Lassen sich Risiken messen?

Der Nationale Wohlfahrtsindex (NWI – siehe auch „Wohlstand und Wachstum sind gegenläufig“ oder „Lügen durch Verschwinden lassen?„) versucht, statt des wachstumsorientierten BIP ein alternatives Wohlstandsmaß zu definieren.
In der Diskussion des NWI 2.0 wird verlangt, ihn „nicht als ein Maß der Nachhaltigkeit [zu] betrachten, sondern als ein erste Maß für monetär bilanzierte gesellschaftliche Wohlfahrt, diese kann dann als ein Baustein eines umfassenderen Konzeptes von Nachhaltigkeit verstanden werde.“

Einen breiten Raum nimmt bei den einzelnen betrachteten Parametern (=“Komponenten“) die Diskussion der Datenlage ein. In mehreren Fällen, insbesondere bei den Vermeidungskosten von Umweltschäden sind Schätzungen erforderlich. Doch auch das hat seine Grenzen: „Das Risiko eines GAU ist schlicht unversicherbar, insofern handelt es sich imFolgenden nur um Rechenbeispiele, welche die Größenordnung der Begünstigung von Atomkraftwerksbetreibern durch eine fehlende marktübliche Haftpflichtversicherung darstellen.“

Eine mögliche Datenquelle wurde bei der bisherigen Betrachtung aber nicht herangezogen: Rückversicherer [1] bewerten die Versicherungskosten für verschiedene Technologien und Prozesse, die ihre Kunden versichern, z.B. in Rahmen der Produkthaftpflicht von technischen Anlagen und Verfahren.

Einer der weltweit größten Rückversicherer, die Swiss-Re, stufte jetzt den Mobilfunk in die höchste Risikostufe ein.
Lassen sich Risiken messen?

Brandenburgische Landesnachhaltigkeitsstrategie

Am 22.11.2013 begann die Online-Konsultation des Entwurfs der Brandenburgischen Landesnachhaltigkeitsstrategie. Aus der Mitteilung des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg und der IFOK GmbH: Sie finden die aufbereitete Strategie unter nachhaltig.brandenburg.de und sind herzlich eingeladen, diese dort mit Ihren Anmerkungen zu bereichern. Wir haben das Dokument in kleinere Sinneinheiten geteilt, um eine einfachere…
Brandenburgische Landesnachhaltigkeitsstrategie

Lügen durch Verschwinden lassen?

Der in „Wohlstand und Wachstum sind gegenläufig“ zitierte Text der „Freien“ Universität Berlin

„Im November 2011 haben die Urheber des ‚Nationalen Wohlfahrtsindex‘ (NWI) von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) und dem Forschungszentrum für Umweltpolitik der FU Berlin (FFU) den NWI erstmals fortgeschrieben. Es handelt sich dabei um eine andere Sichtweise auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bzw. Bruttonationaleinkommen (BNE); diese soll das BIP nicht ersetzen, jedoch kommt man im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung zu einer anderen Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. …

Die Berechnung des monetären Indexes führt mit den neuen Werten für die Jahre 2008 und 2009 zu bemerkenswerten Ergebnissen: Der NWI wird 2008 und 2009 durch die Finanz- und Wirtschaftskrise erheblich weniger beeinflusst als BNE und BIP. Gerade von 2008 bis 2009 ist ein drastischer Rückgang beim BNE zu verzeichnen, während der Wohlfahrtsindex in diesem Zeitraum dagegen sogar leicht ansteigt. Die Ergebnisse des NWI für Deutschland für 2008 und 2009 zeigen zum einen, dass die Wirtschaftskrise in diesen Jahren den Konsumbereich weit weniger betroffen hat als den Bereich der Produktion. Die gegenläufige Entwicklung zum BNE lässt sich aber zu einem guten Teil auch darauf zurückführen, dass die im NWI berücksichtigten negativen externen Effekte der Produktion — der Verbrauch von Ressourcen und die Belastung der Umwelt mit Schadstoffen — durch den Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten ebenfalls deutlich abgenommen haben.”

fand sich noch am 1.9.2013 auf der FU-Seite /http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/systeme/ffu/forschung-alt/projekte/laufende/07_wohlfahrtsindex/NWI_II_Aktualisierung_2008_2009_Presseversion_2011.pdf?1367711012.
Die Pressemitteilung existiert inzwischen nicht mehr.
Auch eine Suche nach „NWI“ liefert auf der FU-Seite kein Ergebnis, nur die Suche nach „Wohlfahrtsindex“ ergibt drei Verweise ohne inhaltliche Aussagen.

Ist die FU zu weit vorgeprescht und wurde zurück gepfiffen? Schämt sie sich ihrer eigenen Forschungsergebnisse?
Lügen durch Verschwinden lassen?

Sozial-ökologische Transformation – gerecht und demokratisch

Rede von Ulla Lötzer, DIE LINKE im Deutschen Bundestag am 6.6.2013 Die globale Krise dauert an: die globale europäische Finanzkrise, wachsende soziale Ungleichheit, die Umweltkrise mit ihren katastrophalen Folgen. Insofern war die Einrichtung der Enquete-Kommission ein wichtiger Schritt. Wachstum ist heute immer noch an einen steigenden Ressourcenverbrauch gekoppelt und Wachstum garantiert schon lange nicht mehr…
Sozial-ökologische Transformation – gerecht und demokratisch

Für die Stilllegung von 50 Prozent aller deutschen Autobahnen und 75 Prozent aller Flughäfen

plädiert Niko Paech in seinem lesens- und vor allem bedenkenswerten Interview „Letzte Zuckungen eines Körpers, der nicht sterben will“ im Oldenburger Lokalteil. Hier sind drei Zitate: „Die Energiewende in Deutschland ist eine der größten ökologischen Katastrophen, die wir bis jetzt erlebt haben. … Wir haben diese Energiewende deshalb ins Gespräch bringen können, weil sie unser…
Für die Stilllegung von 50 Prozent aller deutschen Autobahnen und 75 Prozent aller Flughäfen

Wohlstand – wie anders?

Einladung zur Veranstaltung: WOHLSTAND – WIE ANDERS? Linke Perspektiven nach der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ Die Rosa-Luxemburg-Stiftung möchte den Abschluss der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ dazu nutzen, linke Perspektiven für Wachstum und Wohlstand zu diskutieren. Mit Ulrich Brand, Michael Brie, Achim Brunnengräber, Eva Bulling-Schröter, Marco Clausen, Judith Dellheim, Kristina Dietz, Dagmar Enkelmann, Jana Flemming, Karin…
Wohlstand – wie anders?

Wohlstand und Wachstum sind gegenläufig

Am 31.12.2012 endete das Projekt der Freien Universität Berlin/ Forschungszentrum für Umweltpolitik Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie – Vorschlag für einen nationalen Wohlfahrtsindex. In diesem wurde die Entwicklung des „Nationalen Wohlfahrtsindex“ (NWI) aus dem Jahre 2008 und des Bruttonationaleinkommens (BNE) untersucht.

In der Pressemitteilung1)NWI_II_Aktualisierung_2008_2009_Presseversion_2011 der FUB heißt es zu den Mängeln des Indikators Bruttoinlandsprodukt”:

“… das BIP weist … einige Schwächen auf. Zum einen werden viele Umweltschäden gänzlich ausgeblendet.

  • Zum anderen werden Maßnahmen gegen Umweltbelastungen als positiv verbucht, obwohl es kompensatorische Kosten sind, die noch keine Steigerung der gesellschaftlichen Wohlfahrt bewirken, wie Altlastensanierung und Ausgleichsmaßnahmen für Naturverbrauch.
  • Ähnliches gilt im sozialen Bereich, etwa die Ausgaben für Drogen,Alkohol und Tabak, welche Folgekosten in Höhe von rund 56 Milliarden Euro jährlich nach sich ziehen.
  • Außerdem fließen in das BIP auch Konsumausgaben und Investitionen ein, die nur über Staatsschulden möglich werden, jedoch gleichzeitig die finanzielle Handlungsfähigkeit der Länder nachhaltig untergraben.
  • Schließlich werden Arbeitsbereiche in das BIP nicht einbezogen,welche die Wohlfahrt steigern, vor allem ehrenamtliche Arbeit und auch Hausarbeit.”

Wie wird statt dessen der NWI berechnet?

Dazu heißt es:

“Der NWI stellt eine monetäre Kenngröße dar, dass heißt, alle einbezogenen Komponenten liegen bewertet in Euro als jährliche Größe vor. Insgesamt umfasst der NWI in seiner Grundvariante 19 Komponenten.

  • Die Berechnung geht von der Basisgröße„Privater Verbrauch“ aus. Dieser Ausgangspunkt beruht auf der Annahme, dass der Private Verbrauch – der Konsum von Gütern und Dienstleistungen durch die Haushalte – einen positiven Nutzen stiftet und damit zur Wohlfahrt der Menschen beiträgt.
  • Da ein zusätzliches Einkommen für einen armen Haushalt eine höhere zusätzliche Wohlfahrt stiftet als für einen reichen Haushalt, wird der Private Verbrauch mit der Einkommensverteilung gewichtet. Je ungleicher verteilt das Einkommen einer Gesellschaft ist, desto niedriger ist – unter sonst gleichen Bedingungen – der NWI.
  • Außerdem wird die nicht über den Markt bezahlte Wertschöpfung durch Hausarbeit und Ehrenamt einbezogen, was im BIP/BNE nicht geschieht.

Sechs Komponenten bilden zusätzliche soziale Faktoren ab,

  • wobei einerseits Wohlfahrt stiftende Ausgaben des Staates für Gesundheit und Bildung addiert,
  • andererseits Kosten etwa von Kriminalität oder Verkehrsunfällen abgezogen werden.

Ökologische Faktoren werden durch neun Komponenten (berücksichtigt):

  • Ausgaben zur Kompensation von Umweltschäden,
  • Schadenkosten aufgrund unterschiedlicher Umweltbelastungen und
  • Ersatzkosten für den Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen.

Eine zusätzlich ausgewiesene Variante des NWI, die aber noch nicht mit empirischen Daten unterlegt werden konnte, bezieht darüber hinaus als negative Position die Nettoneuverschuldung öffentlicher Haushalte ein und positiv die öffentlichen Ausgaben zum ökologischen Umbau der Wirtschaft.”

JedeR kann selbst prüfen, ob diese Annahmen sinnvoll sind. Interessant ist das Ergebnis der Berechnungen von BNE und NWI seit 1990 (siehe Abbildung).


Wohlstand und Wachstum sind gegenläufig

Fußnoten   [ + ]

Intellektuelle Leere dokumentiert

Hallo, dieser wohlformulierte und empörte Verriss (aus der Wirtschaftswoche!) der schwarzgelben “Polit-Eliten” und ihrer „Leistung“ in 2 AGs der Bundestags-Enquetekommission „Wohlstand/Wachstum“ ist lesenswert (wenngleich das Objekt Tränen oder aber Ohrfeigen auslösen könnte) – und nicht nur für diesen Themenbereich sympomatisch. Da gibt’s ein paar Ähnlichkeiten mit den Hofschranzen von Ludwig XIV: Obsoletheit… Merke: Mensch muss…
Intellektuelle Leere dokumentiert

Enquetekommision Wachstum und Wohlstand

Enquetewatch hat am 23. 1.2013  festgestellt: Wachstum bleibt das Mittel – zumindest der Regierung! In der 26. Sitzung der Enquete-Kommission wurde der Abschlussbericht der Projektgruppe 1 „Stellenwert von Wachstum in Wirtschaft und Gesellschaft“ diskutiert und abgestimmt. Die großen inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Projektgruppe sind klar deutlich: Es liegt sowohl ein Bericht der Regierungskoalition als auch…
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Arbeitsplan der Ökologischen Plattform – 2013

Die Ökologische Plattform möchte mit ihrer Arbeit im Jahre 2013 auch einen Beitrag zum Wiedereinzug der LINKEN mit einer starken Fraktion in den Bundestag leisten. In ihren Gliederungen in Landes- und Kreisverbänden wird sie mit ihren Kräften und Mitteln durch verschiedene Formen der Informationsarbeit die sozial-ökologischen Positionen der LINKEN und der Plattform propagieren. Sie kann…
Arbeitsplan der Ökologischen Plattform – 2013