Vattenfall sieht emotionale Probleme beim Rückbau von AKWs: Wohin mit dem kontaminierten Bauschutt?“ – hier klicken) und klagt vor dem internationalen Schiedsgericht für Investitionsentscheidungen in Washington gegen die Bundesrepublik wegen entgangener Gewinne durch den Atomausstieg.

Das alles zeigt, dass nicht nur die Wende hin zur umfassenden Nutzung erneuerbarer Energiequellen gefährdet ist, auch der Atomausstieg ist noch lange nicht sicher. Es geht nicht nur darum, dass die geplanten AKW-Abschaltungen auch durchgeführt werden. Selbst wenn das der Fall ist, bleibt das Problen der radioaktiven Abfälle – nicht nur der hoch radiaoaktiven (abgebrannte Brennstäbe und Reaktorinnenwände), sondern auch der 19-fachen Menge kontaminierter und schwach radioaktiver (vor allem Bau-) Stoffe, die beim Abriss anfallen (nähere Informationen im „Sorgenbericht der Atommüllkonferenz“ – hier klicken). Seit der rot-grünen Novellierung der Strahlenschutzverordnung im Jahre 2001 dürfen „schwach radioaktive Reststoffe und Abfälle aus dem Zuständigkeitsbereich von Atomgesetz und Strahlenschutzverordnung in den konventionellen Bereich entlassen“ werden („Freigabe“ siehe „Atommüll überall – BUND-Studie zum „Freimessen“ schwach radioaktiver Stoffe“ – hier klicken). Zwar werden dadurch nur schwach radioaktive Stoffe freigegeben, aber danach wir dihre Verwendung nicht mehr kontrolliert. Durch den Rückbau vieler ehemaliger AKW fallen große Massen dieser Stoffe an, die den Radioaktivitätspegel insgesamt unkontrolliert erhöhen können. Da der „Markt“ für Abfalldeponien nicht regional begrenzt ist, können diese auch in Gebieten abgelagert werden, in denen keine AKW existieren (siehe Sachsen muss Lagerung genehmigen“– hier klicken). Problematischer ist eventuell aber eine Hintertür, die durch das „Freimessen“ eröffnet wird: Jedem, der die Machenschafften bei der Entsorgung von Sonderabfällen kennt, weiss, dass diese gern auch nicht deklarierungspflichtigen Abfällen untergemischt werden. Das ist zwar kriminell, aber wo viel Geld lockt, … Wer läuft schon beim Straßenbau mit einem Geigezähler herum?

Einladung

Am   Samstag, 19. September 2015 findet von 11.00 bis 17.00 Uhr die 7. Atommüllkonferenz in der Volkshochschule Kassel
Wilhelmshöher Allee 19-21, 34117 Kassel statt.

Inhaltliche Schwerpunkte der 7. Atommüllkonferenz

  • Auseinandersetzungen um die Atomverwaltung auf Länderebene,
  • die Öffentlichkeitsbeteiligung bei Stilllegungs- und Abbauverfahren,
  • die Freigaberegelungen von radioaktiven Materialien,
  • das Nationale Entsorgungsprogramm,
  • die „Endlager“-Kommission sowie
  • weitere Planungen zum Projekt Atommüllreport

Programm

11.00 – 12.00 Uhr Eröffnungsplenum

  • Begrüßung – Schwerpunkt Positionspapier „Abschaltung – Stilllegung – Rückbau von AKW“ – Peter Dickel
  • Auseinandersetzung um Atomverwaltung im Ländervergleich – Dirk Seifert, BUND, stellvertr. Sprecher BAK Atom und Strahlenschutz, Hamburg

12.00 – 13.30 Uhr Fachdiskussionen

13.30 – 14.30 Uhr Mittagspause

14.30 – 16.00 Uhr Arbeitsgruppen

16.00 – 17.00 Uhr Abschlussplenum

weitere Informationen unter „Save the date: Einladung zur 7. Atommüllkonferenz“ (hier klicken)

Vier Jahre Fokushima-Gau

ausgestrahlt

Der Super-GAU in Fukushima jährt sich zum vierten Mal. Und noch immer kommt es jeden Tag zur radioaktiven Verseuchung des Meeres und der Luft. Die Zahl der Krebs-Erkrankungen in der Region steigt stetig und viele Menschen leiden unter dem Verlust ihrer Heimat, die auf Generationen hinaus unbewohnbar geworden ist.

Um der Opfer der Katastrophe zu gedenken, findet am Samstag, den 7. März eine Demo in Berlin statt. An diesem Tag soll zugleich daran erinnert werden, dass auch in unserem Land täglich neun AKW am Netz sind und jederzeit eine Katastrophe ähnlichen Ausmaßes auch bei uns möglich ist!

Die InitiatorInnen der Mahnwache – der Trägerkreis um Sayonara Nukes, AntiAtom Berlin und Naturfreunde Berlin – haben sich in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Zur japanischen Folkloremusik aus Fukushima  „Kansho Odori“ soll ein gemeinsamer, einfacher Tanz aufgeführt werden.

Treffpunkt ist am Brandenburger Tor um 13 Uhr.

3 Jahre alt und trotzdem aktuell

Anläßlich der Fukushima-Katastrophe am 11. März 2011 bringen wir hier die Zusammenfassung einer UBA-Studie vom Mai 2011 „Hintergrundpapier zur Umstrukturierung der Stromversorgung in Deutschland„, in der gezeigt wird, dass ein schneller Atomausstieg in Deutschland möglich ist. Zwar hat sich auf diesem Weg nicht allzu viel getan, aber die Voraussetzungen dafür sind besser geworden.

„Das Umweltbundesamt hält einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft ab dem Jahr 2017 für möglich und mit den Klimaschutzzielen vereinbar. Das Umweltbundesamt empfiehlt ein gestuftes Vorgehen:

Die 17 deutschen Atomkraftwerke haben eine Gesamtleistung von 20,5 GW (netto). Die ältesten sieben Atomkraftwerke und das Atomkraftwerke Krümmel mit einer Leistung von 8,4 GW sollten schnellstmöglich außer Betrieb gehen. Unter dem Aspekt der gesicherten Leistung ist dies möglich, da im deutschen Kraftwerkspark derzeit ausreichend überschüssige Reservekapazitäten von rund 10 GW Leistung bestehen. Mit der Abschaltung der 7+1 Atomkraftwerke ist die Netzstabilität nach übereinstimmender Einschätzung der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur derzeit zwar angespannt, aber beherrschbar. Um einen sicheren Netzbetrieb auch im Winter 2011/12 zu gewährleisten, fordern die Übertragungsnetzbetreiber eine Erhöhung der Kraftwerkseinspeisung in Süddeutschland um 2000 MW gegenüber dem jetzt geltenden Moratorium. Dies entspricht einem befristeten Weiterbetrieb von höchstens zwei der vom Moratorium betroffenen Atomkraftwerke bis zum Frühjahr 2012. Da jedoch nach unserer Einschätzung offenbar in den Untersuchungen der Übertragungsnetzbetreiber zentrale Alternativen nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden, sind die Ergebnisse nicht ausreichend belastbar. Es hat keine hinreichende Berücksichtigung aller Maßnahmen stattgefunden, die zur Gewährleistung der Netzsicherheit eingesetzt werden können.

Für die verbleibenden Atomkraftwerke sollte geprüft werden, in welcher Reihenfolge die restlichen Atomkraftwerke zeitnah stillgelegt werden können. Deutschland kann nach unseren Berechnungen ab 2017 vollständig auf Atomkraft verzichten. Über die derzeit in Bau befindlichen Kraftwerke und die zu erwartenden zusätzlichen Biomassekraftwerke hinaus besteht hierfür bis 2017 ein zusätzlicher Kapazitätsbedarf von höchstens 5 GW, der durch neue hochflexible und hocheffiziente Erdgas-GuD-Kraftwerke, sowie teilweise durch Lebensdauer verlängernde Maßnahmen an Bestandskraftwerken, durch einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien und der KWK und zusätzliche Energieeffizienzmaßnahmen rechtzeitig gedeckt werden kann. Auch in Hinblick auf einen sicheren und zuverlässigen Betrieb der Übertragungsnetze gilt, dass ein vollständiger Atomausstieg ab dem Jahr 2017 realisiert werden kann.

Denn wenn es für einen sicheren Netzbetrieb erforderlich sein sollte, könnten neue Erdgas-GuD-Kraftwerke zur Netzstützung als Ersatz in den Regionen gebaut werden, in denen heute die Atomkraftwerke stehen. Bei einer Realisierungszeit von 3-6 Jahren ist dies bis zum Jahr 2017 möglich.

Mit diesen Vorschlägen können die Sicherheit der Bevölkerung, die Versorgungssicherheit Deutschlands und die Klimaschutzziele auch langfristig gewährleistet werden. Durch den verstärkten Betrieb von Kohle- und Erdgaskraftwerken – bei einem Atomausstieg ab 2017 – entstehen durch den Emissionshandel EU-weit keine höheren CO2-Emissionen.
Stromimporte aus dem Ausland sind aus Gründen der Versorgungssicherheit nicht nötig. Die aktuell gestiegenen Importe sind vornehmlich preisgetrieben. Zudem stehen die Atomkraftwerke in unseren Nachbarländern in der europäischen Merit-Order soweit vorne, dass sie auch ohne Moratorium in Deutschland weitgehend ausgelastet sind und daher auf die veränderte Marktlage in Deutschland kaum reagieren können. Die zusätzlichen Importe stammen überwiegend aus fossilen Kraftwerken.

Ein vorgezogener Atomausstieg ab 2017 würde lediglich zu moderaten Strompreissteigerungen zwischen 6 und 8 Euro je Megawattstunde (0,6 und 0,8 Cent pro Kilowattstunde) im Mittel bis 2030 und zu keinen nennenswerten Wachstumseinbußen führen.

Ein vollständiger Atomausstieg ab 2017 verringert die Gefahren und Risiken der Atomenergie deutlich. Dies hätte erhebliche gesellschaftliche Vorteile, die die moderaten Strompreiserhöhungen aufwiegen.“

Fukushima – zehn Jahre danach

Nein, wir sind nicht der Zeit voraus, aber die folgende Langzeitsimulation des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigt, wie der (Nord-)Pazifik in zehn Jahren mit Cs-137 verseucht sein wird:

Fukushima+10_Jahre

Aber keine Sorge: Bisher sind ja erst drei Jahre vergangen, daher ist die Verseuchung noch nicht so weit fortgeschritten:

Fukushima+3_Jahre

Falls jemand der Meinung ist, es sei ja nur eine Simulation, die könnte auch falsch sein, bitte sehen Sie sich die Karte hier an.

Übrigens: Es soll auch Menschen geben, die den Pazifik-Lachs bevorzugen … und Menschen, die keine Alternativen haben!

Zu Hintergründen des katastrophalen Krisenmagements empfiehlt sich die Sendung von frontal 21 [1] vom 17.12.2013 und zum Nachlesen das Script der Sendung.

Hier sehen Sie die o.g. Simulation im Zeitverlauf:



[1↑] Der Link musste entfernt werden, da der Beitrag in der ZDF-Mediathek nicht mehr verfügbar ist.

Hamburg bleibt Drehscheibe für Atomtransporte

Der Hamburger Hafen bleibt auch weiterhin internationale Drehscheibe für Atomtransporte. Dabei ist der Transport hochradioaktiver Stoffe durch den innenstadt-nahen Hafen ohne Zweifel ein riskantes „Geschäft“.

„Die SPD-Fraktion hat gestern in der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Wirtschaftsausschuss weder die Argumente für ein Atom-Umschlagsverbot noch die Rechtsauffassung des Bremer Senats zur Kenntnis nehmen wollen und unseren Antrag abgelehnt“, erklärt dazu Dora Heyenn, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Bremen hat es 2012 vorgemacht und gezeigt, dass der Umschlag von Atombrennstoffen über die Häfen des Landes untersagt werden kann. Diese Regelung hat bisher auch vor Gerichten Bestand. Ein Stopp der Atomtransporte über den Hamburger Hafen wäre ohne weiteres möglich – man muss es nur politisch wollen. Doch die SPD will diese Gefahr offensichtlich nicht bannen.

Bereits im Mai 2011 hatte die Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE den Senat aufgefordert, eine Teilentwidmung des Hamburger Hafens für den Transport von Kernbrennstoffen und deren Abfallprodukte einzuleiten (Drs. 20/383).
Unterstrichen wurde die Notwendigkeit einer solchen Sperrung unter anderem durch den Brand des Frachters „Atlantik Cartier“ im Hafen am 1. Mai letzten Jahres während des gleichzeitig stattfinden Evangelischen Kirchentags – an Bord des Schiffs befanden sich Munition, Ethanol und der radioaktive Stoff Uranhexaflurid.

Besonders erstaunt zeigt sich Dora Heyenn allerdings über das Verhalten der Grünen-Fraktion: „Die Grünen plädierten gestern für eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft, keine Atombrennstoffe mehr im Hamburger Hafen umzuschlagen. Dabei sollte doch gerade ihnen bestens bekannt sein, dass Selbstverpflichtungen in Sachen Umweltschutz praktisch nie wirksam umgesetzt werden.“

Florian Kaiser
Pressesprecher
DIE LINKE. Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft Rathausmarkt 1
E-Mail: pressestelle@linksfraktion-hamburg.de
21.2.2014

Atomausstieg in Gefahr

Liebe Freundin, lieber Freund,

es ist soweit: Schneller als befürchtet beginnt die Debatte um neue Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke. Auslöser sind die energiepolitischen Beschlüsse der großen Koalition, mit denen der Ausbau der Erneuerbaren Energien ausgebremst wird. Losgetreten wird die Diskussion zuerst in Bayern, wo nach bisherigen Plänen Ende 2015 das AKW Grafenrheinfeld als einziges in der aktuellen Legislaturperiode abgeschaltet werden soll. Doch seit einigen Tagen ist selbst das nicht mehr sicher:

Ilse Aigner, neue bayerische Wirtschaftsministerin, erklärte via Süddeutsche Zeitung, sie wolle das nach Fukushima entwickelte Energiekonzept des Landes grundlegend überarbeiten und stellt dabei explizit den bisherigen Ausstiegs-Fahrplan in Frage. Prompt meldet sich der Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft und macht sich öffentlich Gedanken darüber, die Laufzeit von Grafenrheinfeld zu verlängern.

Es geht also wieder los und das haben viele nach dem desaströsen Koalitionsvertrag schon befürchtet. 16.000 Menschen sind am vergangenen Samstag in Berlin für die Energiewende auf die Straße gegangen. Das war ein starker Auftakt. Wir von .ausgestrahlt werden uns kräftig einmischen und andere dabei unterstützen, sich einzumischen. Aber dazu brauchen wir Deine Unterstützung. Kannst Du jetzt mit einer Spende dazu beitragen, dass wir 2014 mit aller Kraft weitermachen können? Hier kannst Du Deine Spende online eingeben:
https://www.ausgestrahlt.de/

Wir haben derzeit eine absurde Situation: Während längst über neue Laufzeitverlängerungen nachgedacht wird, erwecken Teile der Medien und Politik den Eindruck, als wäre der Atomausstieg quasi schon abgeschlossen. Immer häufiger treffe ich auf erstaunte Menschen, die mir gar nicht glauben wollen, dass hierzulande noch Atomkraftwerke laufen.

Was ist ein Atomausstieg wert, der erst in vielen Jahren umgesetzt werden soll – wenn gleichzeitig klar ist, dass in jedem AKW an jedem Tag die Katastrophe eintreten kann? Schon 2011, als nach Fukushima das jetzige Atomgesetz beschlossen wurde, kam mir folgender Vergleich in den Sinn: Wenn mir ein guter Freund mitteilt, er habe beschlossen, 2022 mit dem Rauchen aufzuhören, dann werde ich ihn heute nicht beglückwünschen. Zum einen, weil er sich jeden Tag weiterer Gefahr aussetzt, und zum anderen, weil ich nicht das Vertrauen hätte, dass er es dann auch wirklich umsetzt. Kein AKW wird sicherer, nur weil im Atomgesetz steht, dass es 2022 abgeschaltet werden soll. Ganz im Gegenteil: Je älter die Anlage wird, umso größer wird das Risiko.

Genau hier setzt .ausgestrahlt mit einer Doppelstrategie an: Zum einen informieren wir die Öffentlichkeit über die weiter bestehenden Gefahren der Atomkraft – zum anderen organisieren wir Proteste, um den Druck auf die Politik zu erhöhen, endlich ernst zu machen in Sachen Atomausstieg. Damit wir auch im Jahr 2014 mit ganzer Kraft weiter machen können, bitte ich Dich um Unterstützung. Jede Spende, die uns im Dezember erreicht, stärkt die Basis für unsere Arbeit im kommenden Jahr. Hier kannst Du Deine Spende online eingeben:
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Oder überweise auf unser Spendenkonto 2009306400 bei der GLS-Gemeinschaftsbank, BLZ 43060967. Bitte trage im Verwendungszweck das Stichwort „mail1312m“ ein.

Schon mit kleinen Beträgen kann Großes bewirkt werden, wenn viele Menschen kleine Beträge geben – so funktioniert das .ausgestrahlt-Prinzip: .ausgestrahlt kann nur dann AtomkraftgegnerInnen vor Ort unterstützen, mit Informationen, Protestmaterial und Aktionsideen, wenn viele Menschen .ausgestrahlt unterstützen.

Herzlichen Dank!

Jochen Stay
und das ganze .ausgestrahlt-Team
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www.ausgestrahlt.de
info@ausgestrahlt.de

Gemeinsam gegen Atomenergie!