Mahnfahrt Fukushima-nie-vergessen

Liebe Anti- Atom- Engagierte, liebe Freunde und Bekannte.

Wir, die Inititative Fukushima-nie-vergessen e.V. (klick) aus Freiburg im Breisgau sind im Dreiländereck Frankreich / Schweiz / Deutschland speziell mit den maroden Atommeilern in Beznau (CH) und Fessenheim (Frankreichs ältestem Atommeiler) konfrontiert.

Am 24.4.16 werden Inititativ-Gruppen hier am Oberrhein mit Aktionen auf den Rheinbrücken Deutschland-Frankreich (klick) an die Reaktorunfälle in Tschernobyl und Fukushima erinnern und die sofortige Schließung von Fessenheim und aller AKW’s fordern.

Im letzten Jahr waren wir bereits mit dem Motorboot unterwegs (klick). Dabei ging es darum, die Bürger rheinabwärts über eine „mögliche radioaktive Welle“ und Verseuchung des Rheins nach einem „SUPERGAU“ im AKW in Fessenheim zu informieren mit dem Ziel: das AKW Fessenheim sofort abzuschalten.

Unsere Petition mit hunderten von Protestbriefen der BürgerInnen an den französischen Staatspräsidenten Holland sollte dieser Forderung Nachdruck verleihen, da Holland die Abschaltung des AKW in Fessenheim während seiner Amtszeit zugesagt hatte. (Bilder dazu auf unserer Internetseite – klick).

Die positiven Erfahrungen 2014 mit dem Boot und den Aktionen in den Städten haben uns dazu ermutigt, in diesem Jahr mit dem Motorboot nach Berlin zu fahren.

Start

ist am 24.4.2016 mit der Fahrt von Fesenheim zur Brücke Breisach (klick zur Karte). Wir rechnen mit 4 Wochen Fahrzeit.
UND WIR KOMMEN auch bei Ihnen/Euch VORBEI. (siehe: Fluss-Karte und Zeitplan – klick)

Wir laden euch ein,

  1. uns eure Sorgen und Forderungen auf die Reise nach Berlin mitzugeben,
  2. eure Ideen einzubringen und
  3. euch mit eigenen Aktionen zu beteiligen.

Wir würden uns freuen, wenn unterwegs Kontakte und Aktionen entstehen würden, d.h. – gerne könnt ihr unsere Boots-Aktion in eurer Stadt zum Anlass für lokale Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen nehmen und die optische Wirkung unserer Bootsaktion einbauen – einzelne Personen können einen oder mehrere Tage auf unserem Boot mitfahren. Unser Boot hat 6 Schlafplätze und Raum für bis zu vier „Tages-MitfahrerInnen.

Die Bootsfahrt trägt sich selbst und wird finanziert durch die MitfahrerInnen (20-25€/Tag, zuzüglich Selbstverpflegung) sowie durch Spenden.

Die Mitfahrt soll möglichst nicht an den Kosten scheitern. Aktionen vor Ort müssen von den Initiativen selbst getragen werden.

Wir hatten überlegt, auf der Strecke nach Berlin einige inhaltliche Schwerpunkte zu setzen (siehe: Termin- und Aktionsplan – klick).
Dies könnten wir aber nur mit lokalen Gruppen gemeinsam realisieren.

Vielleicht gibt es ja auch andere Ideen. Eine Petition mit dem Boot mitzunehmen, geht immer! Wir freuen uns, von euch zu hören, und hoffen, dass unsere Aktion bei Euch auf Resonanz stößt.

Um eine weitere Planung zu ermöglichen, bitten wir euch, uns eine Rückmeldung zu geben,

  1. was ihr von unserer Aktion haltet,
  2. ob ihr die Aktion nutzen und euch beteiligen wollt.

Auch wenn ihr noch nicht genau wisst, wie Eure Pläne/Beteiligung aussehen kann, sind wir für eine Rückmeldung (klick zum Formular) dankbar.
Euch allen erstmal alles Gute für eure eigenen Aktionen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael, Wolfgang, Uwe, Ria und Jörg
Fukushima-nie-vergessen Planungsgruppe Mahnfahrt Berlin

Spendenkonto:
IBAN DE06 6809 0000 0037 8888 00
BIC: GENODE61FR1
Fukushima-nie-vergessen e.V.
Verwendungszweck: „Mahnfahrt Berlin“

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Leben mit der Bedrohung

Vom 26. bis 28. Februar 2016 fan in der Urania, Berlin der Internationale IPPNW-Kongreß statt. Das Thema war „5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl (klick zur IPPNW_Seite)„.

Dr. Alex Rosen, Kinderarzt und seit April 2013 stellvertretender Vorsitzender der IPPN eröffnete den Kongress mit der Rede „Leben mit der Bedrohung“ (klick zum Text).
Mit ihm führte der Schattenblick ein lesenswertes Interview (klick).

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Der Staat und die Energiekonzerne fünf Jahre nach Fukushima

Energiepolitik und Klimabewegung auf dem Prüfstand (klick)

Vor 30 Jahren endete mit dem Reaktorunglück von Tschernobyl das Versprechen der sicheren Zukunftstechnologie Kernkraft. Dennoch sollte es weitere 25 Jahre und einen zweiten Super-GAU dauern, bis diese Form der Energiegewinnung auch von politischen Entscheidungsträgern grundlegend in Frage gestellt wurde.

Die deutsche Regierung beschleunigte nach der Katastrophe in Japan den Atomausstieg, und auch im Land des Unglücks geriet die bis dato gepriesene Atomenergie in die Krise.

In beiden Ländern waren und sind die Verflechtungen zwischen Politik und Energiekonzernen sehr eng. Staatliche Energiepolitik und die Profitinteressen der Stromkonzerne scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein.
Auch der Atomausstieg in Deutschland geschieht nicht an den Konzernen vorbei, sondern berücksichtigt in großem Maße deren Lobby. Die Kosten des Ausstiegs drohen an den Privatverbrauchern hängen zu bleiben. Die großen Energiekonzerne bremsen aus Angst um ihr Oligopol die Energiewende aus und versuchen, so lang wie möglich aus den restlichen Atomreaktoren und aus fossilen Energieträgern wie der Braunkohle Profit zu schlagen.

Wann

Donnerstag, 10. März 2016, 19:00 bis 21:00 Uhr

Wo

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin (klick zur Karte)

 

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7. Atommüllkonferenz

Seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima vor vier Jahren ist die Bundesregierung (leider nur) vom Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergienutzung zurückgetreten. Doch die Atomkonzerne lassen nichts unversucht, uns die Kosten des Ausstiegs aufzubürden. Sie nennen das „den Rückbau ihrer Joint-Venture-Kernkraftwerke möglichst wirtschaftlich zu gestalten“ (siehe AKWs und Stilllegung: Abriss „möglichst wirtschaftlich“ gestalten – E.on und Vattenfall kooperieren – hier klicken).
E.on will seine Atomenergiesparte auslagern (hier klicken) um die Risiken weiterhin zu vergesellschaften, während Vattenfall „emotionale Probleme“ mit dem Atommüll auf sich zukommen sieht (siehe „Auch das noch: Vattenfall sieht emotionale Probleme beim Rückbau von AKWs: Wohin mit dem kontaminierten Bauschutt?“ – hier klicken) und klagt vor dem internationalen Schiedsgericht für Investitionsentscheidungen in Washington gegen die Bundesrepublik wegen entgangener Gewinne durch den Atomausstieg.

Das alles zeigt, dass nicht nur die Wende hin zur umfassenden Nutzung erneuerbarer Energiequellen gefährdet ist, auch der Atomausstieg ist noch lange nicht sicher. Es geht nicht nur darum, dass die geplanten AKW-Abschaltungen auch durchgeführt werden. Selbst wenn das der Fall ist, bleibt das Problen der radioaktiven Abfälle – nicht nur der hoch radiaoaktiven (abgebrannte Brennstäbe und Reaktorinnenwände), sondern auch der 19-fachen Menge kontaminierter und schwach radioaktiver (vor allem Bau-) Stoffe, die beim Abriss anfallen (nähere Informationen im „Sorgenbericht der Atommüllkonferenz“ – hier klicken). Seit der rot-grünen Novellierung der Strahlenschutzverordnung im Jahre 2001 dürfen „schwach radioaktive Reststoffe und Abfälle aus dem Zuständigkeitsbereich von Atomgesetz und Strahlenschutzverordnung in den konventionellen Bereich entlassen“ werden („Freigabe“ siehe „Atommüll überall – BUND-Studie zum „Freimessen“ schwach radioaktiver Stoffe“ – hier klicken). Zwar werden dadurch nur schwach radioaktive Stoffe freigegeben, aber danach wir dihre Verwendung nicht mehr kontrolliert. Durch den Rückbau vieler ehemaliger AKW fallen große Massen dieser Stoffe an, die den Radioaktivitätspegel insgesamt unkontrolliert erhöhen können. Da der „Markt“ für Abfalldeponien nicht regional begrenzt ist, können diese auch in Gebieten abgelagert werden, in denen keine AKW existieren (siehe Sachsen muss Lagerung genehmigen“– hier klicken). Problematischer ist eventuell aber eine Hintertür, die durch das „Freimessen“ eröffnet wird: Jedem, der die Machenschafften bei der Entsorgung von Sonderabfällen kennt, weiss, dass diese gern auch nicht deklarierungspflichtigen Abfällen untergemischt werden. Das ist zwar kriminell, aber wo viel Geld lockt, … Wer läuft schon beim Straßenbau mit einem Geigezähler herum?

Einladung

Am   Samstag, 19. September 2015 findet von 11.00 bis 17.00 Uhr die 7. Atommüllkonferenz in der Volkshochschule Kassel
Wilhelmshöher Allee 19-21, 34117 Kassel statt.

Inhaltliche Schwerpunkte der 7. Atommüllkonferenz

  • Auseinandersetzungen um die Atomverwaltung auf Länderebene,
  • die Öffentlichkeitsbeteiligung bei Stilllegungs- und Abbauverfahren,
  • die Freigaberegelungen von radioaktiven Materialien,
  • das Nationale Entsorgungsprogramm,
  • die „Endlager“-Kommission sowie
  • weitere Planungen zum Projekt Atommüllreport

Programm

11.00 – 12.00 Uhr Eröffnungsplenum

  • Begrüßung – Schwerpunkt Positionspapier „Abschaltung – Stilllegung – Rückbau von AKW“ – Peter Dickel
  • Auseinandersetzung um Atomverwaltung im Ländervergleich – Dirk Seifert, BUND, stellvertr. Sprecher BAK Atom und Strahlenschutz, Hamburg

12.00 – 13.30 Uhr Fachdiskussionen

13.30 – 14.30 Uhr Mittagspause

14.30 – 16.00 Uhr Arbeitsgruppen

16.00 – 17.00 Uhr Abschlussplenum

weitere Informationen unter „Save the date: Einladung zur 7. Atommüllkonferenz“ (hier klicken)

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Vier Jahre Fokushima-Gau

ausgestrahlt

Der Super-GAU in Fukushima jährt sich zum vierten Mal. Und noch immer kommt es jeden Tag zur radioaktiven Verseuchung des Meeres und der Luft. Die Zahl der Krebs-Erkrankungen in der Region steigt stetig und viele Menschen leiden unter dem Verlust ihrer Heimat, die auf Generationen hinaus unbewohnbar geworden ist.

Um der Opfer der Katastrophe zu gedenken, findet am Samstag, den 7. März eine Demo in Berlin statt. An diesem Tag soll zugleich daran erinnert werden, dass auch in unserem Land täglich neun AKW am Netz sind und jederzeit eine Katastrophe ähnlichen Ausmaßes auch bei uns möglich ist!

Die InitiatorInnen der Mahnwache – der Trägerkreis um Sayonara Nukes, AntiAtom Berlin und Naturfreunde Berlin – haben sich in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Zur japanischen Folkloremusik aus Fukushima  „Kansho Odori“ soll ein gemeinsamer, einfacher Tanz aufgeführt werden.

Treffpunkt ist am Brandenburger Tor um 13 Uhr.

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3 Jahre alt und trotzdem aktuell

Anläßlich der Fukushima-Katastrophe am 11. März 2011 bringen wir hier die Zusammenfassung einer UBA-Studie vom Mai 2011 „Hintergrundpapier zur Umstrukturierung der Stromversorgung in Deutschland„, in der gezeigt wird, dass ein schneller Atomausstieg in Deutschland möglich ist. Zwar hat sich auf diesem Weg nicht allzu viel getan, aber die Voraussetzungen dafür sind besser geworden.

„Das Umweltbundesamt hält einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft ab dem Jahr 2017 für möglich und mit den Klimaschutzzielen vereinbar. Das Umweltbundesamt empfiehlt ein gestuftes Vorgehen:

Die 17 deutschen Atomkraftwerke haben eine Gesamtleistung von 20,5 GW (netto). Die ältesten sieben Atomkraftwerke und das Atomkraftwerke Krümmel mit einer Leistung von 8,4 GW sollten schnellstmöglich außer Betrieb gehen. Unter dem Aspekt der gesicherten Leistung ist dies möglich, da im deutschen Kraftwerkspark derzeit ausreichend überschüssige Reservekapazitäten von rund 10 GW Leistung bestehen. Mit der Abschaltung der 7+1 Atomkraftwerke ist die Netzstabilität nach übereinstimmender Einschätzung der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur derzeit zwar angespannt, aber beherrschbar. Um einen sicheren Netzbetrieb auch im Winter 2011/12 zu gewährleisten, fordern die Übertragungsnetzbetreiber eine Erhöhung der Kraftwerkseinspeisung in Süddeutschland um 2000 MW gegenüber dem jetzt geltenden Moratorium. Dies entspricht einem befristeten Weiterbetrieb von höchstens zwei der vom Moratorium betroffenen Atomkraftwerke bis zum Frühjahr 2012. Da jedoch nach unserer Einschätzung offenbar in den Untersuchungen der Übertragungsnetzbetreiber zentrale Alternativen nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden, sind die Ergebnisse nicht ausreichend belastbar. Es hat keine hinreichende Berücksichtigung aller Maßnahmen stattgefunden, die zur Gewährleistung der Netzsicherheit eingesetzt werden können.

Für die verbleibenden Atomkraftwerke sollte geprüft werden, in welcher Reihenfolge die restlichen Atomkraftwerke zeitnah stillgelegt werden können. Deutschland kann nach unseren Berechnungen ab 2017 vollständig auf Atomkraft verzichten. Über die derzeit in Bau befindlichen Kraftwerke und die zu erwartenden zusätzlichen Biomassekraftwerke hinaus besteht hierfür bis 2017 ein zusätzlicher Kapazitätsbedarf von höchstens 5 GW, der durch neue hochflexible und hocheffiziente Erdgas-GuD-Kraftwerke, sowie teilweise durch Lebensdauer verlängernde Maßnahmen an Bestandskraftwerken, durch einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien und der KWK und zusätzliche Energieeffizienzmaßnahmen rechtzeitig gedeckt werden kann. Auch in Hinblick auf einen sicheren und zuverlässigen Betrieb der Übertragungsnetze gilt, dass ein vollständiger Atomausstieg ab dem Jahr 2017 realisiert werden kann.

Denn wenn es für einen sicheren Netzbetrieb erforderlich sein sollte, könnten neue Erdgas-GuD-Kraftwerke zur Netzstützung als Ersatz in den Regionen gebaut werden, in denen heute die Atomkraftwerke stehen. Bei einer Realisierungszeit von 3-6 Jahren ist dies bis zum Jahr 2017 möglich.

Mit diesen Vorschlägen können die Sicherheit der Bevölkerung, die Versorgungssicherheit Deutschlands und die Klimaschutzziele auch langfristig gewährleistet werden. Durch den verstärkten Betrieb von Kohle- und Erdgaskraftwerken – bei einem Atomausstieg ab 2017 – entstehen durch den Emissionshandel EU-weit keine höheren CO2-Emissionen.
Stromimporte aus dem Ausland sind aus Gründen der Versorgungssicherheit nicht nötig. Die aktuell gestiegenen Importe sind vornehmlich preisgetrieben. Zudem stehen die Atomkraftwerke in unseren Nachbarländern in der europäischen Merit-Order soweit vorne, dass sie auch ohne Moratorium in Deutschland weitgehend ausgelastet sind und daher auf die veränderte Marktlage in Deutschland kaum reagieren können. Die zusätzlichen Importe stammen überwiegend aus fossilen Kraftwerken.

Ein vorgezogener Atomausstieg ab 2017 würde lediglich zu moderaten Strompreissteigerungen zwischen 6 und 8 Euro je Megawattstunde (0,6 und 0,8 Cent pro Kilowattstunde) im Mittel bis 2030 und zu keinen nennenswerten Wachstumseinbußen führen.

Ein vollständiger Atomausstieg ab 2017 verringert die Gefahren und Risiken der Atomenergie deutlich. Dies hätte erhebliche gesellschaftliche Vorteile, die die moderaten Strompreiserhöhungen aufwiegen.“

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Fukushima – zehn Jahre danach

Nein, wir sind nicht der Zeit voraus, aber die folgende Langzeitsimulation des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigt, wie der (Nord-)Pazifik in zehn Jahren mit Cs-137 verseucht sein wird:

Fukushima+10_Jahre

Aber keine Sorge: Bisher sind ja erst drei Jahre vergangen, daher ist die Verseuchung noch nicht so weit fortgeschritten:

Fukushima+3_Jahre

Falls jemand der Meinung ist, es sei ja nur eine Simulation, die könnte auch falsch sein, bitte sehen Sie sich die Karte hier an.

Übrigens: Es soll auch Menschen geben, die den Pazifik-Lachs bevorzugen … und Menschen, die keine Alternativen haben!

Zu Hintergründen des katastrophalen Krisenmagements empfiehlt sich die Sendung von frontal 21 [1] vom 17.12.2013 und zum Nachlesen das Script der Sendung.

Hier sehen Sie die o.g. Simulation im Zeitverlauf:



[1↑] Der Link musste entfernt werden, da der Beitrag in der ZDF-Mediathek nicht mehr verfügbar ist.

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Hamburg bleibt Drehscheibe für Atomtransporte

Der Hamburger Hafen bleibt auch weiterhin internationale Drehscheibe für Atomtransporte. Dabei ist der Transport hochradioaktiver Stoffe durch den innenstadt-nahen Hafen ohne Zweifel ein riskantes „Geschäft“.

„Die SPD-Fraktion hat gestern in der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Wirtschaftsausschuss weder die Argumente für ein Atom-Umschlagsverbot noch die Rechtsauffassung des Bremer Senats zur Kenntnis nehmen wollen und unseren Antrag abgelehnt“, erklärt dazu Dora Heyenn, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Bremen hat es 2012 vorgemacht und gezeigt, dass der Umschlag von Atombrennstoffen über die Häfen des Landes untersagt werden kann. Diese Regelung hat bisher auch vor Gerichten Bestand. Ein Stopp der Atomtransporte über den Hamburger Hafen wäre ohne weiteres möglich – man muss es nur politisch wollen. Doch die SPD will diese Gefahr offensichtlich nicht bannen.

Bereits im Mai 2011 hatte die Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE den Senat aufgefordert, eine Teilentwidmung des Hamburger Hafens für den Transport von Kernbrennstoffen und deren Abfallprodukte einzuleiten (Drs. 20/383).
Unterstrichen wurde die Notwendigkeit einer solchen Sperrung unter anderem durch den Brand des Frachters „Atlantik Cartier“ im Hafen am 1. Mai letzten Jahres während des gleichzeitig stattfinden Evangelischen Kirchentags – an Bord des Schiffs befanden sich Munition, Ethanol und der radioaktive Stoff Uranhexaflurid.

Besonders erstaunt zeigt sich Dora Heyenn allerdings über das Verhalten der Grünen-Fraktion: „Die Grünen plädierten gestern für eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft, keine Atombrennstoffe mehr im Hamburger Hafen umzuschlagen. Dabei sollte doch gerade ihnen bestens bekannt sein, dass Selbstverpflichtungen in Sachen Umweltschutz praktisch nie wirksam umgesetzt werden.“

Florian Kaiser
Pressesprecher
DIE LINKE. Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft Rathausmarkt 1
E-Mail: pressestelle@linksfraktion-hamburg.de
21.2.2014

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Atomausstieg in Gefahr

Liebe Freundin, lieber Freund,

es ist soweit: Schneller als befürchtet beginnt die Debatte um neue Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke. Auslöser sind die energiepolitischen Beschlüsse der großen Koalition, mit denen der Ausbau der Erneuerbaren Energien ausgebremst wird. Losgetreten wird die Diskussion zuerst in Bayern, wo nach bisherigen Plänen Ende 2015 das AKW Grafenrheinfeld als einziges in der aktuellen Legislaturperiode abgeschaltet werden soll. Doch seit einigen Tagen ist selbst das nicht mehr sicher:

Ilse Aigner, neue bayerische Wirtschaftsministerin, erklärte via Süddeutsche Zeitung, sie wolle das nach Fukushima entwickelte Energiekonzept des Landes grundlegend überarbeiten und stellt dabei explizit den bisherigen Ausstiegs-Fahrplan in Frage. Prompt meldet sich der Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft und macht sich öffentlich Gedanken darüber, die Laufzeit von Grafenrheinfeld zu verlängern.

Es geht also wieder los und das haben viele nach dem desaströsen Koalitionsvertrag schon befürchtet. 16.000 Menschen sind am vergangenen Samstag in Berlin für die Energiewende auf die Straße gegangen. Das war ein starker Auftakt. Wir von .ausgestrahlt werden uns kräftig einmischen und andere dabei unterstützen, sich einzumischen. Aber dazu brauchen wir Deine Unterstützung. Kannst Du jetzt mit einer Spende dazu beitragen, dass wir 2014 mit aller Kraft weitermachen können? Hier kannst Du Deine Spende online eingeben:
https://www.ausgestrahlt.de/

Wir haben derzeit eine absurde Situation: Während längst über neue Laufzeitverlängerungen nachgedacht wird, erwecken Teile der Medien und Politik den Eindruck, als wäre der Atomausstieg quasi schon abgeschlossen. Immer häufiger treffe ich auf erstaunte Menschen, die mir gar nicht glauben wollen, dass hierzulande noch Atomkraftwerke laufen.

Was ist ein Atomausstieg wert, der erst in vielen Jahren umgesetzt werden soll – wenn gleichzeitig klar ist, dass in jedem AKW an jedem Tag die Katastrophe eintreten kann? Schon 2011, als nach Fukushima das jetzige Atomgesetz beschlossen wurde, kam mir folgender Vergleich in den Sinn: Wenn mir ein guter Freund mitteilt, er habe beschlossen, 2022 mit dem Rauchen aufzuhören, dann werde ich ihn heute nicht beglückwünschen. Zum einen, weil er sich jeden Tag weiterer Gefahr aussetzt, und zum anderen, weil ich nicht das Vertrauen hätte, dass er es dann auch wirklich umsetzt. Kein AKW wird sicherer, nur weil im Atomgesetz steht, dass es 2022 abgeschaltet werden soll. Ganz im Gegenteil: Je älter die Anlage wird, umso größer wird das Risiko.

Genau hier setzt .ausgestrahlt mit einer Doppelstrategie an: Zum einen informieren wir die Öffentlichkeit über die weiter bestehenden Gefahren der Atomkraft – zum anderen organisieren wir Proteste, um den Druck auf die Politik zu erhöhen, endlich ernst zu machen in Sachen Atomausstieg. Damit wir auch im Jahr 2014 mit ganzer Kraft weiter machen können, bitte ich Dich um Unterstützung. Jede Spende, die uns im Dezember erreicht, stärkt die Basis für unsere Arbeit im kommenden Jahr. Hier kannst Du Deine Spende online eingeben:
https://www.ausgestrahlt.de/

Oder überweise auf unser Spendenkonto 2009306400 bei der GLS-Gemeinschaftsbank, BLZ 43060967. Bitte trage im Verwendungszweck das Stichwort „mail1312m“ ein.

Schon mit kleinen Beträgen kann Großes bewirkt werden, wenn viele Menschen kleine Beträge geben – so funktioniert das .ausgestrahlt-Prinzip: .ausgestrahlt kann nur dann AtomkraftgegnerInnen vor Ort unterstützen, mit Informationen, Protestmaterial und Aktionsideen, wenn viele Menschen .ausgestrahlt unterstützen.

Herzlichen Dank!

Jochen Stay
und das ganze .ausgestrahlt-Team
_______________________________________________

www.ausgestrahlt.de
info@ausgestrahlt.de

Gemeinsam gegen Atomenergie!

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Heißer Herbst

.ausgestrahlt informiert über die Begleitung der kommenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD durch Aktionen gegen die Kohle-/Stromlobby.

„Union und SPD werden aller Voraussicht nach nächste Woche ihre Koalitionsverhandlungen beginnen und die Weichen stellen für die Energiepolitik der nächsten vier Jahre: Wird weiter an Kohle und Atom festgehalten und somit die Energiewende ausgebremst oder werden die Erneuerbaren Energien konsequent und dezentral ausgebaut.

Heißer Herbst

Jetzt zum Auftakt der Verhandlungen wollen wir gemeinsam mit dem BUND, Campact, der Kampagne „Die Wende – Energie in Bürgerhand“ und Dir für Sonne & Wind und gegen Kohle & Atom auf die Straße gehen. Unter dem Motto „Energiewende nicht ausbremsen!“ werden wir uns bei dieser Aktion „warmlaufen“ für die weiteren Proteste, die die Koalitionsverhandlungen begleiten und die am 30.11. in eine Großdemo in Berlin münden werden.

Komm zur Aktion!

„Warmlaufen“ ist dabei wörtlich gemeint: Jogge oder walke, spaziere oder radle mit uns zum Ort der Koalitionsverhandlungen – jede/r ist eingeladen mehr oder weniger sportlich für die Energiewende zu demonstrieren. Bei einer eindrucksvollen Auftakt-Aktion wirst Du zudem gebraucht, um zusammen mit vielen Menschen ein hundert-teiliges Mosaik zu halten. Das Mosaik zeigt zwei Szenarien: Die fossile Kehrtwende der Konzerne – oder die Energiewende der Bürger/innen.“

Ablauf

Das Datum steht leider noch nicht fest, denn die Aktion soll parallel mit den Koalitionsverhandlungen starten.
Zu erwarten ist der Beginn in der nächsten Woche.
Sobald wir Genaueres wissen, informieren wir dich natürlich.

Los geht es um 16:30 Uhr mit dem hundert-teiligen Mosaik.

Anschließend gibt es das gemeinsame „Warmlaufen“ zum Ort der Koalitionsverhandlung.
Dort folgt die Abschlusskundgebung.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass sich die zukünftige Regierung der Proteste der Bürger/innen bei ihren Entscheidungen bewusst ist.“

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Die Energiewende wurde erfolgreich abgewürgt

Passend zum Wahlkampf linker Ökologen hat die AG Energiebilanzen am 13.08.2013 ihre neuen statistischen Zahlen über Primärenergieverbrauch, Energiegewinnung, Endenergieverbrauch bis einschließlich 2012 sowie Entwicklung der erneuerbaren Energien vorgestellt.

Sie zeigen eindeutig die katastrophale Wirkung der schwarz-gelben Koalition auf dem Gebiet der Energiewende.

erneuerbare_energien_1_halbjahr_2013

Nach Jahren steigender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist diese Menge von 2012 auf 2013 konstant geblieben. Ein weiterer Zubau blieb aus. Von einer Wende hin zu regenerativen Energien kann keine Rede mehr sein.

Die Bundesregierung setzt damit ihre konzernhörige Politik fort, die schon zu der Vereinbarung der Bundesregierung mit den Atomkonzernen („Förderfondsvertrag“ vom 9.9.2010) geführt hat und nur durch die Fukushima-Katastrophe unterbrochen wurde.

Wie sagt Frau Merkel im Fernsehduell? „Wählen gehen!“

 

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Temelin

AKW Temelin; Foto: Vince Smith, UK
Foto: Vince Smith, UK

Am 22.7.2013 meldete DPA unter der Überschrift

Tschechischer AKW-Betreiber fordert Atomstrom-Förderung

„Den endgültigen Vertrag zum Ausbau des Kraftwerks können wir erst unterzeichnen, wenn der Staat ein Kompensationsschema verabschiedet hat“, sagte ČEZ-Strategiemanager Pavel Cyrani der Wirtschaftszeitschrift „Euro“ vom Montag. Die Diskussion darüber verlaufe „nicht gerade in einem schwindelerregenden Tempo“, beklagte er. Unter anderem die deutsche Bundesregierung hatte sich zuletzt gegen eine Förderung der Atomkraft in der Europäischen Union ausgesprochen.

Pavel Cyrani ist Direktor für strategische Entwicklung des tschechischen Energiekonzerns ČEZ a.s., Betreiber des AKW Temelín. Er hatte bereits früher erklärt: „Es ist derzeit unmöglich ein Kernkraftwerk auf der Basis des aktuellen Marktpreises zu errichten“ und die Absicht geäussert, von der tschechischen Regierung eine „Preisgarantie“ für den erzeugten Strom zu verlangen.

Nun doch kein Ausbau

Wie die Salzburger Nachrichten heute (23.7.13) mitteilen, wird die tschechische Regierung „keine Beschlüsse für den Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerkes Temelín fassen“. Tschechische Medien hatten am Montag berichtet, dass  Staatspräsident Miloš Zeman das bestätigt hat.

Zeman führt laufend Gespräche mit den Chefs der Fraktionen im Abgeordnetenhaus, um die eventuelle Unterstützung für das Rusnok-Kabinett bei der bevorstehenden Vertrauensabstimmung zu sondieren. Rusnoks Beamten-Regierung will zur Beruhigung der angespannten politischen Situation im Lande beitragen. Rusnok selbst hatte kürzlich erklärt, dass sein Kabinett mit dem Temelín-Ausbau „keine Eile“ habe.
Dagegen hat der tschechische Umweltminister Tomas Podivinsky [1] den geplanten Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin unterstützt. Er begründete dies mit der Notwendigkeit einer „stabilen Energieversorgung des Landes“. Seiner Meinung nach könne die Leistung der beiden bereits bestehenden Blöcke nicht durch Kohlekraftwerke ersetzt werden, denn das würde einem 150 Kilometer langen Kohlezug entsprechen „und wenn man versuchen würde, die Energie aus Temelin auf Solarkraftwerke zu überführen, dann handelt es sich um eine Fläche in der Größe von 50.000 Fußball-Spielfeldern“.
Doch wie Radko Pavlovec in seinem Blog mitteilt, „exportierte Tschechien (2010) die Rekordstrommenge von 17 TWh, das ist um 20 Prozent mehr als die Produktion der beiden Blöcke des AKW Temelín und in Relation zum Landesverbrauch ein einsamer europäischer Spitzenwert.“

Ursprünglich sollte die tschechische Regierung heute den lukrativen Ausbauvertrag mit dem Auftragnehmer unterzeichnen. Er umfasst ein Volumen von rund 200 Mrd. Kronen (7,71 Mrd. Euro). Um ihn bewarben sich der US-Konzern Westinghouse, das tschechisch-russischeKonsortium MIR.1.200 aus Škoda JS, Atomstrojexport und Gidropress sowie die französische Areva. Areva wurde jedoch aus dem Verfahren ausgeschlossen.


[1↑] Podivinsky ist ein ehemaliger Diplomat an der tschechischen Botschaft in Wien

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Ein weiterer Angriff auf die Energiewende wurde vertagt

Der Bundesrat hat auf seiner Sitzung am 5.7.2013 den Antrag der Länder Bayern und Sachsen für die Änderung des Baugesetzbuches vertagt. Er beinhaltete die Forderung, die Abstände von Windkraftanlagen zu Wohnbauten auf 2.000m zu vergrößern. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an die zuständigen Ausschüsse verwiesen.

Dieser Angriff auf die Wende hin zu 100% regenerative Energieversorgung ist damit nicht vom Tisch.

Die Brisanz der Forderung Bayerns und Sachsens wird in dem Interview [1] deutlich, das Heike Demmel [2] mit Günter Beermann, dem Vorsitzenden vom Bundesverband Wind-Energie, Landesverband Bayern geführt hat.

Script zum Interview

„Seehofer bläst zum Sturm auf die Windkraft. Anders kann man die Pläne des bayerischen Ministerpräsidenten nicht nennen mit denen er seit Anfang Juni für mächtigen politischen Wirbel sorgt. Denn eigentlich sind auch in Bayern Energiewende und der Ausbau der Windkraft beschlossene Sache. Doch nun prescht Seehofer mit Vorschlägen vor, die fast jedes zukünftige Windrad einknicken lässt. Die geplante neue Mindestabstandsregelung ist das Aus für die Windkraft in Bayern. So klar und drastisch formuliert es der Bundesverband Wind-Energie.

Brechen Seehofers Pläne wirklich der Windkraft in Bayern das Genick? Und was haben sie für Folgen für Atomausstieg und Klimaschutz?“

mp3-Download des Interviews

Anhören  des Interviews


[1↑] Lizenz des Interviews: Creative-Commons
Nichtkommerziell, Bearbeitung erlaubt, Weitergabe unter gleicher Lizenz erwünscht.

[2↑]Heike Demmel ist Autorin beim Nürnberger freien Radio Z. Das Interview finden Sie bei freie-radios.net!.
Freie-Radios.net sammelt „über 30.000 Beiträge aus der Welt der community radios, der radios communitarias oder eben der Freien Radios, Beiträge von Radios, die weder staatstragend noch profitabel sein wollen, die eher außerhalb des Mainstream stehen und bei denen es ganz andere Kultur und Politik gibt. Kein Sexismus, Antisemitismus, Rassismus oder Faschismus. Aber Zugangsoffen und basisdemokratisch.“

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Das 2-Grad-Ziel ist zu wenig.

In einer Studie der Uni Bern wird gezeigt, dass es nicht reicht, die Erderwärmung zu stoppen. Auch andere Klimaschutzziele müssen mit angegangen werden.

Die Begrenzung der Klimaerwärmung genügt nicht

Bisher beschränken sich die internationalen Klimaziele darauf, den Temperaturanstieg zu begrenzen. Sollen aber auch der Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Ozeane und der landwirtschaftliche Ertragsausfall eingedämmt werden, müssen die CO2-Emissionen noch stärker sinken. Dies zeigt eine in «Nature» publizierte Studie der Universität Bern.

Das große Ziel der internationalen Klimapolitik besteht darin, eine gefährliche Beeinflussung des Klimasystems durch den Menschen zu verhindern. Dazu sollen die Treibhausgase auf einem für Mensch und Umwelt verträglichen Niveau stabilisiert werden. Dieses Klimaziel wird gewöhnlich mit einer Zunahme der globalen Mitteltemperatur um höchstens zwei Grad seit Beginn der Industrialisierung konkretisiert. Eine Stoßrichtung, die von der Mehrheit der Regierungen der Welt anerkannt wird.

Nun aber zeigt eine Studie von Berner Klimaforschern, dass die Fokussierung auf die Temperaturzunahme allein keineswegs ausreicht, um das große, übergeordnete Ziel – den Schutz des Klimasystems vor gefährlicher Beeinflussung durch den Menschen – zu erreichen. Denn: Das Klimasystem umfasst laut Rahmenabkommen der Vereinten Nationen von 1992 die «Ganzheit der Atmosphäre, der Hydrosphäre, der Biosphäre, Geosphäre und deren Interaktionen». Zudem verlangt das Rahmenabkommen ebenfalls die Nachhaltigkeit von Ökosystemen und der Nahrungsmittelproduktion. All dies lässt sich kaum durch das Zwei Grad-Ziel allein realisieren.

Weltkarte mit Klimazielen
Der vom Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgase beeinflusst Klima- und Ökosysteme in vielfältiger Weise und die Auswirkungen sind regional unterschiedlich. Aus diesem Grund sind mehrere Klimaziele nötig, um eine gefährliche Beeinflussung des Klimasystems und damit negative gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen zu verhindern. Mit den sechs Klimazielen, welche die Berner Klimaforscher in ihrer Studie vorschlagen, sollen verschiedene Umweltveränderungen begrenzt werden, die negative Auswirkungen für Menschen und Ökosysteme an Land und im Ozean haben können.

Daher schlagen Dr. Marco Steinacher, Prof. Fortunat Joos und Prof. Thomas Stocker in ihrer soeben in der Fachzeitschrift «Nature» publizierten Arbeit eine Kombination von sechs verschiedenen spezifischen globalen und regionalen Klimazielen vor. Denn, so schreiben sie, ein globales Temperaturziel sei «weder genügend noch geeignet», um weitere für Bevölkerung und Ökosystemleistungen ebenfalls relevante Schäden zu vermeiden. Dazu gehören insbesondere: der Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Ozeane, welche unter anderem die Korallenriffe bedroht, und die landwirtschaftlichen Ertragsausfälle.

Realistische Entwicklungspfade

Hauptverantwortlich für diese Umweltveränderungen ist der Ausstoß des Treibhausgases CO2, welches bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern entsteht. In Modellberechnungen zeigen die Forscher nun, welche CO2-Emissionen gerade noch zulässig wären, um die vorgeschlagenen differenzierten Ziele zu erreichen. Grundlage der Berechnungen ist eine breite Palette von Treibhausgas-Szenarien, die auf realistischen wirtschaftlichen Entwicklungspfaden aufbauen. «Wir können nun zeigen, welcher totale CO2-Ausstoss in den kommenden Jahrzehnten tragbar wäre, um jedes einzelne der zusätzlichen Klimaziele – etwa gleich bleibende Produktion der Landwirtschaft und Stabilisierung der Ozeane – zu erreichen», sagt Marco Steinacher, der Hauptautor der Studie. Und die Forscher stellen die entscheidende Frage, was geschehen müsste, damit keines der Klimaziele verfehlt würde. Ihre unmissverständliche Antwort:

Abbildung 2
Die maximale Menge von CO2, welche bis zum Ende dieses Jahrhunderts durch das Verbrennen von fossilen Energieträgen noch ausgestoßen werden darf, um die Klimaziele zu erreichen. Damit alle sechs Klimaziele (s. Abb. 1) gemeinsam erreicht werden können, müssen die Emissionen viel stärker gesenkt werden, als wenn nur die globale Erwärmung auf 2°C Grad beschränkt werden soll. Der graue Teil der Balken zeigt die Menge CO2, welche in der Vergangenheit bereits ausgestossen wurde und der rote Teil zeigt die noch zulässigen Emissionen bis zum Jahr 2100 für die entsprechenden Ziele. Grau-rot eingezeichnet sind die erwarteten Emissionen in diesem Jahrzehnt unter der Annahme von 1.8% Anstieg pro Jahr. Die Unsicherheiten, welche durch unterschiedliche Annahmen über den zukünftigen Ausstoß von anderen Substanzen als CO2 entstehen, sind mit den horizontalen Linien angegeben.

«Wenn wir alle Ziele zusammen berücksichtigen, muss der CO2-Ausstoß doppelt so stark reduziert werden wie wenn wir einzig das Zwei Grad-Ziel erreichen wollen», so Steinacher.
Als besonders anspruchsvoll hat sich in den Simulationen die Vorgabe herausgestellt, die Versauerung der Ozeane zu stoppen. Dazu muss vor allem der CO2-Ausstoss massiv reduziert werden.

Wichtige Grundlagen für die Politik

Die drei Forscher, alles Mitglieder des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern, empfehlen, weitere Studien dieser Art durchzuführen. Dazu sollten jedoch von Politik und Gesellschaft weitere relevante Klimaziele festgelegt werden. «Welche Umweltveränderungen wir noch akzeptieren wollen, und welche Risiken wir bereit sind einzugehen, ist schlussendlich eine gesellschaftliche und politische Frage. Der ständig steigende CO2-Ausstoss verringert aber unseren Handlungsspielraum zunehmend», sagt Fortunat Joos. Für politische Entscheidungsträger, so betonen die Klimaphysiker, sei es wichtig, dass unterschiedliche Klimaziele auf quantitative Weise mit den vom Menschen verursachten Treibhausgasen verknüpft würden.

In Zukunft, so die Studie, werde sich auch das Erreichen von Klimazielen simulieren lassen, die stärker auf die Folgen des Klimawandels ausgerichtet sind. Zum Beispiel Extremereignisse wie Hochwasser und Hitzewellen. Doch noch ist die Computerleistung für den Betrieb von komplexen Erdsystemmodellen nicht vorhanden, die für solche Simulationen notwendig ist.

Aufwändige Rechenarbeit

Ermöglicht wurde die Studie durch die Anwendung des an der Universität Bern entwickelten Erdsystemmodells «Bern3D-LPJ». Das Modell ist in der Lage, eine Vielzahl von wichtigen physikalischen und biogeochemischen Prozessen zu simulieren und dabei auch Aussagen über deren regionale Entwicklungen zu machen. Diese Angaben sind für das Formulieren vieler zusätzlicher Klimaziele erforderlich – zum Beispiel das Verhindern einer Versauerung der Ozeane in den Tropen. Das Berner Modell ist so effizient, dass die für die Studie nötigen rund 65’000 Simulationen in wenigen Wochen gerechnet werden konnten – und es erlaubt auch, abzuschätzen, mit welchen Wahrscheinlichkeiten die Klimaziele erfüllt werden können. Dies ist mit den meisten anderen derzeit existierenden Erdsystemmodellen nicht möglich.

Angaben zur Publikation:

Marco Steinacher, Fortunat Joos, Thomas F. Stocker: Allowable carbon emissions lowered by multiple
climate targets. Nature, advance online publication, 3 July 2013, doi:10.1038/nature12269.


klimaretter.info zitiert (klick) zur politischen Bedeutung der Studie unter anderem „Oliver Geden (klick), Klimaexperte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (klick)[1], der „vor einer politischen Überbewertung der Studie“ warnt. „Zwar sei es wissenschaftlich sinnvoll, neben der Temperatur auch andere Kenngrößen zu betrachten. Doch mehrere Klimaziele gleichzeitig zu verfolgen statt eines einzigen, das für sich genommen schon in Gefahr ist (klick), mache einen Erfolg nicht wahrscheinlicher.“


[1↑] Aus der Selbstdarstellung der SWP:

„… Ein – nur nach außen – stiller Ort, bei dem Entscheidungsträger mit unseren Mitarbeitern zusammenkommen, um im vertraulichen Rahmen Szenarien durchspielen und Fragen unabhängig von tages- und parteipolitischen Rücksichten diskutieren zu können.
Diese Aufgabe der Kommunikation und des Austausches von Ideen auch in großer Nähe zu  EU und Nato nimmt besonders das Brüsseler Büro der SWP wahr. Seit 2009 hat Europas größter Think Tank seine dortige Vertretung, die den regen Austausch mit anderen europäischen Instituten wertschätzt.“

update 5.2.2016:

Der hier zitierte Text wurde inzwischen gelöscht und durch folgende Formulierungen ersetzt:

SWP Brüssel (klick)

Die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) unterhält ein Büro in Brüssel, um ihre Forschungsarbeiten mit den Institutionen der EU und der NATO, den Think Tanks, Nichtregierungsorganisationen und universitären Einrichtungen mit Sitz in Brüssel zu diskutieren. Das Brüsseler Büro bietet einen Ort für politisch unabhängige, wissenschaftlich fundierte Debatten zu allen Aspekten europäischer, transatlantischer und internationaler Politik in vertraulichem Rahmen.

Das Brüsseler Büro (klick)

  • organisiert regelmäßig vertraulich gehaltene Diskussionsrunden und Hintergrundgespräche für geladene Gäste sowie Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Brüsseler Institutionen, anderen Think Tanks, politischen Stiftungen, Landesvertretungen, Wirtschaftsverbänden und Nichtregierungsorganisationen;
  • beteiligt sich an informellen, politikbereichsspezifischen bzw. thematisch fokussierten Beratungsprozessen der EU- und NATO-Organe sowie an öffentlichen Anhörungen des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen und des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EU;
  • verbreitet Publikationen der SWP unter Entscheidungsträger/innen in EU und NATO;
  • erleichtert es den Vertreter/innen von EU und NATO vor Ort, Kontakt zu den Wissenschaftler/innen der SWP in Berlin aufzunehmen.

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Gorleben zeigt: Wachsam bleiben, damit sich Fehler nicht wiederholen!

Rede von Dorothée Menzner, DIE LINKE im Deutschen Bundestag am 6.6.2013

Aufgabe eines Untersuchungsausschusses ist es, Regierungshandeln der Vergangenheit zu beleuchten und zu kontrollieren mit dem Ziel, etwa gemachte Fehler in der Zukunft zu vermeiden. Die Koalition sah ihre Aufgabe eher darin, Regierungshandeln der Vergangenheit zu rechtfertigen. Für die Opposition steht jedoch fest: Gorleben war das Ergebnis von Männerbünden zwischen Regierungsstellen und Atomindustrie, das Ergebnis von Kungelei und Machbarkeitswahn und nicht das Ergebnis eines Auswahlverfahrens. An Gorleben kann man studieren, wie man es nicht macht und dies hat der Untersuchungsausschuss auch als Vorarbeit für die zukünftige Auseinandersetzung mit diesem Thema umfassend dokumentiert und damit für die Öffentlichkeit nachvollziehbar gemacht.

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alltäglicher Schadstofftransport oder kriminelle Energie?

Am 14.5.2013 verkündete die Hamburger Innenbehörde auf die Kleine Anfrage 20-07891 des Grünen Abgeordneten Anjes Tjarks Einzelheiten zu dem Brand des schwedischen Containerfrachters „Atlantic Cartier“ im Hamburger Hafen in der Nacht zum 2. Mai.

Brisant

ist der Brand durch die Fracht an Bord: Laut Ladeliste (Anlage2 zur o.g.  kl. Anfrage) waren viele Container mit Gefahrstoffen beladen. Unter anderem mehr als 20 Tonnen radioaktive Stoffe , darunter neun Tonnen Uran-Hexafluorid[1], 3,8 Tonnen Munition (Patronen), 180 Tonnen hochexplosiver Industriealkohol, 38 Tonenn korrosive, giftige Flüssigkeiten19 Tonnen Natriumhydroxid usw. An Deck, wo das Feuer ausbrach, standen rund 70 Neuwagen, von denen 30 zerstört wurden.

Der Frachter lag seit dem 1.5.2013 am O’Swaldkai, in Sichtweite von rund 35.000 Menschen, die gerade den Eröffnungsgottesdienstes des Kirchentages in der HafenCity feierten. Er gehört der Reederei ACL, die in den letzten drei Monaten 21 Mal Atomtransporte in Hamburg umgeschlagen hat (siehe Anlage1 zur o.g. kl. Anfrage).

Die taz schrieb am 18.5.13, dass die Löscharbeiten äußerst dramatisch waren, da in ganz Norddeutschland für die Feuerwehr kein Kohlendioxid (CO2) zu bekommen war, um die lodernden Flammen zu ersticken.[2]
Wasser zum Löschen von Uranhexafluorid einzusetzen ist nicht möglich, weil dieses mit Wasser Flusssäure bildet.[3]

Insgesamt 296 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ihnen ist es zu verdanken, dass es nicht zum GAU gekommen ist, denn sie bargen die Container aus dem brennenden Schiff. Mehrere Schiffe kühlten die glühende Bordwand inzwischen mit Elbwasser – darunter zwei Löschboote, von denen der Senat eines einsparen will. Mit dabei waren ein Löschroboter, Polizeiboote, Schlepper und 75 Fahrzeuge an Land.

Der Transport wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt. Das Material kam aus den USA und sollte von Hamburg über Land nach Holland gebracht werden. Weitere radioaktive Stoffe aus unbestrahlten Brennelementen waren auf den Transitweg nach Frankreich.[4]

Fragen

  • Warum hat der Hamburger Senat die Öffentlichkeit nicht früher informiert?
    Sollte die Verheimlichung „nur“ die TeilnehmerInnen des Kirchentages ruhig halten oder
    darüber hinweg täuschen, dass die Gefahren inzwischen „alltäglich“ sind (siehe unten)?
  • Wieso wurden verschiedene Gefahrenstoffe, deren Wirkung sich in ihrer Kombination potenziert, zusammen transportiert?
    (Was wäre passiert, wenn Munition durch den Brand explodiert wäre?
    Wäre der Container mit dem Uranhexafluorid intakt geblieben oder undicht geworden? Und dann …)
  • Was ist das für eine Wirtschaft bzw. Wirtschaftlichkeit, wenn der kostengünstige (?) Schiffstransport am Ziel vorbei führt und das Transportgut dann auf Straßen wieder ca. 500km zurück gefahren wird?

genehmigte Transporte

Ebenfalls am 18.5.13, zwei Tage nachdem der Hamburger Senat die Beinahe-Katastrophe zugab, hat .ausgestrahlt eine Pressemitteilung veröffentlicht, die zeigt, dass die Verantwortlichen anscheinend nicht in der Lage sind, aus Fehlern zu lernen:

„Kurz nachdem das ganze Ausmaß des Brandes eines Atomfrachters im Hamburger Hafen bekannt geworden ist, gibt es nun die nächste Hiobsbotschaft: Zwei LKW mit riesigen Mengen des Ultragiftes Plutonium sollen quer durch Belgien, Holland und Deutschland und mitten durch Hamburg rollen. „alltäglicher Schadstofftransport oder kriminelle Energie?“ weiterlesen

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Aktionswoche zum Katastrophenschutz macht Atomrisiko sichtbar

ausgestrahlt

Messtrupps mit Geigerzählern untersuchen das Gemüse auf dem Wochenmarkt, Straßensperren halten Autos auf zur Dekontamination, große Schilder warnen vor dem Betreten der atomaren Sperrzone, HelferInnen verteilen „Jodtabletten“ an PassantInnen, „Atom-Flüchtlinge“ suchen nach einer Bleibe: AtomkraftgegnerInnen auf der Region um das AKW Grohnde haben vor Kurzem mit unzähligen fantasievollen Aktionen gezeigt, wie man das Atom-Risiko und die Bedrohung durch das benachbarte AKW eindrucksvoll ins öffentliche Bewusstsein rücken kann. .ausgestrahlt ruft dazu auf, mit ähnlichen Aktionen in der Woche vom 8. bis 15. Juni die Gefahren und Folgen einer Atom-Katastrophe bundesweit zum Thema zu machen.

weiter lesen bei .ausgestrahlt

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Atomausstieg konsequent fortschreiben und wasserdicht machen!

Rede von Dorothée Menzner, DIE LINKE im Deutschen Bundestag am 15.3.2013

Deutschland ist nach wie vor Globaler Player im nuklearen Geschäft. Die Urananreicherungsanlage in Gronau produziert weit mehr, als die deutschen Anlagen brauchen. Die Brennelementeproduktion in Lingen, der Export von Atomkraftwerkstechnik und Investitionen in AKWs in anderen Ländern. Es waren genug dramatische Unfälle, die reichen sollten, dass die Menschheit dazulernt. Vor zwei Jahren haben wir alle unsere Trauer und Solidarität mit den Japanerinnen und Japanern bekundet. Es ist richtig: Japan braucht unsere Solidarität, und zwar nach wie vor.


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Rund 20.000 TeilnehmerInnen am Samstag – größte Fukushima-Veranstaltung bundesweit

Liebe Leute,

mit der grandiosen Demonstration am letzten Samstag haben wir gemeinsam eine völlig neue Form entwickelt, die unmittelbare Gefährdung durch Atomenergie spürbar zu machen. Noch vor wenigen Wochen hätte wohl kaum jemand erwartet, dass sich rund um Grohnde so viele Menschen an so vielen Orten beteiligen würden. Mit rund 20.000 TeilnehmerInnen war die Aktion am Samstag die größte Fukushima-Veranstaltung bundesweit und so groß wie die nationale französische Menschenkette in Paris. Zugleich dürfte sie auch die größte Demonstration gewesen sein, die je gegen das AKW-Grohnde stattgefunden hat. Damit haben wir auch bundespolitisch ein deutliches Zeichen gesetzt, dass die Auseinandersetzung um die Atomenergie noch nicht zu Ende ist.

Angefangen von der Idee, über die Katastrophe nicht nur zu reden, sondern sie im Rahmen einer Großdemonstration zu simulieren, über die Vorbereitung der Aktion durch das Team um Thomas Erbe in Hameln und viele dezentrale Vorbereitungstreffen, die Entwicklung und Realisierung des Katastrophenszenarios durch Tobias Darge, bis hin zu den vielen, vielen anschaulichen Aktionen am Samstag entlang der Strecke, hat alles super geklappt und zusammengewirkt.

Wir bemühen uns, die Demonstration möglichst umfangreich mit Presseberichten, Fotos und Filmen auf der Homepage zu dokumentieren und freuen uns über alles, was ihr uns dazu sendet.

In allen Streckenabschnitten sind Nachtreffen angedacht. Einige Termine müssen noch gefunden werden und werden dann auf der Homepage und per Mail bekannt gemacht. Diese stehen schon fest:

12.3.2013 Hildesheim
19 Uhr Greenpeace Büro Hildesheim, Wollenweberstr. 6

12.3. Hannover
18.30 Uhr im Freizeitheim Linden (Saal 18), Windheimstraße 4

13.3.2013 Göttingen
19 Uhr bei ver.di, Groner-Tor-Straße 32

14.3.2013 Minden
19 – 21 Uhr, Bildungswerk für Friedensarbeit (BF), Alte Kirchstr. 11-15

20.3.2013 Stadthagen / Schaumburg
19 Uhr, Kulturzentrum Alte Polizei, Obernstraße 29, Stadthagen

19.03.2013 Wennigsen
20 Uhr im Gemeinschaftshaus der Ökosiedlung, Unterm Hollerbusch 1, Wennigsen

Die nächste überregionale Möglichkeit zum Austausch, Rückblick, Einstieg in die Mitarbeit und weitere Planung unserer Kampagne zur Abschaltung des AKW Grohnde, bietet die

Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten
am Sa. 6.4. von 11-16 Uhr
in der Sumpfblume, Am Stockhof 2a, in Hameln

Viele Grüße
Peter

dickel@ag-schacht-konrad.de

Spenden

Die Aktion hat rund 35.000,- € gekostet. Spendeneingang bis 10. März: 25.190,49 €
Spendenkonto:
AG Schacht Konrad e.V.
– Stichwort: Grohnde –
Kto. Nr. 378752308, BLZ 250 100 30

Thomas Erbe
Grohnde-Kampagne (Orga-Büro)
c/o Natur- und Umweltschutzzentrum
Berliner Platz 4, 31785 Hameln
05151-809260, 0175-158 23 29
thomas.erbe@grohnde-kampagne.de

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Stell dir vor… Riss im AKW Grohnde

Atomkraftgegner starten Katastrophenszenario

Katastrophenszenario GrohndeHameln. 5.3.2013, 19 Uhr.

Atomkraftgegner haben heute Abend um 19 Uhr einen Riss an das AKW Grohnde geworfen und damit mit ein Katastrophenszenario begonnen. Nach diesem Szenario hat ein (Not-)Stromausfall heute Abend  zum Stillstand aller  Pumpen in der Anlage und zur Schnellabschaltung des Reaktors geführt. Eine Kernschmelze mit anschließender Freisetzung von Radioaktivität kann in den nächsten Stunden nicht ausgeschlossen werden. Die in Windrichtung liegen Bewohner der Landkreise Hameln-Pyrmont und Minden-Lübbecke, Schaumburg und die Region Hannover werden vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland vorsorglich aufgefordert in ihren Häusern aufzusuchen und Fenster und Türen zu schließen und Haustiere und Vieh aufzustallen wie es in die offiziellen Katastrophenschutzunterlagen in besten Amtsdeutsch heißt. Gemeint ist, die Tiere in den Stall zu bringen.

Katastrophen-Szenario, Bulletin No. 2

Stell dir vor… Jodtabletten müssten jetzt eingenommen werden!
Atomkraftgegner starten Katastrophenszenario

Hameln. 5.3.2013, 21 Uhr. Im Katastrophenszenario der Regionalkonferenz Grohnde konnte der schwere Störfall immer noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Die Behörden versichern gegenüber der Bevölkerung im 25 km Radius, dass zwar keine radioaktiven Freisetzungen stattgefunden hätten und fordern die Bevölkerung jedoch auf, sich auf die Einnahme von Jodtabletten vorzubereiten. Die Tabletten müssen 6 Std. vor Eintreffen der radioaktiven Wolke eingenommen werden. Zur Verteilung in der Fernzone (25-100km um das AKW Grohnde) veranschlagen die Behörden 12 Stunden. Die ersten 4-5 Stunden werden veranschlagt, um die Entscheidung zu treffen und Hubschrauber anzufordern, die die Jodtabletten palettenweise vom Fliegerhorst Wunstorf dann zu den Hauptanlieferpunkten in Niedersachsen der Region Hannover, Hildesheim, Northeim, und Göttingen bringen. Jede 400 kg schwere Palette enthält 357.000 Jodtabletten in 119 Großpackungen mit 500 Blister á 6 Tabletten. Allein in der Region und Landeshauptstadt Hannover sollen 219.000 Blister mit über 1,3 Mio. Jodtabletten verteilt werden.

In der Zentral- und Mittelzone 10 km um den Reaktor hat ereignisunabhängig eine Vorverteilung stattgefunden für Menschen bis 45 Jahren stattgefunden.  Darüber hinaus sollen jetzt Jodtabletten in der Zentral- , Mittel- und Außenzone bis 25 km durch die Gemeinden abgeholt und in Wahllokale an die Bevölkerung bis 45 Jahre verteilt werden. Für jede Hausgemeinschaft sollte nur ein Erwachsener die Abholung der Tabletten übernehmen. Hoffentlich ist er rechtzeitig wieder zu Hause, bevor in den nächsten Stunden die radioaktive Wolke kommt. In der Zentral- und Mittelzone 10 km um den Reaktor wohnen fast 40.000 Menschen, die mit 13.350 Packungen versorgt werden müssen. Im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont leben 88.000 Menschen im Alter bis 45 Jahren, die 28.750 Haushaltspackungen bräuchten. In Marienau lagern laut Katastrophenschutzplan 43.000 Packungen.

Bulletin No. 3 / Mittwoch 06. März 2013, 1.00 Uhr

Stell dir vor… Radioaktive Stoffe freigesetzt!

Hameln. 6.3.2013, 1 Uhr. Nach dem Katastrophenszenario der Regionalkonferenz Grohnde abschalten sind bei einem Unfall radioaktive Stoffe freigesetzt worden. In den Katastrophenschutzplänen wird eine Freisetzung von Radradioaktivität innerhalb von 6 Stunden „als schnell ablaufendes Ereignis“ bezeichnet. Bei Durchzug der radioaktiven Wolke soll der Aufenthalt in Häusern und Gebäuden Schutz vor direkter Kontamination bieten. Die Strahlenbelastung soll durch die Abschirmwirkung der Wände reduziert werden. Nach Berechnungen der Physikerin Oda Becker kann es trotzdem in bis zu etwa 8 km Entfernung zu tödlicher Strahlung beim Einatmen radioaktiver Luft kommen. Bei Verlassen der Wohnung wäre die Radioaktivität noch höher. Ein Dilemma, dass nur dadurch vermieden werden kann, dass das AKW abgeschaltet wird, bevor es zu einem Unfall kommt.

Bulletin No. 4 / Mittwoch 06. März 2013, 8.00 Uhr

Stell dir vor… Radioaktive Wolke erreicht Hannover! Selbst die Jodtabletten kämen zu spät!

Hannover. 6.3.2013, 8 Uhr. Nach dem Katastrophenszenario der „Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten“ hat die radioaktive Wolke bei den derzeit herrschenden süd-östlichen Windrichtungen und selbst bei schwachem Wind 2-3 (8 km/h) gegen 4 Uhr das 25 km entfernte Springe in der Region Hannover und Rinteln im Landkreis Schaumburg und gegen 7 Uhr den 45 km entfernten Hauptbahnhof von Hannover und die Stadt Minden (NRW) erreicht. Dabei hat Nordrhein-Westfalen noch nicht einmal die Vorgabe des Bundes von 2008 umgesetzt, Fernzonen 25km – 100km um das AKW einzurichten, in denen dann Jodtabletten an Kinder und Schwangere ausgegeben werden sollen.

Die Radioaktivitätsmessungen durch das bundesweite Ortsdosisleistung- (ODL)- Messstationensystem (odlinfo.bfs.de) haben ergeben, dass nicht nur das von Grohnde 10 km entfernte Hameln, sondern ebenso Springe, Rinteln und die Landeshauptstadt wegen des Überschreitens der Eingreifrichtwerte hätten evakuiert werden müssen. Die Katastrophenschützer sind völlig überfordert, die Krankenhäuser überfüllt und die 22 vorgesehen Betten in der MHH Hannover für akut Strahlenerkrankte, alles Arbeiter im AKW Grohnde, reichen nicht aus.

Wie hätten die Behörden die BewohnerInnen nachts gewarnt werden können? Mit Ende des Kalten Krieges hat der Bund nach 1990 die Finanzierung von Sirenen mit ABC-Alarm eingestellt und den Kommunen überlassen. In Großstädten sind Feuerwehr-Sirenen durch Pieper-Alarmierung abgelöst worden. Die vom 25km-Radius tangierte Region Hannover plant, die Bevölkerung mit Lautsprecherwagen zu informieren. Wenn der Super-Gau schon eingesetzt hat, würden diese ebenso nicht durchkommen, wie Feueurwehrautos, die in der Fernzone (25-100km-Radius) Jodtabletten von Hubschrauberanlieferpunkten bis 9 Uhr an Ausgabestellen wie Wahllokale ausliefern sollen. Selbst wenn sie  trotz Super-Gau-Stau durchkämen, kämen sie zu spät, denn die Jodtabletten sollten spätestens 5 Stunden vor Eintreffen der radioaktiven Wolke eingenommen werden. Um die Tabletten abzuholen, müsste die Bevölkerung jedoch das Haus verlassen, was sie auf Grund der durchziehenden radioaktiven Wolke aber eingentlich vermeiden sollte. Zudem können sie nur Schilddrüsenkrebs vermeiden, nicht andere Krebsarten oder gesundheitliche Strahlenfolgen. Die Jodtabletten sind in der Fernzone nur für Kinder bis 18 Jahren und Schwangere vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind nicht geplant, obwohl das Bundesamt für Strahlenschutz in einer Studie nachgewiesen hat, dass ein Verbleiben im Haus in bis zu 100 km Entfernung notwendig werden kann.


Tobias Darge
Pressekontakt
Regionalkonferenz „AKW Grohnde abschalten“
www.grohnde-kampagne.de

Handy: 0176 / 24249815

…wird fortgesetzt.

Schöne Grüße…

Thomas Erbe
Grohnde-Kampagne (Orga-Büro)
c/o Natur- und Umweltschutzzentrum
Berliner Platz 4, 31785 Hameln
05151-809260, 0151-56591447
thomas.erbe@grohnde-kampagne.de

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