Liebe Freund*innen und Genoss*innen der Ökologischen Plattform,
vom 18. bis 21. Oktober findet in Halle der nächste, vielleicht einer der wichigsten Bundesparteitage der Linken statt. Wir haben im Vorfeld einige Energie darauf verwendet, Anträge zu entwickeln.
Wir möchten euch unsere Anträge vorstellen:
Antrag P11: Die nächsten Aufgaben für die Partei DIE LINKE.
Den Antrag stellen wir gemeinsam mit dem OV Gera, Partnern aus unserem Umfeld wie Gabi Zimmer, Judith Delheim, Michael Brie, Dieter Hausold, Peter Porsch und anderen.
Der Antrag ist Produkt von schon lange stattfindenden Debatten in der Partei und der ÖP über die Frage, wie in die Strategie- und Strukturdebatte der Partei auch die Basis besser eingebunden werden kann. Der Antrag ruft, ausgehend von der aktuellen Notwendigkeit sich wieder stärker mit antifaschismus auseinander zu setzen, die Basisorganisationen auf, diesen Prozess gemeinsam, strukturiert zu führen.
Antrag P18: Solidarisch leben und wirtschaften – sozial- ökologischen Umbau vorantreiben!
Dieser Antrag, der auf dem Bundestreffen der Ökologischen Plattform verabschiedet wurde, stellt das Angebot der ÖP an die Partei dar, sich stärker als bisher auf den sozialökologischen Umbau zu konzentrieren, indem die Dramatik der endenden Rohstoffe und die Biodiversitätskatastrophe zentraler adressiert werden, als in Papieren der Linken sonst üblich. Dabei nimmt er die selben Debatten mit auf, die auch den Antrag P11 inspirieren, nämlich dass sich eine ökosozialistische Partei von der Basis aus entwickeln muss. Wir denken, dass es notwendig ist sich den Fragen der Biodiversität, der Ressourcenknappheit, dem Klimawandel unbedingt zügiger als bisher zu nähern und hier vor allem den Erfahrungen vor Ort die Verantwortung zu übertragen konkrete Modelle zu entwickeln und auf diesen die Strategien der gesamten Partei zu fußen.
Änderungsantrag R 1 und R2 – Änderung der Tagesordnung
Wer die Debatte vor und um das Bundestreffen verfolgt hat, weiß, dass die Kritik des Leitantrags in der ÖP sehr stark war und debattiert wurde zu beantragen, den Leitantrag durch einen Artikel von Ines Schwerdtner und Jan von Aken im ND zu ersetzen. Unsere Sicht auf den Leitantrag wurde nicht besser, sondern wurde durch viele Gespräche eher verstärkt. Wir sind weiter der Ansicht, dass man diesen Text kaum in einem Parteitagsprozess in eine der Zeit angemessene Form bringen kann. Auch andere Genoss*innen, wie der KV Köln, haben ähnliche Debatten geführt, mit vergleichbaren Ergebnissen. In der ÖP sind wir nach der Lektüre des Antragshefts 2 zum Ergebnis gekommen, dass uns eine intensive Debatte über den Leitantrag am Ende zu Lasten von vielen Anträgen gehen würde, denen sich Hunderte Genoss*innen an der Basis gewidmet hatten und die bereits die Leerstellen füllten (siehe oben). Die Debatte würde darüber hinaus Zeit aus der Generaldebatte ziehen, die gerade jetzt in Zeiten des Schwächelns an den Wahlurnen notwendig ist, um über Ursachen und Ziele zu debattieren. Gleichzeitig war uns klar, dass ein Ersetzungsantrag oder Streichungsantrag letztendlich bedeuten würde, dass die Ansätze der Genoss*innen, die sich an die Arbeit gemacht haben, diesen Antrag durch Änderungsanträge zu verbessern, an keiner Stelle mehr diskutiert werden würden. Ein Dilemma, das wir dadurch zu lösen versuchen, dass wir die Verschiebung des Antrags an den Bundesausschuss beantragen. Wir gehen davon aus, dass der Antrag durch die Verschiebung in den Bundesausschuss und auf der Basis der erzielten Ergebnisse vom Bundesparteitag und mit den vorliegenden Änderungsanträgen, wie der Möglichkeit zeilgerichtet weitere Änderungen zu beantragen ein für die Partei produktiver Prozess entsteht, aus dem die Linke gestärkt hervorgeht.
Wir möchten euch bitten, an allen Stellen an denen Ihr mit Delegierten interagiert, für diesen Antrag zu werben.
Wir haben ansonsten viele weiter Anträge eingebracht. Da in unserem Projekt auch die weitere Debatte des Leitantrags eine Rolle spielt, wurden von verschiedenen Genoss*innen auch weitere Änderungsanträge zum Leitantrag entwickelt:
In L01-01 Z 39 füllen wir mit Antikapitalismus, Umweltkatastrophe und Tierschutz auf und wollen nicht, dass die Erde sauer wird.
Wir bringen die ökologische Katastrophe, in verschiedenen Anträgen stärker zum tragen, pushen die Bahn und kombinieren Energie- und Verkehrswende.
Wir erweitern die Versprechen der Partei um Frieden und sozialökologischen Umbau, und bringen auch Fragen der internationalen Gerechtigkeit stärker ins Spiel und korrigieren Flüchtigkeitsfehler.
Wir würden uns freuen, wenn ihr uns bei der Umsetzung dieser Anträge tatkräftig unterstützt und ihr insbesondere bei euch bekannten Delegierten für die Anträge werbt. Ihr findet alle auch im Antragsheft 3 auf der Seite des Parteitages veröffentlicht.
Liebe Leute, ich weiß, ich bin hier zu spät mit meinen Gedanken zum Parteitag. Schon vor längerer Zeit schlug ich dem Parteivorstand eine doppelte Quotierung vor, um jungen und neuen Mitgliedern eine Chance auf Mitsprache zu geben. Denn bisher ist es doch so, dass im Zweifel der bekanntere Name, die FunktionsträgerInn oder die MandatsträgerInn auf unseren Versammlungen gewählt wird.
Unter doppelte Quotierung stelle ich mir vor, dass auf den ersten vier Plätzen einer Liste mindestens zwei weibliche Mitglieder und mindestens zwei Mitglieder ohne aktuelle Mandate oder Funktionen für die Partei gewählt werden. Mindestens zwei neu Gesichter auf den ersten vier Plätzen. So bekommt die Basis, bekommen junge Mitglieder eine Chance auf mehr Teilhabe an der Entwicklung der Partei. Bei längeren Listen wird diese doppelte Quotierung fortgesetzt.
Was sagt Ihr dazu?
Hallo Reinhard,
ich bin mir nicht sicher, ob das immer alles über Quoten laufen muss. Quoten werden extrem kompliziert, je mehr Quoten du rein bkommst. Warum führen wir dann nicht auch gleich noch eine Migrationsquote und eine Quote für Menschen ein, die aus dem prallen Leben (kein Job bei Partei, Parlament, Prosa Luxemburg Stiftung …). Wir hatten mal den Antrag zu laufen, dass sich die Partei die Mühe macht für die Wahlpositionen auch die soziale und Klassenzusammensetzung abzufragen, um einfach sichtbar zu machen, wie es mit dem Zusammenhang Kandidatur und wirtschaftliche Notwendigkeit aussieht. Das ist leider auch in der Weite der Überweisungen versandet und sollte mal irgendo in den Reformprozess einfließen, wo es heute wahrscheinlich Teil der Mandatszeitbegrenzung ist. Ich werde das wohl auch an die Kandidieren den Fragen. Wo verdient ihr euer Geld? Nicht das es anrüchig ist, wenn Leute Berufspolitik betreiben – nur es hat halt Auswirkungen, die man sehr bewusst ergreifen sollte.
Bezüglich einer Quote für „neue Gesichter“ bin ich auch gespalten. Wichtiger ist tatsächlich, Strukturen zu schaffen in denen neue Gesichter ankommen, aktiv werden können aber auch lernen können. Ich bin da ganz bei Jannis (sagte er hier in Berlin in etwa so auf einer Veranstaltung)- es kömmt auch wieder drauf an dafür zu sorgen, dass die neuen Mitglieder mehr Wissen über Programm und Geschichte der Partei, um Konflikte zu minimieren. Wichtiger als Vorstandsposten wäre es m.E., wenn es uns wieder gelänge auch in den Ländern attraktive, thematische Arbeitsgruppen aufzubauen, wo man aktiv werden kann.
Danke für Deine Antwort! Ja, schon unsere heutige Frauenquote macht es für uns im KV mit geringem Frauenanteil unter den Mitgliedern sehr kompliziert zu wählen. Die doppelte Quotierung würde uns nur noch mehr bürokratische Probleme schaffen. Da stimme ich voll zu.
Doch wie sonst können neue Gesichter und neue Ideen in der Partei gefördert werden? Eine „Klimabeauftragte“, die Material und Schulung zum Thema Klimaschutz vom LV und vom BV über die Ökologische Plattform oder die BAG Klimagerechtigkeit erhält und dies dann im KV weiter verbreitet, hatte ich schon mal angeregt. Leider ist auch dieser Vorschlag in der Partei versandet. Solange nur ein Kreisvorstand allgemein von uns angeschrieben, fühlt sich niemand für die Weitergabe, Weiterverbreitung verantwortlich.
Das war der Antrag damals:
https://www.oekologische-plattform.de/2020/09/ein-klasse-apparat/
Leider lassen diese Anträge keine Verhinderung des antiökologischen Wirkens deutscher Waffen durch Mord und Zerstörung erwarten.
Sie sind für die Aussicht auf Rückgewinnung von Wählern für Die Linke ungeeignet..